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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Ehrlich, aber nicht ganz greifbar

Alt genug
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Ich war neugierig auf dieses Buch, vor allem wegen der Themen rund ums Älterwerden und die Lebensmitte. Der Einstieg fiel mir leicht, da sich der Schreibstil sehr angenehm lesen lässt und typisch für Ildikó ...

Ich war neugierig auf dieses Buch, vor allem wegen der Themen rund ums Älterwerden und die Lebensmitte. Der Einstieg fiel mir leicht, da sich der Schreibstil sehr angenehm lesen lässt und typisch für Ildikó von Kürthy ist. Er wirkt persönlich, direkt und immer wieder selbstironisch, wodurch man schnell durch die Seiten kommt.

Inhaltlich beschäftigt sich das Buch mit vielen Gedanken rund um das Leben, das Älterwerden, gesellschaftliche Erwartungen und die eigenen Zweifel. Es sind Themen, in denen man sich teilweise wiedererkennen kann und die durchaus zum Nachdenken anregen. Gerade diese Mischung aus humorvollen Beobachtungen und ernsteren Momenten hat mir grundsätzlich gut gefallen.

Trotzdem hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass vieles nur angerissen wird. Es werden viele Themen angesprochen, aber selten wirklich vertieft. Dadurch blieb für mich einiges eher oberflächlich und ich hätte mir gewünscht, dass manche Gedanken mehr Raum bekommen. So springt das Buch relativ schnell von einem Thema zum nächsten, ohne dass sich etwas richtig entfalten kann.

Auch emotional hat mich das Buch nicht vollständig erreicht. Obwohl es persönliche Einblicke gibt, konnte ich nicht immer eine richtige Verbindung dazu aufbauen. Es bleibt stellenweise etwas distanziert, obwohl eigentlich viel Potenzial für mehr Tiefe vorhanden gewesen wäre.

Insgesamt ist es ein gut lesbares Buch mit wichtigen und aktuellen Themen, das zum Nachdenken anregt, mich aber nicht ganz überzeugen konnte. Für mich sind es daher 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Viel Potenzial, aber kaum Tiefe

Das schönste aller Leben
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"Ich muss so vieles wiedergutmachen. Aber es gibt kein Gutmachen, weil es nicht mehr gut wird, nur vielleicht ein bisschen weniger schlimm." - S. 32

Leider hat es mich insgesamt nicht überzeugt. Ich ...

"Ich muss so vieles wiedergutmachen. Aber es gibt kein Gutmachen, weil es nicht mehr gut wird, nur vielleicht ein bisschen weniger schlimm." - S. 32

Leider hat es mich insgesamt nicht überzeugt. Ich war mehr als einmal kurz davor, das Buch abzubrechen, weil mich die Geschichte nicht richtig packen konnte.

Der Roman erzählt auf mehreren Zeitebenen von Theresia und Vio. Grundsätzlich finde ich solche Erzählweisen spannend, hier hat es für mich aber nicht richtig funktioniert. Die einzelnen Handlungsstränge konnten mich nicht wirklich fesseln und wirkten stellenweise eher langatmig.

Was für mich am schwersten gewogen hat, war die fehlende emotionale Verbindung zu den Charakteren. Ich konnte keinen richtigen Draht zu ihnen aufbauen, wodurch mich viele Entwicklungen kalt gelassen haben. Die Figuren blieben für mich zu oberflächlich und ich hatte oft das Gefühl, ihnen eher von außen zuzusehen, statt wirklich mit ihnen mitzufühlen.

"Love it. Change it. Or leave it. Aber alles davon ist unmöglich. Ich hasse es. Ich kann es nicht ändern. Und verlassen kann ich höchstens mich selbst." - S. 31

Auch inhaltlich hatte ich mir mehr Tiefe erhofft. Viele Themen werden angesprochen, aber für mich nicht ausreichend ausgearbeitet. Dadurch wirkt das Buch stellenweise etwas überladen, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Es bleibt vieles an der Oberfläche, obwohl eigentlich viel Potenzial da gewesen wäre.

Der Schreibstil ließ sich zwar gut lesen, konnte aber für mich nicht ausgleichen, dass mich die Geschichte insgesamt nicht wirklich erreicht hat. Am Ende sind es für mich 2 von 5 Sternen. Eine interessante Idee, die mich in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Wenn Überleben alles ist

We Who Will Die
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Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch rangegangen, weil ich (komischerweise?) niemanden über das Buch reden gehört habe. Der Einstieg braucht einen Moment, aber sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt, ...

Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch rangegangen, weil ich (komischerweise?) niemanden über das Buch reden gehört habe. Der Einstieg braucht einen Moment, aber sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Im Fokus der Geschichte steht Arvelle, die alles für ihre beiden Brüder tun würde. Als sie gezwungen wird, einen gefährlichen Deal einzugehen, landet sie in einer brutalen Arena, in der es ums Überleben geht. Dieses gladiatorische Setting hat mir richtig gut gefallen, weil es der Geschichte sofort Spannung gibt und man ständig mitfiebert. Gleichzeitig spielt sich im Hintergrund viel mehr ab, mit politischen Intrigen, Machtkämpfen und Geheimnissen, die nach und nach aufgedeckt werden.

Die Welt hat mich abgeholt. Das Zusammenspiel aus einem römisch angehauchten Setting, Vampiren und Magie wirkt ungewöhnlich, aber genau das macht den Reiz aus. Man merkt, dass hinter der Geschichte mehr steckt als nur Kämpfe in der Arena. Es geht auch um Kontrolle, Hierarchien und darum, wem man überhaupt vertrauen kann.

Arvelle als Protagonistin mochte ich sehr. Sie ist stark, aber nicht unnahbar, sondern trägt viel mit sich herum. Ihre Motivation, ihre Brüder zu schützen, zieht sich durch die ganze Geschichte und macht viele ihrer Entscheidungen nachvollziehbar. Auch ihre Entwicklung fand ich gelungen, weil sie nicht plötzlich passiert, sondern sich langsam aufbaut.

Die Romance steht eher im Hintergrund, was ich hier tatsächlich passend fand. Es gibt eine gewisse Spannung zwischen den Figuren, die sich eher langsam entwickelt. Man merkt aber auch, dass da noch einiges offen ist und sich in den nächsten Bänden weiter entfalten wird. Zwischendurch hatte das Buch für mich aber kleine Längen und manche Entwicklungen waren nicht komplett überraschend. Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt sehr gut unterhalten und vor allem gegen Ende nochmal richtig gepackt.

Für mich sind es daher 4 von 5 Sternen. Ein spannender Auftakt mit einer interessanten Welt, starken Figuren und viel Potenzial für die nächsten Bände. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein Buch, das unter die Haut geht

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Wow wow wow. Dieses Buch hat mich sehr berührt. Während des Lesens habe ich viele Stellen markiert, weil so viele Gedanken und Beobachtungen darin stecken, die nachwirken. Wenn die Kraniche nach Süden ...

Wow wow wow. Dieses Buch hat mich sehr berührt. Während des Lesens habe ich viele Stellen markiert, weil so viele Gedanken und Beobachtungen darin stecken, die nachwirken. Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist eines dieser Bücher, bei denen man immer wieder kurz innehält, weil ein Satz oder eine Szene einen besonders trifft.

Die Geschichte handelt von Bo, einem alten Mann, der merkt, dass sein Körper immer schwächer wird und sein Leben langsam kleiner wird. Seine Tage bestehen aus Routinen, Erinnerungen und den Besuchen seines Sohnes sowie der Pflegekräfte. Besonders wichtig ist für ihn sein Hund Sixten, der ihm Halt gibt und für ihn ein Stück Selbstständigkeit und Normalität bedeutet. Gleichzeitig spürt man beim Lesen immer stärker, dass Veränderungen unausweichlich sind.

Die Geschichte erzählt viel über das Älterwerden, über Verlust, über unausgesprochene Worte und über die komplizierten Beziehungen innerhalb einer Familie. Gerade die Beziehung zwischen Bo und seinem Sohn hat mich sehr beschäftigt. Man merkt, wie viel zwischen ihnen steht, wie schwer es manchmal ist, Dinge auszusprechen, obwohl man sie eigentlich sagen möchte.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist ruhig und einfühlsam, aber gleichzeitig sehr eindringlich, sodass mir beim Lesen nie langweilig wurde. Die Autorin schafft es mit wenigen Worten eine große emotionale Wirkung zu erzeugen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die einen beim Lesen komplett einnimmt. Für mich war das Buch deshalb auch ein richtiges Kopfkino, aus dem ich zeitweise gerne geflohen wäre, das ich aber gleichzeitig nicht aus der Hand legen wollte.

Das hier ist kein leichtes Buch. Es zeigt sehr ehrlich, wie sich das Leben im hohen Alter verändert und wie viel man nach und nach loslassen muss. Gerade deshalb regt die Geschichte zum Nachdenken an und bleibt noch lange im Kopf. Von mir bekommt es 4 von 5 Sternen. Eine berührende und sehr eindringliche Geschichte, die ich auf jeden Fall (allen!) weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Nicht alle glücklich

Alle glücklich
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Das Buch hat mich sehr überrascht. Es war mein erstes von Kira Mohn und ganz sicher nicht mein letztes. Ich habe es an einem Tag innerhalb weniger Stunden verschlungen, weil ich den Schreibstil so mochte ...

Das Buch hat mich sehr überrascht. Es war mein erstes von Kira Mohn und ganz sicher nicht mein letztes. Ich habe es an einem Tag innerhalb weniger Stunden verschlungen, weil ich den Schreibstil so mochte und immer weiterlesen wollte. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, wirkt dabei aber nie oberflächlich, sondern regt immer wieder zum Nachdenken an.

Erzählt wird aus den Perspektiven von Nina, Alexander, Emilia und Ben. Gerade dieser Wechsel hat für mich sehr gut funktioniert, weil man nach und nach merkt, wie viel in dieser Familie unausgesprochen bleibt. Nach außen scheint alles in Ordnung zu sein, doch mit jeder Seite bröckelt dieses Bild mehr. Besonders gelungen fand ich, wie lebensnah und nachvollziehbar die Gedanken und Konflikte der einzelnen Figuren geschrieben sind. Nicht alle waren mir sympathisch, aber genau das hat sie für mich glaubwürdig gemacht.

Inhaltlich ist das Buch ziemlich intensiv, weil es viele Themen aufgreift, die mitten aus dem Alltag kommen. Es zeigt sehr eindrücklich, wie schnell man sich in einer Familie voneinander entfernen kann, obwohl man doch eigentlich zusammenlebt. Das hat die Geschichte für mich so stark gemacht. Sie fühlt sich ehrlich und unangenehm real an. Gleichzeitig hält sie einem stellenweise auch den Spiegel vor und macht deutlich, wie wichtig echte Kommunikation und Rücksichtnahme sind.

Das Ende war mir leider zu abrupt und ich hätte mir an dieser Stelle einfach noch etwas mehr Raum gewünscht. Aus diesem Grund sind es keine 5 Sterne geworden, auch wenn das Buch sehr nah dran war, zu meinen Lieblingsbüchern zu zählen. Trotzdem bleibt für mich ein gelungener Roman, der durch seinen Schreibstil und seine Themen überzeugt. Am Ende sind es für mich 4 von 5 Sternen. Ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und das auf jeden Fall nachwirkt.

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