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Veröffentlicht am 27.04.2026

Endzeit

Ins fahle Herz des Sommers
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Seit Jahren mittlerweile Jahrzenten , lese ich gerne Romane von Andreas Eschbach . Den ersten Roman "Das Jesus Video " las ich in den 90ern . Die Mischung aus plausiblen Geschehen , Science Fiction und ...

Seit Jahren mittlerweile Jahrzenten , lese ich gerne Romane von Andreas Eschbach . Den ersten Roman "Das Jesus Video " las ich in den 90ern . Die Mischung aus plausiblen Geschehen , Science Fiction und Übernatürlichem hat mich seit jehher bei ihm fasziniert. Hier handelt es sich um einen ausgwachsenem Endzeit- Roman . Diese Situation hat sich durch einen schnell wachsenden Klimawandels in Kombination mit einer Pandemie , denen die geschwächten Menschen nichts mehr entgegenzusetzen hatten , entwickelt .
Ich mochte sehr wie Eschbach die Veränderung des Klimas, der Natur und die damit verbundenen Lebensbedingungen beschrieb. Besonders gefiel mir wie er die Sonne und den Mond veranschaulicht. So toll wie Eschbach die Sensorik Gerüche und ( taktiles) von zb. gutem nicht verdorbenes Essen vermittelt, als ob man bei der Entdeckung dabei wäre und man meint es selbst zu riechen. Und dann verbindet Eschbach es mit Erinnerungen die solche Gerüche bei Fausto, dem Hauptprotoganisten, hervorrufen. Ein sehr geschickter Zug um von der Vergangenheit ,als alles noch normal war ,zu erzählen.
Der Sprecher ist sehr angenehm anzuhören ,vom Gefühl her wie ein Märchenerzähler .Eigentlich ein starker Kontrast zu einer Dystopie und all dem Überlebenskampf , aber eigentlich auch sehr passend. Er erzeugt so eine große Emphatie mit den Personen . Wie er manche Personen durch eine gewisse Stimmfärbung fremd und anders wirken ließ hat mich auch sehr angesprochen . Wenn man selbst liest hat man nur die Stimme die man sich selbst ausdenkt. Sprecher wissen oft mehr...
Der Roman regt zum Nachdenken an. Auf der einen Seite zeigt Eschbach das unteschiedlichen Verhalten der verschiedenen Menschen wie sie in extremen Lebenbedingungen reagieren und läßt auf der Anderen Seite darüber nachdenken welcher Typ man selbst ist . Derjenige der andere Nachbarn unterstützt und zusammen arbeitet, gleichzeitig an sich selbst denkt um zu Überleben, oder ganz sein eigenes Ding macht, natürlich ohne zu eigenützig zu sein. Keine einfache Sache. Man wird, finde ich , auch aufgefordert darüber nachzudenken wie das Leben in einer solchen Situation lebenswert ist. Wie möchte man leben ? Fremdbestimmt in einem Flüchtlingslager in einer Masse von Menschen, oder freier sich selbst durchkämpfend, aber unter schwierigeren Umständen.
Diese philosophische Seite an dem Buch gefällt mir auch sehr gut. Wenn man Überleben muss, verschiebt sich die Perspektive, ist vieles was sonst so wichtig war nicht mehr wichtig. Das hier und jetzt ist dann Wichtigste.
Ich sehe aber bei all der Fiktion und Unterhaltung des teils verstörend schrecklichen, aber immer faszinierenden Roman auch eine Zukunftswarnung und Gesellschaftskritik. Einiges von den Anfängen des Klimawandels kam mir durchaus bekannt vor.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein zerplittertes Leben

Solange ein Streichholz brennt
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Nachdem ich von " Man vergisst wie man schwimmt " so begeistert war musste ich unbedingt zu seinem Nachfolgeroman greifen , obwohl das Thema ganz anders ist . Ein wenig Berührungsängste mit dem Thema Obdachlosigkeit ...

Nachdem ich von " Man vergisst wie man schwimmt " so begeistert war musste ich unbedingt zu seinem Nachfolgeroman greifen , obwohl das Thema ganz anders ist . Ein wenig Berührungsängste mit dem Thema Obdachlosigkeit hatte ich jedoch zunächst schon .Ich war aber trotzdem sehr gespannt. In eine einfachen sehr klaren Sprache lässt Huber die Geschichte sprechen, den harten Alltag des Obdachlosen und dem der Reporterin zwischen Existenzverlustnöte und Karrierebestrebungen .
Wir sehen überall im Stadtbild Obdachlose möchten sie aber irgenwie nicht als Menschen sehen, sich lieber nicht mit ihnen Beschäftigen, ausblenden. Christian Huber sieht den Abdachlosen Bohm in diesem Roman, zeigt ihn als Menschen und wie sein Weg in die Obdachlosigkeit abglitt. Gleichzeitig entmenschlichen das Fernsehteam und die Reporterin (zunächst) ihn, sehen ihn fast als Ware.
Viele begegnen ihm mit Voreingenommenheit, als ob es nur Allgemeingültiges für Obdachlose gibt. Ich selbst ertappte mich bei solch einem Gedanken bei der Tablettensache,der leider Bestätigt wurde, oder nur bedingt. Da ich aber ein in der Regel positiv denkender Mensch bin und mir Bohm sympatisch war, wälzte ich die ganzenZeit meine Gedanken. Was wird dabei herauskommen, was möchte der Autor. Erst mal abwarten . Alles sehr geschickt gemacht.
Auf jeden Fall ist der Autor, als Autor gereift. Ein Roman der nachdenklich macht und als Konsequenz dazu auffordert bei jedem Obdachlosen den man sieht dran erinntert , dass hinter jedem Obdachlosen eine Geschichte steht.Ein zersplittertes Leben.
Er plädiert aber auch für Verständniss für Leute die ein scheinbar sicheres Leben führen , dass es oft gar nicht so sicher und Problemfrei ist. Bis auf eine Ausnahme, da bin ich mir nicht schlüssig wie ich drüber denken soll, zählt Dummheit und Kontrollverlust auch ?

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Schottischer cosy crime

Mord & Breakfast
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Ich finde es klasse , dass der Cosy crime an der Ostküste Schottlands spielt, ein wundervolles Setting . Ich war ein paar mal in Schottland und wir haben uns an der Ostküste bei Aberdeen die Burgruine ...

Ich finde es klasse , dass der Cosy crime an der Ostküste Schottlands spielt, ein wundervolles Setting . Ich war ein paar mal in Schottland und wir haben uns an der Ostküste bei Aberdeen die Burgruine Dunnattor Castle in Verbindung einer Steilküstenwanderung angeschaut.
Ich musste schon bei der Vorstellung der Pesonen schmunzeln, da blitzte schon ein gewisser Humor durch.
Melody ist nicht gerade eine Premium Journalistin, aber das weiß sie selbst, sie ist in gewisser Weise durch die Zeitung limitiert. Sie hat jedoch Ambitionen zur anspruchsvollen Journalistin, macht sich aber auch ein bisschen was vor. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie sich in manchen Situationen durch eine gewisse Naivität / Ungeschicktheit selbst reinreitet. Sie ist jedoch recht gut in Recherche , die hauptsächlich durch ihre hartnäckigkeit zum Erfolg führt, das muss ich ihr lassen .
Es war spannend zu sehen, wie sie sich doch in einer anderen Umgebung bewähren konnte . Mir gefiel der starke Kontrast der "harten" Londonder Arbeitwelt und der cosy Schottland Atmosphäre in die sie durch das Erbe ihrer Tante wechselte. Es wurde dabei kein Klischee ausgelassen, besonders wenn es darum ging sie als Städter hinzustellen. Ich war gespannt ob sie sich verändern wird , oder ich ging eigentlich davon aus.
Was auch gut war , denn zu Anfangs war sie mir nicht wirklich sympathisch. Ausser Dean war mir eigentlich keiner sympathisch, was es nicht so einfach beim Mordrätseln machte, abgesehen davon , dass keiner Marbel so richtig leiden konnte. Man merkte schnell ,dass fast jeder so seine Geheimnisse hatte...
Es war eine unterhaltsame Geschichte in toller Atmosphäre. Stilistisch keine Meisterleistung ,aber Alles in Allem ein wirklich gemütlicher Krimi. Ich kann mir gut vorstellen ,dass ich den nächsten Melody Fall ,der im März nächste Jahres heraus kommt, lesen werde.


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Veröffentlicht am 30.01.2026

Mächtiger Roman

The Poet Empress
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Das Buch hat mich regelrecht gerufen, da ich gerade zufällig einen Roman über die Kaiserin Wu Zetian gelesen " Die Kaiserin " hatte, die zunächst eine Konkubine am chinesischen Hof war und es ebenfalls ...

Das Buch hat mich regelrecht gerufen, da ich gerade zufällig einen Roman über die Kaiserin Wu Zetian gelesen " Die Kaiserin " hatte, die zunächst eine Konkubine am chinesischen Hof war und es ebenfalls um Intrigen und Machtspiele ging. Er gehört ins Literatur Genre während " The Poet Empress ein Fantasy Roman für junge Erwachsene ist, was mich noch neugieriger machte. Welch eine tolle Mischung aus geschichtlichem des alten chinesischen Kaiserreichs und Magie. Die Mitglieder der kaiserlichen Familie wirkten alle wie mysthische Wesen mit ihrer Natur-, Naturgewalten - und landschaftlich gestalterischen Magie. Dazu passen die alten poetischen chinesischen Begriffe wunderbar. Auch die alten chinesischen Traditionen tragen dazu bei , dass man fast das Gefühl bekommt, es hätte sich so real zugetragen. Magie, Tradition und Poesie verschwimmen.
Wei die Hauptprotoganistin erfährt Gewalt und Grausamkeit von ihrem Verlobten des Thronfolgers und dem Hof.

Der Roman ist voller Intrigen Ränkeschmiede, ja auch Gewalt
Wei lernt durch Stärke und Klugheit den Hof zu überleben
In diesem Roman geht es auch um solche Fragen wie: "Verändert eine Machtposition einen Menschen. Kann er sich selbst bleiben. Aber auch die grosse Frage. Was was muss geschehen, dass aus einem guten Menschen ein gewaltätiger Mensch wird ".
Manches ist traurig und tragisch
Manches ist nicht so wie es scheint.
Ein reifer ,komplexer und trotz der Gewalt toller Roman In seiner Art gar nicht so unähnlich dem Roman. "Kaiserin"


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Veröffentlicht am 15.12.2025

Der fieseste Affe hat das Sagen

Bad Actors
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Ich musste einfach zu diesem Roman greifen. Mein Mann und ich haben bisher alle Staffeln " Slow horses" auf Apple tv gesehen. Seit Längerem bin ich neugierig wie die Romane im Vergleich zu der Tv-serie ...

Ich musste einfach zu diesem Roman greifen. Mein Mann und ich haben bisher alle Staffeln " Slow horses" auf Apple tv gesehen. Seit Längerem bin ich neugierig wie die Romane im Vergleich zu der Tv-serie sind.
Wow, mit welch "klangvollem" und visuellem Bild der Autor eine lebhafte Atmosphäre Londons erschafft, eine Stadt die sogar Nachts vibriert. Hier noch eine Brise Methapher... das Rezept geht auf, man ist sofort drin.
Man riecht fast den Schmutz des Slough houses in welches wir eintreten und spürt fast das Gefühl zwischen Resignation und Hoffnung seiner verbannten Agenten.
Die Truppe wird Einzeln vorgestellt die fast allesamt ,krass, nerdig, roh sind . Dahei lässt sich Mick Herron Zeit um die Tiefe der Charaktere zu entfalten , die ihnen würdig ist. Jedoch vermisse ich in dem Roman schmerzlich River Cartwright mit seiner ruhigen, intelligenten ,liebenswerten Art .Der oft Missverstandene, der aber die Fälle mit Lamb vorangetrieben hat und eigentlich obwohl sie vieler Weise so verschieden ein klasse team bildeten. Gut das die Seele des Slough Houses Cathrine Standish noch da ist
. Ich mochte die literarischen Beschreibungen Herons sehr , auch seinen Zynismus der hier ,wie auch in der Serie ein ständiger Begleiter ist. Das Genre ist schwer einzuordnen, am ehesten ist es ein klassischer Agentenroman mit den Themen Machtspiele/ Intrigen, Scheitern, Hoffen , dem Herron mit seinem literaischen Können eine ganz besondere Atmosphäre verpasst.
Es wundert mich überhaupt nicht , das aus den Romanen eine Serie gemacht wurde . Der Schreibstil Mick Herron ist cineatisch und so eine wunderbare Vorlage.
Auf der einen Seite mochte ich, dass sich der Fall durch Rückblenden langsam entwickelte, aber für meinen Geschmack war es einen Ticken zu langsam
Aber das war mir bei diesem Roman gar nicht so wichtig, ich hatte einen riesen Spaß an der Chaotentruppe Slow horses, da man ihnen hier ja auch hinter die Stirn gucken konnte.
Zum Fall selbst nur so viel " Wir warten darauf wer seinen Chef als erster vor den Zug wirft".

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