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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2019

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Tiefes Grab
2

Nach der Leseprobe zu "Tiefes Grab" von Nathan Ripley war ich unglaublich neugierig auf diesen Thriller. Eine Geschichte über einen Familienvater mit einer sehr düsteren Freizeitbeschäftigung, der bereits ...

Nach der Leseprobe zu "Tiefes Grab" von Nathan Ripley war ich unglaublich neugierig auf diesen Thriller. Eine Geschichte über einen Familienvater mit einer sehr düsteren Freizeitbeschäftigung, der bereits in der Leseprobe einige sehr merkwürdige Charakterzüge präsentierte, klang nach einer Geschichte, wie ich sie bisher noch nicht gelesen hatte.

Leider war der Rest des Buches meiner Meinung nach nicht einmal ansatzweise so gut wie die Leseprobe.

Zum einen blieben einige aufgeworfene Fragen unbeantwortet. Zum anderen waren mir die Charaktere der Geschichte entweder unglaublich unsympathisch oder wirkten so flach und oberflächlich, dass ich mich überhaupt nicht mit ihnen identifizieren konnte. Da ist beispielsweise Martins Ehefrau Ellen, die einerseits ängstlich und besorgt ist, auf der anderen Seite aber so oberflächlich und überhaupt nicht wirklich an ihrem Mann interessiert zu sein scheint.

Die Wendungen waren teilweise extrem vorhersehbar, anderes wurde so oberflächlich und stereotyp abgehandelt, dass die ganze Neuartigkeit dieser Geschichte, die ich erwartet hatte, einfach nicht geliefert wurde.

Dabei ist der Schreibstil von Nathan Ripley an sich sehr angenehm und flüssig zu lesen. Das Buch ist nicht schlecht geschrieben, die Geschichte war einfach nicht das, was ich erwartet hatte.

Von mir erhält "Tiefes Grab" daher leider nur zwei von fünf Sternen. Schade, denn eigentlich hatte die Geschichte, zumindest dem Klappentext nach, großes Potenzial.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 16.03.2019

Blieb leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurück

Die Mauer
1

Zum Inhalt

Großbritannien in der Zukunft. Nach Entwicklungen, die in diesem Buch nur mit dem Begriff „Wandel“ umschrieben werden, hat sich das Land mit Hilfe einer Mauer, die die gesamte Küste entlang ...

Zum Inhalt

Großbritannien in der Zukunft. Nach Entwicklungen, die in diesem Buch nur mit dem Begriff „Wandel“ umschrieben werden, hat sich das Land mit Hilfe einer Mauer, die die gesamte Küste entlang verläuft, abgeschottet. In einer Form von Wehrdienst müssen junge Menschen zwei Jahre ihres Lebens auf dieser Mauer zubringen und tragen dabei die Verantwortung dafür, dass die „Anderen“ nicht über die Mauer ins Landesinnere kommen. In dieser Welt begleiten wir als Leser den „Verteidiger“ Jospeh Kavanagh, als dieser seinen Dienst auf der Mauer antritt.

Meine Meinung

Die Leseprobe zu „Die Mauer“ und der Klappentext hatten mich vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen zum Thema „Flucht und Zuwanderung“ sehr neugierig auf das vom Autor beschriebene düstere Zukunftsszenario gemacht. Denn John Lanchester zeichnet ein wirklich grauenhaftes Zukunftsbild, in der tatsächlich eine physische Mauer aus Beton hochgezogen wird, um Menschen, die aus verschiedenen Gründen auf der Flucht sind, daran zu hindern, Großbritannien zu betreten. Jeder aus der jüngeren Generation ist dazu verpflichtet, eine Art Verteidigungsdienst auf dieser Mauer zu absolvieren. Dabei soll die „Motivation“ zur Verteidigung der Landesgrenze mit Waffengewalt dadurch gesteigert werden, dass bei Versagen quasi eine Verbannung für die jeweils verantwortlichen Verteidiger ausgesprochen wird, die dann dem Meer überlassen werden – was defacto in der Regel den sicheren Tod bedeutet. Das grundsätzliche Setting der Geschichte hatte also meinen Erwartungen nach einiges an Spannung und Dramatik zu bieten.

Allerdings muss ich nach der Lektüre von „Die Mauer“ sagen, dass der beste Teil des Buches meiner Meinung nach bereits in der Leseprobe enthalten war. Zum einen bin ich mit dem Protagonisten der Geschichte, Joseph Kavanagh, nicht wirklich warm geworden. In großen Teilen der Geschichte war er mir einfach unsympathisch. Die kurzen Momente der Nachdenklichkeit, in denen er darüber reflektiert, was es eigentlich bedeutet, dass sich sein Land so abgeschottet hat und wie unmenschlich mit Flüchtenden umgegangen wird, sind sehr selten und dann meist auch sehr oberflächlich abgehandelt.
Zum anderen wiederholt sich der Autor in seinen Ausführungen meiner Meinung nach zu oft. Wie oft der Beton, der Himmel, der Wind und die Kälte erwähnt werden, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Eine gewisse Anzahl an Wiederholungen lasse ich mir als Stilmittel zur Verdeutlichung oder Betonung von bestimmten Sachverhalten ja gefallen, aber die Anzahl in „Die Mauer“ hat einfach für mich dazu geführt, dass sich die Geschichte gezogen hat und Längen hatte, die unnötig waren.

Andere Themen, zum Beispiel, was genau den „Wandel“ umfasste, werden sehr oberflächlich behandelt und die Wendungen der Geschichte, die für Spannung sorgen könnten, kündigt Kavanagh in seiner rückschauenden Erzählung aus der Ich-Perspektive immer bereits an, sodass man als Leser dann nur noch darauf wartet, dass die dann sehr vorhersehbare Wendung eintritt.
Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt – und gerade der Sinn des letzten Abschnitts hat sich mir nur bedingt erschlossen. Es bleiben wiederum Fragen offen und die offensichtlichen ethischen Fragenstellungen, die wohl damit behandelt werden sollten, werden wiederum vom Kavanagh nur oberflächlich betrachtet. Kurzum, irgendwie hat mich das Ende mit einem schalen Nachgeschmack zurückgelassen.

Von mir erhält „Die Mauer“ daher auch nur zwei von fünf Sternen. Das Buch blieb leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Zu dem Thema „Flucht“ gibt es da deutlich bessere aktuelle Veröffentlichungen, wie z.B. „Davor und Danach“ von Nicky Singer.

Veröffentlicht am 12.06.2017

Bizarrer Mord in Liverpool

Totenengel
1

„Totenengel“ von Mark Roberts ist der zweite Band einer Thriller-Reihe rund um die britische Ermittlerin Eve Clay. Wie der Klappentext bereits verrät, beginnt der Thriller mit dem grausamen Mord und der ...

„Totenengel“ von Mark Roberts ist der zweite Band einer Thriller-Reihe rund um die britische Ermittlerin Eve Clay. Wie der Klappentext bereits verrät, beginnt der Thriller mit dem grausamen Mord und der bizarren Inszenierung des Tatorts, an den Eve Clay und ihr Team von Ermittlern gerufen werden. Zusammen mit den Ermittlern stellt man sich als Leser die Frage, wieso der ehemalige Kunstprofessor auf so grausige Art und Weise sterben musste.

Mark Roberts erzählt die Geschichte rund um die Mordermittlung allerdings nicht nur aus Sicht von Eve Clay, sondern auch der übrigen ermittelnden Beamten und gewährt sogar auch Einblicke in die Wahrnehmung des Täters. Stück für Stück werden die Informationen aufgedeckt, die Eve und ihr Team zur Lösung des Falls benötigen, wobei der Spannungsbogen konstant aufrechterhalten wird. Dies geschieht z.B. dadurch, dass die Ermittler gegen Ende der Kapitel eine bestimmte Information erhalten, diese dem Leser selbst aber noch eine Weile vorenthalten wird. Und gerade deswegen ist man als Leser gefordert, mitzudenken, zu kombinieren und gemeinsam mit den Ermittlern auf die Lösung des Falls hinzuarbeiten.
Es wird ein ganzer Haufen an Fragen aufgeworfen, die jedoch spätestens zum Ende des Thrillers hin beantwortet werden.

Generell finde ich, dass Mark Roberts ein Händchen dafür hat, Spannung aufzubauen. Die Handlung rund um die Ermordung des pensionierten Kunstprofessors ist gut durchdacht und strukturiert. Und mit Eve Clay wird eine kompetente, mutige und nicht zuletzt sympathische Ermittlerin präsentiert.

Zusammenfassend kann ich für „Totenengel“ von Mark Roberts eine unbedingte Leseempfehlung für Fans spannender Thriller aussprechen und vergebe daher fünf von fünf möglichen Sternen für den Thriller.

  • Cover
Veröffentlicht am 23.11.2020

Würdiger zweiter Teil

Wer auf dich wartet
0

Nach dem ersten Band der Kriminalreihe um den Detective Chief Inspector Jonah Sheens („Bis ihr sie findet“), von dem ich begeistert war, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an den Nachfolgeband. Und ...

Nach dem ersten Band der Kriminalreihe um den Detective Chief Inspector Jonah Sheens („Bis ihr sie findet“), von dem ich begeistert war, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an den Nachfolgeband. Und was kann ich sagen? „Wer auf dich wartet“ hat mich definitiv nicht enttäuscht.
Zum Inhalt
Da ist zum einen wieder einmal ein spannender Kriminalfall – die Kunststudentin Zoe wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Ihr Freund, Aidan, hat über Skype beobachtet bzw. eher gehört, dass es in Zoes Wohnung wohl zu einer Auseinandersetzung gekommen ist. Als er die Polizei alarmiert und diese die Leiche der jungen Frau auffinden, beginnen die Ermittlungen im Umfeld der Künstlerin, um herauszufinden, was mit ihr geschehen ist.
Meine Meinung
Bereits im ersten Band hat man als Leser schon so einige Details über die verschiedenen Ermittler in Jonah Sheens Team erfahren. Neben der eigentlichen Kriminalfallhandlung interessiert mich auch deren persönliches Schicksal – sodass der Krimi für mich auf mehreren Ebenen spannend und unterhaltsam war.
Und auch in „Wer auf dich wartet“ schafft es die Autorin wieder, durch einen geschickten Handlungsaufbau, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zum Ende gehalten wird.
Mich zumindest hat die Auflösung des Falles überrascht, bis zum Ende habe ich mit den Ermittlern mitgefiebert. Stück für Stück und neben den Ermittlungen in Rückblenden aus der Sicht von Zoe erzählt, entfaltet sich die Geschichte, die zum Tod von Zoe geführt hat. Was genau ist geschehen, welche Aktionen und Ereignisse haben Reaktionen in Zoes Umfeld hervorgerufen? Wessen Geheimnisse kommen im Laufe der Ermittlungen ans Tageslicht und wie weit würden die Menschen rund um Zoe gehen, damit ihre Geheimnisse und Schwächen nicht aufgedeckt werden?
Von mir erhält der Kriminalroman daher auch fünf von fünf Sternen und ich hoffe ehrlich gesagt darauf, dass es noch weitere Bände geben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Fesselnd

Der Knochengarten
0

Als absoluter Fan der Reihe rund um Tony Hill und Carol Jordan habe ich diesem neuen Band entgegen gefiebert. Ich wollte wissen, wie es mit den beiden weitergeht, war aber auch neugierig darauf, inwieweit ...

Als absoluter Fan der Reihe rund um Tony Hill und Carol Jordan habe ich diesem neuen Band entgegen gefiebert. Ich wollte wissen, wie es mit den beiden weitergeht, war aber auch neugierig darauf, inwieweit die Krimihandlung mich noch interessieren würde, nachdem sowohl Carol als auch Tony ja nicht mehr zum eigentlichen "Team" gehören würden...

Was soll ich sagen? Die Geschichte war trotzdem spannend, die bekannten Ermittler aus dem Team, die man aus den Vorgängerbänden bereits ins Herz geschlossen hatte, haben mich auch ohne Carol Jordan als Chefin der Einheit weiter mit ihren spannenden Ermittlungen unterhalten.

Aber auch die persönliche Beziehung zwischen Carol und Tony kam in diesem Band nicht zu kurz - die Geschichte geht einem ans Herz, wenn man bedenkt, wie lange man den beiden eigentlich schon irgendeine Art von Happy End wünscht.

Für mich war der Band ein würdiger Nachfolger in der Reihe rund um Tony und Carol. Ich kann ihn nur weiterempfehlen und vergebe daher auch volle fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere