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Veröffentlicht am 07.03.2023

es geht rasant weiter

Das Erbe der Lilith
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Nach dem siegreichen Ende in der ersten Dimension, wurde Lizzy direkt in die zweite gezogen. Dort hatte sie weder Zeit für Erholung oder einen neuen Plan. Zu allem Überfluß werden rothaarige in dieser ...

Nach dem siegreichen Ende in der ersten Dimension, wurde Lizzy direkt in die zweite gezogen. Dort hatte sie weder Zeit für Erholung oder einen neuen Plan. Zu allem Überfluß werden rothaarige in dieser Dimension ebenso als Hexe auf den Scheiterhaufen gebracht, wie alle anderen andersartigen Wesen. So ist die Allianz zerschlagen und über das ganze Land verteilt, und der König wird von einem mordlüsternen Kardinal beraten. Doch Lizzy wäre nicht sie selbst, wenn sie lange allein bleiben würde.

Die Geschwindigkeit in diesem Buch hat nochmal immens zugenommen. Nachdem im ersten Teil gefühlt alles Schlag auf Schlag geschehen ist, haben sich die Ereignisse in der zweiten Dimension sozusagen überschlagen. Wenn sich das von Buch zu Buch steigert, überholt die Handlung sich demnächst selbst.
Lizzy bleibt sich weiterhin treu, ist stark, und gibt selbst in den ausweglosesten Situationen nicht auf. Die zweite Dimension unterscheidet sich grundlegend von der ersten, was nicht nur am fehlend Zweitplaneten liegt. Die Hütern ist unbekannt bei den Menschen, da die Allianz im Geheimen operiert, aus Angst, selbst auf dem Scheiterhaufen zu landen. Elisabeth aus dieser Dimension ist auf jeden Fall der aus der ersten Dimension vorzuziehen. Ich bin gespannt, ob Lizzy in den nächsten Dimensionen auf ihr Ebenbild trifft, oder ob es immer nur extreme gibt.

Wer den ersten Teil ebenso verschlungen hat, wie ich, wir den zweiten auch mögen. Die Handlung rast nur so dahin, daß ich ein wenig traurig bin, daß es schon zu Ende ist. Auf der anderen Seite bin ich froh, einmal durchatmen zu können, bevor es in die dritte Dimension geht. Besonders gefällt mir der Epilog, der das ganze Geschehen zu einem runden Abschluß bringt.

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Veröffentlicht am 05.03.2023

fragwürdige Szenen

Die Birkenbraut und ihr Ungeheuer
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„Die Wirklichkeit war schon ein seltsamer Ort.“ (S. 234)

Onora ist ein Mädchen aus zwei Welten: ihre Mutter war eine Drune, eine sogenannte Baumhexe, und ihr Vater ist ein Clanführer der Menschen. Sie ...

„Die Wirklichkeit war schon ein seltsamer Ort.“ (S. 234)

Onora ist ein Mädchen aus zwei Welten: ihre Mutter war eine Drune, eine sogenannte Baumhexe, und ihr Vater ist ein Clanführer der Menschen. Sie wächst nach dem Weggang ihrer Mutter in den Schatten des Clanschloßes auf, denn ihr Aussehen könnte kaum auffälliger sein mit ihren weißen langen Haaren und ihrer winterlichen Haut. Die anderen Menschen begegnen ihr mit Argwohn und Böswilligkeit.
Eines Abends flieht sie in den Wald in der Hoffnung, die Drunen zu finden. Sie hat Glück und hofft, endlich unter Gleichgesinnten leben zu können. Doch schnell wird ihr bewußt, daß sie auch in dieser Welt mit ihrem hellen Aussehen auffällt. In der Burg der Drunen lernt sie nicht nur viel über diese Wesen, die aus Bäumen entstanden sind, sonder erfährt auch einiges über das Leben und den Tod ihrer Mutter. Kein Wunder also, daß sie schnell das Misstrauen der anderen Baumhexen weckt.

„Er hatte gewusst, dass Menschlichkeit den Drunen fremd war. Dass sie in Wahrheit Bäume waren, die sich als Frauen verkleideten und Blut und Tränen fälschten, um Männer zu fangen.“ (S. 258)

Hecser ist ein sogenannter Held einer Drune, die ihn durch einen Kuss an sich gebunden hat: „Unsere Küsse haben heilende Wirkung, aber sie verbinden uns auch mit den Männern, die wir retten, sodass diese uns absolut ergeben sind und all unsere Befehle befolgen.“ (S. 59)
Er verabscheut diese Drune, aber auch alle anderen, denn sie fallen langsam dem Wahnsinn heim. Ihr Blutdurst wächst, und sie misshandeln ihre Helden. Hecser ist kein Mensch und keine Drune, sondern gehört zu den Vogelherzen. Er liebt den Wind und die Freiheit, und seinen Verstand behält er nur durch ausführliche Rachegedanken.
Er träumt von einem Mädchen mit weißem Haar, das ihn in die Freiheit führen soll. Doch als er Onora das erste mal begegnet, hat er nichts als Verachtung für sie übrig.

Es entspinnt sich eine Geschichte, die nicht nur in ein Labyrinth führt, sondern auch durch Türen, auf der Suche nach Magie und Märchen. Soweit, so gut.

Achtung, es folgen Spoiler zur Handlung!

Onora wird seit dem Weggang ihrer Mutter von allen schikaniert. Sie wächst einsam in den Schatten auf und versteckt sich lieber in den Büchern und geht so den Menschen aus dem Weg. Als sie zu den Drunen kommt, ist sie es gewohnt, sich so unauffällig zu verhalten, wie möglich. Außerdem lebt sie in ihrer naiven, hübschen Welt und akzeptiert es eher, was andere ihr einreden, als selbst zu denken.
„Besonders? Unsinn. Sie ist genauso ein kauziger Sonderling, wie ihre Mutter. Nein, sie ist schlimmer, immerhin ist sie in einem dieser mordenden Clans aufgewachsen.“ (S. 149)
Ihre Reise ins Labyrinth verändert Onora durchgehend. Sie lernt viel über sich selbst kennen und wächst, wenn sie sich nun nicht gerade in Visionen und Märchen verliert und dadurch das Leben von sich und ihren Begleitern in Gefahr bringt. „Denn die Frau, die wie eine Dorne um Onora gewachsen war, hatte ihre Träume mit der Zeit verbrannt wie trockenes Laub. Die Frau hatte zu viel Angst vor der Welt gehabt, um das Unsichtbare, Unhörbare und Unspürbare zu glauben – oder an sich selbst.“ (S. 270)

Es ist schon bezeichnend für ein Buch, wenn „das Ungeheuer“ Hecser das einzige Wesen mit etwas Verstand ist, obwohl er kein Herz und keine Gefühle hat. Obwohl seine Entscheidungen fragwürdig sind, sind seine Ziele und Intentionen von vornherein klar. Wie Onora auf ihn reagiert, ist dagegen überhaupt nicht nachvollziehbar. Vor allem ein Vorkommen ist absolut fragwürdig: Hecser beschützt Onora in der einen Szene vor einer Vergewaltigung, was sehr nobel von ihm ist. Doch ein paar Seiten später, nimmt er sie selber. „Ihm kam eine verlockende Idee. Wenn dieser Geist nur Jungfrauen befiel, wie die Dorfbewohner behaupteten … dann konnte er Silbervogel (Onora, Anm. der Bloggerin) ja doch helfen.“ (S. 317) Onora hat dabei Visionen und bekommt von dem Akt nichts mit. „Was immer ihre fehlte, Hecser hatte es sich genommen!“ (S. 325) Und statt wirklich wütend auf ihn zu sein und ihm Vorwürfe zu machen, versinkt sie in ihren Gedanken. Später folgt ein lahmer Erklärungsversuch, nachdem Hecser ohne jegliche Emotion seine Liebe erklärt und Onora sich schon längst sicher war, ihn ebenfalls zu lieben.
„»Und jetzt sieh mir in die Augen und sag mir, dass es dir nicht gefallen hat. Sag mir, dass es nicht angenehm war!«
Onora sah in seine immergrünen Augen und verunsicherte. »Ich … Ich weiß nicht, was es war … Ich habe fast die ganze Zeit über geschlafen …«
»Warum beklagst du dich dann? Ein schlichtes Danke würde genügen!«“ (S. 352)

Ich war sprachlos nach diesen Vorkommnissen. Das ist, als wenn ein Junge sein Mädchen in einem Club zufällig trifft, ihr was in den Drink mischt, sie betäubt nimmt und ihr anschließend sagt, er habe das nur gemacht, um sie vor anderen zu beschützen, die dasselbe getan hätten. UND NUN SEI DANKBAR! Ist es weniger eine Vergewaltigung, ein emotionaler Missbrauch, weil es für einen guten Zweck war? Weil Hecser Onora vor dem bösen Wintergeist in ihr beschützen wollte? Macht es das weniger übergriffig?

Die Birkenbraut & ihr Ungeheuer wird als magischer und romantischer Dark-Fantasy-Roman bezeichnet. Magisch, ja vielleicht ein bisschen; dunkel, auf jeden Fall, da alle Wesen irgendwie blutrünstig ist; aber romantisch? Nach der Vergewaltigung entdecken sie ihre Gefühle für einander, sehr romantisch. Nicht.

Nach der Hälfte des Buches habe ich nur noch quer gelesen, da Onora träumerisch durch die echte Welt wandelte und nichts begriff. Das beste an dem ganzen Buch war das Ende, da es nicht besonders glücklich war.

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Veröffentlicht am 28.02.2023

Lizzy ist eine Wucht

Das Erbe der Lilith
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„Ich würde nicht aufhören, nett zu ihr zu sein. Jeder Mensch hatte es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.“ (S. 196)

Lizzy ist siebzehn Jahre alt und hat, selbst in ihren Augen, seltsame Hobbies. ...

„Ich würde nicht aufhören, nett zu ihr zu sein. Jeder Mensch hatte es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.“ (S. 196)

Lizzy ist siebzehn Jahre alt und hat, selbst in ihren Augen, seltsame Hobbies. Zusammen mit ihrer besten Freundin Miri hat sie nicht nur gelernt, mit allen mögliche Waffen umzugehen, sondern auch, wie man in der Wildnis überleben kann. Dieses Wissen hilft ihr, als sie die Wahrheit über ihr Leben erfährt und in eine andere Dimension gezogen wird. An ihrer Seite Mathias, ein Krieger der Allianz, von dem sie ebenso viel weiß, wie von der ominösen Allianz: nichts. Trotzdem läßt sie sich von ihm nicht ihren Mut nehmen, um ihre Familie zu retten.

Lizzy ist eine Wucht. Aufgrund ihrer Ausbildung, ist sie eine Waffe, kann sich schnell orientieren und hat dazu noch ein unheimlich liebenswürdiges Wesen. Sie ist mitfühlend, freundlich und behandelt Menschen, die selbst respektlos sind, mit Würde. Das Leid in der anderen Dimension geht ihr sehr an die Substanz, doch sie kämpft bis zum Ende für ihre Freunde.
Mathias ist auf den ersten Blick eine ziemliche Nulpe. Er hat Vorurteile Lizzy gegenüber, für die er sich später ziemlich schämt.
Die erste Dimension ist eine spannende Welt, mit einer grausamen Herrscherin und interessanten Wesen. Obwohl Lizzy und Mathias vielen Gefahren begegnet sind, haben sie auch Freunde gefunden. Es ist beeindruckend, wie Lizzy es immer wieder schafft, das beste aus allem zu machen. Doch ohne Hilfe kann selbst sie nicht alles schaffen.

Dieser erste Teil der Reihe ist unterhaltsam, spannend und fesselnd bis zum Schluß. Ich habe auf jeder Station mitgefiebert, mich mit Lizzy geärgert, gefreut und wurde enttäuscht. Bis zur letzten Seite wurde es nicht langweilig. Das Buch endet ohne offenes Ende, denn der Epilog bildet einen guten Abschluß, für diese erste Dimension. Die Reise von Lizzy geht natürlich noch weiter und ich bin schon sehr gespannt auf die Folgebände.

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Veröffentlicht am 27.02.2023

Ich bin nicht die Zielgruppe

The Spook's 1
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„Denk immer daran, die Dunkelheit ernährt sich von Angst. Sei tapfer, dann kann dir ein Geisterbild nicht viel anhaben.“ (S. 58)

Als siebter Sohn eines siebten Sohnes, und Sohn seiner Mutter, ist Thomas ...

„Denk immer daran, die Dunkelheit ernährt sich von Angst. Sei tapfer, dann kann dir ein Geisterbild nicht viel anhaben.“ (S. 58)

Als siebter Sohn eines siebten Sohnes, und Sohn seiner Mutter, ist Thomas J. Ward ausersehen, ein sogenannter Spook (Geisterjäger) zu werden. Deswegen tritt er mit 13 Jahren einen Probemonat beim ansässigen Spook an, und muß schneller lernen, als ihm lieb ist. Er hat nicht nur mit dem Boggart im Haus seines Meisters zu tun, sondern auch mit rüpelhaften Dorfjungen.

Tom erzählt seine Geschichte aus der Ich-Perspektive und er ist ein lieber Junge. Einer seiner großen Brüder, Jack, bezeichnet ihn als jemand mit einem weichen Herz, als wäre das etwas schlechtes. Doch Toms weiches Herz hat durchaus seine Vorteile, selbst als Geisterjäger.
Obwohl die Geschichte sich leicht zu lesen lässt, da der Erzählstil an einen dreizehnjährigen angepaßt ist, ist es auch ein wenig mühsam. Die Sätze sind kurz gehalten, die Erklärungen liegen häufig auf der Hand, die Schlußfolgerungen schwanken. Es passiert viel und gleichzeitig geht es einfach nicht voran. Bei 270 Seiten, ist das ermüdend. Allerdings bin ich auch nicht die Zielgruppe, vielleicht liegt es daran.

Nichtsdestotrotz hat mir dieser erste Teil gut gefallen, obwohl das Wort „Spook“ als Berufsbezeichnung mir sehr mißfallen hat. Geisterjäger hätte es auch getan. Lust auf mehr habe ich jedoch nicht bekommen, aber wie gesagt, könnte am Alter liegen. Zugesagt haben mir allerdings die vielen Illustrationen, die jedes Kapitel stimmungsvoll begonnen haben.

„Wir brauchen Mut und Geduld, aber vor allem dürfen wir niemals in Eile sein. Wir nutzen unser Gehirn, wir denken sorgfältig nach und tun dann das, was getan werden muss.“ (S.175)

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Veröffentlicht am 21.02.2023

was fürs Herz

Die Wallflowers - Evie & Sebastian
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„Bisher hast du stets versucht, es anderen recht zu machen […]. Mit eher mäßigem Erfolg. Warum versuchst du nicht zur Abwechslung, es dir selbst recht zu machen? Warum lebst du nicht nach deinen eigenen ...

„Bisher hast du stets versucht, es anderen recht zu machen […]. Mit eher mäßigem Erfolg. Warum versuchst du nicht zur Abwechslung, es dir selbst recht zu machen? Warum lebst du nicht nach deinen eigenen Regeln? Was hat es dir gebracht, dich den Konventionen zu unterwerfen?“ (S. 176)

Dieses Buch schließt direkt an den Epilog aus Band 2 (Lillian & Marcus) an. Er handelt von dem dritten Mauerblümchen, Evie, die in den vorangegangenen Teilen nur selten zu Wort kam. Sie ist sehr schüchtern und stottern zumeist, weswegen sie nie potentiellen Ehemännern aufgefallen ist. Doch sie ist verzweifelt und wohlhabend, während Lord St. Vincent verzweifelt und fast pleite ist. Sebastian St. Vincent ist aus den eher unglücklichen Geschehnissen des Vorgängers bekannt und hat den zweifelhaften Ruf, kein Frauenzimmer unberührt zu lassen. Als Evie also beschließt, ihm einen Handel anzubieten, gehen die anderen Mauerblümchen sofort vom Schlimmsten aus. Doch Evie überrascht sie alle, einschließlich sich selbst.

Evangeline Jenner hat rote Haare und große blaue Augen, die sie wie eine Puppe aussehen lassen. Sie wird von der Familie ihrer Mutter schlecht behandelt und möchte dieser Welt einfach nur entfliehen. „Und all die Jahre, in denen sie die gelangweilten Gesichter der Männer gesehen hatte, wenn sie sich mit ihnen unterhielt, hatten Evies Selbstvertrauen in völlig unangemessener Weise schrumpfen lassen.“ (S. 275) Als sie mit Sebastian durchbrennt, geht sie von einer Zweckehe aus und daß er immer ein Weiberheld und Schurke wäre. Sie versucht sich vor jeglichen Gefühlen für ihn zu schützen und hält ihn auf Abstand. In ihrem Leben hat sie bisher keine Liebe erfahren und hält sich selbst für nicht liebenswürdig, warum sollte jemand mit so viel Erfahrung also Gefallen an einem naiven kleinen Mädchen haben.

Sebastian St. James ist es gewohnt zu bekommen, was er will. Daß Evie sich ihm verweigert und dazu noch einen sehr sturen Kopf hat, hält ihn jedoch nicht davon ab, sich um sie zu kümmern. In allen Belangen. Doch die Wahrheit, die sich langsam in ihm ausbreitet, will er nicht wahr haben. Er ist zynisch, ein Schurke, und ganz bestimmt nicht verliebt!

Nach diesem skandalösen dritten Teil der Mauerblümchen-Reihe bin ich schon sehr gespannt darauf, Daisy näher kennen zu lernen. Außerdem ist ihr potentieller Ehemann noch immer ein Mysterium, so ganz ohne Hinweis, wie in den vorhergegangenen Bänden. Der letzte Teil der Reihe erscheint schon im März.

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