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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2019

Auf dem Weg nach ganz oben

Schicksal und Gerechtigkeit
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Endlich wieder Neues von Jeffrey Archer
Nach der Clifton-Saga wagt sich Archer an ein neues Projekt: die Warwick-Saga. Und die startet in meinen Augen auch mehr als gut.
William Warwick, Sohn eines Rechtsanwalts, ...

Endlich wieder Neues von Jeffrey Archer
Nach der Clifton-Saga wagt sich Archer an ein neues Projekt: die Warwick-Saga. Und die startet in meinen Augen auch mehr als gut.
William Warwick, Sohn eines Rechtsanwalts, möchte zur Polizei und sich dort von unten nach oben arbeiten. Sein Ehrgeiz ermöglicht ihm eine rasante Karriere. Als er einem Kunstdieb das Handwerk legen soll, ist sein ganzes Können gefragt. Denn dieser ist nicht leicht zu fassen.

Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder von der Handlung begeistert. William ist sehr sympathisch beschrieben und geht seinen Weg, auch wenn dieser steinig ist. Seine Art, die Kriminalfälle zu lösen hat mir gut gefallen und vor allem die Tage mit Fred auf Streife fand ich mitreißend. Schade, dass dieser Fall nicht weiter verfolgt wurde.
Das Buch spielt im späten 20. Jahrhundert, aber die Schreibweise hat mich manches Mal denken lassen, es wäre das 19. Doch dann gab es wieder einen Telefonanruf oder ein schnelles Auto stand vor der Tür und ich war wieder in der richtigen Zeit angekommen. Das war teilweise schon etwas verwirrend.
Archer bettet den Roman in die Kunstwelt ein, ohne den Leser zu überfrachten. Der Raub und die Kopien der Gemälde, sowie ein Bösewicht, der aalglatt und nicht zu fassen ist, machen das Buch spannend, auch wenn kein Blut fließt.
Das Ende mit den beiden Gerichtsverhandlungen zog sich ein wenig, aber ich bin dennoch sehr gespannt auf den nächsten Band, der im März 2020 erscheinen wird.
Fazit: nicht ganz so faszinierend wie die Clifton-Saga, aber nahe dran.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Neues aus Waringham

Teufelskrone
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Wie habe ich mich auf den neuen Waringham-Roman von Rebecca Gablé gefreut und ich wurde natürlich nicht enttäuscht. Gablés Bücher sind immer ein besonderes Highlight in meinem Lesejahr und so war auch ...

Wie habe ich mich auf den neuen Waringham-Roman von Rebecca Gablé gefreut und ich wurde natürlich nicht enttäuscht. Gablés Bücher sind immer ein besonderes Highlight in meinem Lesejahr und so war auch Teufelskrone wieder etwas ganz Besonderes.
Gablés Charaktere muss man einfach mögen. Dieses Mal war Yvain of Waringham der Protagonist und wie schon seine Vorgänger (bzw. Nachfahren, denn Teufelskrone spielt vor Rebecca Gablés bisherigen Romanen) ist er ein sehr sympathischer Charakter, den ich gleich wieder mochte und dessen Dialoge mir manchmal einen Schmunzler entlockt haben. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung dieses Mal. Auch seine Frau war ein erfrischend anderer Charakter, aber auch wenn die Autorin einmal ein wenig andere Wege geht – sie funktionieren.
Die Autorin siedelt den Roman während der Zeit von Richard und John im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert an und streut wieder die geschichtlichen Ereignisse so ein, dass der Leser nicht gelangweilt oder überfordert davon ist, sondern die Geschehnisse gut nachvollziehen kann. Richard Löwenherz und sein Bruder John sind ja für ihre Grausamkeiten bekannt, aber wie schlimm sie waren wird in diesem Roman erst so richtig lebendig.
Auch für dieses Buch hat die Autorin wieder lange recherchiert, was man einfach merkt. Im Nachwort klärt sie den Leser über Wahres und Erdachtes auf, was dann noch einmal zu einem kleinen AHA-Effekt führt.
Fazit: historische Romane immer wieder am allerliebsten von Rebecca Gablé.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 01.09.2019

Victor und die Zeit

Die schönste und die traurigste aller Nächte
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Victor und Amanda sind füreinander bestimmt. Leider reißt das Schicksal sie für 20 Jahre auseinander. Und dann ist da ja noch Victors „Gabe“, die ihn, je nach Stimmungslage, in die Vergangenheit oder Zukunft ...

Victor und Amanda sind füreinander bestimmt. Leider reißt das Schicksal sie für 20 Jahre auseinander. Und dann ist da ja noch Victors „Gabe“, die ihn, je nach Stimmungslage, in die Vergangenheit oder Zukunft katapultiert. Doch wie soll man so mit dem Menschen, den man liebt glücklich werden?

Ein wunderschönes Märchen, das uns Mauricio Gomyde hier erzählt. Zwei sympathische Protagonisten, ein wenig Herz-Schmerz, Abenteuer und viel Liebe. Zusammengemischt zu einem Cocktail, der einfach passt.

Gomydes Einfall mit den Zeitreisen hat mich sehr begeistert, es war immer wieder spannend zu lesen, wo und wann Victor als nächstes landet.

Ich hatte viele schöne Lesestunden mit dem Buch und hätte noch länger so weiter lesen können.

Veröffentlicht am 01.09.2019

wie fing es eigentlich an?

Wir gegen euch
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Wie fing es eigentlich an?
Ja, wie? Björnstadt und Hed sind zerstrittener denn je. Da wirkt ein Investor beinahe Wunder, als er neue Arbeitsplätze schafft und den Eishockeyclub sponsert. Doch unter der ...

Wie fing es eigentlich an?
Ja, wie? Björnstadt und Hed sind zerstrittener denn je. Da wirkt ein Investor beinahe Wunder, als er neue Arbeitsplätze schafft und den Eishockeyclub sponsert. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter – und dann sind da ja auch noch die „kleinen“ Geschichten der Einwohner der beiden Städte.
Die Fortsetzung von „Kleine Stadt der großen Träume“ hat mir besser gefallen als dieser erste Band. Stand im ersten Teil noch der Sport zu sehr im Vordergrund sind es bei „Wir gegen euch“ eher die menschlichen Abgründe einer Kleinstadt. Maya, die im ersten Band vergewaltigt wurde, hat es immer noch schwer in der Stadt, Benji verliebt sich unglücklich und wird fortan gemobbt und auch um die Ehe von Peter Andersson steht es nicht gut. Kurz: eine Handlung, in der sich mehr oder weniger jeder wieder findet.
Backman schreibt nicht wie der Mainstream. Backman ist poetisch, vorwegnehmend, hoffnungsvoll, aber auch düster. Aber vor allem eins: mitreißend. Denn man lebt einfach mit seinen Charakteren mit und hofft auf ein gutes Ende. Dabei verrät er im 1. Kapitel schon relativ viel. Allerdings deutet er nur an und so bleibt das Buch auch spannend. Denn viele könnten sterben, aber wen trifft es denn tatsächlich?
Das Ende ist ein bisschen offen, allerdings gefällt mir das gut, denn schließlich gibt es ja so etwas wie eine Annäherung von Björnstadt und Hed – und somit auch (fast) ein Happy End. Doch der Weg dahin ist lang und steinig, aber sehr schön zu lesen.

Veröffentlicht am 30.08.2019

Ein Highlight

Zimmer 19
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Was hat es nur mit dieser Zahl auf sich? Ein Verbrechen, das tief in Toms und Sitas Vergangenheit verwurzelt ist, verlangt den beiden alles ab. Tief hineingezogen werden sie in einen Strudel aus Hass und ...

Was hat es nur mit dieser Zahl auf sich? Ein Verbrechen, das tief in Toms und Sitas Vergangenheit verwurzelt ist, verlangt den beiden alles ab. Tief hineingezogen werden sie in einen Strudel aus Hass und Rache und müssen sich beide mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.
Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann! Der Spannungsbogen beginnt auf der ersten Seite und endet erst auf der letzten. Besondere Brisanz erhält der Thriller durch die Entführung der Mädchen und dass man sie vorher schon in ihrem privaten Umfeld kennenlernen konnte. Aber vor allem habe ich dieses Mal mit Sita gelitten. Ihre Vergangenheit wird in einem zweiten Handlungsstrang erzählt und der hat es wahrlich in sich. Allerdings war mir dann gegen Ende der Zufall zu groß, als sich die Wege mit jemand aus Toms Vergangenheit gekreuzt haben.
Raabe lässt seine Leser lange im Unklaren über das Motiv des Täters, was zudem für große Spannung und eine überraschende Wende sorgt.
Fazit: ich mag Raabes Stil einfach total gern und auch Zimmer 19 war wieder eins meiner Lesehighlights.