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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2020

bin begeistert

Meereskalt
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Ein irrer Mörder, der es auf Geschwister abgesehen hat. Gleich zu Beginn ist man voll drin in der Handlung. Quasi vom ersten Satz an. Und das ändert sich auch nicht bis zum letzten Wort. Haller beschreibt ...

Ein irrer Mörder, der es auf Geschwister abgesehen hat. Gleich zu Beginn ist man voll drin in der Handlung. Quasi vom ersten Satz an. Und das ändert sich auch nicht bis zum letzten Wort. Haller beschreibt eine Szenerie, die man sich gar nicht ausmalen möchte. Vor allem die Entscheidung, vor die er eine der Mütter stellt. Da mag man das Buch gar nicht mehr weglegen, bis man endlich weiß, was hier passiert und wer solch einen Geschwisterhass hat.

Die Darstellung seiner Charaktere hat mir auch durchwegs gefallen und mit der Wendung am Ende hatte ich so natürlich auch nicht gerechnet. Die war auch etwas – sagen wir – nicht so glaubwürdig.
Dennoch hat mich das Buch wieder total begeistert. Ich mag Hallers Schreibweise total gerne und klebe immer an den Seiten seiner Bücher. Auch dieses habe ich wieder in einem Rutsch durchgelesen. Hier gibt es keine Längen, nur Spannung pur. Von Anfang bis Ende. Vor allem, weil sich viel um Kinder dreht. Die Szene gleich zu Beginn fand ich toll gemacht und auch der Vergleich mit einem bekannten Buch war sehr ansprechend.
Fazit: zum Glück schreibt Haller relativ schnell, so können wir uns sicher schon bald wieder auf ein neues Buch von ihm freuen.

Veröffentlicht am 21.08.2020

Unglücklicher Titel, gute Story

Der Junge aus dem Wald
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Ein neuer Thriller von Harlan Coben ist immer ein Garant für spannende Stunden.
So auch bei seinem neuen Werk „Der Junge aus dem Wald“. Allerdings wurde selten ein Titel, bzw. der Klappentext schlechter ...

Ein neuer Thriller von Harlan Coben ist immer ein Garant für spannende Stunden.
So auch bei seinem neuen Werk „Der Junge aus dem Wald“. Allerdings wurde selten ein Titel, bzw. der Klappentext schlechter gewählt als hier. Der Junge ist erwachsen und der Klappentext beschreibt nur unzulänglich, was das Buch beinhaltet.
Als Naomi Pine verschwindet, wendet sich ihr Klassenkamerad an seine Großmutter, die wiederum Wilde (den Jungen aus dem Wald) um Hilfe bittet, um Naomi zu finden. Was sie dann aufdecken ist unglaublich und teilweise auch etwas an den Haaren herbeigezogen. So fand ich die Szene als Wilde Matthew bei seinem Freund abholen wollte schlichtweg hanebüchen.
Sonst baute sich die Story rasant auf und war auch recht gut zu lesen. Spannung entstand durch das Verschwinden der Jugendlichen und dadurch, dass Coben die Leute so verschlossen schilderte. So schwang immer ein Geheimnis im Hintergrund mit, das zum Miträtseln veranlasste. Zudem bildeten sich im Verlauf des Buches mehrere Storys heraus, und das eigentliche Motiv wurde erst spät aufgelöst und überraschte.
Wilde war mir eigentlich sehr sympathisch, da war er aber noch mit der Einzige im Buch. Einzig Oren, der Polizist, konnte bei mir noch Sympathien wecken. Die anderen Charaktere blieben eher blass und im Hintergrund und waren teilweise auch etwas überzeichnet.
Mir hat das Buch dennoch gut gefallen, weil die Schreibweise toll war, weil die Story mal etwas Anderes war und weil die Auflösung in einem Fall am Ende mich sehr überrascht und begeistert hat.
Fazit: es lässt sich gut lesen, geht aber nicht in die Tiefe und ist weniger spannend als andere Cobens. Interessant wäre zu wissen, ob dies der Start einer neuen Reihe ist. Wildes Vergangenheit ließe hier noch einige Storys zu.

Veröffentlicht am 15.08.2020

Emotional und berührend

Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein
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Wie erging es Gitas und Lales Freundin Cilka, die die Autorin im Buch „Der Tätowierer von Auschwitz“ auftauchen lässt?
Cilka ist eine mutige junge Frau. Nachdem Auschwitz befreit wurde, war da die Hoffnung ...

Wie erging es Gitas und Lales Freundin Cilka, die die Autorin im Buch „Der Tätowierer von Auschwitz“ auftauchen lässt?
Cilka ist eine mutige junge Frau. Nachdem Auschwitz befreit wurde, war da die Hoffnung auf Freiheit, auf ein Leben in Frieden. Doch das Leben hatte andere Pläne für Cilka. Als Nazihure verurteilt musste sie für 15 Jahre in den Gulag nach Sibierien.
Der Roman ist zwar in weiten Teilen frei erfunden, wie die Autorin dem Leser mitteilt, aber Cilka hat wirklich gelebt und es könnte dort im Lager genau so gelaufen sein. Cilka bleibt ihrer Natur treu und hilft selbstlos immer wieder anderen Frauen und Häftlingen. Sehr berührend ist dieser Roman geschrieben und die Schrecken des Lagers stehen dem Leser bildhaft vor Augen. Es gibt viele Romane über die Zeit der Vernichtungslager, aber wenige aus den Zeiten danach. Hier greift Heather Morris ein heißes Eisen an. Denn oftmals genügte nur ein Blick, um für Jahre in so einem Lager zu verschwinden.
Ich habe Cilka sehr gern durch die Seiten begleitet und war zutiefst erschrocken über die Schrecken, die auch diese Lager mit sich brachten. Cilka hat überlebt und im Nachwort erfahren wir noch mehr über die damaligen Zustände und die Recherchen der Autorin, um Cilkas Geschichte eine Stimme zu geben.
In kurzen Rückblenden greift die Autorin auch noch einmal die Geschichte des Tätowierers, bzw. Cilkas Zeit in Auschwitz auf.
Fazit: ein sehr berührender, tiefgreifender Roman, der mich nicht mehr losgelassen hat.

Veröffentlicht am 15.08.2020

Sehr spannend

Geburtstagskind
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Sehr spannend startet das Buch und lässt dann auch kaum an Spannung nach.
Eine gruselige Vorstellung: ein Mädchen wohnt 3 Tage zusammen mit ihrer Toten Familie, bis sie endlich gefunden wird. Keiner kann ...

Sehr spannend startet das Buch und lässt dann auch kaum an Spannung nach.
Eine gruselige Vorstellung: ein Mädchen wohnt 3 Tage zusammen mit ihrer Toten Familie, bis sie endlich gefunden wird. Keiner kann sich vorstellen, was hier passiert ist. Kommissar Ewert Grens nimmt sich des Mädchens an, bis sie von der Jugendfürsorge übernommen wird.
Einige Jahre später – Ewert ist kurz vor seiner Pensionierung – wird der Fall durch einen Einbruch noch einmal aktuell und er wird wieder in einen Strudel der Ereignisse gezogen, die er sich so niemals hätte vorstellen können.
Auch der Leser nicht. Denn was das Anfangsszenario für Kreise zieht, hätte man sich niemals ausmalen können. Besonders gut gefiel mir der Strang um Piet Hoffmann und seine Familie. Denn Roslund vereint die beiden Protagonisten aus seinen früheren Büchern. Beim Lesen von Geburtstagskind gibt es immer wieder Stellen, die Rückblicke geben auf Geschehnisse in der Vergangenheit, was natürlich neugierig auf seine anderen Werke macht.
Geburtstagskind wird aus zwei Perspektiven geschildert, die sich miteinander abwechseln, die Handlung aber nur so komplettieren können. Besondere Brisanz erhält die Geschichte zudem durch einen Maulwurf im Polizeipräsidium, der den Täter immer einen Schritt voraus sein lässt.
Roslund hat eine sehr gute Schreib- und Erzählweise und ich fühlte mich in dem Thriller sehr gut aufgehoben. Auch der Plot am Ende war überraschend und logisch, wenn mir auch das Ende ein wenig zu langgezogen erschien.
Fazit: spannender Thriller, der teilweise fast etwas James-Bond-mäßig anmutet.

Veröffentlicht am 15.08.2020

Neues von den Hebammen

Schicksalhafte Zeiten
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Ich habe mich sehr über einen weiteren Teil der Hebammen-Saga gefreut. Es macht sehr viel Spaß, Edith, Margot, Christa und Luise auf ihren Wegen zu begleiten. Allerdings ist Edith in diesem Band fast nur ...

Ich habe mich sehr über einen weiteren Teil der Hebammen-Saga gefreut. Es macht sehr viel Spaß, Edith, Margot, Christa und Luise auf ihren Wegen zu begleiten. Allerdings ist Edith in diesem Band fast nur in Briefen zu finden, denn sie floh ja am Ende des letzten Bandes mit ihrem Mann in die Schweiz.
Die Hebammen im Ausnahmezustand. Mitten im 2. Weltkrieg haben die Frauen jede Menge zu tun. Die Atmosphäre im Buch ist sehr dicht und teilweise mehr als dramatisch, wenn die Hebammen mitten im Bombenangriff Babys zur Welt bringen.
Der Einstieg ins Buch war wieder mühelos und ich habe mich regelrecht an den Seiten festgelesen. Die Frauen sind sehr sympathisch dargestellt und ihre Schicksale sehr interessant. Auch wenn sich die Wege der 4 Frauen leicht trennen, wenn es gilt, sind sie immer füreinander da.
Allerdings hat mir am Ende gefehlt, dass man nicht erfährt, wie es Margot in Plötzensee ergangen ist, bzw. die Vorgeschichte so kurz ausgefallen ist. Stattdessen las man von der 35. Geburt im Buch, hier wäre Margots Geschichte sicher interessanter gewesen als die ständige Wiederholung schwieriger Geburten.
Sonst gibt es nichts zu meckern. Anrührende Szenen überwiegen im Buch. Unsere Hebammen helfen durch kleine, aber wirksame Gesten, nur um teilweise dann doch wieder zu scheitern. Diese Tatsache habe ich als sehr realistisch empfungen.
Fazit: Man sollte die ersten beiden Bände gelesen haben für das volle Lesevergnügen dieses Buches. Dann mag man es nicht mehr aus der Hand legen.