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Haruka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2026

Herzerwärmend, skurril und wunderbar geheimnisvoll

Das Glück bringt eine Katze
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Katzenfreunde werden an diesem Buch ganz bestimmt ihre Freude haben.Es besteht aus fünf lose miteinander verbundenen Kurzgeschichten und hat eine ganz herzerwärmende und mysteriöse Atmosphäre.
Im Mittelpunkt ...

Katzenfreunde werden an diesem Buch ganz bestimmt ihre Freude haben.Es besteht aus fünf lose miteinander verbundenen Kurzgeschichten und hat eine ganz herzerwärmende und mysteriöse Atmosphäre.
Im Mittelpunkt stehen alltägliche und authentische Situationen. Das Buch erinnert einen daran, achtsam zu sein und zuzulassen, dass selbst in kleinen Dingen Freude liegen kann.
Besonders mochte ich auch den leicht skurrilen Ton der Geschichte. Ab und zu blitzt ein leicht absurder Humor auf, der dem Ganzen noch mehr Charme verleiht. Gleichzeitig bleibt immer etwas Geheimnisvolles in der Luft. Nach und nach werden Hinweise gestreut, sodass man merkt, dass hinter allem mehr steckt, als es zunächst scheint. Dass am Ende alles aufgelöst wird, hat für mich sehr gut funktioniert und die Geschichte schön abgerundet.
Dieses Buch ist warmherzig, besonders und auf eine stille Art sehr berührend. Es zu lesen war mir von Anfang bis Ende eine Freude.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Robin-Hood-Vibes mit Luft nach oben

Queen of Thieves and Shadows
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Die Grundidee dieses Buches hatte mich sofort angesprochen: Eine junge Frau namens Elaine, die tagsüber als Heilerin am Hof dient und nachts als Anführerin einer Räuberinnengruppe gegen das System kämpft. ...

Die Grundidee dieses Buches hatte mich sofort angesprochen: Eine junge Frau namens Elaine, die tagsüber als Heilerin am Hof dient und nachts als Anführerin einer Räuberinnengruppe gegen das System kämpft. Es erinnert ein bisschen an Robin Hood und hat zusätzlich Elemente aus der irischen Mythologie. Der Plot an sich ist interessant aufgebaut und bietet einige gute Ansätze. Allerdings hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, dass manches noch stärker hätte ausgearbeitet werden können. Einige Beziehungen und Dynamiken zwischen den Figuren wirkten auf mich nicht ganz nachvollziehbar, weil ihre Hintergründe nicht klar waren. Zum Beispiel spricht Elaine von Anfang an sehr vertraut mit dem König, aber die beiden sind offensichtlich keine Freunde. Man erfährt nicht, woher diese vertraute Sprache bzw. Umgang kommt.
Mit Elaine bin ich zudem leider nicht richtig warm geworden. Sie soll Mitte zwanzig sein, wirkte auf mich in ihrem Verhalten aber stellenweise deutlich jünger. Auch ihre Hilfsbereitschaft und ihr moralischer Kompass fühlten sich für mich nicht immer ganz natürlich an. Generell hätte ich mir bei den Figuren mehr Tiefe gewünscht, um eine stärkere emotionale Bindung zu ihnen aufbauen zu können.
Der emotional eher flache und neutrale Schreibstil hat mich nicht angesprochen, was sicher Geschmackssache ist. Auch fand ich die vielen Wiederholungen zu viel des Guten.
Ebenso blieb die Liebesgeschichte für mich blass, da sich Gefühle und Entwicklungen recht plötzlich ergaben, ohne dass sie sich entfalten konnten.
Was mir jedoch positiv aufgefallen ist: Im letzten Teil nimmt die Handlung spürbar an Tempo zu, und einige offene Fragen werden schließlich zusammengeführt. Hier merkt man, dass in der Geschichte viele Ideen stecken, aber die Umsetzung hat mir persönlich nicht zugesagt. Denn anstatt das Geschehene mitzuerleben, wird man vor vollendete Tatsachen gestellt. Das nimmt dem Ganzen die Spannung.
Beim Lesen gab es zwischendurch Momente, in denen ich unsicher war, ob ich weiterlesen möchte, war aber dennoch neugierig genug, um zu erfahren, wie sich alles entwickelt.
Für mich ist "Queen of Thieves and Shadows" ein Buch mit einer starken Grundidee und viel Potenzial, das in der Umsetzung nicht immer ganz ausgeschöpft wurde. Wer ruhige Geschichten mit Robin-Hood-Vibes, weiblichen Räuberfiguren und mythologischen Elementen mag, könnte hier dennoch eine unterhaltsame Lektüre finden, auch wenn ich mir persönlich mehr Tiefe bei den Figuren und Spannungsaufbau gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Kunst und Selbstentfaltung

The Artist
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Dieses Buch, das sich in der französischen Provence im Jahr nach des Ersten Weltkrieges abspielt, hat mir sehr gefallen. Durch die bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen war es ein Leichtes ins ...

Dieses Buch, das sich in der französischen Provence im Jahr nach des Ersten Weltkrieges abspielt, hat mir sehr gefallen. Durch die bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen war es ein Leichtes ins Geschehen einzutauchen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst durch das Dorf zu laufen, die Hitze zu spüren und die Stimmung dieser Nachkriegszeit mitzuerleben. Auch der Perspektivenwechsel zwischen Joseph und Sylvette (Ettie) hat mir gut gefallen, weil man dadurch zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel auf dieselben Ereignisse bekommt.
Joseph ist ein junger, noch unerfahrener Journalist. Es war spannend zu beobachten, wie sehr er den Künstler Tartuffe bewundert, obwohl dieser alles andere als ein angenehmer Mensch ist. Denn dieser ist nicht einfach nur exzentrisch, wie man es vielleicht von Künstlerfiguren erwartet, sondern zeigt deutlich psychopathische bzw. stark verstörende Züge.
Besonders eindrücklich fand ich einige Szenen, in denen gesellschaftliche Themen angesprochen werden. Eine Diskussion über Frauen in der Kunst ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben, weil sie zeigt, wie schnell unbequeme Themen abgewürgt werden, statt sich ehrlich damit auseinanderzusetzen.
Überhaupt steckt in diesem Buch viel Gefühl, besonders in den Momenten rund um Ettie. Sie lebt isoliert im Haus ihres Onkels und hat gelernt, sich wie ein stiller Schatten zu verhalten. So sehr, dass sie fast vergessen hat, wer sie selbst eigentlich ist. Ihre Situation von Anpassung und Zurückhaltung steht sinnbildlich für viele Themen, die sich durch das Buch ziehen.
Wichtig zu wissen ist, dass man hier keine klassische Liebesgeschichte erwarten sollte. Für mich steht vielmehr die persönliche Entwicklung der Figuren im Mittelpunkt. Ebenso wie Kunst als Ausdrucksform, seelische Narben, die der Krieg hinterlässt, und Beziehungen, die von Kontrolle geprägt sind. Diese Themen und die stimmungsvolle Erzählung haben das Buch für mich besonders gemacht und dafür gesorgt, dass es mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Eine bittersüsse Sommergeschichte

Für einen Sommer und immer
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"Für einen Sommer und immer" von Julie Lenze habe ich sehr gern gelesen. Der Schreibstil ist leicht, locker und sehr zugänglich, sodass man schnell in Annikas Gedankenwelt eintaucht: ihre Zweifel, ihre ...

"Für einen Sommer und immer" von Julie Lenze habe ich sehr gern gelesen. Der Schreibstil ist leicht, locker und sehr zugänglich, sodass man schnell in Annikas Gedankenwelt eintaucht: ihre Zweifel, ihre Sehnsüchte und vor allem ihre Unsicherheit, wenn es darum geht, endlich ihr eigenes Leben zu führen.
Annika ist eine Figur, die sich lange nach den Erwartungen anderer richtet. Zuerst nach denen ihrer Eltern, später nach denen ihrer besten Freundin. Besonders diese Freundschaft hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Ihre sogenannte beste Freundin behandelt sie eher wie eine Untergebene, macht sie klein und nimmt wenig Rücksicht auf ihre Gefühle. Annika merkt das durchaus, wehrt sich aber lange nicht, aus Angst, allein dazustehen. Diese Dynamik fand ich sehr realistisch, auch wenn sie manchmal schwer zu lesen war.
Sehr sympathisch waren mir Annikas Tagträume. Sie lockern die Geschichte auf und zeigen, wie viel Sehnsucht eigentlich in ihr steckt und dass sie sich lange nicht zutraut, diese Sehnsüchte zu erfüllen.
Während Annika sich verliebt und neue Gefühle entdeckt, begleitet sie gleichzeitig ihre Mutter an ihrem Lebensabend. Diese Mischung aus Aufbruch und Abschied erzeugt eine sehr berührende Atmosphäre. Es geht in diesem Buch also vor allem um Selbstfindung: darum, sich selbst treu zu bleiben, den Mut zu haben, eigene Wünsche ernst zu nehmen und Dinge nicht ewig aufzuschieben. Diese Botschaft wirkt nie belehrend, sondern entwickelt sich ganz organisch aus Annikas Erfahrungen. Gleichzeitig gibt die Konfrontation mit der Vergänglichkeit des Lebens der Geschichte eine besondere Tiefe.
Für einen Sommer und immer ist eine ruhige, gefühlvolle Geschichte mit einer bittersüssen Grundstimmung über Mut, Veränderung und die Erkenntnis, dass das Leben zu kurz ist, um sich ständig nach den Erwartungen anderer zu richten. Gleichzeitig ist es ein Buch, das ein warmes Gefühl hinterlässt.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Wohlfühlroman über Familie, Freunde, Missverständnisse, zweite Chancen

Der Duft von Apfeltarte
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Dieses Buch ist für mich ein echter Wohlfühlroman gewesen: warmherzig, humorvoll und lebensnah.
Besonders gefallen hat mir, wie authentisch die Beziehungen zwischen den Figuren dargestellt werden, allen ...

Dieses Buch ist für mich ein echter Wohlfühlroman gewesen: warmherzig, humorvoll und lebensnah.
Besonders gefallen hat mir, wie authentisch die Beziehungen zwischen den Figuren dargestellt werden, allen voran die Streitereien zwischen Mutter und Tochter. Auch wenn die Tochter längst erwachsen ist. Diese Konflikte wirken absolut realistisch. Diese Mischung aus Nähe, Verletzung und unausgesprochenen Erwartungen kennt man aus dem eigenen Leben.
Der Perspektivenwechsel zwischen den Figuren ist dabei eine grosse Stärke des Buches. Dadurch wird sehr deutlich, wie viele Missverständnisse allein durch fehlende oder unklare Kommunikation entstehen. Als Leser*in sieht man oft beide Seiten gleichzeitig und denkt sich mehr als einmal, dass sich vieles vermeiden liesse, wenn die Figuren einfach offen miteinander sprechen würden.
Mit Camille, der Protagonistin, konnte ich mich besonders gut identifizieren. Ihre Unsicherheiten, ihre Zweifel und ihr Umgang mit Freundschaften wirkten auf mich sehr glaubwürdig.
Ein kleines Detail fand ich zwar etwas konstruiert: Dass sich gleich drei Frauen gleichzeitig in denselben Mann verlieben, wirkt schon ein wenig unwahrscheinlich. Insgesamt hat mich das aber nicht gross gestört, weil die Geschichte emotional gut funktioniert.
Die Grundstimmung des Buches hat mir sehr gefallen: Es ist eine süsse, warme Geschichte, in der jede Figur mit eigenen Herausforderungen zu kämpfen hat. Niemand ist perfekt, alle machen Fehler, so wie im echten Leben.
Alles in einem handelt es sich hierbei um eine tolle Lektüre. Es ist leicht zu lesen, hat aber genug emotionale Tiefe, um nachzuwirken. Ein Buch, das man mit einem Lächeln zuklappt.

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