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Haruka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2026

Romantasy ohne Romantik

Crown of War and Shadow
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"Crown of War and Shadow" hat mich sofort in diese düstere, bedrohliche Atmosphäre gezogen. Die Ausgangslage klang genau nach meinem Geschmack: eine ausgestossene Protagonistin mit besonderen Fähigkeiten, ...

"Crown of War and Shadow" hat mich sofort in diese düstere, bedrohliche Atmosphäre gezogen. Die Ausgangslage klang genau nach meinem Geschmack: eine ausgestossene Protagonistin mit besonderen Fähigkeiten, ein geheimnisvoller Söldner, gefährliche Kreaturen und eine Welt, die gerettet werden muss. Leider wurde das Potenzial dieser Grundidee nicht ausgeschöpft.
Es passieren durchaus eigentlich spannende Dinge passieren und trotzdem konnte ich zu keinem Zeitpunkt richtig mitfiebern. Ich glaube, das lag vor allem an den Figuren. Sowohl Sorrel als auch Merc blieben für mich uninteressant und persönlichkeitslos. Wenn mir die Charaktere gleichgültig sind, berührt es mich leider auch nicht, wenn sie sich in Gefahr befinden.
Hinzu kommt, dass vieles sehr vorhersehbar war. Selbst die wichtigsten Wendungen konnten mich nicht überraschen.
Sorrel fand ich frustrierend. Anfangs konnte ich durchaus mit ihr mitfühlen, weil sie ihr ganzes Leben lang ausgegrenzt und schlecht behandelt wurde. Sie bleibt jedoch über weite Strecken sehr passiv. Ständig behält sie ihre Gedanken für sich, lässt falsche Annahmen einfach stehen und klärt Missverständnisse nicht auf. Dadurch entstehen Konflikte, die sich durch ein einziges ehrliches Gespräch vermeiden liessen. Statt mit ihr mitzufühlen, hat sie mich bloss genervt.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich mich ausserdem auf eine intensive Liebesgeschichte und ehrlich gesagt auch auf deutlich mehr Spice eingestellt. Immerhin wird das Buch als „romantische Fantasy um schicksalhafte Liebe“ beworben. Romantisch fand ich die Geschichte allerdings überhaupt nicht. Zwischen Sorrel und Merc baut sich keine glaubhafte Verbindung auf. Es gibt kein Knistern, kein Flirten und keine langsame Annäherung, bei der man als Lesende mitfiebern könnte. Die Gefühle sind irgendwann einfach da, ohne dass ich verstanden habe, wann oder weshalb sie entstanden sind. Selbst die wenigen Küsse wirkten auf mich gefühllos. Auch die intime Szene konnte daran nichts ändern. Sie war ebenso seelenlos.
Merc hätte als düsterer, moralisch fragwürdiger Love Interest durchaus interessant sein können. Letztlich erfährt man aber zu wenig über ihn, um wirklich eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Seine geheimnisvolle Art machte ihn für mich nicht faszinierend, sondern blass. Gemeinsam hatten Sorrel und Merc deshalb weder die Chemie noch die Spannung, die ich bei einer Romantasy-Geschichte erwarte.
Zusätzlich bin ich immer wieder über schlecht und sehr unnatürlich übersetzte Sätze gestolpert. Manche Formulierungen klangen regelrecht seltsam.
Insgesamt hatte "Crown of War and Shadow" eine vielversprechende Ausgangsidee und eine Atmosphäre, die mich angesprochen hat. Leider fehlten mir interessante Figuren, eine mitreissend erzählte Handlung und vor allem eine Liebesgeschichte, die sich tatsächlich wie eine Liebesgeschichte anfühlt. Band 2 werde ich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 03.07.2026

Ein neues Lieblingsbuch

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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Schon optisch hatte mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Das Cover ist sehr schön. Vor allem der Farbschnitt ist ein richtiger Hingucker. Auch die Karte im Buch ist ansprechend gestaltet und hat ...

Schon optisch hatte mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Das Cover ist sehr schön. Vor allem der Farbschnitt ist ein richtiger Hingucker. Auch die Karte im Buch ist ansprechend gestaltet und hat direkt Lust gemacht, in diese Welt einzutauchen.
Es handelt sich hierbei um eine Neuinterpretation des bekannten Klassikers "Der Zauberer von Oz". Viele Elemente aus der ursprünglichen Geschichte erkennt man wieder, was mir sehr gefallen hat, aber es ist keineswegs eine blosse Nacherzählung. Es gibt neue Figuren und Entwicklungen, die das Ganze frisch und spannend machen.
Der Schreibstil war für mich sehr flüssig, leicht lesbar und fesselnd. Die Erzählung hat stellenweise etwas von einem inneren Monolog, wodurch man Dorothy sehr nah ist.
Dorothy mochte ich sehr. Gleich zu Anfang wird klar, dass sie Vorbehalte hat ganz sie selbst zu sein und sich zurückhält aus Angst abgewiesen zu werden. Das macht sie für mich menschlich und nachvollziehbar.
Auch die anderen Figuren fand ich richtig toll, vor allem die moralisch grauen Charaktere. Ich liebe es, wenn man als Leserin nicht sofort weiss, wem man trauen kann und wem nicht.
Den Love Interest mochte ich ebenfalls sehr. Die Dynamik zwischen ihm und Dorothy hatte für mich genau das richtige Mass an Knistern, Flirten und Spannung, ohne dass es je zu viel oder zu wenig wurde.
Was mir ebenfalls besonders gut gefallen hat, ist, wie handlungsreich das Buch ist. Es bleibt stets spannend und fesselnd. Das Tempo ist ebenfalls richtig gewählt, denn es steht zu der Action im perfekten Verhältnis. Es passiert viel, aber nicht zu viel, sodass man Zeit hat, alles zu verarbeiten. Es wird aber auch nie langweilig oder langatmig. Ausserdem fand ich, dass die Autorin Foreshadowing gut eingesetzt hat.
"West of Wicked" ist atmosphärisch, spannend, hat tolle Figuren, moralisch graue Charaktere, einen angenehmen Schreibstil und eine richtig gute Portion Knistern. Ich würde den zweiten Band am liebsten sofort lesen und weiss nicht, wie ich es bis zur Erscheinung nächstes Jahr aushalten soll.

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Veröffentlicht am 02.07.2026

Sanfte Geschichte mit besonderer Atmosphäre

Der vergessene Wald
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"Der vergessene Wald" von Sharon Gosling war für mich eine richtig schöne, atmosphärische Lektüre. Der Schreib- und Erzählstil haben mir sehr gefallen: Man kommt schnell in die Geschichte hinein, liest ...

"Der vergessene Wald" von Sharon Gosling war für mich eine richtig schöne, atmosphärische Lektüre. Der Schreib- und Erzählstil haben mir sehr gefallen: Man kommt schnell in die Geschichte hinein, liest flüssig und schnell. Die Beschreibungen sind bildhaft ohne langatmig zu sein. Besonders mochte ich die Stimmung des Buches. Sie ist leicht magisch, mysteriös und geheimnisvoll, aber trotzdem noch alltäglich und realistisch.
Saskia mochte ich als Protagonistin. Sie ist hilfsbereit, aufopferungsvoll und hat ein gutes Herz. Ihr Durchhaltevermögen und ihr Kampf für ihre Sache haben sie für mich sehr sympathisch gemacht. Ihre Vergangenheit und die emotionale Belastung, die sie mit sich trägt, werden sehr glaubwürdig rübergebracht.
Owen hat anfangs klare Vorurteile gegenüber Saskia. Er sieht in ihr eine reiche, verwöhnte und weltfremde Frau und kommt gar nicht auf die Idee, dass auch sie kein sorgenloses Leben führt. Diese Spannung zwischen dem Bild, das er von ihr hat, und dem, was wirklich in ihr steckt, fand ich gut umgesetzt.
Was mir ebenfalls gefallen hat: Es gibt einige interessante und überraschende Entwicklungen, obwohl das Buch eher "gemütlich" ist. Gleichzeitig bleibt es aber ein Buch, das sich angenehm lesen lässt und eine gewisse Wärme ausstrahlt.
Alles in allem ist "Der vergessene Wald" eine schöne Mischung aus Neuanfang, Geheimnissen und besonderer Atmosphäre. Kein Buch, das mich komplett umgehauen hat, aber definitiv eines, das ich sehr gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Eine bittersüsse Liebesgeschichte über Timing und Formen von Liebe

People in Love
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"People in Love" von Claire Daverley ist eine ruhige, gefühlvolle und bittersüsse Geschichte über Liebe, verpasste Chancen, Entscheidungen und die Frage "was wäre wenn…?".
Claire Daverley schafft es, innere ...

"People in Love" von Claire Daverley ist eine ruhige, gefühlvolle und bittersüsse Geschichte über Liebe, verpasste Chancen, Entscheidungen und die Frage "was wäre wenn…?".
Claire Daverley schafft es, innere Konflikte und komplizierte Gefühle so zu beschreiben, dass man beim Lesen immer wieder innehält und mit den Figuren mitfühlt. Sehr interessant fand ich, dass manche Kapitel in der Du-Perspektive geschrieben sind. Das war für mich anfangs etwas ungewohnt, hat aber auf emotionaler Ebene gut funktioniert.
Die Figuren sind nicht perfekt, sie handeln manchmal widersprüchlich oder frustrierend menschlich. Anfangs mochte ich zB Freya, Noras Mutter. Sie ist direkt, sagt klar, was sie denkt, und scheut sich nicht davor, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Im Laufe der Geschichte wurde sie mir allerdings zunehmend unsympathischer, weil sie sehr selbstgerecht und egozentrisch wirkt. Robin hingegen mochte ich wirklich gerne. Er bringt mit seiner fröhlichen, optimistischen und enthusiastischen Art eine Wärme in die Geschichte, die mir sehr gefallen hat.
Emotional hat mich das Buch nicht durchgehend gleich stark gepackt, aber eine Szene gegen Ende hat mich zerstört. Diese Gefühlsachterbahn!
Das Buch zeigt schön, dass Liebe nicht immer einfach oder eindeutig ist. Manchmal reicht Liebe allein nicht aus, manchmal kommt sie zur falschen Zeit, etc.
Für mich war "People in Love" eine schöne Lektüre für zwischendurch: melancholisch und menschlich. Nicht ganz ein 5-Sterne-Buch, weil es mir stellenweise etwas zu ruhig war. Aber insgesamt habe ich es gerne gelesen und es hat definitiv Momente, die nachklingen.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Wunderschön erzählte Geschichte

Die Meerglas-Schwestern
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Das Buch hat mich von Anfang an gepackt. Schon der Prolog ist eindrücklich, episch und gefühlvoll und setzt sofort die besondere Stimmung des Buches: Hier geht es um eine Geschichte, die Vergangenheit, ...

Das Buch hat mich von Anfang an gepackt. Schon der Prolog ist eindrücklich, episch und gefühlvoll und setzt sofort die besondere Stimmung des Buches: Hier geht es um eine Geschichte, die Vergangenheit, Familiengeheimnisse, Schmerz und Hoffnung miteinander verbinden.
Besonders schön fand ich die Idee, dass die vier Schwestern nach Blumen benannt wurden: Iris, Rose, Lily und Daisy. Das hat für mich direkt etwas Zartes und Märchenhaftes in die Geschichte gebracht. Wiederkehrende Themen im Buch sind: Verlust, Pflichtgefühl, Trauma und wie stark die Vergangenheit das Leben der nächsten Generationen prägen kann.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was mir sehr gefallen hat. Iris’ Handlung fand ich besonders berührend. Sie ist noch jung, naiv und unerfahren, aber gleichzeitig trägt sie schon so viel Verantwortung auf ihren Schultern. Aus Pflichtbewusstsein unterdrückt sie ihre eigenen Wünsche und Gefühle, auch wenn es ihr das Herz bricht. Ihre Reise und die Geschichte um den unheilvollen Opal-Ring haben eine sehr intensive, schicksalhafte Atmosphäre.
Auch Roz’ Geschichte in der Gegenwart hat mich emotional abgeholt. Ihr Leben ist stark geprägt von traumatischen Erfahrungen. Man kann ihre Beweggründe sehr gut nachvollziehen. Die Parallelen zwischen den beiden wurden auf subtile Weise gut rübergebracht. Ich mochte ihre Entwicklungen sehr. Beide müssen über ihren eigenen Schatten springen und lernen, ihre Gefühle zuzulassen und auszusprechen. Auch die übrigen Figuren mochte ich sehr und habe auch mit ihnen mitgefühlt.
Was ich an dem Buch besonders geliebt habe, war die Atmosphäre. Obwohl die Geschichte in der modernen Welt spielt, hat sie stellenweise etwas Mysteriöses, fast Magisches. Man ist beim Lesen wirklich versucht, selbst an einen Fluch zu glauben. Dazu kommt der wunderschöne, bildhafte und atmosphärische Erzählstil, der die Geschichte lebendig macht und gleichzeitig Spannung erzeugt.
Auf dem Klappentext wird zwar mit einer grossen Liebesgeschichte geworben, aber so habe ich das Buch nicht unbedingt empfunden. Es gibt Liebe, aber für mich stand sie nicht im Mittelpunkt. Und das war völlig in Ordnung. Viel stärker ging um Familie, alte Wunden, Schuld, Verlust, Mut und die Frage, ob man sich von der Vergangenheit befreien kann.
Insgesamt handelt es sich hierbei um eine gefühlvolle, spannende und wunderschön erzählte Geschichte mit berührenden Ereignissen, authentischen Figuren und einer ganz besonderen Stimmung. Für mich war es ein rundum gelungenes Buch, das mich emotional erreicht und bei dem ich bis zum Schluss mitgefiebert habe.

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