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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2019

Und täglich grüßt das Murmeltier

King - Er wird dich besitzen
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Doe ist verzweifelt. Ohne Gedächtnis, Handy und alles was einen ausmacht wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf. Normalerweise sollte man doch eigentlich gesucht werden, wenn man verschwindet, aber Doe ...

Doe ist verzweifelt. Ohne Gedächtnis, Handy und alles was einen ausmacht wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf. Normalerweise sollte man doch eigentlich gesucht werden, wenn man verschwindet, aber Doe wird weder vermisst, noch ist irgendwo eine Akte von ihr zu finden.
Somit landet sie auf der Straße und ihre einzige Hoffnung ist eine Biker Gang, wo sie durch sexuelle Gefälligkeiten wenigstens Essen und ein Dach über dem Kopf haben kann. Doch sie hat nicht mit dem Anführer King gerechnet, der sie nicht mehr gehen lassen kann.

Mein Fazit:

Und täglich grüßt das Murmeltier. Solche Geschichten gibt es mittlerweile zu Hauf und leider auch nichts Neues mehr. Mädchen findet Typen, Typ will sie besitzen. Mädchen lässt das mit sich machen.
Doe ist naiv und nicht wirklich schlagfertig das fand ich sehr schade, denn gerade in solchen Geschichten sollte man doch zwei Protagonisten haben, die sich verbal platt machen.
King ist der klassische Kerl solcher Geschichten. Auch hier darf nichts Neues erwartet werden.
Die Geschichte an sich ist von Anfang bis Ende durchschaubar.
Die Sprache ist aufgesetzt derb und brutal. Etwas weniger hätte dem ganzen gut getan, aber leider fallen so viele schlecht platzierte Schimpfworte, dass ich schließlich nur noch mit den Augen rollen konnte. Ein harte Geschichte wird nicht glaubwürdig, nur weil man da sein ganzes Repertoire auspackt.
Die Sprecher sind ziemlich gut, aber wie immer können sie das auch nicht retten.
Wer eine harte Geschichte ohne Story will, ist hier gut beraten. Mehr ist aber nicht drin. Ist ziemlich platt das Ganze. Gefühle kamen auch nicht auf.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Langweilig und nichtssagend

Ohne ein einziges Wort
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Stell dir vor, du begegnest einem Mann und verbringst sieben traumhafte Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Du bist Hals über Kopf verliebt, und ihm geht es ganz genauso. Zweifellos. ...

Stell dir vor, du begegnest einem Mann und verbringst sieben traumhafte Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Du bist Hals über Kopf verliebt, und ihm geht es ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.

Mein Fazit:
ich war beim hören gelangweilt und genervt. Ich bin kein großer Fan davon, wenn Frauen sich Hals über Kopf innerhalb von einer Woche verlieben und sich dann immer und immer wieder erniedrigen, wo dich das gegenüber doch einfach schlecht benimmt und keinerlei Interesse zeigt. Ich kann es nicht leiden.
Sarah ist mir nicht sympathisch gewesen. Sie jammert viel, ist langweilig und ich konnte die nicht ernst nehmen.

Die Liebe zwischen den protas entwickelte sich für mich nicht glaubwürdig und ich empfand nichts.
die Sprecherin würde gut lesen, wenn sie ihre Stimme nicht so sehr zu einem quengelnden Ton zwingen würde.
der Sprecher konnte mich ebenfalls nicht überzeugen.

Die Geschichte zieht sich und ich habe nach 1/3 aufgehört, weil ich es nicht mehr ertragen konnte

Veröffentlicht am 31.10.2019

Schonungslos ehrliche Familiengeschichte

Roter Herbst in Chortitza
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Der Hörer befindet sich im Jahre 1919, mitten im Sturm der russischen Revolution. Der Bürgerkrieg erschüttert die armen Menschen des Landes.
Als die beiden Freunde Willi und Maxim ein Maschinengewehr entdecken, ...

Der Hörer befindet sich im Jahre 1919, mitten im Sturm der russischen Revolution. Der Bürgerkrieg erschüttert die armen Menschen des Landes.
Als die beiden Freunde Willi und Maxim ein Maschinengewehr entdecken, das von einem Soldaten hinterlassen wurde, werden die zwiespaltigen Gedanken, die aufkommen deutlich. Denn Maxim sieht es als Chance endlich zu rebellieren und die Welt wie sie ist nicht hinzunehmen und Willi, als Sohn mennonitischer Siedler, sieht es als Herausforderung seines friedliebenden Glaubens. Hier nun sollen sich die Wege der beiden Freunde trennen, denn Willis Familie sieht sich bald aufgrund der aufkommenden unterdrückenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben kämpfen, während sich Maxim auf die Seite des Regime schlägt.

Ich habe zum Hören nur drei Tage gebraucht. Wäre ich nicht durch meine Arbeit gestört worden, ich hätte das Hörbuch innerhalb eines Tages verschlungen. Es war so unglaublich spannend.

Die Geschichte der beiden Jungen könnte unterschiedlicher nicht sein. Sie zeigt, wie sich eine einzige Entscheidung, geprägt durch Glaube und Erziehung, auf den Rest des Lebens auswirken kann. Dies zeigt uns der Autor über die Zeit hinweg, in dem der Hörer die Protagonisten von Anfang bis Ende auf ihrem Weg begleitet und dieser Weg ist geprägt durch Gewalt und Hass. Ich fand es immer wieder erstaunlich, wie die Menschen, trotz all dieser erschütternden Widrigkeiten dennoch weiterleben wollten und konnten. Wie sie ihre Familien schützten oder aber auch die Dinge hinnahmen, um irgendwie in diesem Leben zurecht zu kommen. Wie viele der Menschen dennoch niemals die Hoffnung aufgaben, die Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie das geht und das das mit Sicherheit nicht einfach war, das zeigt Tichatzki, in dem er nichts auslässt, in dem er zeigt, was passiert ist, wie die Gewalt die Dörfer heimsuchte, Vergewaltigung, willkürlich Ermordung, die geballte Grausamkeit, der Autor verschont den Hörer nicht und das fand ich so brillant. Gleichzeitig zeigt er, woraus die Träume der Menschen damals gemacht waren, wie sie sich geholfen haben und das das Leben irgendwie weiterging. Das zeigt er uns durch die Entwicklungen im Leben von Maxim und Willi, so dass der Hörer Einsicht in alle Seiten des Lebens zur damaligen Zeit erfährt. Dadurch erzählt der Autor sehr detailliert aber es wirkte auf mich nie, als wäre das zu viel, sondern genau die richtige Dosis.

Tim Tichatzki schreibt so echt, schonungslos und vermag den Hörer aber nicht abzuschrecken, sondern fesselt ihn immer mehr und mehr, so dass an Aufhören nie zu denken ist.
Ich habe einige Male Tränen verloren, weil mir die Geschichte sosehr unter die Haut ging.

Ich habe sehr lang keine so bedrückende Geschichte mehr gehört, die mich tagelang beschäftige, tonnenschwer auf mir lastete und die ich dennoch so gut fand.

Makke Schneider liest zudem so eindrücklich und sympathisch, er passt wie die Faust aufs Auge und ist als Sprecher eine Wucht. Er ist die beste Wahl für dieses Hörbuch gewesen.

Tim Tichatzki hat in "Roter Herbst" eine ehrliche, schonungslose, herzzerreißende und wahre Geschichte zu Papier gebracht, die gehört werden muss.

Durch und durch empfehlenswert. Nicht nur für Leute die interessiert an Geschichte sind.

Veröffentlicht am 31.10.2019

eine wundervolle Idee

Skandinavischer Advent - Der Audiobuch-Adventskalender
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Beate Rysopp und Frank Stieren läuten mit dem Audiobuch-Verlag die Adventszeit ein. Und wie sollte das besser gehen, als mit Geschichten aus Skandinavien. Dort wo die Kälte schon bald so richtig einzieht ...

Beate Rysopp und Frank Stieren läuten mit dem Audiobuch-Verlag die Adventszeit ein. Und wie sollte das besser gehen, als mit Geschichten aus Skandinavien. Dort wo die Kälte schon bald so richtig einzieht und der Schnee die Landschaft bedecken wird.
Mit diesem Hörbuch kommt man in die richtige Stimmung für die Weihnachtszeit und auch das Weihnachtsgebäck beginnt dadurch schon zu schmecken.

In 79 Minuten werden von den beiden Sprechern von diversen skandinavischen Autoren Geschichten und Gedichte vorgetragen, die alle mehr oder weniger mit Weihnachten zu tun haben.

Ich kann das Hörbuch jedem ans Herz legen, der gerne Außergewöhnliches mag und jedes Türchen der Hülle aufmachen möchte.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Eine dramatische Liebesgeschichte

We Will Fall
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Als Izzy und Tristan sich das erste Mal begegnen, ist wahrscheinlich allen außer ihnen selbst klar, dass ihre Geschichte nicht gut ausgehen kann. Zu verschieden sind sie: die weiße Professorentochter und ...

Als Izzy und Tristan sich das erste Mal begegnen, ist wahrscheinlich allen außer ihnen selbst klar, dass ihre Geschichte nicht gut ausgehen kann. Zu verschieden sind sie: die weiße Professorentochter und der Schwarze aus dem Ghetto. Niemand ahnt, dass die beiden sich heimlich treffen, schon gar nicht Marcus, Tristans Cousin. Marcus ist in undurchsichtige Geschäfte verstrickt – und Tristan schuldet ihm alles.
Als Marcus sich ausgerechnet Izzy herauspickt, um mit ihr seinen größten Feind zu provozieren, wird es gefährlich. Und so nimmt die Tragödie ihren Lauf – tragisch, herzzerreißend, größer als das Leben!

Mein Fazit:

Zunächst möchte ich mit dem wundervollen Schreibstil beginnen, der mich von Anfang bis Ende restlos begeisterte. Dunlap schreibt wundervoll poetisch, so treffend, wie die Faust aufs Auge, wenn sie z.B. über die Entwicklung von Gefühlen redet. Gleichzeitig erzählt sie die Geschichte so langsam und dennoch feurig, das muss man gelesen haben!
Ich war von Anfang an gefesselt von den Formulierungen, das hatte ich schon sehr lang nicht mehr.

Die Charaktere sind durch und durch authentisch. Izzy ist zwar kein Mauerblümchen, aber kommt nah dran. Sie ist intelligent und gleichzeitig zurückhaltend. Das machte sie in meinen Augen sehr sympathisch.

Tristan ist ebenso wie Izzy intelligent, allerdings durch schlechte Einflüsse nicht er selbst. Ist einfach in einer Gruppe die nicht zulässt, dass er er selbst sein kann. Das fand ich fantastisch umgesetzt. Diese Gruppenzwänge existieren in jedem Alter und hindern viele Menschen an einer vollkommenen Entfaltung ihrer Selbst. Ich mag die Umsetzung dieses Konflikts in diesem Buch sehr gern.

Die Entwicklung der Geschichte ist ruhig und gleichzeitig fesselnd. Auch Spannung kommt immer wieder auf, auf die ich nicht weiter eingehen möchte, da sonst zu viel verraten wird.

Dunlaps Roman darf sich "Eine Liebesgeschichte" nennen. Gerne dürfte davor noch das Wort "tragisch" oder aber "dramatisch" befinden, denn eine glückselige Happy-Story darf nicht erwartet werden.

Diese Liebesgeschichte möchte ich jedem ans Herz legen, der eine Geschichte möchte, die das Leben so spielt. Eine Geschichte über Gegensätze, die aber irgendwie auch ihre Gleichheit besitzen. Dieses Buch muss langsam gelesen werden, denn jeder Satz ist eine wundervolle Komposition.

Eine reines Lesevergnügen :)