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Veröffentlicht am 12.06.2023

Ein historischer Roman, wie er besser nicht sein könnte – berührend, spannend erzählt, fundiert recherchiert

Eifelfrauen: Das Haus der Füchsin
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Zum Inhalt:
Johanna Fuchs wächst als Tabakfabrikantentochter und als jüngstes von fünf Kindern in Trier auf und ist gerade volljährig geworden, als sie ein Haus im kleinen Eifeldorf Altenburg erbt.
Dieses ...

Zum Inhalt:
Johanna Fuchs wächst als Tabakfabrikantentochter und als jüngstes von fünf Kindern in Trier auf und ist gerade volljährig geworden, als sie ein Haus im kleinen Eifeldorf Altenburg erbt.
Dieses hat ihrer Tante Lisbeth gehört, die keinen Kontakt mehr zur übrigens Familie Fuchs hat und dort allein mit ihren Tieren gelebt hat.
Obwohl Johanna als Stadtkind in einem Haus mit vielen Dienstboten keine Erfahrung hat, stürzt sie sich mit Feuereifer in ihr neues Leben im Dorf und kann glücklicherweise auf ihre Nachbarinnen zählen.
Doch was wird ihre Familie davon halten? Und welche Familiengeheimnisse verbergen ihre Verwandten?


Meine Meinung:
Ich liebe die wundervoll erzählten Romane von Brigitte Riebe und mit diesem ersten Teil einer zweibändigen Reihe hat sich die Autorin wieder einmal selbst übertroffen.
Von Anfang an war ich aufgrund des flüssigen und gleichzeitig wahnsinnig dichten Erzählstils von dem Buch gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie es Johanna ergeht.
Ich bin der jungen Protagonistin Johanna, die sehr warmherzig, mutig, aufgeschlossen, stark und empathisch beschrieben wird, sehr nahe gekommen und bin wahrscheinlich auch deshalb in ihrer Welt versunken und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Umso mehr Hochachtung hege ich ihr gegenüber, wie sie hartnäckig und unerschrocken die vielen, vielen Herausforderungen meistert, sich dabei auch nicht zu schade ist Hilfe anzunehmen und wie sie schließlich auch eine Bestimmung in der Kunst für sich entdeckt.

Gerade weil Johanna und die Figuren (und es gibt viele in der großen Familie, bei den Nachbarn etc.) so authentisch gezeichnet sind, hat es mir große Freude gemacht mit ihnen Zeit zu verbringen und ich habe bei ihren teilweise wirklich sehr bewegenden Schicksalen emotional großen Anteil genommen.
Als Leser:in geht man mit Johanna (und ihren Lieben) durch Freud und Leid. Auch die Liebe kommt natürlich nicht zu kurz.
Die Geschichte ist extrem berührend, spannend und vielschichtig erzählt.

Das besondere Lesevergnügen wird auch dadurch erzeugt, dass der Roman historisch unfassbar fundiert erzählt ist. Man merkt genau, welch detaillierte Recherche und genaue Kenntnis der Zeit und der Gegend hinter jeder Zeile steckt. Man merkt auch die Liebe zur Eifel sehr deutlich und ich habe mich darüber gefreut, echte Schauplätze wie Traben-Trarbach zu besuchen und ich habe mich auch in Altenburg sehr wohl gefühlt, auch wenn es sich um einen fiktiven Ort handelt.
Der Zeitraum, den der Roman umspannt reicht von den 1920er Jahren bis weit in die Nazi-Zeit und man spürt sehr deutlich, wie die Bedrohung durch die Nazis zunimmt (Bücherverbrennung etc.) und welchen Einfluss die Nazi-Zeit noch heute auf unsere Gesellschaft hat mit Vorurteilen und Glaubenssätzen wie „Eine deutsche Frau schminkt sich nicht“ oder der Einführung der Weinkönigin. Ich habe durch das Buch auch einiges an Wissen aufgefrischt und Neues gelernt.
Insgesamt bin ich unglaublich beeindruckt von der fundierten Recherche der Autorin – sie umfasst Bereiche innerhalb von Medizin, Kunst, Zeitgeschehen genauso wie die sehr anschauliche Beschreibung des Alltags der Menschen zu der Zeit.


Fazit:
Dieser Roman hat sich sehr schnell in mein Herz geschlichen und ich habe das Lesen durchgehend als beglückend empfunden. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, denn dieser Teil hat mich sehr berührt und wird mich sicherlich noch lange beschäftigen.

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Veröffentlicht am 12.06.2023

Sehr unterhaltsam und witzig – macht einfach gute Laune

Morgen mach ich bessere Fehler
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Zum Inhalt:
Elli und Cano könnten eigentlich unterschiedlicher nicht sein. Sie ist alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter, Aushilfsverkäuferin im Bioladen und setzt sich mit mehr oder minder ...

Zum Inhalt:
Elli und Cano könnten eigentlich unterschiedlicher nicht sein. Sie ist alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter, Aushilfsverkäuferin im Bioladen und setzt sich mit mehr oder minder legalen Aktionen gegen Umweltsünder ein; er ist schnöseliger Anwalt auf der Seite der Großkonzerne und hilft ihnen, so viele Arbeiter wie möglich zu entlassen.
Ein Unwetter bringt die beiden zusammen, in einer gemeinsamen Fahrgemeinschaft mit Ellis Tochter Paula und ihrem Onkel Heinz auf dem Weg von Norddeutschland in Richtung Allgäu.
Auf der Fahrt geht so einiges schief und so müssen sie schließlich zusammenarbeiten, um ans Ziel zu kommen. Vielleicht haben sie ja doch mehr Gemeinsamkeiten als gedacht…?


Meine Meinung:
Ich habe die Wohlfühlromane von Petra Hülsmann alle sehr gerne gelesen und war auch von ihrem neuen Roman von Anfang an wieder sehr angetan. Ihre flotte und humorvolle Schreibweise hat bewirkt, dass ich von Beginn an beim Lesen ein Grinsen im Gesicht hatte und die Seiten nur so dahingeflogen sind.
Die Personen sind wirklich sehr authentisch gezeichnet und auch von der Konstellation her sehr schön angelegt. Elli und Cano sind wirklich erst einmal sehr gegensätzlich, aber im Grunde genommen haben sie doch mehr gemeinsam, als sie dachten.
Durch die Personenkonstellation und die besonderen Gegebenheiten eines Roadtrips ergibt sich an vielen Stellen eine herrliche Situationskomik.
Verstärkt wird diese auch durch den grummeligen Onkel Heinz und die pfiffige Paula, die alles auf ihre kindlich-naive Art gut hinterfragt.

Highlights waren für mich die Übernachtung in einem speziellen Engel-Themenhotel und der Besuch eines Schützenfests in Franken. – Ich habe wirklich mehrfach beim Lesen laut gelacht, was mir schon lange nicht mehr passiert ist.

Neben der guten Unterhaltung und die witzige Geschichte hat das Buch aber auch einen schönen Tiefgang und es berührt viele aktuelle Themen, z.B. Geschlechtergerechtigkeit, Umweltschutz, Integration etc., jedoch nie aufdringlich. Stets steht die Unterhaltung im Vordergrund, aber das Buch ist eben nicht zu klamaukig, sondern intelligent geschrieben.

Einzig am Ende ging für mich alles ein kleines bisschen zu schnell und zu glatt, aber letztlich passt das uneingeschränkte Happy End auch gut zu dem, was man als Leser:in von einem Wohlfühlbuch aus Petra Hülsmanns Feder erwartet.


Fazit:
Wer Unterhaltung und Gefühle nach dem bewährten Schema von Petra Hülsmann sucht, wird bei diesem neuen Roman wieder sehr gut fündig.

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Veröffentlicht am 09.06.2023

Hochwertig gestaltetes Buch mit vielen inspirierenden Impulsen

Abenteuer Heimat
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Zum Inhalt:
In 10 Geschichte berichten verschiedene Autoren von ihren Trips und Outdoor-Abenteuern in Deutschland.
Das großformatige Buch enthält viele farbige Fotos und zusätzlich weitere Tipps für Besichtigungen ...

Zum Inhalt:
In 10 Geschichte berichten verschiedene Autoren von ihren Trips und Outdoor-Abenteuern in Deutschland.
Das großformatige Buch enthält viele farbige Fotos und zusätzlich weitere Tipps für Besichtigungen und Ausflüge in der Nähe.


Meine Meinung:
Das Buch hat ein sehr ungewöhnliches Format und fällt durch die hochwertige Gestaltung, z.B. mit vielen farbigen Fotos, sehr positiv auf. Auch das Papier ist haptisch hochwertig, so dass man gleich Lust bekommt das Buch durchzublättern.

Mir hat besonders die Vielfältigkeit der Geschichten sehr gut gefallen. Die zehn Erlebnisse / Abenteuer / Erfahrungen in Deutschland reichen von Wanderungen durch den Schnee über Fahrradtouren und Stand-up-Paddling (SUP) bis hin zu einer Nacht unter dem Sternenhimmel.
Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Stil und man merkt die unterschiedlichen Autoren – manche erzählen ganz informell und flapsig, andere wieder sachlich und die nächsten spannend.
Die Auswahl der Abenteuer hat mir gut gefallen, wobei mich besonders die Nacht unter dem Sternenhimmel sehr angesprochen hat. Alle Geschichten sind sehr beeindruckend, aber besonders die Wanderung durch den Schnee ist mir im Gedächtnis geblieben.

Besonders schön finde ich, dass es auch neben den „großen“ Outdoor-Abenteuern Tipps für kleine Ausflüge in Deutschland gibt, von denen einige auch ganz bei uns in der Nähe sind. So kann man auch gut etwas für sich mit der Familie in die Praxis umsetzen, ohne direkt mehrere Wochen Zeit investieren zu müssen.


Fazit:
Ein sehr schön gestaltetes Buch, das viel Luft darauf macht draußen zu sein und etwas zu erleben.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Aus dem Thema hätte man mehr machen können

Wir sehen uns gestern
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Zum Inhalt:
Alice ist gerade 40 geworden und mit ihrem Leben nicht sonderlich zufrieden. Ihr Vater, ein bekannter Schriftsteller, liegt im Sterben und sie hätte sich mehr Zeit ihm gewünscht.
Als Alice ...

Zum Inhalt:
Alice ist gerade 40 geworden und mit ihrem Leben nicht sonderlich zufrieden. Ihr Vater, ein bekannter Schriftsteller, liegt im Sterben und sie hätte sich mehr Zeit ihm gewünscht.
Als Alice am nächsten Tag aufwacht, ist sie plötzlich wieder 16 Jahre alt und ihr Vater ist jung und gesund… Ist das eine Möglichkeit, die Weichen ihres Lebens neu zu stellen?


Meine Meinung:
Ich hatte mir von dem Buch sehr viel versprochen, da mich das Zeitreisethema sehr interessiert. Allerdings nahm das Buch nur langsam an Fahrt auf und ich bin nur sehr schwer mit Alice als Protagonistin warm geworden.
Das hat schlussendlich vermutlich auch dazu geführt, dass mich das Buch emotional nicht sehr erreichen konnte.

Grundsätzlich lässt sich das Buch flüssig lesen und die Geschichte ist an sich vielversprechend angelegt. Die Handlung erreicht jedoch leider nicht die Tiefe, die ich mir vorgestellt hatte, auch wenn es einige Stellen gibt (z.B. als Alice als 16jährige aufwacht), an denen die Handlung vergleichsweise spannender ist und mehr Fahrt aufnimmt.
Interessant fand ich die Erwähnung von anderen Büchern oder Filmen rund um Zeitreisen und auf welchen „Wegen“ diese funktionieren.
Leider reicht dieses Buch nicht an die erwähnten Werke heran.

Ich mag Emma Straub eigentlich aufgrund ihrer hintergründigen und stimmungsvollen Art zu schreiben. Aber in diesem Buch bleibt sie leider hinter ihren Möglichkeiten zurück.


Fazit:
Ein interessanter Ansatz, der allerdings in der Umsetzung noch Luft nach oben lässt.



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Veröffentlicht am 07.06.2023

Launige Geschichte, bleibt aber etwas hinter meinen Erwartungen zurück

Liebe oder Eierlikör
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Zum Inhalt:
Rentner Ernst macht sich Sorgen um seine Bekannte Hilke, weil sie plötzlich Lippenstift trägt und keine Zeit mehr hat beim Frühjahrsbazar zu helfen. Da liegt der Verdacht nahe, dass sie über ...

Zum Inhalt:
Rentner Ernst macht sich Sorgen um seine Bekannte Hilke, weil sie plötzlich Lippenstift trägt und keine Zeit mehr hat beim Frühjahrsbazar zu helfen. Da liegt der Verdacht nahe, dass sie über die lokale Dating-App „Liebe oder Eierlikör“ für Sylt und Umgebung jemanden kennengelernt hat.
Da hier auch ein Betrüger sein Unwesen treibt, der schon verschiedene Damen angepumpt hat, meldet Ernst sich auch bei der App an, um weitere Ermittlungen aufzunehmen.
Unterstützt wird er dabei tatkräftig von alleinstehenden Bekannten wie Hella und Martina, nur seine Frau darf von der Aktion nichts erfahren…


Meine Meinung:
Ich mag die unterhaltsamen und launigen Geschichten von Dora Heldt, doch diese Geschichte ist ein wenig hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben.
Zum einen bin ich mit der Sprecherin des Hörbuchs nicht so recht warm geworden, weil sie manche Figuren mit merkwürdig verstellter Stimme gesprochen hat. Zum anderen war die Geschichte zwar sehr vielversprechend angelegt und durchaus launig, ist aber grundsätzlich recht flach ohne großen Tiefgang geblieben.

Gut gefallen hat mir die Situationskomik, die sich im Laufe der Geschichte häufig gezeigt hat, z.B. bei Treffen, die über die Dating-App vereinbart wurden. Auch die „Ermittlungen“, die Ernst, Hella und Martina gemeinsam anstellen, sind durchaus witzig zu verfolgen. Die Personen sind sehr speziell und lustig gezeichnet, aber auch die Personenbeschreibungen bleiben eher an der Oberfläche.
Das Syltflair, das durch die Erwähnung verschiedener Lokale oder Orte durchscheint, hat mir auch gefallen, allerdings hätte es für mich durchaus intensiver sein können.

Sehr schön und nett ist das Ende der Geschichte, was mich mit dem Hörbuch dann doch noch einigermaßen versöhnt hat.


Fazit:
Insgesamt zwar eine vielversprechende Idee und eine nette Geschichte, sie hat insgesamt allerdings noch Luft nach oben.



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