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Veröffentlicht am 10.02.2022

Wunderbar und melancholisch – ein Klassiker, den man immer wieder lesen kann

Mio, mein Mio
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Waisenjunge Bosse wächst bei Pflegeeltern auf, bei denen er sich nicht wirklich geliebt fühlt. Wenn er bei seinem Freund Benka ist, merkt er, was es eigentlich heißt, einen Vater zu haben, der einen liebt.
Als ...

Waisenjunge Bosse wächst bei Pflegeeltern auf, bei denen er sich nicht wirklich geliebt fühlt. Wenn er bei seinem Freund Benka ist, merkt er, was es eigentlich heißt, einen Vater zu haben, der einen liebt.
Als er selbst durch fanstatische Umstände in das „Land der Ferne“ gelangt, trifft er dort seinen wirklichen Vater, den König. Er selbst ist nicht mehr Bosse, sondern Prinz Mio. Gemeinsam mit seinem Freund Jum-Jum und seinem wunderschönen Pferd Miramis zieht er los in den Kampf gegen Ritter Kato, der so viele Kinder des Landes der Ferne genommen hat.


Meine Meinung:
Das Buch ist ein typisches Astrid Lindgren-Buch, denn es erzählt ganz wunderbar aus der Sicht von Kindern und so respektvoll. Andererseits ist es gar nicht so typisch, denn die Geschichte ist eine echte Fantasygeschichte. Sie ist so melancholisch und traurig und macht gleichzeitig viel Mut.
Sehr interessant fand ich, dass mir beim erneuten Lesen immer wieder neue Dinge aufgefallen sind. So fand ich es total spannend, wie Mio seinen Vater, den König, immer wieder mit Benkas Vater vergleicht. Daraus spricht so eine tiefe Sehnsucht, die gut nachvollziehbar ist.

Neben der wunderschönen Geschichte sind die Illustrationen in dieser neuen Auflage sehr gelungen. Sie passen total gut zu der Erzählung und sind so liebevoll gestaltet, dass sie das Lesevergnügen in bester Weise fördern.
Die Geschichte an sich hat durch das Fantastische auch etwas von Michael Ende und erinnert etwas an die unendliche Geschichte.


Fazit:
Diese wundervolle Geschichte kann ich immer wieder lesen und ich habe mich sehr über diese wunderschön illustrierte Ausgabe gefreut. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Spannendes Setting, wie ein gutes Puzzle

Eure Leben, lebt sie alle
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Die Geschichte wird aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt: Marianne ist Jonas‘ Mutter, Ellen, Freddy, Luise und Johanna waren alle auf die eine oder andere Weise mit ihm verbunden.
Auch wenn Jonas ...

Die Geschichte wird aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt: Marianne ist Jonas‘ Mutter, Ellen, Freddy, Luise und Johanna waren alle auf die eine oder andere Weise mit ihm verbunden.
Auch wenn Jonas früh bei einem Unfall verstorben ist, sind die fünf Frauen trotz völlig unterschiedlichen Lebenssituationen immer noch in Kontakt und miteinander verknüpft.
Wir begleiten die fünf durch eine kurze Zeitspanne in ihrem jeweiligen Alltag und können so das Puzzle der Geschichte zusammensetzen.


Meine Meinung:
Ich fand den Roman unglaublich lebendig, weil man durch die unterschiedlichen Perspektiven immer wieder andere Ausschnitte kennenlernt und aus der Sicht der Frauen sehr authentisch, oft etwas schnodderig und immer unterhaltsam erzählt wird.
Gerade die unterschiedlichen Lebensentwürfe und Phasen, in denen sich die handelnden Personen befinden, geben der Geschichte genau die richtige Würze. Es sind alles sehr starke Charaktere mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten in der Mitte ihres Lebens – Geldsorgen, Affäre, kleine und große Sorgen um Kinder, Sorgen um Eltern, Beziehungen, Themen mit dem eigenen Körper… Irgendwie sind viele doch noch nicht angekommen, machen aber im Laufe der Handlung eine gewisse Entwicklung durch.

Neben den sehr glaubwürdigen Familiengeschichten hat mir gut gefallen, dass man sich Dinge aus der Vergangenheit von Jonas – der ja alle Frauen verbindet – gut zusammensetzen kann, wenn man die einzelnen Geschichten wie Puzzleteile zusammensetzt.

Dank des launigen Erzählstils fliegen die Seiten nur so dahin.


Fazit:
Eine insgesamt gelungene Geschichte mit interessanten Denkanstößen.

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Veröffentlicht am 18.01.2022

Wunderbares Wohlfühlbuch mit tollen Figuren, spannendem historischem Hintergrund und köstlichem Gebäck

Der süße Himmel der Schwestern Lindholm
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Die fünf Schwestern Hannah, Ingrid, Matilda, Ebba und Ulla wachsen in Schweden mit der Familienbäckerei auf. 1936 sind die Zeiten hart und die Familie muss ums Überleben kämpfen.
Da kommen die Schwestern ...

Die fünf Schwestern Hannah, Ingrid, Matilda, Ebba und Ulla wachsen in Schweden mit der Familienbäckerei auf. 1936 sind die Zeiten hart und die Familie muss ums Überleben kämpfen.
Da kommen die Schwestern auf die Idee, das leckere Gebäck, Kaffee und Limonade in einem Kaffeegarten anzubieten und gründen so den „Süßen Himmel der Schwestern Lindholm“, ein idyllisches Café, in dem man das Meer rauschen hört und zwischen Blumen und Kräutern sitzen und entspannen kann.
Als Hannah, die das Café mit ihren Rezepten maßgeblich geprägt hat, den Deutschen Karl kennenlernt und mit ihm geht, müssen die Schwestern sich erst einmal neu sortieren.


Meine Meinung:
Von Anfang an hat mich die wunderschöne Geschichte in ihren Bann gezogen, die vor allem von den warmherzig angelegten Personen lebt. Alle fünf Schwestern sind liebevoll gezeichnet und mit ihren Stärken und Schwächen einfach liebenswert. Besonders die älteste Schwester Hannah war mir sofort sehr sympathisch und ich konnte es gut nachvollziehen, wie sie zwischen der Liebe zu dem deutschen Touristen Karl und zu ihrer Familie sowie ihrer Heimat hin- und hergerissen war.

Die Geschichte lebt davon, dass sie aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird und die Schwestern dabei so wunderbar interagieren, sich ergänzen, so verbunden und doch so unterschiedlich sind. So ist es auch im echten Leben und daher kann man sich als Leserin so toll mit den handelnden Personen und ihren Interaktionen identifizieren.

Darüber hinaus hat mir sehr gut gefallen, wie verführerisch die verschiedenen Gebäckspezialitäten beschrieben werden, die die Schwestern mit viel Liebe und Akribie und Geschick entwickeln. Gut, dass es am Ende des Buches noch ein paar Rezepte der typischen Spezialitäten gibt, die man selbst nachbacken kann.

Nicht zuletzt ist der Roman deshalb so lesenswert, weil er während der Zeit des Dritten Reiches spielt und auch der historische Kontext sehr authentisch und passend gewürdigt wird. Darüber hinaus sind auch die Landschaftsbeschreibungen extrem plastisch und einladend und man fühlt sich oft wie nach Schweden versetzt – das ist wie ein kleiner Urlaub.


Fazit:
Dieser Roman gehört für mich zur Kategorie der „schönen Bücher“, mit denen man herrliche Wohlfühlstunden verbringen und sich in eine andere Welt träumen kann.

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Veröffentlicht am 10.01.2022

Netter Schmöker zum Wohlfühlen

Unsere Zeit ist immer
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Minnie wurde am 1.1.1990 geboren, hat aber den Preis für das erste Baby der 1990er Jahre knapp verloren, weil Quinn wenige Minuten vor ihr geboren wurde und das Preisgeld abgesahnt hat.
Seitdem meint sie, ...

Minnie wurde am 1.1.1990 geboren, hat aber den Preis für das erste Baby der 1990er Jahre knapp verloren, weil Quinn wenige Minuten vor ihr geboren wurde und das Preisgeld abgesahnt hat.
Seitdem meint sie, an Silvester und Neujahr unter einem Fluch zu leiden, während Quinn das Glück für sich gepachtet haben muss.
Als sie auf ihrem gemeinsamen 30. Geburtstag zufällig Quinn begegnet, scheint sich der Fluch wieder zu zeigen. Doch sie fühlt sich zu Quinn gleich hingezogen und so entwickelt sich zwischen ihnen im Laufe der Zeit eine besondere Beziehung…


Meine Meinung:
Das Buch wurde beworben mit den Worten „wie eine Umarmung“. Diese Einschätzung kann ich nach der Lektüre tatsächlich bestätigen, denn ich habe die schöne Geschichte mit den liebevoll und warmherzig angelegten Personen sehr gerne gelesen.
Minnie und Quinn waren mir beide direkt sympathisch und ich fand es schön, über ihre Begegnungen zu lesen.
Tatsächlich haben beide ihr Päckchen zu tragen und entwickeln sich im Laufe der Handlung beide signifikant weiter. Dabei ist diese Entwicklung aber immer stimmig und glaubwürdig beschrieben und aus meiner Sicht nicht überzogen.

Der Roman ist sehr geschickt erzählt, denn er spielt auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen und bringt immer wieder sehr erhellende Rückblenden, die der Handlung zusätzliche Tiefe geben.

Neben der romantischen Geschichte hat der Roman auch viele lustige Elemente und einen tollen Humor, so dass ich bei manchen Szenen laut lachen musste.
Außerdem werden auch ernste Themen wie Depression und psychische Erkrankungen feinfühlig und passend angeschnitten.

Insgesamt fand ich die Geschichte sehr rund und stimmig und ich habe es genossen Zeit mit Minnie und Quinn zu verbringen.


Fazit:
Der Roman ist wirklich das ideale Buch für unterhaltsame und emotional ansprechende Stunden auf dem Sofa bei einer schönen Tasse Tee.

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Schöne weihnachtliche Geschichte zum Wohlfühlen

Das Inselweihnachtswunder
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Carola ist Inselpfarrerin auf Föhr und schon ganz nervös wegen Heiligabend, denn es ist zu befürchten, dass sie nach dem Weihnachtsgottesdienst wie in den Vorjahren allein im Pfarrhaus ist. Doch vielleicht ...

Carola ist Inselpfarrerin auf Föhr und schon ganz nervös wegen Heiligabend, denn es ist zu befürchten, dass sie nach dem Weihnachtsgottesdienst wie in den Vorjahren allein im Pfarrhaus ist. Doch vielleicht fällt ihr noch etwas ein, wie sie ihren Weihnachtsabend retten kann.
In der Zwischenzeit steht Mitte Dezember noch ein besonderer Einsatz an, denn eine alte Dame auf der benachbarten Hallig hat ein besonderes Verhältnis zu Weihnachten und gleichzeitig an diesem Tag Geburtstag. Da es aussieht, als würde die alte Dame das Fest nicht mehr erleben, soll Carola die Weihnachtsfeier einfach vorziehen.
Gerne kommt sie der Frage des netten Enkels und Organisten Torin nach und ihm dabei auch immer näher… Und dann taucht auch noch ein Koffer mit Geld auf…


Meine Meinung:
Das liebevoll gestaltete kleine Hardcover hat mich sofort in friedliche Weihnachtsstimmung versetzt und ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Carola, Torin und die anderen Bewohner der Insel und der Hallig sind total liebevoll beschrieben und es war schön, mit ihnen Zeit zu verbringen.
Solch eine patente Pfarrerin wie Carola würde sich bestimmt manche Gemeinde wünschen!

Neben den sympathischen Figuren hat mir besonders gut gefallen, dass die Geschichte einige sehr nette Wendungen hatte. Carola ist sehr einfallsreich und hat gute Ideen, wurde aber ihrerseits auch überrascht. Es ist wirklich sehr nett zu lesen, wie es hin- und hergeht.

Darüber hinaus war auch das Inselfeeling wieder ganz wunderbar zu spüren.
Das hat für mich neben der weihnachtlichen Gefühle den besonderen Zauber des Buches ausgemacht.


Fazit:
Eine rundum gelungene Inselweihnachtsgeschichte, die man am besten schön eingekuschelt vor dem Kamin liest.

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