Profilbild von Hermione27

Hermione27

Lesejury Star
offline

Hermione27 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hermione27 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2021

Ein ganz besonderes Kinderbuch – sehr lesenswert

Annemone Apfelstroh
0

Annemone lebt mit ihrem Vater, einer Ziege und einem Kater in einem kleinen Haus mit einem verwunschenen Garten.
Ihre Mutter ist vor einiger Zeit verschwunden und der Vater spricht seitdem ziemlich unverständlich, ...

Annemone lebt mit ihrem Vater, einer Ziege und einem Kater in einem kleinen Haus mit einem verwunschenen Garten.
Ihre Mutter ist vor einiger Zeit verschwunden und der Vater spricht seitdem ziemlich unverständlich, woran Annemone sich allerdings schon gewöhnt hat.
Als Annemone eines Tages verbotenerweise an die Töpferscheibe im Schuppen geht, passieren ganz seltsame Dinge…


Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein Experiment von Karin Müller zusammen mit weiteren Kinderbuchautorinnen und –autoren zur Corona-Zeit. Jedes Kapitel wurde von einer anderen Autorin bzw. einem anderen Autor geschrieben.
Wir waren sehr neugierig auf das Ergebnis dieses Experiments und haben festgestellt, dass es sehr gut geglückt ist!

Das Buch ist nicht nur wunderschön gestaltet mit liebevollen Zeichnungen und unterschiedlichen Schriftarten pro Kapitel, was wirklich etwas Besonderes ist, sondern auch inhaltlich überzeugend. Jedes Kapitel wartet mit einer überraschenden Wendung auf, mit der man vorher überhaupt nicht gerechnet hat. Dennoch werden alle Teile wundervoll verknüpft und die verschiedenen Fäden aufgenommen und am Ende sehr stimmig und passend zusammengefügt.

Die Geschichte an sich ist dabei magisch, märchenhaft und spannend erzählt und hat auch sehr humorvolle Elemente. Mit Annemone konnten wir uns gleich identifizieren und haben mit ihr richtig mitgefiebert.

Eine Fortsetzung dieses gelungenen Experiments fänden wir großartig.


Fazit:
Die Geschichte von Annemone Apfelstroh ist wirklich etwas Besonderes, weil so viele überraschende Dinge passieren und die Geschichte trotzdem in sich stimmig ist und am Ende alle Fäden zusammenkommen. Ein sehr spezielles und gelungenes Experiment!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2021

Poetischer Auftakt zu einer neuen Saga

Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe
0

Paula Oppenheimer wächst in Berlin mit mehreren Geschwistern in einem sehr liberalen Umfeld auf. Schon immer machen ihr Reime und Rätsel großen Spaß. Über ihren Bruder lernt sie den charismatischen Dichter ...

Paula Oppenheimer wächst in Berlin mit mehreren Geschwistern in einem sehr liberalen Umfeld auf. Schon immer machen ihr Reime und Rätsel großen Spaß. Über ihren Bruder lernt sie den charismatischen Dichter Richard Dehmel kennen und verliebt sich in ihn.
Doch ihre Eltern haben Bedenken bezüglich der Verbindung, weil ihnen Richard zu unstet erscheint und sie sich sorgen, dass er der gesundheitlich immer wieder angeschlagenen Paula nicht die notwendige Sicherheit bieten könnte.


Meine Meinung:
Ich lese die Bücher von Ulrike Renk extrem gerne und habe auch in dieser neuen Geschichte vieles wiedererkannt, was ich an der Seidenstadt-Saga und der Ostpreußen-Saga so mochte. Etwas anders war dieses Buch allerdings schon, denn es war noch poetischer und weniger auf der reinen Handlungsebene unterwegs.

Dank des tollen vertrauten Schreibstils war ich auch hier direkt von der Geschichte gefangen. Die Protagonistin Paula war mir gleich sympathisch, sie ist sehr reflektiert, denkt schon in jungen Jahren viel über ihre Entwicklung nach und ist musisch und schriftstellerisch begabt. Sie ist eine starke Frau, mit der ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Neben der Protagonistin werden auch die anderen Figuren von der Autorin sehr liebevoll gezeichnet, so dass man sehr gerne Zeit mit den Mitgliedern der Familie Oppenheimer verbringt.
Ein sehr ungewöhnlicher Charakter war offenbar Richard Dehmel, der weniger sympathisch als Paula daherkommt und vor allem selbst gerne im Mittelpunkt steht.

Aufgrund des Themas und der Figuren nehmen im Roman Gedichte und Briefe einen großen Raum ein. Richard muss wohl ein unglaublich begabter und anerkannter Schriftsteller gewesen sein und hat sich mit Paula auf sehr poetische Weise ausgetauscht.
Diese Seite war für mich recht ungewohnt in einem derartigen Roman, aber sie hat mir gut gefallen.
So konnte ich Richard und Paula auf eine weitere Art und Weise kennenlernen und sie gab dem Roman eine interessante weitere Dimension.

Darüber hinaus haben mir aber auch sehr vertraute Seiten wieder sehr gut gefallen, zum Beispiel die Beschreibungen, wie man Ende des 19. Jahrhunderts mit viel manueller Arbeit einen Haushalt führte. Das hatte mir in den kleinen Zusatzbänden zur Ostpreußen-Saga schon so gut gefallen und ich fand es auch in diesem Buch wieder sehr spannend zu lesen!


Fazit:
Aufgrund der poetischen Komponente ist dieser Roman etwas anders als die anderen Bücher von Ulrike Renk, aber definitiv sehr lohnenswert zu lesen. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzungen dieser neuen in Berlin zu einer spannenden Zeit spielenden Saga! Unbedingte Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2021

Wenn man mit sich selbst und seinem Leben nicht zufrieden ist, klappt es auch nicht in der Ehe…

Der Brand
0

Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet und haben sich nicht mehr viel zu sagen, als sie zu einer dreiwöchigen Auszeit in der Uckermark aufbrechen und sich um das Haus einer Freundin kümmern. ...

Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet und haben sich nicht mehr viel zu sagen, als sie zu einer dreiwöchigen Auszeit in der Uckermark aufbrechen und sich um das Haus einer Freundin kümmern.
Sie haben zwei erwachsene Kinder und inzwischen auch zwei Enkel. Peter arbeitet an der Uni, Rahel als Psychologin.
Die Auszeit soll zeigen, ob ihre Ehe / Beziehung eine Zukunft hat…


Meine Meinung:
Das kleine Büchlein, das in die drei Abschnitte wie die drei Wochen Aufenthalt in der Uckermark eingeteilt ist mit Unter-Kapiteln je nach Wochentagen, ließ sich außergewöhnlich flüssig und leicht lesen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und auch die Aufteilung in die einzelnen Tage der drei Wochen.
Die Idee für die Geschichte (die während der Corona-Zeit spielt, was man am Rande merkt) fand ich auch sehr gelungen.

Allerdings wurden mir den handelnden Personen im Laufe des Romans immer unsympathischer. Vor allem Rahel, die die eigentlich Hauptperson ist, wollte ich manchmal einfach nur schütteln. Augenscheinlich war sie selbst mit ihrem Leben nicht zufrieden und damit einhergehend war es natürlich auch in der Ehe schwierig, ganz zu schweigen von der gestörten Beziehung zur ihrer Tochter.
Der Roman bot keinerlei Lösungen an, sondern beschrieb lediglich die Sprachlosigkeit zwischen den Eheleuten.

Darüber hinaus fand ich Rahel und Peter unglaublich alt, dafür dass Rahel eigentlich erst 49 sein soll. Aber mit zwei Enkeln ist sie offenbar schon in einer ganz anderen Lebensphase als in der Mitte ihres Lebens…

Nach dem sehr offenen Ende weiß man nun als Leser nicht, was man davon halten soll. Es scheint nicht wirklich eine Zukunft für die Beziehung zwischen Rahel und Peter zu geben, eine Lösung wird jedenfalls nicht aufgezeigt.
Daher lässt mich das Buch aktuell noch ratlos zurück.


Fazit:
Ich weiß gar nicht so genau, wem ich das Buch empfehlen würde. Ich fand es sehr schön geschrieben, nehme aber nicht wirklich viel aus der Geschichte mit. 3,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2021

Kommt nicht ganz an die früheren Anne Hertz-Bücher heran

Bis ans Ende aller Fragen
0

Maxi ist Anfang 40, Cafébetreiberin in Hamburg und frisch getrennt. Sie findet ihr altes Tagebuch aus Teenagerzeiten wieder und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse.
Nicht nur stehen mehrere Männer ...

Maxi ist Anfang 40, Cafébetreiberin in Hamburg und frisch getrennt. Sie findet ihr altes Tagebuch aus Teenagerzeiten wieder und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse.
Nicht nur stehen mehrere Männer bei ihr auf der Matte, sondern es winkt auch noch ein neuer Job an einem anderen Ort.
Es sieht aus, als würde sich für sie wirklich ALLES ändern.


Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anne Hertz und habe mich riesig gefreut, dass nach so einer langen „Durststrecke“ endlich einmal wieder ein Roman des Autorinnenpaares erschienen ist.
Von Anfang an war ich auch wieder von dem gewohnt flüssigen und locker-leichten Schreibstil begeistert. Ich habe mich beim Lesen sehr wohlgefühlt und einige unterhaltsame Stunden genossen.

Ein kleiner Wermutstropfen war bei dem Lesevergnügen leider dabei: Die Hauptfigur Maxi ist trotz ihres Alters von Anfang 40 leider sehr unreif und kindisch aufgetreten. So hat sie sich immer weiter in Lügengeschichten verstrickt, anstatt diese aufzuklären. Manchmal hätte ich sie einfach nur schütteln können. Dadurch haben sich in der Geschichte auch einige sehr unvermittelte, unmotivierte Entwicklungen ergeben, bei denen ich mir eine etwas sanftere und weniger plötzliche Anmoderation gewünscht hätte.

Sehr nett und schön geschrieben fand ich die Tagebucheinträge der Teenager-Maxi und wie diese mit der Geschichte in der Gegenwart zusammenhängen.
Im Großen und Ganzen war die Geschichte trotz der erwähnten kleinen Schwächen für mich wieder sehr unterhaltsam.


Fazit:
Auch wenn ich mir ein kleines bisschen mehr von dem Roman versprochen hatte, hat er mich wieder gut unterhalten und amüsiert und ich habe die netten Lesestunden genossen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2021

Tolles modernes Sachbilderbuch über die Entstehung einer Familie

Ein Baby! Wie eine Familie entsteht
0

Wo kommen die Babies her?
Das Buch erklärt die verschiedenen Möglichkeiten neben der klassischen Familienkonstellation Mutter-Vater-Kind.
Das Buch ist großformatig und komplett bebildert mit kurzen Texten. ...

Wo kommen die Babies her?
Das Buch erklärt die verschiedenen Möglichkeiten neben der klassischen Familienkonstellation Mutter-Vater-Kind.
Das Buch ist großformatig und komplett bebildert mit kurzen Texten.


Meine Meinung:
Uns hat das Buch sehr gut gefallen, denn es hat einen extrem modernen und innovativen Ansatz.
Es wird nicht nur der „klassische“ Weg beschrieben, wie ein Baby in der Familie Mutter-Vater-Kind entsteht. Auch Adoption oder medizinisch unterstützte Wege werden thematisiert.
Alles wird in einer sehr kindgerechten einfachen Sprache und doch biologisch / medizinisch und sozial sehr korrekt und auf den Punkt erklärt.

Sicherlich geht das Buch bei aller political correctness und gendergerechter Sprache manchmal ungewohnte Wege, wenn es von „einer Person mit einer Scheide“ und „einer Person mit einem Penis“ spricht oder „der Person, in deren Bauch das Baby heranwächst“. Das kann man mögen oder nicht. Wie man die Themen in der eigenen Familie benennt wie man sie bespricht, ist ja immer noch der jeweiligen Familie überlassen.

Wann man die Themen mit den eigenen Kindern besprechen möchte, ist sicherlich auch sehr individuell und hängt davon ab, wann die Kinder entsprechende Fragen stellen.

Mich hat das Buch wirklich sehr beeindruckt und ich habe selbst auch noch dazugelernt.


Fazit:
Dieses wirklich sehr innovative Sachbilderbuch hat uns sehr positiv überrascht und beeindruckt. Es besticht durch eine außergewöhnlich korrekte und gleichzeitig kindgerechte Darstellung und bietet viel Stoff, um die Kleinen an das Thema heranzuführen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere