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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2019

Atmosphärischer Roman über ein Familiengeheimnis

Die vergessenen Stimmen von Chastle House
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Die 27jährige Dione Dearing ist ein gefeierter Star. Sehr spät merkt sie, dass sie überhaupt kein selbstbestimmtes Leben führt. Doch dann erfährt sie etwas Überraschendes aus ihrer Vergangenheit und reist ...

Die 27jährige Dione Dearing ist ein gefeierter Star. Sehr spät merkt sie, dass sie überhaupt kein selbstbestimmtes Leben führt. Doch dann erfährt sie etwas Überraschendes aus ihrer Vergangenheit und reist in den Lake District… Nach und nach erfährt sie dort mehr über ein altes Familiengeheimnis.


Meine Meinung:
Der Roman spielt auf mehreren zeitlichen Ebenen und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Von Anfang an hat mich die flüssige Erzählweise gefangen genommen und ich konnte das Buch nur noch schwer aus der Hand legen.
Der Spannungsbogen wurde die ganze Zeit hochgehalten und am Ende fügten sich die Stücke logisch zusammen, ohne dass ich als Leserin die Entwicklung hätte vorher sehe können.
Nur ganz am Ende ging mir alles ein wenig zu schnell und zu glatt, aber das tat dem Gesamteindruck des Romans keinen großen Abbruch.

Die Figuren sind insgesamt glaubwürdig gezeichnet und vielversprechend angelegt. Mir haben vor allem die Entwicklungen in den Beziehungen der handelnden Personen untereinander sehr gut gefallen, weil das der Handlung eine schöne Tiefe gab.

Darüber hinaus mochte ich auch das Lokalkolorit im Lake District, weil ich selbst auch schon dort war und die Schönheit der Landschaft sehr zu schätzen gelernt habe.


Fazit:
Diesen spannenden, dicht erzählten Roman habe ich gerne gelesen und ich freue mich schon auf das nächste Buch aus der Feder der Autorin!

Veröffentlicht am 29.10.2019

Tiefgründiger und bewegender historischer Roman

Die Zeit der Töchter
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Deutschland in den 1950er Jahren: Der Krieg ist überstanden, doch immer noch ist Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und Hass gegenüber Flüchtlingen alltäglich.
Das macht den beiden Cousinen Antonia und ...

Deutschland in den 1950er Jahren: Der Krieg ist überstanden, doch immer noch ist Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und Hass gegenüber Flüchtlingen alltäglich.
Das macht den beiden Cousinen Antonia und Anna, die in München zusammen wohnen, sowie ihren Müttern Vivien und Maria, die Flüchtlinge aufgenommen haben, schwer zu schaffen.
Darüber hinaus haben sie auch alle mit ihrer eigenen Geschichte zu kämpfen und müssen schauen, wie sie sich beruflich und privat etablieren können…


Meine Meinung:
Ich bin von Anfang an sehr gut in den Roman hineingekommen und war sofort von seiner Tiefe fasziniert, auch wenn mir die Vielzahl der handelnden Personen zunächst etwas unübersichtlich vorkam. Doch dieses Gefühl der Unübersichtlichkeit hat sich schnell gelegt und ich habe die Lektüre dieses wunderbaren anspruchsvollen Romans dann einfach nur noch genossen.

Der Roman gibt ein sehr fundiertes und gutes Bild der Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, so dass man den Alltag der Menschen, aber auch ihre Sorgen und Nöte sowie ihre Traumatisierungen und Ängste gut nachvollziehen kann (sofern das möglich ist). Man merkt, dass die Autorin sehr gut und gründlich recherchiert hat, auch wenn sie nicht mit ihrem Wissen protzt, sondern es ganz „nebenbei“ und sehr authentisch einfließen lässt.

Die handelnden Personen haben alle ihre Geschichte und ihre Beweggründe und Motivationen, die man im Laufe der Handlung mehr und mehr kennen und schätzen lernt. Die Entwicklung der Hauptpersonen hat mir sehr gut gefallen, weil ich sie schlüssig und logisch fand.

Vor allem aber hat mich der Roman sehr bewegt, denn die fremdenfeindlichen und rassistischen Ansichten vieler Menschen nach dem Krieg finden wir ja erschreckenderweise heute auch wieder in der Flüchtlingskrise oder den hohen Gewinnen der AfD! Das Thema ist so aktuell wie eh und je und daher finde ich den Roman umso erschreckender. Nicht genug, dass Deutschland zwei Weltkriege angezettelt und sich des Genozids schuldig gemacht hat, auch in den 1950er Jahren gab es genug Menschen, die nach wie vor gegen Flüchtlinge, gegen Juden, gegen Schwarze und sowieso gegen alles Fremde eingestellt waren.
Die sehr eindrückliche Darstellung anhand des konkreten Schicksals einzelner Menschen hat mich tief berührt und bewegt.


Fazit:
Wieder ein toller Roman von Katja Maybach, der sich nicht hinter den vorherigen Werken verstecken muss. Die Geschichte wird tiefgründig und fundiert sowie sehr berührend und bewegend erzählt. Klare Empfehlung!

Veröffentlicht am 27.10.2019

Ein sehr informatives Sachbuch mit guten Erklärungen und vielen Denkanstößen

Mehr Zukunft wagen!
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Lars Jaeger erklärt die Schlüsseltechnologien unserer Zeit wie Gentechnologie, KI und Big Data und stellt diese gleichzeitig in den Zusammenhang unserer Gesellschaft, insbesondere in Bezug auf Populismus. ...

Lars Jaeger erklärt die Schlüsseltechnologien unserer Zeit wie Gentechnologie, KI und Big Data und stellt diese gleichzeitig in den Zusammenhang unserer Gesellschaft, insbesondere in Bezug auf Populismus. Im zweiten Teil geht er dann auf Möglichkeiten ein, wie wir unsere Zukunft – unter Nutzung des Potentials zukünftiger Schlüsseltechnologien – selbst positiv gestalten können.


Meine Meinung:
Meiner Meinung nach trifft Lars Jaeger mit seinem Buch genau den Geist der Zeit. Es ist wirklich paradox, dass sich die Technologie immer weiterentwickelt und dennoch Menschen so viel Angst und Unsicherheit bezüglich der Zukunft verspüren wie nie zuvor. Da die Welt immer komplexer wird, kann ich die Erklärung des Autors, warum immer mehr Menschen sich nach einfachen Erklärungen sehnen, sehr gut nachvollziehen.
Die klare Sprache und die für jeden – auch ohne große Vorkenntnisse – nachvollziehbaren Erklärungen finde ich sehr gelungen. Somit ist dieses Buch zu dem so wichtigen Thema für einen breiten Leserkreis interessant und macht es einem als Leser leicht, einen Zugang zu den aktuellen Themen im Zusammenhang mit Digitalisierung zu finden.
Nach dem ersten Teil mit den sehr guten Erklärungen und Einordnungen hat es mir im zweiten Teil des Buches auch gut gefallen, wie der Autor Zusammenhänge zu philosophischen und historischen Zusammenhängen herstellt. Somit vermittelt er wirklich ganz konkrete Denkanstöße, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Sie stimmen mich aber auch positiv, was die Zukunft angeht, weil sie Wege aufzeigen, wie man die neuen Möglichkeiten positiv zum Wohl aller nutzen kann.


Fazit:
Dieses informative und aufrüttelnde Sachbuch kann ich jedem empfehlen, der sich mit den aktuellen Fragen unserer Zeit und unserer Gesellschaft beschäftigen will. Es tritt sehr gut den Geist der Zeit.

Veröffentlicht am 23.10.2019

Ein ungewöhnliches und großartiges Buch

Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin
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In diesem zweiten Band geht Motti nach Israel und wird Anführer des „Weltjudentums“, während in Deutschland in einer Bergfestung noch einige Nazis seit Kriegsende leben und das entsprechende Gedankengut ...

In diesem zweiten Band geht Motti nach Israel und wird Anführer des „Weltjudentums“, während in Deutschland in einer Bergfestung noch einige Nazis seit Kriegsende leben und das entsprechende Gedankengut weiter über sog. „Volksrechner“ verbreiten. Was passiert wohl, wenn Motti und eine Agentin der Nazis zusammentreffen?


Meine Meinung:
Der Autor erzählt in diversen kurzen Kapiteln aus unterschiedlichen Perspektiven auf der einen Seite die Geschichte von Motti und dem „Weltjudentum“, auf der anderen Seite die Geschichte der überlebenden Nazis in der Bergfestung.

Der Schreibstil ist total ungewöhnlich, extrem humorvoll und locker-flockig. Die beschriebenen Episoden sind teilweise so abstrus, dass ich viel gelacht und oft den Kopf geschüttelt habe. Manchmal blieb mir das Lachen allerdings regelrecht im Halse stecken, weil der Autor sehr berechtigte Punkte in seiner Gesellschaftskritik unterbringt und manche noch so skurrile Erfindung erschreckende Gemeinsamkeiten mit der Realität hat.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Kapitelüberschriften immer aus einem Satz aus dem relevanten Kapitel bestanden, der aus dem Zusammenhang gerissen meist sehr lustig klang. Im Laufe der Zeit habe ich mich immer gefragt, in welchem Zusammenhang der Satz in dem jeweiligen Kapitel auftauchen würde.

Insgesamt hat mich der Roman sehr gut unterhalten und mich gleichzeitig nachdenklich gemacht, weil er viele gesellschaftlich relevante Themen sehr überspitzt auf den Punkt bringt. Zum Beispiel sind Themen wie Hasskommentare in sozialen Medien sehr plakativ dargestellt.


Fazit:
Ich war sehr überrascht, wie gut mir das Buch gefallen hat, denn ich hatte gar nicht so viel oder zum Teil etwas anderes erwartet. Ich fand es sehr unterhaltsam und gleichzeitig augenöffnend. Für mich hätte es durchaus noch etwas länger sein können.

Veröffentlicht am 23.10.2019

Spannender und gut recherchierter historischer Kriminalroman

Die Tote in der Henkersgasse
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Im neusten Band der Serafina-Reihe mit Schauplatz Freiburg wird Serafina, die im Hause ihres Ehemanns Adalbert inzwischen eine Armen-Apotheke führt, in einen Mordfall hineingezogen. Denn ihr Mann wird ...

Im neusten Band der Serafina-Reihe mit Schauplatz Freiburg wird Serafina, die im Hause ihres Ehemanns Adalbert inzwischen eine Armen-Apotheke führt, in einen Mordfall hineingezogen. Denn ihr Mann wird zu einer toten Frau gerufen, die in der Henkersgasse aufgefunden wurde.
Warum ist die Tote so merkwürdig zurechtgemacht? Und was hatte sie überhaupt um die Zeit in Freiburg in dieser abgelegenen Gasse zu suchen?
Das erregt direkt Serafinas Misstrauen und sie beginnt zu ermitteln…


Meine Meinung:
Es war nicht der erste Roman von Astrid Fritz, den ich gelesen habe, jedoch der erste aus der Serafina-Reihe. Meinem Leseerlebnis / meinem Lesevergnügen tat dies jedoch keinen Abbruch. Dank des flüssigen und klaren Schreibstils war ich sofort mitten in der Handlung und habe mich beim Lesen einfach total wohl gefühlt.
Die Figuren sind einfach toll gezeichnet und es kam mir so vor, als würde ich Serafina schon ewig kennen, denn auch die Bezüge und Hinweise auf frühere Vorkommnisse hatten für mich genau den richtigen Umfang.

Auch in Bezug auf den Spannungsbogen hat der Roman für mich genau das richtige Maß, der Roman ist sehr spannend, aber auch nicht zu blutrünstig.
Es zieht sich auch ein sehr angenehmer Humor durch den ganzen Roman, wodurch das Lesen nicht nur spannend ist, sondern einfach Spaß macht.

Neben den tollen handelnden Personen hat mir auch besonders gut gefallen, dass die Schauplätze in dem historischen Freiburg sehr authentisch beschrieben sind. Man kann sich den Alltag der Menschen zu der damaligen Zeit sehr gut vorstellen, denn man merkt an vielen, vielen Stellen die extrem fundierte Recherche und das Wissen über historische Sachverhalte. Vor allem auch die Verwendung historischer Begriffe, die sehr maßvoll eingestreut sind, hat mir gut gefallen. Insgesamt wird die Zeit aus meiner Sicht sehr nachvollziehbar dargestellt, so dass ich beim Lesen nicht nur gut unterhalten wurde, sondern auch etwas lernen konnte.


Fazit:
Dieser historische Krimi aus der Feder von Astrid Fritz hat mir wieder ganz besonders gut gefallen und ich habe die spannenden und unterhaltsamen Lesestunden mit dem Buch sehr genossen!