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Veröffentlicht am 17.10.2025

Ein fulminantes Finale zum Lachen, Weinen und Staunen!

KoboldKroniken 6. Kampf um Kwertz
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Das Lied der Sieben – es muss gesungen werden! Und das wird es. Aber unsere sieben Helden von Kwertz müssen noch so manch offene Side-Quest vollenden, bevor sie sich in den Endkampf mit Ex-Koboldprinzessin ...

Das Lied der Sieben – es muss gesungen werden! Und das wird es. Aber unsere sieben Helden von Kwertz müssen noch so manch offene Side-Quest vollenden, bevor sie sich in den Endkampf mit Ex-Koboldprinzessin Azzrar und Drache Fafnir stürzen können. Während die Freunde in Blendheim an der GGG versuchen, das Schwert Balmung neu zu zeichnen, damit es sich wieder zusammenfügt, nehmen Klabauter Talugo, sein treuer Gefährte Platsch und Schratin Prrzl den Kampf gegen Azzrars Krottenschrate in den Höhlen von Kwertz auf. Kein leichtes Unterfangen, denn das Kampfgeschehen rückt immer näher an die Erdoberfläche heran, was sich durch Erdbeben in Eschenfeld bemerkbar macht. Die Helden müssen handeln - und das schnell. Aber wie können sie nach Kwertz gelangen? Azzrar hat alle Passwörter der Niflungentüren geändert bzw. sie zuschütten lassen. Und auch ein Pfützensprung mit Hilfe Talugos ist nicht mehr möglich… Es gibt jedoch noch eine lang vergessene Tür in einem Freizeitpark. Wie gut, dass an der GGG bald Wandertag ist! Auf nach Kwertz zur letzten Schlacht!
Da ich die Bände 1 bis 4 als Hörbücher gehört habe (übrigens grandiose, hörspielartige Hörbücher!), befand ich mich visuell gesehen bei Band 5 und 6 auf Neuland. Aber ich liebe die Aufmachung der Bücher als ledergebundene, überall mitgeschleppte und deswegen leicht angeranzte Notizhefte, die angesengt, vollgeblutet, verümpfschleimt und beklebt werden! Darios (bzw. Thomas‘) Zeichnungen sind so detailreich und der Stil gefällt mir unfassbar gut. Das Werk wahrer Chronisten!
Die KoboldKroniken sind geprägt von Freundschaft, Zusammenhalt, Familie, dem Suchen und Finden der eigenen Talente, Stärken und Schwächen, von Erfindungsreichtum, dem gemeinsamen Lösen von Problemen und dem Einstehen für Gerechtigkeit – egal, ob in Blendheim oder in Kwertz. Zudem gibt es immer wieder kleine Denkanstöße in Bezug auf Schule und Schulstoff, Film- und Textreferenzen für Jung und Alt und Namen, die ersten auf den zweiten Blick zu durchschauen sind. Ein Spaß für Kinder/Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen!
Dario hat eine starke Figurenentwicklung durchgemacht, die für mich im Gesamtbild absolut schlüssig und rund ist. Er steht für sich und seine Freunde ein, ist an seinen Aufgaben gewachsen und kann sich trotzdem, wenn nötig, zurücknehmen. So ergeht es auch Rumpel, Clara-mit-C (die ich zu Anfang echt nicht ausstehen konnte…) und Selin. Und auch Lennard überrascht uns am Ende mit einer ganz neuen Seite von sich! So schnell kann man innerhalb eines Schuljahres innerlich (und bei Dario auch äh… äußerlich… wer das Ende kennt, weiß, was ich meine…) über sich hinaus wachsen.
Ein fulminantes Ende mit einem würdigen Abschluss… Oder ist es vielleicht gar nicht das Ende?! Wir sollten die Höhlen unter dem GGG auf jeden Fall im Auge behalten. Und wer weiß, möglicherweise finden wir die Niflungentür in der Drachenbahn des Adventure Land bei unserem nächsten Wandertag und können selbst einmal nach Kwertz reisen? Ich wäre auf jeden Fall dabei!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Die Ereignisse überschlagen sich in der Spellcrafter Gesellschaft…

Spellcraft, Band 2 - Die Macht der weißen Sonne
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Die Londoner Artefakt-Magier werden wieder einmal Ziel eines Anschlags: Mitten auf dem Winterball der Septs, den Magieaufsehern der Spellcrafter, seilen sich vermummte Personen ab, die grell leuchtende ...

Die Londoner Artefakt-Magier werden wieder einmal Ziel eines Anschlags: Mitten auf dem Winterball der Septs, den Magieaufsehern der Spellcrafter, seilen sich vermummte Personen ab, die grell leuchtende Anzüge tragen und stehlen der Anführerin von Sept Felicitas ihr Collier. Ebenso schnell wie sie gekommen sind, verschwinden die Angreifer wieder, hinterlassen aber verletzte und erneut verstörte Spellcrafter – unter ihnen auch Lucys Freund Renly. Doch was niemand ahnt: Lucy wurde kurz vor dem Angriff gewarnt. Seit der Öffnung des sechsten Tores hört sie nämlich eine Stimme in ihrem Inneren, die sie in ihren Träumen besucht – und nun auch am Tage zu ihr spricht. Lucy wird ins Konklave der Septs berufen und soll ihre Sicht des Abends schildern. Ob auch diesmal der Leiter von Sept Argent, Halston Prince, hinter dem Überfall steckt? Schließlich hat er beim letzten Mal ein Monster auf diese Welt losgelassen, als er heimlich und zu seinem Vorteil das sechste Tor öffnen wollte, um verborgen vor den anderen Septs Aether zu sammeln. Doch dies ist nicht Lucys einzige Sorge: Immer mehr Spellcrafter rebellieren gegen die Herrschaft der Septs, da plötzlich Crafter verschwinden und sie nicht von den Septs geschützt werden. Und auch die Stimme flüstert Lucy zunehmend zu, dass die Magieweber frei sein sollten…
Dieser zweite Band ist geprägt vom Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung, von der Sehnsucht nach Veränderung und Wandel, dem Ablegen überholter Gesellschaftsstrukturen, aber auch das Gegenteil kommt hier stark zum Tragen: Machtgier, Neid, Unterdrückung. Hier wird sehr viel Handlung in sehr wenig erzählte Zeit verpackt, ein tragendes Ereignis folgt auf das nächste. Das Erzähltempo ist durchgängig hoch, zum Luftholen ist kaum Zeit. Ob das immer von Vorteil ist, weiß ich nicht genau. Lucy hat dadurch kaum Zeit, zu hinterfragen, was und warum die Stimme ihr einflüstert. Und wer diese Stimme überhaupt ist. Lucy ist im ersten Band eine sehr aufgeweckte, neugierige Spellcrafterin, aber hier fehlt mir diese Neugier und auch ein gesundes Maß an Skepsis. Zum Schluss ist kaum mehr ersichtlich, welche Gedanken ihre eigenen sind und welche ihr von der Stimme eingegeben wurden. Um ehrlich zu sein, hat mich dieser Umstand etwas gewurmt. Denn grundsätzlich mag ich die Protagonistin sehr und auch ihre Figurenentwicklung zu einer selbstbewussten Spellcrafterin gefällt mir gut. Aber diese Leichtgläubigkeit, die sie letztendlich zur Rebellin werden lässt, macht sie anfällig für Manipulationen – und genau das wollte sie ja nach der Erinnerungslöschung im ersten Band durch Halson Prince nie wieder. Denn wenn man sich selbst, seinen Gedanken und Erinnerungen nicht trauen kann – wem dann?
Ich bin nun wirklich gespannt auf das Finale. Wird sich die Spellcrafter Gemeinschaft von der Kontrolle der Septs freimachen können? Und welche Rolle werden Lucy, Renly, Adele und auch Carter in diesem Spiel der Mächte übernehmen (müssen)?

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Eine neue, tierische Reihe von Gina Mayer

Wilderland – Der Wald
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Calum ist 14 Jahre alt und schon als Baby von einem Pflegeelternpaar zum nächsten gereicht worden. Jetzt soll er in eine neue Wohngruppe in eine neue Stadt in einem anderen Bundesstaat umziehen, was nicht ...

Calum ist 14 Jahre alt und schon als Baby von einem Pflegeelternpaar zum nächsten gereicht worden. Jetzt soll er in eine neue Wohngruppe in eine neue Stadt in einem anderen Bundesstaat umziehen, was nicht nur ihn, sondern auch die Frau vom Jugendamt stutzig macht. Und überhaupt ist diese neue WG komisch: Die drei dort bereits wohnenden Jugendlichen bleiben die meiste Zeit unter sich und hocken tagsüber geheimniskrämerisch im Zimmer der Mädchen zusammen. Calum findet zunächst nur schwer Zugang zu Jasleen, Skye und Miro. Erst bei einem Waldausflug bemerken die Jugendlichen, dass sie doch mehr verbindet, als sie denken. Denn Jasleen hat eine Neigung zu Schlangen bzw. Vipern, in Skyes Nähe befindet sich stets eine Krähe und Miro verschwindet auf dem Ausflug nachts mit einem Luchs. Und auch Calum ist besonders: Sein Geruchssinn ist unfassbar gut. So gut, dass er bald bemerkt, dass die Wohngruppe ausspioniert wird… Ist es also doch kein Zufall, dass er in dieser WG gelandet ist…?
Diese neue Reihe von Gina Mayer ist definitiv noch etwas düsterer als die „Internat“ und „Stadt der bösen Tiere“-Bände. Für mich ist die Mensch-Tier-Thematik leider mittlerweile ausgelaugt, daher konnte mich die Geschichte nicht so recht mitreißen. Sie war dennoch in Teilen rasant und spannend, schon fast wie ein Spionage-Thriller. Denn dieses Mal ist eine Interspezies-Kommunikation auf Grund einer Genmanipulation der Kinder möglich – nicht, wie in der vorherigen Reihe, durch Genmutation bzw. Vererbung. Die Thematik ist schon auf ältere Kinder bzw. Jugendliche ausgelegt, da ein Mindestmaß an Grundwissen und Verständnis vorausgesetzt werden muss, was das Thema Genetik/Biologie angeht. Ich würde es ab 12 Jahren empfehlen. Das Ziel und die Hauptintention dieser Genmanipulation wurden mir im ersten Band noch nicht ganz ersichtlich. Sollen die Kinder zu modifizierten Supersoldaten werden? Oder wollte wieder nur eine verrückte Wissenschaftlerin die Grenze des Machbaren austesten? Die Geschichte – und besonders das Ende – haben mich sehr stark an X-Men und hier im Speziellen an „Old Man Logan“ erinnert. Wer solche Themen mag, wird hier fündig werden.
Ich hoffe, dass die Figuren im Verlauf der Reihe noch etwas an Tiefe gewinnen und wir möglicherweise noch etwas mehr über ihre Innenwelt erfahren werden. Bisher war es mir etwas zu wenig, aber im Vordergrund stand in diesem ersten Band auch die Entdeckung der Talente der Jugendlichen. Ich bin gespannt, wo die Reise hingehen und auf wie viele Bände die Reihe angelegt sein wird.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Familie kann man sich nicht aussuchen…

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides
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Inez Olivera steht vor den Trümmern ihrer Familie: Der Vater vermisst, möglicherweise sogar tot, die Mutter eine Diebin und Verräterin auf der Flucht, die Cousine Elvira kaltblütig ermordet und ihr Onkel, ...

Inez Olivera steht vor den Trümmern ihrer Familie: Der Vater vermisst, möglicherweise sogar tot, die Mutter eine Diebin und Verräterin auf der Flucht, die Cousine Elvira kaltblütig ermordet und ihr Onkel, der Archäologe Ricardo Marqués, ein verbitterter und verletzter alter Mann, der sie zurück nach Argentinien schicken will. Doch Inez will nicht zurück in ihre Heimat. Sie möchte ihre Mutter zur Verantwortung ziehen – für den Tod an Elvira und für den Diebstahl unzähliger ägyptischer Artefakte, die sie der Altertumsverwaltung vorenthalten und meistbietend auf dem Schwarzmarkt an reiche Ausländer verkauft hat. Dieses Vorhaben gestaltet sich jedoch ohne Zugriff auf ihre finanziellen Mittel schwierig… Einen Ausweg bietet ihr Whitford Hayes, der loyale Assistent ihres Onkels, indem er Inez eine Hochzeit vorschlägt. Da ihr Herz spätestens seit dem verbotenen Kuss in Kleopatras Grabkammer sowieso schon für ihn schlägt, willigt sie in eine heimliche Vermählung ein. Doch es zeigt sich schnell, dass auch Hayes seine ganz eigenen Pläne verfolgt und dass diese sich nicht mit denen von Inez decken…
Nach dem – für mich – völlig schockierenden Cliffhanger aus dem ersten Band, habe ich die Fortsetzung herbeigesehnt! Ich muss mich als Fan von Whitford Hayes outen… Ich glaube, ich wäre ihm ähnlich schnell und intensiv verfallen, wie es Inez passiert ist. Und ich muss zugeben: Dieser zweite Band hielt noch so einige Überraschungen bereit – auch im Hinblick auf Whitford! Auch, wenn das Buch von der Gesamtstruktur her etwas anders angelegt war, als der Vorgänger: Wir sind weniger die archäologischen Abenteurer, die nach Kleopatras Grabstätte suchen, und mehr Detektive, die die Spur einer Diebin verfolgen und uns anhand von Hinweisen bis hin nach Alexandria durchhangeln. Das Familiendrama rund um Inez steht im zweiten Teil deutlich im Vordergrund, was für mich aber völlig in Ordnung war. Ich wollte ja schließlich keinen (reinen) archäologischen Roman lesen.
Mir gefiel die Figurenentwicklung in diesem Band sehr gut. Inez ist zwar weiterhin eher naiv und sehr vertrauensselig veranlagt, aber sie lernt dazu, ohne zu verhärmen oder zu verbittern. Sie wird im Gegenteil selbstsicherer. Ob dies nun unbedingt damit zusammenhängt, dass sie jetzt eine verheiratete Frau ist, sei dahingestellt. Wer einen feministischen Roman erwartet, ist hier definitiv an der falschen Stelle, das gibt die historische Gegebenheit nicht her, das sollte dem/der Leser*in bewusst sein. Aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten und charakterlichen Grundzüge gelingt es Inez doch, sich selbst zu finden und ihre Meinung zu vertreten. Ebenso gefielen mir die Perspektivwechsel zu Whitford. So gelingt ein Blick hinter die Fassade des ewig genervten Pistolenhelden, der – obwohl er seine eigenen Ziele verfolgt und dabei Prioritäten setzt, die fragwürdig erscheinen – von Grund auf loyal ist. Er erinnert mich sehr an Rick O’Connell aus „Die Mumie“: ein lebenserfahrener, starker Mann mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt, der durch die Liebe einer Frau erst seine Daseinsberechtigung erkennt. Ob Mister O’Connell wohl das Vorbild für Mister Hayes war? ;)
Es ist eine Geschichte rund um Verrat, Persönlichkeitsentwicklung, über Abenteuer, Liebe, Loyalität, über das Verzeihen und die Frage, ob Familienbande wirklich verpflichtend sind oder ob man seine Eltern auch einfach auf Grund ihrer Taten nicht mögen und zur Rechenschaft ziehen darf. Für mich war die Dilogie ein echtes Jahreshighlight und einzigartig in ihrer Umsetzung. Kein reiner Historienroman, keine klassische New Adult Geschichte, eher mit Tendenzen in Richtung Romantasy. Und auf Grund der grafischen Gestaltung auch optisch und haptisch ein echter Hingucker im Bücherregal! Rundum gelungen!

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ein düsterer nordischer Kinderkrimi

Mika Mysteries 1: Der Ruf des Nachtraben
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Stockholm im Jahr 1880: Die zwölfjährige Mika lebt schon ihr Leben lang im Waisenhaus. Teil ihrer Überlebensstrategie ist es, die Menschen in ihrer Umgebung genau zu beobachten, um Streitereien aus dem ...

Stockholm im Jahr 1880: Die zwölfjährige Mika lebt schon ihr Leben lang im Waisenhaus. Teil ihrer Überlebensstrategie ist es, die Menschen in ihrer Umgebung genau zu beobachten, um Streitereien aus dem Weg zu gehen. Als nun eines Nachts ein Fremder mit einem Baby an die Tür des Waisenhauses klopft, ahnt Mika noch nicht, dass dieses Ereignis eine Kette von Geschehnissen in Gang setzt, in deren Verlauf sie zur Gehilfin eines Polizisten werden wird, um einen entflohenen Serienmörder ausfindig zu machen. Denn Mikas Auge fürs Detail und ihre schnelle Auffassungsgabe sind ein Segen für den etwas eigenbrötlerischen Kommissar Valdemar Hoff, der bei seinem Chef in Ungnade gefallen ist und sich mit diesem Fall wieder rehabilitieren könnte. Doch die Suche gestaltet sich schwierig und als sehr gefährlich. Mika muss alles geben, damit ihnen beiden nichts zustößt, und deckt dabei auch Informationen zu ihrer eigenen Herkunft auf…
Ich gebe es ehrlich zu: Ich habe das Hörbuch auf Grund des wunderschönen Covers ausgewählt. Über den Inhalt hatte ich mich gar nicht informiert. Ich muss sagen: Ich wurde positiv überrascht! Mika ist das schwedische Pendant zur englischen Enola Holmes – nur in verarmter Variante. Dennoch stehen beide Detektivinnen für sich ein, sind geistreich, durchsetzungsstark, detailverliebt, improvisationsbegabt (besonders, wenn es darum geht, sich älter wirken zu lassen). Mika als Protagonistin gefiel mir, lediglich ihre übertriebenen Fantasiegeschichten für die jüngeren Waisenkinder waren etwas übertrieben. Sie ist gezwungenermaßen hart im Nehmen, und gerade diese realitätsnahe Darstellung machte für mich den besonderen Charme dieser Geschichte aus. Das Setting ist düster, frostig und derb, beschönigt nichts – Hunger, menschliche und klimatische Kälte, Tod, und Egoismus sind an der Tagesordnung – und auch den Figuren merkt man ihren tagtäglichen Überlebenskampf an. Daher würde ich der Altersempfehlung ab 10 Jahren auch nur mit Bedacht zustimmen. Für Kinder, die etwas sensibler sind, würde ich die Geschichte eher nicht empfehlen. Wer allerdings Lust auf einen historischen Krimi für Kinder/Jugendliche hat, der im kalten Schweden des 19. Jahrhunderts spielt, und den harten Alltag eines Waisenkindes widerspiegelt, der wird hier fündig werden.
Ganz klar empfehlen kann ich auf jeden Fall das Hörbuch! Julia Nachtmann gibt sich große Mühe dabei, alle Namen und Straßenbezeichnungen authentisch schwedisch auszusprechen. Außerdem passt ihre eher dunkle Stimmlage wunderbar zu der düsteren Atmosphäre der Geschichte.

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