Im Kern geht es um Freiheit
Zerstörung der MeinungsfreiheitBei einem sogenannten Montagsspaziergang, im Sommer 2022 hat mir ein Teilnehmer im Gespräch über die politischen Geschehnisse mit Vehemenz zu verstehen gegeben, dass es im Kern um „Freiheit“ geht. Damals ...
Bei einem sogenannten Montagsspaziergang, im Sommer 2022 hat mir ein Teilnehmer im Gespräch über die politischen Geschehnisse mit Vehemenz zu verstehen gegeben, dass es im Kern um „Freiheit“ geht. Damals habe ich die Weitsicht des Mannes nicht im Ansatz erkannt. Jetzt 2025 halte ich ein Buch in der Hand in dem es um nichts weniger als die Zerstörung der Meinungs-“Freiheit“ geht.
Mit den Gedanken an die damaligen, pandemiebedingten Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens und das kürzliche Attentat auf einen jungen, politischen Aktivisten in den USA erscheinen Titel und Bild dieses Buches in einem nochmals anderem Licht.
Im Titelbild ist „Der Denker“ von August Rodin mit einem rot-weißen Sperrband gefesselt. Dem Autor nach werden mit schleichender Zensur Meinungsvielfalt und das gesellschaftspolitische Gleichgewicht zu Gunsten „links-grüner“ Vorstellungen verschoben. Treffend wird Frank Urbanick zitiert. „Zensur ist subtiler und wird durch viele Personen praktiziert, die überzeugt sind, Gutes zu tun.“ Subtil und Stück für Stück wird die Freiheit, Gedanken in Wort und Schrift auszudrücken, eingeschränkt und der Straftatbestand ausgeweitet.
Der Autor, Christian Zeller, hält der gesamten Gesellschaft einen Spiegel vor. Erschreckend ist die Darstellung, wohin es führen kann, wenn wir weiter die so machen und sich die Einschränkung der Meinungsfreiheit gegen uns wendet.
Der Autor und Soziologe geht mit seiner historischen Analyse, untermauert durch eine Vielzahl von praktischen Beispielen, auf die sozialen Netzwerke, die Ampelregierung oder die Herrschaft von Kampfbegriffen auf der kulturellen Ebene ein. Sehr vorteilhaft ist dabei die Untergliederung des Buches, in zahlreiche kurze Abschnitte, was es umso leichter macht das Buch regelmäßig zur Seite zu legen, um über das eben Gelesene nachdenken zu können, nur um gleich darauf weiterzulesen.
Das brandaktuelle Buch von Christian Zeller über die Bedeutung der Meinungsfreiheit basiert auf einer Analyse im Umgang mit Kritikern, Skeptikern oder schlicht Andersdenkenden und den Folgen für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Es ist sehr zu empfehlen in der Hoffnung, dass das Nachdenken auf allen Seiten dazu führt, sich wieder mehr in das Gegenüber hineinzuversetzen.
Schließen möchte ich diese Rezension mit der ersten Strophe eines Volksliedes zur Freiheit der Gedanken, in der Fassung um 1800, weil es noch immer aktuell ist. (1)
„Beleget den Fuß
Mit Banden und mit Ketten
Daß von Verdruß
Er sich kann nicht retten,
So wirken die Sinnen,
Die dennoch durchdringen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.“
(1) Die Gedanken sind frei, (https://de.wikipedia.org/wiki/DieGedankensind_frei)