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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wunderschön, und neuartig

Mirror: Weiß wie Schnee
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n den Hausmärchen der Gebrüder Grimm trifft man böse Stiefmütter, Wölfe und andere Zauberwesen. Doch was wäre, wenn diese gar nicht so böse sind, wie uns die Gebrüder Grimm weismachen wollen? Dieser Frage ...

n den Hausmärchen der Gebrüder Grimm trifft man böse Stiefmütter, Wölfe und andere Zauberwesen. Doch was wäre, wenn diese gar nicht so böse sind, wie uns die Gebrüder Grimm weismachen wollen? Dieser Frage geht Lucia Herbst in ihrer Reihe „Spieglein, Spieglein“ nach und lässt Menschen aus der realen Welt die Märchenwelt neu kennenlernen.


Ich liebe ja Märchenadaptionen, habe aber sehr lange nach keiner mehr gegriffen. Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass mich der Auftakt der Reihe von sich überzeugen konnte. Lena, aus der realen Welt, wirbelt mit ihrem Wissen über das Ende der Figuren und ihrem Wunsch für alle ein Happy End zu zaubern, die Märchenwelt gehörig durcheinander. Dabei deckt sie Geheimnisse auf, findet neue Freunde und lernt auch etwas Neues über sich selbst.

Lucia Herbst schafft es, dass man einen neuen Blick auf die Märchen und vor allem auf die Bösewichte wirft. Warum will Rumpelstilzchen das Kind der Königin stellen? Warum lockt die Hexe mit ihrem Knusperhäuschen Kinder an und will diese essen? Hier bekommen die Zauberwesen eine Stimme und ein Motiv für ihre Handlungen. Lenas Umgang mit den Bösewichten hat mir gefallen und ich fand vor allem bei der Knusperhexe die Begründung ein bisschen lustig.

Während man zu Beginn aus der Sicht der bösen Königin in die Story eintaucht, ihre Beweggründe kennenlernt und merkt, irgendwas stimmt da doch nicht, folgt man nach dem Tausch Lena und erlebt den Rest der Story aus ihrer Sicht. Dieser Sichtwechsel ist aber sehr gut gelungen, sodass es mir nicht wie ein Bruch vorkam. Die Handlung setzt sich danach gemächlich vor. Ich lernte Lena und all die anderen Personen besser kennen und konnte in Ruhe in die Märchenwelt miteintauchen.

Zum Ende hin passierte sehr viel. Die Geschehnisse überschlugen sich. Das störte mich nur in Bezug zu einer Sache und zwar der Liebesgeschichte. Lena ist verpartnert und weder das Verhalten am Ende von ihrem Partner noch die Gefühle zu einer der Figuren aus der Märchenwelt konnten mich so richtig überzeugen. Ersteres hatte für mich nur ein laue Erklärung, weil ich die Person ja gar nicht kennenlernen konnte und zweiteres fand ich auch etwas zu „schnell“. Bei romantischen Sachen bin ich sowieso eher die Slow Burn Liebhaberin. Eine weitere Sache, die mich am Ende etwas verwirrt zurückgelassen hat, ist die Entscheidung von Lena. Aber aus Spoilergründen kann ich darauf nicht weiter eingehen. Jedenfalls wirkte diese etwas gezwungen auf mich.

Der zweite Band „Schön wie Rosen“ wird ganz sicher hier einziehen und ich hoffe, dass man dort alte Bekannte wiedertreffen darf.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Grandioser Reihenauftakt

Blood and Steel
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Altheas Berufswunsch sollte eigentlich kein Problem sein. Das Talent ist da und sie lebt zufällig als Mündel der Bibliothekarin in der Festung, in der die Krieger der Königreiche ausgebildet werden. Allerdings ...


Altheas Berufswunsch sollte eigentlich kein Problem sein. Das Talent ist da und sie lebt zufällig als Mündel der Bibliothekarin in der Festung, in der die Krieger der Königreiche ausgebildet werden. Allerdings ist es aufgrund einer Prophezeiung allen Frauen verboten, Waffen zu tragen. Und deshalb mussten vor Jahren alle Kriegerinnen ihre Klingen abgeben und sich einen neuen Beruf suchen, wenn sie in den Königreichen verbleiben wollten. Wer dagegen verstößt, muss mit dem Tod rechnen. Wie man aus dem Klappentext schon erfährt, schafft es Althea doch, die Ausbildung beginnen zu dürfen. Wie das Geschehen ist, müsst ihr selbst herausfinden, allerdings haben Altheas Zielstrebigkeit und ihr Sturkopf einen großen Anteil daran. Ich mochte ihren Charakter sehr. Sie lässt sich nicht unterbuttern und steht für andere ein. Sie geht nicht leichten Weg, was sie auch in Schwierigkeiten bringt. Während ihrer Ausbildung, was eigentlich den Hauptteil der Handlung beinhaltet, lernt sie mehr über sich, ihre Schwächen und muss auch mit vielen Schikanen umgehen. Und die sind hier nicht grad auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern könnten auch tödlich enden.

Der Trope Enemies to Lovers wird hier voll erfüllt. Wilder hat so gar kein Bock sich mit Althea auseinanderzusetzen und ist merklich genervt von der Anziehung, die zwischen ihnen herrscht. Ich habe es geliebt wie die beiden miteinander agiert haben. Freue mich schon sehr darauf, wie sich das ganze in den Folgebänden weiterentwickeln wird.

Auch wenn das Buch als spicy Romantasy angepriesen wurde, ist im ersten Band noch wenig Spice zu finden. Stattdessen haben wir hier die Annäherung der beiden und natürlich die Einführung in die Welt von Thezmarr. Eine Welt, die in Gefahr ist. Zwei Königreiche sind schon gefallen und der Schutzschleier bekommt immer mehr Risse. Die „Ungeheuer“ sind spannend umrissen und ich bin schon gespannt, was man noch über diese und deren Entstehung herausfinden wird. Irgendwie denke ich, dass die „Finsternis“ noch einen „Oh Wow“-Effekt auf mich haben wird. Die Kampfszenen sind spannend und so beschrieben, dass ich ein gutes Kopfkino entwickeln konnte. Über die Magie in diesem Buch werden bisher nur die Grundlagen erwähnt, allerdings klingt es interessant. Ich finde Magiesystem ja immer toll. Wie funktioniert sie, wie ist sie beschränkt, etc. Ich liebe Details dazu und hoffe auf ganz viel Input in den Folgebänden dazu.

„Blood and Steel“ ist für mich ein wunderbar gelunger Einstieg in die Reihe und freue mich schon auf die weiteren Bände.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Wunderbar

Der Spiegel des Drachen - Weltenwandel
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Wie im Klappentext schon beschrieben, begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Personen auf einer Mission. Und das Zusammenspiel der Personen war eher konfliktreich. Vor allem die Dialoge zwischen ...

Wie im Klappentext schon beschrieben, begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Personen auf einer Mission. Und das Zusammenspiel der Personen war eher konfliktreich. Vor allem die Dialoge zwischen Langara, der Hure, und Rylo, dem Leibwächter, fand ich köstlich. Langaras Art mit Rylos Vorurteilen umzugehen war herrlich. Aber wirklich in mein Herz geschlichen hat sich Taran, der Einzelgänger und Aylia, die Assassine. Vielleicht weil deren Hintergrund auf mich emotional mehr gewirkt hat als die der anderen beiden. Auch wenn die Story nur an wenigen Tagen spielt, lernt man einiges über den Hintergrund der Personen durch Erzählungen und Erinnerungen. Ihre Beweggründe, die Mission erfüllen zu wollen, obwohl sie zu dieser gezwungen werden, sind dadurch nachvollziehbar. Und mir gefiel es sehr, dass sich die vier erst kennenlernen mussten und sich nicht sofort aufeinander verlassen haben. Vertrauen muss man sich verdienen. Oder wie Aylia sagen würde: „Vertraue niemals einer Assassine.“

Wie oben schon erwähnt, befinden wir uns nur für wenige Tage in dieser Fantasywelt. Auch wenn die Welt und die Magie kurz umrissen werden, liegt der Kern auf der Mission/Quest und dem Zusammenspiel der vier Protagonisten. Eine große Charakterentwicklung oder eine tiefer Einblick ins Worldbuilding darf man sich nicht erhoffen. Trotzdem darf man sich auf immer neue Überraschungen freuen. Sei es durch eine neue Information zu den Personen oder aber durch Entdeckungen, die sie machen. Vor allem letzteres sorgt dafür, dass man das bisher Geglaubte infrage stellen muss. Während sich unsere vier Helden bei der Frage, was denn nun die Wahrheit ist, nicht einig sind, wurde es mir als Leser schnell klar, wem ich glauben schenken sollte. Ein bisschen längeres in der Luft schweben bei der Frage, hätte ich mir gewünscht. Trotzdem ist es bis zum Ende nicht ersichtlich, ob die Mission scheitert oder nicht. Ob die Helden ihre Welt retten oder ob sie zerstört. Und am Ende muss sich der Leser auch fragen, was das moralisch richtige ist.

Was mir besonders gefallen hat, kann ich nicht verraten, da es ein wirklich fetter Spoiler wäre. Aber am Ende des Buches lässt die Autorin etwas geschehen, was ich bei den wenigsten Büchern lese. Ich war da auf der einen Seite etwas traurig, aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass diese Geschehnisse so gut zur Story gepasst haben, dass ich froh bin, dass die Autorin dies geschehen ließ.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Ein Wohlfühlroman

Books & Coffee - Das Beste liegt immer vor uns
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Achtung! Wenn ihr diese Buch lest, besteht die Gefahr, Heißhunger auf Cupcakes und Kuchen zu bekommen. Lesen auf eigene Gefahr! Zumindest ging es mir so als ich Ella Lindbergs neuen Reihenauftakt gelesen ...

Achtung! Wenn ihr diese Buch lest, besteht die Gefahr, Heißhunger auf Cupcakes und Kuchen zu bekommen. Lesen auf eigene Gefahr! Zumindest ging es mir so als ich Ella Lindbergs neuen Reihenauftakt gelesen habe. Die Kuchen und Torten klingen aber auch lecker und werden so toll beschrieben. Vor allem diese Zitronentorte…. Aber wir haben hier kein Backbuch vor uns, sondern einen humorvollen Liebesroman oder wie der Verlag es auch beschreibt: ein Feelgood-Roman.

Der Beginn der Geschichte lässt Lucy gleich mal 1000 Sympathiepunkte gewinnen, während ich mich bei ihrem Freund fragte, was sie nur von dem Kerl will. Aber während sich Lucy mutig in ihr neues Café-Abenteuer stürzt, mistet sie den Kerl auch gleich mal aus. Ein doppelter Neustart also mit Selbstzweifeln, Stolperfallen und Chaos. Lucy ist so eine herzerwärmende Person, dass ich ihren Weg total gern begleitet habe. Auch wenn ich wusste, dass ein Feelgood-Roman ja nur positiv enden kann, hatte ich trotzdem ein bisschen Angst gehabt, dass Lucy einmal zu oft „stolpert“. Denn ihr werden auch Fallen gelegt, die sie erst einmal erkennen muss. Nicht nur Lucy ist eine Person, die ich direkt toll fand, auch Clara hat mich mit ihrer Art sofort eingenommen. Ben ließ mich jedoch erstmal im Dunkeln tappen, aber seine Art war erfrischend.

Der Schreibstil ist flüssig und mit Details gespickt. Nicht nur das Café wird so schön beschrieben, dass ich direkt ein Bild im Kopf hatte, auch die Kuchenbeschreibungen ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Am zweiten Lesetag war ich jedoch vorbereitet und hatte ein Stück Kuchen vor mir stehen.

Das Ende bei Romance Büchern ist ja meistens vorhersehbar – am Ende gibt es ein Pärchen. Daher ist der Weg dorthin besonders wichtig. Hier entwickeln sich die Gefühle langsam und man konnte zusammen mit Lucy den Mann kennenlernen. Die Liebe fand ich glaubwürdig, ebenso die kleinen Missverständnisse und Gefühle, die diese hervorriefen. Vor allem, da sich Lucy erst frisch getrennt hatte, fand ich es wichtig, dass die neue Liebe nicht einfach so plötzlich da war, sondern das es für mich verständlich war, dass sich Lucy nach einer Trennung so schnell auf etwas Neues einlassen konnte. Zum Glück lernt man auch genug über ihren Ex kennen, um zu verstehen, was Lucy an Ben so toll findet.

Am Ende des Buches war ich zum einen traurig, dass es hier in der Gegend kein Café wie das Café Zuckerzeit gibt und zum anderen hatte ich wahnsinnig Lust aufs Backen. Wenn ich Band 2 lese, werde ich definitiv ein Stück Kuchen bereitstehen habe.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Der Einstieg war schwierig, dann wurde es spannend

Nachtengel - Nemesis
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Wow, an dem Buch saß ich echt lange, dabei habe ich die erste Trilogie über unseren Nachtengel geliebt und war furchtbar neugierig auf die Fortsetzung. Ich rate dringend dieses Buch nur zu lesen, wenn ...

Wow, an dem Buch saß ich echt lange, dabei habe ich die erste Trilogie über unseren Nachtengel geliebt und war furchtbar neugierig auf die Fortsetzung. Ich rate dringend dieses Buch nur zu lesen, wenn man die Vorgängerreihe kennt, da es sonst wahnsinnig verwirrend ist. Auch ich hätte mir zu Beginn eine kurze Zusammenfassung der Schatten-Trilogie gewünscht. Es war ja doch ein paar Jahre her, dass ich diese gelesen habe und daher viel es mir schwer in die Story reinzukommen. Hier wird nämlich definitiv vorausgesetzt, dass man noch die Details aus der Schatten-Reihe in Erinnerung hat.

Man wird also so ziemlich in die Geschichte geworfen und was mir sehr schnell auffiel und nach einem Blick in die erste Trilogie sich bestätigte, ist, dass der Autor die Erzählperspektive geändert hat. Und allgemein fand ich seine Schreibweise sehr anders. Gut, nach 14 Jahren hat man sich auch weiterentwickelt, aber irgendwie hätte ich es persönlich schöner gefunden, wenn wir nicht nur aus der Sicht von Kylar und den Zeitsprüngen zu Vi lesen. Das hat mich nämlich zu Beginn auch sehr verwirrt. Vi liest nämlich das Tagebuch, was wir sozusagen auch lesen.

Kylar selbst fand ich in seinem Charakter nicht mehr so stark, wie am Ende der ersten Trilogie. Als ob er einen Rückschritt gemacht hätte. Viele Selbstzweifel und auch mit seiner Magie schien er am Anfang nicht mehr so gut klarzukommen. Ja, der Kakari hatte schon immer seinen eigenen Kopf, aber hier hatte es mich schon gewundert. Kylars Selbstzweifel werden sehr humorvoll rübergebracht und ich rede hier vom schwarzen Humor. Seine doch strengen selbstauferlegten Regeln (gab es die schon vorher?) und die Tatsache, dass er oft handelt, bevor er denkt, bringen ihn in so einige schwierige Situationen.

Auch die anderen Protagonisten scheinen sich zum Teil verändert zu haben, dabei beginnt diese Fortsetzung kurz nach den Ereignissen des finalen Bandes. Nachdem ich mich aber nach der Hälfte des Buches endlich mit dem Schreibstil anfreunden und auch in die Story zurückgefunden hatte (nebenbei ein bisschen Hintergrund aus Trilogie 1 gegoogelt, dabei wäre es einfacher gewesen, einfach die Vorgänger-Trilogie nochmal zu lesen), hatte ich wieder viel Spaß mit Kylar und den Intrigen und Wendungen und Kämpfen. Denn eine spannende Handlung aufbauen, ist Brent Weeks auch hier wieder gelungen.

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