Profilbild von Isbel

Isbel

Lesejury Profi
offline

Isbel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Isbel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2025

Starker Reihenstart

Spark of the Everflame
0

Ich wollte mal wieder etwas mit einem interessanten Magiesystem lesen und bin dabei über die Kindred´s Curse Saga von Penn Cole gestolpert. Und hier haben wir nicht nur interessante Magie, sondern auch ...

Ich wollte mal wieder etwas mit einem interessanten Magiesystem lesen und bin dabei über die Kindred´s Curse Saga von Penn Cole gestolpert. Und hier haben wir nicht nur interessante Magie, sondern auch eine spannende politische Lage. Eine Mischung, die mir gefällt.

Der Weltenbau ist mal wieder nach meinem Geschmack. Magie, Rebellion, Familiengeheimnisse und eine Protagonistin, die mit all den neuen Entdeckungen auch entscheiden muss, wo sie steht und was sie zu tun bereit ist. Für ihre Familie, für ihr Volk, für ihr Land und für sich selbst. Eine Last, die erdrücken kann und bei Diem ist diese Last spürbar. Sie ist ständig wütend und erst im Laufe des Lesens wird einem klar, dass ihre Gefühle sie vollkommen überwältigen, weil ein Teil von ihr magisch unterdrückt wurde. Wieso, weshalb, warum – das ahnt man als Leser schon zu Beginn, aber die genauen Hintergründe werden in Band 1 noch nicht offenbart. Ehrlich gesagt, endet das Buch mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger. Nicht nur was Diem selbst betrifft, sondern auch was ihre Mutter betrifft. Und auf die Aufdeckung letzteres freue ich mich sehr. Das klang wahnsinnig spannend und wird sicherlich noch viel in Gange setzen. Ob Diem da allerdings mitspielen wird, ist eine der Fragen, die ich mir am Ende stellte.

Neben Diem sind noch Luther, der Descended-Prinz und Henri, Diems bester Freund seit Kindheitstagen, Personen, die wir näher kennenlernen. Während ich Luther schnell in mein Herz schloss und einfach nur mitfieberte, dass Diem und er sich näher kommen (Spoiler: die Autorin ist hier am Ende des Buches echt fies, was die Enemies to Lovers Story angeht), mochte ich Henri im Laufe des Buches immer weniger. Sein Herz schlägt für die Rebellion und die Leidenschaft dafür mag ich bei ihm, aber das er dafür Diem hintergehen würde, gefällt mir natürlich überhaupt nicht. Des Weiteren ist sein Problem eine Schwarz-Weiß-Sicht, während Diem zum Glück die Welt nicht nur in gute Menschen und böse Descended einteilt.

Nachdem der ersten Band mich nun in die Welt einführte, freue mich mich darauf Diem besser kennenzulernen und bin gespannt, was der Cliffhanger am Ende noch in Gang setzen wird. Band 2 – ich komme.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2025

Unterhaltsam

Pleasure and Pain - Fessle mein Herz
0

Violet und Elijah sind für sich stimmig aufgebaut, allerdings fand ich ihr Miteinander zu reduziert auf die sexuelle Anziehung. Was mir gefehlt hat, war eine Entwicklung zwischen Violet und Elijah außerhalb ...

Violet und Elijah sind für sich stimmig aufgebaut, allerdings fand ich ihr Miteinander zu reduziert auf die sexuelle Anziehung. Was mir gefehlt hat, war eine Entwicklung zwischen Violet und Elijah außerhalb der sexuellen Ebene. Nicht nur der alte Vertrauensbruch wurde für mich zu wenig aufgearbeitet, insgesamt spürte ich zu wenig Verbindung zwischen den beiden jenseits ihrer Dom-Sub-Beziehung. Ich kenne mich in der BDSM Szene nicht aus und vertraue bei der Darstellung der Autorin, allerdings fiel es mir schwer zu glauben, dass sich eine Devote so schnell ihrem „alten“ Meister unterordnen will. Für mich wirkte das zu stark abhängig und ich hätte mir eine stärkere Aufarbeitung des Vertrauensbruch aus der Vergangenheit gewünscht, bevor sie sich wieder auf ihn einlässt. Die BDSM Thematik selbst fand ich für Unwissende wie mich gut erklärt und auch die Gründe, wieso sich jemand dominieren lässt und Schmerzen wünscht, fand ich gut dargestellt.

Die Handlung liegt nachdem Violet den Club betreten hat, hauptsächlich auf der Beziehung zwischen den beiden. Ihr Auftrag für den Verlag zu spionieren und auch das Verhältnis zu ihrer Chefin und ihrem besten Freund rücken in den Hintergrund. Vielleicht wäre die Story für mich spannender gewesen, wenn auch dieser Teil mehr Raum bekommen hätte. So hätte man stärker gesehen, dass Violet zwar von ihrem Partner dominiert werden möchte, aber ansonsten selbst eine starke Frau ist, die ihren Weg geht.

Letztendlich hat mich das Buch unterhalten, aber mehr Tiefgang hätte mich bewogen, auch die anderen Bücher der Reihe zu lesen. Diese werden aber wohl unberührt bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2025

Wunderschön, und neuartig

Mirror: Weiß wie Schnee
0

n den Hausmärchen der Gebrüder Grimm trifft man böse Stiefmütter, Wölfe und andere Zauberwesen. Doch was wäre, wenn diese gar nicht so böse sind, wie uns die Gebrüder Grimm weismachen wollen? Dieser Frage ...

n den Hausmärchen der Gebrüder Grimm trifft man böse Stiefmütter, Wölfe und andere Zauberwesen. Doch was wäre, wenn diese gar nicht so böse sind, wie uns die Gebrüder Grimm weismachen wollen? Dieser Frage geht Lucia Herbst in ihrer Reihe „Spieglein, Spieglein“ nach und lässt Menschen aus der realen Welt die Märchenwelt neu kennenlernen.


Ich liebe ja Märchenadaptionen, habe aber sehr lange nach keiner mehr gegriffen. Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass mich der Auftakt der Reihe von sich überzeugen konnte. Lena, aus der realen Welt, wirbelt mit ihrem Wissen über das Ende der Figuren und ihrem Wunsch für alle ein Happy End zu zaubern, die Märchenwelt gehörig durcheinander. Dabei deckt sie Geheimnisse auf, findet neue Freunde und lernt auch etwas Neues über sich selbst.

Lucia Herbst schafft es, dass man einen neuen Blick auf die Märchen und vor allem auf die Bösewichte wirft. Warum will Rumpelstilzchen das Kind der Königin stellen? Warum lockt die Hexe mit ihrem Knusperhäuschen Kinder an und will diese essen? Hier bekommen die Zauberwesen eine Stimme und ein Motiv für ihre Handlungen. Lenas Umgang mit den Bösewichten hat mir gefallen und ich fand vor allem bei der Knusperhexe die Begründung ein bisschen lustig.

Während man zu Beginn aus der Sicht der bösen Königin in die Story eintaucht, ihre Beweggründe kennenlernt und merkt, irgendwas stimmt da doch nicht, folgt man nach dem Tausch Lena und erlebt den Rest der Story aus ihrer Sicht. Dieser Sichtwechsel ist aber sehr gut gelungen, sodass es mir nicht wie ein Bruch vorkam. Die Handlung setzt sich danach gemächlich vor. Ich lernte Lena und all die anderen Personen besser kennen und konnte in Ruhe in die Märchenwelt miteintauchen.

Zum Ende hin passierte sehr viel. Die Geschehnisse überschlugen sich. Das störte mich nur in Bezug zu einer Sache und zwar der Liebesgeschichte. Lena ist verpartnert und weder das Verhalten am Ende von ihrem Partner noch die Gefühle zu einer der Figuren aus der Märchenwelt konnten mich so richtig überzeugen. Ersteres hatte für mich nur ein laue Erklärung, weil ich die Person ja gar nicht kennenlernen konnte und zweiteres fand ich auch etwas zu „schnell“. Bei romantischen Sachen bin ich sowieso eher die Slow Burn Liebhaberin. Eine weitere Sache, die mich am Ende etwas verwirrt zurückgelassen hat, ist die Entscheidung von Lena. Aber aus Spoilergründen kann ich darauf nicht weiter eingehen. Jedenfalls wirkte diese etwas gezwungen auf mich.

Der zweite Band „Schön wie Rosen“ wird ganz sicher hier einziehen und ich hoffe, dass man dort alte Bekannte wiedertreffen darf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2025

Grandioser Reihenauftakt

Blood and Steel
0


Altheas Berufswunsch sollte eigentlich kein Problem sein. Das Talent ist da und sie lebt zufällig als Mündel der Bibliothekarin in der Festung, in der die Krieger der Königreiche ausgebildet werden. Allerdings ...


Altheas Berufswunsch sollte eigentlich kein Problem sein. Das Talent ist da und sie lebt zufällig als Mündel der Bibliothekarin in der Festung, in der die Krieger der Königreiche ausgebildet werden. Allerdings ist es aufgrund einer Prophezeiung allen Frauen verboten, Waffen zu tragen. Und deshalb mussten vor Jahren alle Kriegerinnen ihre Klingen abgeben und sich einen neuen Beruf suchen, wenn sie in den Königreichen verbleiben wollten. Wer dagegen verstößt, muss mit dem Tod rechnen. Wie man aus dem Klappentext schon erfährt, schafft es Althea doch, die Ausbildung beginnen zu dürfen. Wie das Geschehen ist, müsst ihr selbst herausfinden, allerdings haben Altheas Zielstrebigkeit und ihr Sturkopf einen großen Anteil daran. Ich mochte ihren Charakter sehr. Sie lässt sich nicht unterbuttern und steht für andere ein. Sie geht nicht leichten Weg, was sie auch in Schwierigkeiten bringt. Während ihrer Ausbildung, was eigentlich den Hauptteil der Handlung beinhaltet, lernt sie mehr über sich, ihre Schwächen und muss auch mit vielen Schikanen umgehen. Und die sind hier nicht grad auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern könnten auch tödlich enden.

Der Trope Enemies to Lovers wird hier voll erfüllt. Wilder hat so gar kein Bock sich mit Althea auseinanderzusetzen und ist merklich genervt von der Anziehung, die zwischen ihnen herrscht. Ich habe es geliebt wie die beiden miteinander agiert haben. Freue mich schon sehr darauf, wie sich das ganze in den Folgebänden weiterentwickeln wird.

Auch wenn das Buch als spicy Romantasy angepriesen wurde, ist im ersten Band noch wenig Spice zu finden. Stattdessen haben wir hier die Annäherung der beiden und natürlich die Einführung in die Welt von Thezmarr. Eine Welt, die in Gefahr ist. Zwei Königreiche sind schon gefallen und der Schutzschleier bekommt immer mehr Risse. Die „Ungeheuer“ sind spannend umrissen und ich bin schon gespannt, was man noch über diese und deren Entstehung herausfinden wird. Irgendwie denke ich, dass die „Finsternis“ noch einen „Oh Wow“-Effekt auf mich haben wird. Die Kampfszenen sind spannend und so beschrieben, dass ich ein gutes Kopfkino entwickeln konnte. Über die Magie in diesem Buch werden bisher nur die Grundlagen erwähnt, allerdings klingt es interessant. Ich finde Magiesystem ja immer toll. Wie funktioniert sie, wie ist sie beschränkt, etc. Ich liebe Details dazu und hoffe auf ganz viel Input in den Folgebänden dazu.

„Blood and Steel“ ist für mich ein wunderbar gelunger Einstieg in die Reihe und freue mich schon auf die weiteren Bände.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2025

Wunderbar

Der Spiegel des Drachen - Weltenwandel
0

Wie im Klappentext schon beschrieben, begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Personen auf einer Mission. Und das Zusammenspiel der Personen war eher konfliktreich. Vor allem die Dialoge zwischen ...

Wie im Klappentext schon beschrieben, begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Personen auf einer Mission. Und das Zusammenspiel der Personen war eher konfliktreich. Vor allem die Dialoge zwischen Langara, der Hure, und Rylo, dem Leibwächter, fand ich köstlich. Langaras Art mit Rylos Vorurteilen umzugehen war herrlich. Aber wirklich in mein Herz geschlichen hat sich Taran, der Einzelgänger und Aylia, die Assassine. Vielleicht weil deren Hintergrund auf mich emotional mehr gewirkt hat als die der anderen beiden. Auch wenn die Story nur an wenigen Tagen spielt, lernt man einiges über den Hintergrund der Personen durch Erzählungen und Erinnerungen. Ihre Beweggründe, die Mission erfüllen zu wollen, obwohl sie zu dieser gezwungen werden, sind dadurch nachvollziehbar. Und mir gefiel es sehr, dass sich die vier erst kennenlernen mussten und sich nicht sofort aufeinander verlassen haben. Vertrauen muss man sich verdienen. Oder wie Aylia sagen würde: „Vertraue niemals einer Assassine.“

Wie oben schon erwähnt, befinden wir uns nur für wenige Tage in dieser Fantasywelt. Auch wenn die Welt und die Magie kurz umrissen werden, liegt der Kern auf der Mission/Quest und dem Zusammenspiel der vier Protagonisten. Eine große Charakterentwicklung oder eine tiefer Einblick ins Worldbuilding darf man sich nicht erhoffen. Trotzdem darf man sich auf immer neue Überraschungen freuen. Sei es durch eine neue Information zu den Personen oder aber durch Entdeckungen, die sie machen. Vor allem letzteres sorgt dafür, dass man das bisher Geglaubte infrage stellen muss. Während sich unsere vier Helden bei der Frage, was denn nun die Wahrheit ist, nicht einig sind, wurde es mir als Leser schnell klar, wem ich glauben schenken sollte. Ein bisschen längeres in der Luft schweben bei der Frage, hätte ich mir gewünscht. Trotzdem ist es bis zum Ende nicht ersichtlich, ob die Mission scheitert oder nicht. Ob die Helden ihre Welt retten oder ob sie zerstört. Und am Ende muss sich der Leser auch fragen, was das moralisch richtige ist.

Was mir besonders gefallen hat, kann ich nicht verraten, da es ein wirklich fetter Spoiler wäre. Aber am Ende des Buches lässt die Autorin etwas geschehen, was ich bei den wenigsten Büchern lese. Ich war da auf der einen Seite etwas traurig, aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass diese Geschehnisse so gut zur Story gepasst haben, dass ich froh bin, dass die Autorin dies geschehen ließ.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere