Der neue Psychothriller aus der Feder von Petra Johann hat es in sich.
Er zeigt zwar auch ein paar Längen auf,aber die Auflösung des Falles war so überraschend und schockierend,dass ich der Autorin diese ...
Der neue Psychothriller aus der Feder von Petra Johann hat es in sich.
Er zeigt zwar auch ein paar Längen auf,aber die Auflösung des Falles war so überraschend und schockierend,dass ich der Autorin diese kleinen Längen verzeihe.
Glänzend konstruiert baut sich diese Geschichte,die gleich zu Anfang mit einem Toten beginnt,langsam auf.Ich habe zu keiner Minute beim Lesen mit diesem Ausgang gerechnet und habe zuletzt in eine ganz andere Richtung gedacht.
Auch die Beschreibung der Charaktere ist derAutorin gut gelungen.Man spürt von Anfang an,dass sich da Ungutes zusammenbraut,muss sich aber lange gedulden, um die Zusammenhänge zu erfahren.
„Koogland“ ist ein fiktionaler Krimi,der in einer nicht ganz so fernen Zukunft spielt und wenn man ihn mit unserer Realität abgleicht,gar nicht so unrealistisch wirkt.
In Ostfriesland hat es nach einer ...
„Koogland“ ist ein fiktionaler Krimi,der in einer nicht ganz so fernen Zukunft spielt und wenn man ihn mit unserer Realität abgleicht,gar nicht so unrealistisch wirkt.
In Ostfriesland hat es nach einer verheerenden Sturmflut,bedingt durch den Klimawandel,große Schäden an den Deichen gegeben.Grosse Landstriche zwischen den beiden Deichen,die sogenannten Köge,die besiedelt waren,sind zerstört worden,viele Menschen gestorben.
Die Regierung hat den Eigentümern Entschädigungen angeboten und will den Landstrich nicht wieder besiedeln.Doch einige Einwohner wehren sich,nehmen die Entschädigungen nicht an,machen die Regierung für das Unglück verantwortlich,da sie die Deiche nicht geschützt und ausgebessert hat.
Sie wollen in den Kögen wohnen bleiben,gründen ihre eigene „Republik Koogland“ mit eigenen Gesetzen und Gerichtsbarkeit und einem „Anführer“.Mit Deutschland wollen sie nichts mehr zu tun haben.Sie werben Leute an,die auf den verlassenen Höfen leben und arbeiten sollen.Bis auf wenige Ausnahmen,versucht die Gemeinschaft autark zu leben.
Auch die Krankenschwester Lara strandet hier.Allerdings strebt sie kein Leben in dieser Gemeinschaft an,sondern sucht nach ihrer Schwester Alina,die hier mit ihrem Freund lebt und plötzlich nichts mehr von sich hören lässt.Was ist passiert ?
Das Buch zu lesen war schon gruselig.Ein Leben nach dem Vorbild der „Reichsbürger“, die sich vom Staat und allen Institutionen lösen,ihren eigenen Staat aufbauen und den Staat aushebeln wollen,nach ihren eigenen Gesetzen leben,mit einem Anführer,dem alle blind folgen und anhimmeln wie einen Popstar.
Wer sich für die Gemeinschaft entscheidet,natürlich nach einem Auswahlverfahren in dem der Anführer entscheidet wer geeignet ist oder nicht,lebt hinter einem Zaun und kann nicht mehr raus.
Die Vorstellung erweckt bei mir klaustrophobische Vorstellungen,das System noch mehr,weil es stark autokratische Züge zeigt.
Der Krimi ist interessant,spannend und mal was ganz anderes,deshalb fand ich ihn auch gut.Zwischendurch zeigte er ein paar klizekleine Längen,die mich aber nicht grundsätzlich gestört haben.
„Die Stunde der Mauersegler“ ist ein Buch das mich von Anfang an begeistern konnte.
Anhand einer Familie erzählt es dieAuswirkungen des DDR Regimes mit all seinen Einschränkungen und Reglementierungen ...
„Die Stunde der Mauersegler“ ist ein Buch das mich von Anfang an begeistern konnte.
Anhand einer Familie erzählt es dieAuswirkungen des DDR Regimes mit all seinen Einschränkungen und Reglementierungen und wie diese noch Jahre nachwirken.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen 1988 und 2015.Protagonisten sind die Familienmitglieder der Familien Simon und Hauschke.
Bei einem Familientreffen 2015 erfährt der jüngste Spross der Familie Lou,von einem Großonkel,der kurz nach Mauerbau 1961 in den Westen flüchtete,er wurde die ganze Zeit totgeschwiegen,warum?
IhreGrossmutter Isa stellt mit ihrer Familie 1987 einen Ausreiseantrag,dem nach einem Jahr stattgegeben wird.Ein Jahr,in dem die Familie Ausgrenzung und Schikane ausgesetzt ist und auch andere Familienmitglieder um Privilegien fürchten müssen,da ja schon ein Familienmitglied nicht linientreu war.
In Rückblicken wird immer wieder über diese Zeit berichtet.
In der Gegenwart verlangt Lou Antworten und sucht ihren Großonkel auf und bringt damit einiges an Dynamik in das Familiengeheimnis.
Dieses Buch berührt.Es zeigt auf,wie das DDR Regime funktionierte,mit Angst,Druck,Bespitzelung und Bestrafung.
Kein Wunder,dass dieMenschen dieses Landverlassen wollten.Es zeigt aber auch anhand von Elisabeth,Lou‘s Urgroßmutter,dass viele Menschen nach Staatsgründung,große Hoffnung auf ein gerechteres Leben hatten.Chancengleichheit in Bildung und Beruf,auch unter den Geschlechtern.Leider konnte man dies nur erreichen,wenn man auf Staatslinie war.Ich kann mir schon vorstellen,dass es schwer für die Menschen war zu sehen,wie sich ihre Ideologien immer mehr in Rauch auflösten und statt dessen ein autoritäres Regime die Macht an sich riss.
Auch die Stimmung wurde gut eingefangen.Immer Angst etwas falsches zu sagen,immer Misstrauen,selbst den Familienmitgliedern gegenüber.Die Folge war -Schweigen-.
Alles wurde totgeschwiegen,aus Angstetwas an die Oberfläche zu holen,was gegen einen gerichtet werden konnte.Auch die Zerrissenheit zwischen zwei Staaten zu stehen,der Heimat,in der man geboren wurde und dem Land,für das man sich dann entschieden hatte.Eine Zerrissenheit,die auch nach Mauerfall nicht endete.
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand ohne Titel“ ist der dritte Band einer Familiengeschichte, die Alena Schröder mit diesem Buch zum Abschluss bringt.
Wie auch in den Vorgängerbänden schreibt die Autorin ...
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand ohne Titel“ ist der dritte Band einer Familiengeschichte, die Alena Schröder mit diesem Buch zum Abschluss bringt.
Wie auch in den Vorgängerbänden schreibt die Autorin auf zwei Zeitebenen, der Vergangenheit und der Gegenwart.
Kurz nach dem Krieg entkommt die 15 jährige Marlen dem Todesstrudel von Demmin. In einem alten Forsthaus bei Güstrow lernt sie Wilma kennen, die sie unter ihre Fittiche nimmt, denn Marlen‘s Mutter hat sich aus Angst vor den Russen das Leben genommen und ihren Bruder und Marlen mit in den Tod reißen wollen. Marlen überlebte, ihr Bruder nicht.
Zusammen mit der Haushälterin Bergel leben die drei abgeschieden in einem Haus bei Güstrow. Wilmas Mann, ein bekannter Maler, ist im 2. Weltkrieg verschollen. Wilma glaubt ihn tot,worüber sie nicht traurig ist, denn ihre Ehe war geprägt von Gewalt und Unterdrückung. Wilma ist selbst Malerin, hatte neben ihrem Mann aber nie eine Chance. Nun steigt sie zur bekannten Malerin des sozialistischen Realismus auf und Marlen wird ihre Assistentin, auf die sie im Laufe der Zeit immer mehr angewiesen ist, da sie nach und nach ihr Sehvermögen verliert.Marlen malt die Bilder nach Wilmas Anleitung.Doch auch Marlen ist künstlerisch ambitioniert, was sie aber verschweigt und im Geheimen auslebt an einem kleinen Gemälde das sie bei ihrer Flucht gefunden hat und auf das sie Schicht für Schicht ihr Leben und ihre Fantasie überträgt.
In der Gegenwart lernen wir Hannah kennen, die wir schon aus den ersten Bücher der Autorin kennen.
Nach Jahrzehnten der Abwesenheit meldet sich Hannah‘s Vater bei ihr und Hannah fragt sich was er von ihr will und warum er sich die ganzen Jahrzehnte nicht um sie gekümmert hat.
Ich habe beide Geschichten gerne gelesen. Hannah war mir als Protagonistin sehr sympathisch und ich konnte ihre Gedanken,Gefühle und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen.
Sehr berührt hat mich aber auch die Geschichte um Marlen, die von ihrem Leben nach dem Krieg handelt und wie sich ihr Zukunft weiter gestaltet hat. Auch hier konnte ich sowohl Wilma’s ,als auch Marlen‘s Verhalten in gewisser Weise nachvollziehen,
fand das Verhalten von Wilma aber schon übergriffig und grenzwertig, da sie dadurch Marlen‘s Leben nachhaltig beeinflusst hat.
Die Autorin hat es wieder gut verstanden ihre Figuren so zu gestalten, dass man als Leser einen emotionalen Bezug zu ihnen bekommt, was für mich das Lesen sehr intensiv und nachhaltig gemacht hat.
Der Schreibstil der Autorin ist eingängig, ruhig und sehr einprägsam.
Wie die einzelnen Bücher der Autorin, die man aber auch alle unabhängig voneinander lesen kann, zusammenhängen,erfährt man im Epilog.ich fand es sehr gekonnt.
War das ein Lesespaß. „Eine wie Frankie“ von Graham Norton war für mich ein absolutes Highlight in diesem noch jungen Lesejahr.Ein Buch das den Leser von Irland über London in das New York der 60er Jahre ...
War das ein Lesespaß. „Eine wie Frankie“ von Graham Norton war für mich ein absolutes Highlight in diesem noch jungen Lesejahr.Ein Buch das den Leser von Irland über London in das New York der 60er Jahre führt und dem Leser das Leben einer sympathischen und faszinierenden Persönlichkeit erzählt.
Frankie Howe ist 84 Jahre alt als sie stürzt und kurzzeitig in ihrer Londoner Wohnung auf Hilfe angewiesen ist.Der irische Pfleger Damian wird ihr zugewiesen und trifft auf eine ältere Dame, die von einem Pfleger nichts wissen will. Doch nach und nach freunden sie sich an und Frankie erzählt Damian ihr Leben. Geboren in einem kleinen Ort in Irland verliert Frankie ihre liebevollen Eltern früh bei einem Verkehrsunfall. Sie wächst dann bei Verwandten in einem Pastorenhaushalt auf, wird früh an einen 45 jährigen Pastor verschachert, der sie betrügt und später wieder zu ihren Pflegeeltern zurückschickt. Frankie flieht, zuerst nach London und von dort aus strandet sie im New York der 60er Jahre in der Kunstszene. Sie lernt Joe kennen , der als Fahrer arbeitet und als Künstler erfolgreich werden will.
Ihr intensives Leben ist geprägt von Höhen und Tiefen, bis ihr Weg sie zurück nach London führt.
Was für ein Buch und was für ein Leben. Ich habe dieses Buch nicht zur Seite legen können, weil mich Frankies Leben so sehr fasziniert hat. Sie ist einfach eine Sympathieträgerin und ihr Leben so bunt und interessant, dass man als Leser einfach erfahren will, was Frankie erlebt hat und sie hat einiges erlebt.
Der Autor schreibt spannend und unterhaltsam und so fliegt man nur so durch die Seiten und ich war sehr traurig, dass Frankies Geschichte zu Ende war. Ich hätte ihr noch stundenlang weiter folgen können.Solche Bücher machen einfach Spaß und ich könnte mir vorstellen, dass sie sogar Lesemuffel zum Lesen bringen könnte.