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Veröffentlicht am 18.12.2025

Grumpy trifft Winterzauber und das Herz taut langsam auf

Kiss me in Winter. Eine sugar coated Romance
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Kira North hasst Weihnachten. Und genau deshalb wirkt ihre spontane Entscheidung, eine heruntergekommene Weihnachtsbaumfarm in Dream Harbor zu kaufen, fast schon ironisch. Während sie versucht, den Hof ...

Kira North hasst Weihnachten. Und genau deshalb wirkt ihre spontane Entscheidung, eine heruntergekommene Weihnachtsbaumfarm in Dream Harbor zu kaufen, fast schon ironisch. Während sie versucht, den Hof und vielleicht auch sich selbst, wieder in Ordnung zu bringen, strandet Bennett Ellis durch einen Schneesturm ausgerechnet bei ihr. Zwei Dickköpfe, ein Kaminfeuer, Lichterketten im Schnee und eine Menge unausgesprochener Gefühle, das Chaos ist vorprogrammiert.

Was diesen dritten Band der Dream-Harbor-Reihe besonders macht, ist der Rollentausch im Grumpy x Sunshine Trope. Kira ist kantig, abweisend und bewusst auf Distanz, während Bennett mit seinem ausgeprägten Helfersyndrom und seiner Wärme genau das verkörpert, was sie eigentlich nicht an sich heranlassen will. Beide tragen ihre eigenen Päckchen mit sich herum, was den Figuren spürbare Tiefe verleiht und ihre Entwicklung glaubwürdig macht.

Das winterliche Setting auf der renovierungsbedürftigen Weihnachtsbaumfarm sorgt für echte Wohlfühlatmosphäre: Kleinstadttratsch, Freundschaft, Tierliebe und dieses typische Gilmore-Gefühl, bei dem man sich sofort wieder zuhause fühlt. Auch die bekannten Figuren aus den vorherigen Bänden tauchen erneut auf und runden das Gesamtbild schön ab, wer die Reihe kennt, wird sich über das Wiedersehen freuen. Der Band ist zwar eigenständig lesbar, entfaltet aber sein volles Potenzial, wenn man die Vorgänger kennt.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam, mit viel Knistern und einer ordentlichen Portion Spice. Für meinen persönlichen Geschmack hätte manches auch subtiler sein dürfen, dennoch bleibt die Romance emotional, warm und nie völlig oberflächlich. Gerade die inneren Konflikte der beiden sorgen dafür, dass es nicht nur bei Zuckerguss bleibt.

Mein Fazit:
Kiss me in Winter ist ein romantischer Wohlfühlroman mit Winterzauber, Humor und Herz. Für mich persönlich war es gut, alle drei Bände direkt zusammen gekauft zu haben, denn nach den ersten beiden hätte ich Band 3 sonst vermutlich nicht gelesen. Und das wäre wirklich schade gewesen, denn dieser Teil legt noch einmal ein kleines bisschen drauf. Eine cozy Romance, die perfekt in die Winterzeit passt, sich aber auch jederzeit zwischendurch weglesen lässt.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Urban Fantasy mit Witz, Herz und dunklen Künsten

Dunkle Künste und ein Daiquiri
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Mit „Dunkle Künste und ein Daiquiri“ liefert Annette Marie eine ebenso humorvolle wie spannende Fortsetzung der Urban-Fantasy-Reihe Guild Codex: Spellbound. Wer Band 1 mochte, wird hier nahtlos wieder ...

Mit „Dunkle Künste und ein Daiquiri“ liefert Annette Marie eine ebenso humorvolle wie spannende Fortsetzung der Urban-Fantasy-Reihe Guild Codex: Spellbound. Wer Band 1 mochte, wird hier nahtlos wieder abgeholt und bekommt gleichzeitig neue Facetten der magischen Welt serviert.

Im Mittelpunkt steht erneut Tori, ein ganz normaler Mensch inmitten von Magiern, Hexen und anderen übernatürlichen Wesen. Ihr Job als Barkeeperin in einer Magiergilde ist längst kein Zufall mehr, sondern ihr Platz in einer Welt, die sie eigentlich ausschließen müsste. Als sie sich bereit erklärt, als Lockvogel für einen gefährlichen Schwarzmagier zu dienen, gerät sie schneller in echte Gefahr, als ihr lieb ist und muss feststellen, dass „gut“ und „böse“ in dieser Welt selten klar voneinander zu trennen sind.

Besonders überzeugt hat mich erneut der lockere, direkte Schreibstil. Die Dialoge sind witzig, pointiert und tragen enorm zum Lesesog bei. Tori ist frech, mutig und manchmal chaotisch, dabei aber immer nachvollziehbar. Auch die Dynamik mit den Magiern bleibt spannend: Nähe, Vertrauen und unausgesprochene Gefühle sorgen für genau die richtige Portion emotionaler Spannung. Der „morally grey“-Charakter, der neu in den Fokus rückt, verleiht der Geschichte zusätzlich Tiefe und weckt Sympathie, obwohl (oder gerade weil) er nicht eindeutig einzuordnen ist.

Die Handlung ist temporeich, ohne überladen zu wirken. Es gibt Action, Humor, magische Ermittlungen und ein Finale mit Wendungen, die man so nicht unbedingt kommen sieht. Gleichzeitig bleibt die Geschichte angenehm zugänglich: kein kompliziertes Magiesystem, keine endlosen Erklärungen, stattdessen Unterhaltung mit Suchtfaktor.

Fazit:
„Dunkle Künste und ein Daiquiri“ ist eine urbane Fantasy-Fortsetzung, die genau weiß, was sie sein will: spannend, witzig, charmant und absolut mitreißend. Found Family, morally grey Charaktere und ein Hauch romantischer Spannung machen diesen Band zu einem echten Wohlfühl-Read mit Tempo. Wer die Reihe einmal beginnt, wird kaum widerstehen können, direkt weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Mord, Vergangenheit und Küstenflair

Ausgerechnet Sylt
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Mit „Ausgerechnet Sylt“ liefert Thomas Herzberg den Auftakt seiner Friesenkrimi-Reihe rund um Hauptkommissarin Hannah Lambert und trifft damit genau den richtigen Ton zwischen Spannung, Atmosphäre und ...

Mit „Ausgerechnet Sylt“ liefert Thomas Herzberg den Auftakt seiner Friesenkrimi-Reihe rund um Hauptkommissarin Hannah Lambert und trifft damit genau den richtigen Ton zwischen Spannung, Atmosphäre und Charaktertiefe.

Der Einstieg gelingt direkt und ohne Umschweife: Ein Mord auf dem Autoreisezug nach Westerland sorgt dafür, dass Hannah Lambert kaum auf Sylt angekommen, schon mitten in den Ermittlungen steckt. Gemeinsam mit ihrem neuen Kollegen Sven-Ole folgt sie verschiedenen Spuren, die sich nach und nach als Teil einer weit zurückreichenden Fehde entpuppen. Dass es nicht bei einem Opfer bleibt, verleiht dem Fall zusätzliche Dynamik.

Besonders gelungen ist die Zeichnung der Hauptfigur. Hannah Lambert ist keine klassische Sympathieträgerin, sondern eine Kommissarin mit Ecken, Kanten und einer belasteten Vergangenheit. Gerade diese Unangepasstheit macht sie glaubwürdig und interessant. Ihr privater Hintergrund schwingt immer wieder mit, ohne den Krimiplot zu überlagern, und weckt Neugier auf die weitere Entwicklung der Figur in den Folgebänden.

Der Schreibstil von Thomas Herzberg ist flüssig, pointiert und angenehm zu lesen. Wortwitz und kleine humorvolle Einschübe lockern die Handlung auf, ohne die Ernsthaftigkeit des Falls zu untergraben. Der Krimi verzichtet bewusst auf übertriebene Brutalität und setzt stattdessen auf klug aufgebaute Ermittlungsarbeit und nachvollziehbare Motive. Zwar lassen sich bestimmte Zusammenhänge früh erahnen, doch die Verflechtungen und Nebenstränge halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Ein weiteres Highlight ist das Setting: Sylt wird atmosphärisch und detailreich beschrieben und dient nicht nur als Kulisse, sondern als aktiver Bestandteil der Geschichte. Wer Küstenflair und norddeutsche Schauplätze liebt, kommt hier voll auf seine Kosten.

Insgesamt ist „Ausgerechnet Sylt“ ein gelungener, kurzweiliger Auftakt mit Köpfchen, starken Figuren und einem stimmigen Spannungsbogen. Ein Friesenkrimi, der Lust auf mehr macht.

Fazit: Ein atmosphärischer Küstenkrimi mit authentischer Ermittlerin, flüssigem Stil und solider Spannung. Empfehlenswert für alle Fans klassischer, clever erzählter Kriminalromane.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Humorvoller Cozy Crime mit Weihnachtsflair und Chaos-Faktor

Ohne Wenn und Aber
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Mit „Ohne Wenn und Aber“ eröffnet Birgit Gruber ihre Reihe Kati Blum ermittelt und liefert einen skurrilen, warmherzigen Cozy Crime, der weniger auf harte Krimispannung als auf Atmosphäre, Humor und liebenswerte ...

Mit „Ohne Wenn und Aber“ eröffnet Birgit Gruber ihre Reihe Kati Blum ermittelt und liefert einen skurrilen, warmherzigen Cozy Crime, der weniger auf harte Krimispannung als auf Atmosphäre, Humor und liebenswerte Figuren setzt.

Im Mittelpunkt steht Kati Blum, junge Witwe und unfreiwillig mitten im Schlamassel: Nach einer glamourösen Bayreuther Weihnachtsfeier verschwindet der Hausmeister, kurz darauf gerät Kati selbst ins Visier merkwürdiger Ganoven in Bärenkostümen. Was zunächst absurd wirkt, entwickelt sich schnell zu einem Fall, der sie quer durch Deutschland führt, inklusive Roadtrip, spontaner Ermittlungen und einer äußerst zweifelhaften Mitfahrgelegenheit namens Lars.

Der Schreibstil ist flüssig, leicht und sehr bildhaft, die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man mühelos durch die Geschichte gleitet. Der Krimianteil bleibt dabei eher im Hintergrund, die Spannung ist unterschwellig, funktioniert aber gerade deshalb gut: Man rätselt weniger wer der Täter ist, sondern wie alles zusammenhängt.

Kati selbst ist eine Protagonistin, an der man sich reiben kann: naiv, chaotisch, impulsiv und genau dadurch menschlich. Nicht jede ihrer Entscheidungen ist nachvollziehbar, doch mit jeder Seite wächst die Sympathie für sie. Besonders die Nebenfiguren, allen voran ihre beste Freundin Nina sowie einige Begegnungen unterwegs, geben der Geschichte Herz und Farbe.

Wer einen hochkomplexen Krimi sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch lockere Unterhaltung mit Winter-/Weihnachtsstimmung, Humor, einem Hauch Knistern und Cozy-Crime-Vibes mag, wird bestens unterhalten.

Fazit:
Ein gelungener Reihenauftakt mit Wohlfühlfaktor, skurrilen Momenten und einer Protagonistin, die man trotz (oder gerade wegen) ihrer Macken gern begleitet. Perfekt für gemütliche Lesestunden und macht definitiv neugierig auf Katis nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Cozy Crime mit Baby, Ostseeflair und überraschend viel Spannung

Die tödlichste Lösung
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Mit „Die tödlichste Lösung“ habe ich mein erstes Buch von Miriam Rademacher gelesen und bin ehrlich gesagt ziemlich begeistert. Der Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht, denn eine Polizistin ...

Mit „Die tödlichste Lösung“ habe ich mein erstes Buch von Miriam Rademacher gelesen und bin ehrlich gesagt ziemlich begeistert. Der Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht, denn eine Polizistin im Erziehungsurlaub, die mitsamt Kleinkind ermittelt, klang einfach zu gut, um es nicht auszuprobieren.

Der Einstieg fiel mir leicht: Der Schreibstil ist flüssig, klar und sehr angenehm zu lesen, sodass man schnell in der Geschichte ankommt. Besonders die Hauptfigur Hedi Voss hat es mir angetan. Sie ist sympathisch, ein bisschen chaotisch, klug, humorvoll und herrlich unperfekt. Trotz eines tragischen Falls schafft sie es immer wieder, mit kleinen Gedanken oder Situationen ein Schmunzeln hervorzurufen, genau diese Mischung macht sie so authentisch.

Der Fall selbst ist spannend aufgebaut. Durch Perspektiven- und Zeitwechsel bleibt die Geschichte dynamisch, und ich hatte zwischendurch immer wieder neue Verdächtige und Theorien im Kopf. Genau dann, wenn ich dachte, ich hätte alles durchschaut, hat mich die Autorin erneut auf eine falsche Fährte gelockt. Dieses Spiel mit Erwartungen hat richtig Spaß gemacht und den Spannungsbogen konstant hochgehalten.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Krimi ohne unnötige Brutalität auskommt. Stattdessen setzt Miriam Rademacher auf Atmosphäre, clevere Hinweise und eine durchdachte Handlung. Das Ostsee-Setting rundet das Ganze wunderbar ab und verleiht dem Buch eine angenehme Cozy-Crime-Stimmung, ohne dass es je langweilig wird.

Für mich war „Die tödlichste Lösung“ eine richtig gute, unterhaltsame Lesezeit, spannend, humorvoll und charmant erzählt. Band 1 macht definitiv Lust auf mehr, und ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein letztes Buch der Autorin war. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Cozy Crime mit Pfiff mögen.

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