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Veröffentlicht am 05.02.2026

Eine wie sie lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten

Stürmische Klippe
3

Liv Lammers‘ zehnter Fall ist brisanter denn je und hält die erfahrene Ermittlerin auf dem sturmumtosten Sylt gefangen. Eigentlich war sie mit ihrem Lebenspartner Sebastian auf der Insel, um endlich einen ...

Liv Lammers‘ zehnter Fall ist brisanter denn je und hält die erfahrene Ermittlerin auf dem sturmumtosten Sylt gefangen. Eigentlich war sie mit ihrem Lebenspartner Sebastian auf der Insel, um endlich einen Erbstreit mit ihrer Schwester beizulegen. Da erreicht sie ein Anruf ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht. In einer Villa in Rantum gab es einen Anschlag auf eine bekannte Politikerin, sie möge sie dort unterstützen.
Tatsächlich trachtet offenbar jemand Armgart Zabrowsky nach dem Leben und hat ihr bei dem morgendlichen Surfgang aufgelauert und sie unter Wasser gezogen.
Kann das Motiv im privaten Bereich liegen? Oder hat es mit ihrer Vergangenheit als Richterin zu tun?
Kann es auch mit ihren Plänen für Sylt zusammenhängen?
In der Villa haben sich illustre Persönlichkeiten von Sylt versammelt. Eigentlich war der 60. Geburtstag der Anlass für die Einladung, dem sollten aber politische Gespräche und Weichenstellungen folgen, die unter keinen Umständen nach draußen dringen sollten.
In einem zweiten Handlungsstrang gerät Sebastian trotz seiner Hilfeleistung an einer ehemaligen Patientin in große Schwierigkeiten und muss feststellen, dass es Kollegen gibt, die ihm seine gute Stellung und seinen Erfolg nicht gönnen.

Alles passiert vor dem Hintergrund eines verheerenden Sturmes, so dass auch keine Unterstützung vom Festland gerufen werden kann, als die Ereignisse in der Politikervilla eskalieren. Keine Straße ist mehr passierbar, Bäume sind reihenweise umgefallen, der Hindenburgdamm ist überschwemmt, kein Zug fährt mehr und auch die Schiffe haben den Betrieb eingestellt.

Auch der 10. Krimi von Sabine Weiss ist spannend, mit den Grundstücksspekulationen auf Sylt, den Tourismus-Plänen und dem Aufweichen des Naturparks Wattenmeer werden aktuelle Probleme angesprochen. Im zweiten Handlungsstrang geht es um Gewalt in Beziehungen und Femizide.
Für mich war es der zweite Krimi mit Liv Lammers und ich bin durchaus auch auf die Vorgängerbände noch gespannt.



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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.01.2026

Schatten auf dem Idyll

Wolfstal
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Es sind fünf Dinge, die mir an Alexander Oetkers Büchern gut gefallen:

Sie spielen in einer wunderschönen Region Frankreichs
Das französische savoir-vivre kommt nicht zu kurz
Sie sind spannend ...

Es sind fünf Dinge, die mir an Alexander Oetkers Büchern gut gefallen:

Sie spielen in einer wunderschönen Region Frankreichs
Das französische savoir-vivre kommt nicht zu kurz
Sie sind spannend
Sie greifen oft aktuelle Themen auf oder greifen zurück auf historische Ereignisse
Die Ermittler sind durchweg sympathisch

Dieses Mal gehen wir in die französische Grenzregion nach Spanien, ins französische Baskenland in die Region um Biarritz und Bayonne. Die Beschreibungen der Dörfer und Städte machen Lust auf einen Besuch, man würde am liebsten nach dem Lesen gleich die Koffer packen.

Um was geht es?

Ganz nah am Jakobsweg ist ein alter Schäfer grausam ermordet worden. Der Mann war zwar unbeliebt, aber lebte seit vielen Jahren allein nur mit Schafen, Ziegen und seinem Hund zusammen.

Die Einwohner von Espelette mochten ihn nicht, sie sahen ihn nicht als einen der ihren an. Das lag daran, dass er immer mal wieder mit Warnschüssen Wanderer vergraulte, das lag daran, dass man ihm nachsagte, den Wolf wieder ins Tal gelockt zu haben und das lag an seiner unnachgiebigen Art. Er hörte sich zwar alles an, reagierte aber nicht darauf.

Da der Wolf sich in den letzten Jahren einige Schafe und Ziegen gerissen hatte, gab es unter den Schäfern reichlich Motive für Rache. Auch die Hoteliers beschwerten sich lauthals über wegbleibende Gäste, die sich in der Nähe eines schusswütigen alten Mannes nicht willkommen fühlten und ihren Aufenthalt verkürzten.

Luc Verlain wird von seinem baskischen Kollegen Etxeberria nach Espelette gerufen. Mit ihm erscheint eine Commissaire – Rose Schillinger - aus der Bretagne auf der Bildfläche, Luc erfährt von Anouk, dass sie ihm vom Präfekten zugeteilt worden sei. Sie verhält sich unhöflich und geht jedem persönlicheren Kontakt aus dem Weg. Dabei scheint sie aber ein Ziel zu verfolgen und ist in ihren Gedanken Luc so manches Mal auch ein wenig voraus.

Luc ist dieses Mal nur mit dem baskischen Kollegen und Rose Schillinger, aber ohne seine Chefin und Partnerin Anouk unterwegs und so spielen private Dinge eine geringere Rolle als bei manchem Vorgängerband. Luc genießt die herrliche Landschaft und das gute Essen, ist aber deprimiert, dass alle seine Spuren ins Leere laufen. Die Bewohner des Dorfes versichern ihm glaubhaft, dass sie Jacques zwar nicht mochten, dass das aber kein Grund für einen Mord sei. Also muss er nach einigen Tagen Befragungen noch einmal ganz von vorne anfangen und stößt endlich auf eine Spur. Wie bei allen Luc Verlain-Krimis beschleunigt sich das Tempo und die Spannung zum Ende hin noch einmal merklich, bis der Fall dann endlich gelöst ist. Ich mag es übrigens auch, dass in einem anschließenden Epilog auch nochmal auf die Folgen des Verbrechens eingegangen wird, wir erleben noch die Gerichtsverhandlung, dann aber auch direkt im Anschluss die Nachricht von einem neuen Verbrechen, das dann im nächsten Buch unsere Ermittler beschäftigt.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Sylter Schattenseiten

Schwarze Brandung
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Am Strand vor Westerland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die brutal ermordet wurde, lebendig begraben. Liv Lammers ist neu bei der Mordkommission Flensburg. Als sie von dem Fall hört, bittet ...

Am Strand vor Westerland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die brutal ermordet wurde, lebendig begraben. Liv Lammers ist neu bei der Mordkommission Flensburg. Als sie von dem Fall hört, bittet sie darum, in das Ermittlerteam aufgenommen zu werden, sie kommt ursprünglich von Sylt. Außerdem hatte sich kurz vorher ihr Neffe bei ihr gemeldet, der eine Freundin vermisst. Kann es sich bei der Toten um Milena handeln?

Sylt, die Insel der Reichen und Schönen, hat auch Schattenseiten, die wir in diesem Krimi kennenlernen. So ist die Insel für die weniger betuchten „Ureinwohner“ immer mehr unbezahlbar geworden, Grundstücksbesitzer andererseits haben von dem Bauboom und den explodierenden Mietpreisen profitiert. Der florierende Tourismus zieht Arbeitskräfte aus allen möglichen Ländern an, ohne Arbeitserlaubnis sind sie oft ihren Arbeitgebern gnadenlos ausgeliefert.

Liv ist viele Jahre nicht auf Sylt gewesen. Wir erfahren auch die Hintergründe dazu. Sie ist mit ihrer Familie heillos zerstritten, seit man von ihr verlangt hat, eine Schwangerschaft, die sie mit 15 Jahren Mutter werden ließ, abbrechen zu lassen. Den Neffen, der nun mit ihr Kontakt aufnimmt, hat sie noch nie kennengelernt und ihre Tochter ist gar nicht begeistert, dass ihr der Cousin und die restliche Verwandtschaft so lange vorenthalten wurde. Aber auch an den Vater ihrer Tochter hat sie gespaltene Erinnerungen. Sanna war das Ergebnis einer Vergewaltigung, der biologische Vater weiß nichts von der Existenz seiner Tochter.

Liv trifft während der Ermittlungen auf ihn und ihr Verhalten kann als voreingenommen bezeichnet werden.

Ich hatte den 10. Band der Reihe während einer Leserunde gelesen und wollte einfach mal an den Anfang der Reihe zurückgehen und wissen, wie alles begann. Dieser Band hat mir viele Fragen beantwortet und war für mich ein spannender Beginn einer neuen Reihe rund um die Kommissarin Liv Lammers. Man kann sich als Leser schon früh denken, in welche Richtung sich die Suche nach dem Mörder bewegt, dennoch waren die letztendlich Schuldigen eine Überraschung für mich.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Böse Vorahnungen

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Anna Schneider erwähnt es in ihrem Nachwort und ihr Buch hat mich auch die ganze Zeit daran erinnert: die Flut an der Ahr im Juli 2021, bei der weit mehr als 100 Menschen ihr Leben verloren. Nun hat sie ...

Anna Schneider erwähnt es in ihrem Nachwort und ihr Buch hat mich auch die ganze Zeit daran erinnert: die Flut an der Ahr im Juli 2021, bei der weit mehr als 100 Menschen ihr Leben verloren. Nun hat sie eine solche Katastrophe in den bayerischen Alpen im Tal der Ammer angesiedelt und auch dort fällt innerhalb von wenigen Stunden so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat.

Alexa Jahn und Florian Huber von der Kripo Weilheim befinden sich mitten im Geschehen. Lange ist in Weilheim die Zentrale für die eingehenden Anrufe der besorgten und betroffenen Bürger eingerichtet, bis auch dort geräumt werden muss und die Zentrale an höhere Stelle verlegt wird.

Alexa hat bereits unzählige Vermisstenmeldungen notiert. Ein Anruf von einem Bauernhof ist ihr besonders in Erinnerung geblieben und sie versucht, der Vermisstenmeldung nachzugehen. Ein alter Bauer ist mit dem Traktor losgefahren und seitdem nicht mehr gesehen worden. Seine Frau und seine Tochter vermissen ihn zuhause. In der gleichen Gegend sind zwei Wanderer, ein Mann und eine Frau unterwegs. Der Mann hat der Polizei gemeldet, dass seine Freundin sich den Fuß verknackst habe und er wird von Florian Huber zu genau diesem Bauernhof in der Nähe geschickt. Die beiden kommen jedoch dort nicht an, zumal wir Leser schon in kursiven Einschüben erfahren, dass der Mann nie plante, seiner Freundin zu Hilfe zu kommen.

Die sehr geschickt eingeflochtenen Briefe und Gedanken erzeugen eine unterschwellige Spannung, als Leser ist man den polizeilichen Ermittlern schon um einiges voraus, kann das Geschehen aber noch nicht einordnen. Erst ganz zum Schluss erschließt sich uns das ganze Ausmaß der Tragödie, die vielleicht ohne die Flutkatastrophe nie aufgedeckt worden wäre.

Über der Grenze in Innsbruck sind derweil 6 Jugendliche verschwunden. Sie waren zu einer Hütte aufgebrochen, haben sich aber seitdem nicht mehr bei ihren Eltern gemeldet. Auch in Österreich tobt ein Sturm und jede Mobilfunkverbindung ist abgebrochen.

Es sind die drei genannten Handlungsstränge, die in diesem Buch verknüpft werden und die Polizei sowohl in Weilheim als auch in Innsbruck beschäftigen. Verbindendes Element ist dabei das Wanderer-Paar, das aus Österreich in den bayerischen Alpen wandern will. Und so ermittelt auch Krammer wieder zusammen mit seiner Tochter. Alexa kann in der Einsatzzentrale nicht stillsitzen und Telefonate führen, sie macht sich getrieben von böser Vorahnung auf den Weg, um auf dem Schorn-Hof nach dem Rechten zu sehen.

Anna Schneider hat den nicht enden wollenden Regen, das Steigen der Pegelstände und das sich immer mehr mit Wasser und Schlammmassen füllende Ammertal ausgesprochen anschaulich beschrieben, man hätte glauben können, sie habe eine solche Flut bereits selbst einmal erlebt. Die Koordination der unterschiedlichen Katastrophendienste ist Aufgabe der Polizei, dort läuft alles zusammen. Anna Schneider beschreibt das Gefühl von Ausnahmezustand, von Kontrollverlust, Überarbeitung, Müdigkeit und gleichzeitiger Pflicht sehr lebensnah, die Verzweiflung der Retter, wenn sie jemanden nicht rechtzeitig erreichen konnten, war greifbar.

Jeder der Grenzfall-Krimis war bisher in sich abgeschlossen, man konnte also auch folgen, wenn man die Vorgängerbände nicht kannte. Für mich war „Ihr Grab in den Fluten“ einer der besten Krimis in der Reihe.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Grauners letzter Fall?

Am Hang des Todes
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Nach seiner Weltreise wollte Commissario Grauner es eigentlich ruhig angehen lassen, auf der Ofenbank liegen, mit seiner Frau Alba Urlaubsfotos anschauen und seinen Kühen im Stall Mahler vorspielen. Doch ...

Nach seiner Weltreise wollte Commissario Grauner es eigentlich ruhig angehen lassen, auf der Ofenbank liegen, mit seiner Frau Alba Urlaubsfotos anschauen und seinen Kühen im Stall Mahler vorspielen. Doch es kommt anders. Ihn erreicht ein Anruf seines Mitarbeiters Ispettore Saltapepe. Während eines Weltcup Rennens in Gröden wurde einer der Favoriten, ein junger Mann und Nachwuchstalent aus dem Tal, erschossen.

Der Vater des Mordopfers, Franz Ungerer, nennt den Ermittlern schon gleich zu Anfang zwei Motive für diesen Mord und verdächtigt seinen alten Rivalen Waldsteiner. Natürlich gehen die Ermittler diesen Anschuldigungen nach und bringen Licht in die uralten Streitigkeiten der beiden Familien. Manches stellt sich allerdings ein wenig anders dar, als vom Vater des Mordopfers dargestellt. Während diese alte Auseinandersetzung noch während der Ermittlungen weiter eskaliert, lässt sich daraus jedoch nicht der Mord an Philip Ungerer ableiten und nachweisen. Und so führt erst langwierige und zeitaufwendige Polizeiarbeit Grauner auf die richtige Fährte.

Dem Autor Lenz Koppelstätter ist es meiner Meinung nach in diesem Band gut gelungen, eine Stimmung zu transportieren. Über dem ganzen Geschehen hängt ein Nebel, ein Wehmutsschleier und der betrifft nicht nur die Trauer über den jungen Südtiroler, der während des Weltcups zu Tode kam. Viele Grödener bedauern, ihr Tal dem Skispektakel geöffnet zu haben, Grauner würde sich viel lieber bei seinen Kühen aufhalten und bedauert, dass ihm seine Tochter seine Almhütte in eine Calm Alm umgewandelt hat. Außerdem hat er zeitweise seinen Spaß an der Arbeit verloren und gibt immer mehr seiner Aufgaben an Silvia und Claudio ab.

Die Karten am Anfang des Buches sind sehr hilfreich für die Orientierung. Südtirol hat so viele Täler und durch die Krimis rund um Commissario Grauner habe ich schon einige davon kennengelernt. Die tief verschneite Bergwelt auf dem Cover passt sehr gut zur Handlung, selbst hier hängen Nebel über den Hängen und verhüllen die klare Sicht.

Mir hat dieser Krimi gut gefallen, zumal er vielschichtig und an manchen Stellen auch durchaus spannend war.

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