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Veröffentlicht am 22.02.2024

Ladies, wir haben nicht nur Abendessen gemacht, wir haben Geschichte geschrieben!

Eine Frage der Chemie
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Elisabeth Zott ist Wissenschaftlerin, sie ist Chemikerin und liebt ihren Beruf. Sie lebt in den 60er Jahren in den Vereinigten Staaten, es könnte aber auch Europa gewesen sein. Sie hätte liebend gerne ...

Elisabeth Zott ist Wissenschaftlerin, sie ist Chemikerin und liebt ihren Beruf. Sie lebt in den 60er Jahren in den Vereinigten Staaten, es könnte aber auch Europa gewesen sein. Sie hätte liebend gerne promoviert, das hatte ihr Doktorvater ihr vereitelt. Mittlerweile arbeitet sie an einem Institut im Süden von Kalifornien und erfährt von Vorgesetzten und Kollegen nicht die Unterstützung oder Kollegialität, die ihr eigentlich zusteht. Ganz im Gegenteil!

Elisabeth ist keine durchschnittliche Frau. Sie fordert ihr Recht ein und stößt damit mehr als einmal auf unüberwindliche Hindernisse. Aber sie hat auch einmal Glück, denn sie lernt den berühmtesten Wissenschaftler des Instituts, Calvin Evans, kennen und lieben. Evans wurde nicht nur schon mehrere Male für den Nobelpreis vorgeschlagen, er ist auch jemand, der Vorurteile nicht zu kennen scheint. Für ihn ist Elisabeth die beste Partnerin, die er sich vorstellen kann. „Wenn Beziehungen ein Puzzle sind, dann war ihres von Anfang an vollständig“.

Zwei Jahre lang sind die beiden glücklich, dann beendet ein Unglück diesen wunderbaren Zustand und Elisabeth muss feststellen, dass sie schwanger ist. Sie ist nicht verheiratet und erwartet ein uneheliches Kind, in den 60er Jahren ein Kündigungsgrund und der Beginn des sozialen Abstiegs.

Der reine Zufall verschafft ihr nach der Geburt ihrer Tochter den Job einer „Fernsehköchin“ bei einem regionalen Sender. Sie macht daraus eine Chemie-Lehrstunde und eine Nachhilfestunde in Selbstwertschätzung für die Frauen vor den Bildschirmen, zunächst nur in Kalifornien, später im ganzen Land. Und sie straft damit alle Männer Lügen, die ihr diesen Erfolg neiden und nicht zugetraut haben, allen voran den Direktor des Senders. Auch wenn es Fiktion ist, selbst der spätere Präsident der USA lobte sie mit den Worten: „Diese Zott, das ist eine patente Frau!“

Elisabeth Zott ist stur, sie kann nicht verstehen, dass eine vernünftige Position sich nicht durchsetzt, dass die Hälfte der Bevölkerung in Unwissenheit und ihre Arbeit für minderwertig gehalten wird, dass selbst Frauen manipuliert werden, ihr feindlich gegenüberzustehen und ihr das Leben schwerzumachen. Miss Frask, die selbst von Promotion und Aufstieg träumte, war bereit, ihr in einem ihrer schwersten Momente im Leben in den Rücken zu fallen. Erst als sie selbst abserviert wird und merkt, dass man sich ihrer nur bedient hat, schließt sie sich mit Elisabeth zusammen.

Man hat oft das Gefühl, man liest die Biografie einer außergewöhnlichen Frau, die ihren Weg nach vielen Hindernissen doch noch fand. Dabei ist alles Fiktion. Aber es könnte genau so gewesen sein. Elisabeths Vorbild, ihr Herangehen an Herausforderungen, ihr Starrsinn waren notwendig, um ein Umdenken in den Köpfen zu erzwingen.

Es war ihre Unerbittlichkeit, gepaart mit der Einsicht, dass man Freunde braucht und manchmal auch kooperieren muss, die ihr letztendlich zum Erfolg verhalf.


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Veröffentlicht am 16.02.2024

Es hätte so perfekt sein können

Goldküste
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Catherine Bissegger hat mit ihrem Erstlingswerk „Goldküste“ einen starken Krimi geschrieben.

Die Handlung spielt am Zürichsee. Ein Flarzhaus in Küsnacht bei Zürich brennt nieder und in den Trümmern finden ...

Catherine Bissegger hat mit ihrem Erstlingswerk „Goldküste“ einen starken Krimi geschrieben.

Die Handlung spielt am Zürichsee. Ein Flarzhaus in Küsnacht bei Zürich brennt nieder und in den Trümmern finden sich zwei verkohlte Leichen. Die beiden Kommissare Nadine Santi und Yves Harder stehen vor einem Rätsel. Während eine der Leichen recht bald identifiziert werden kann, tappen sie bei der weiblichen Leiche lange im Dunkeln.

Das Buch ist so aufgebaut, dass es in verschiedenen Zeitebenen spielt. Die Realität, das sind die Monate August und September 2022, hier folgen wir der Auffindung der beiden Toten, den ersten Befragungen im Bekanntenkreis, den Gedanken und Handlungen der beteiligten Personen. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder Rückblicke in die Zeit von 2004 bis fast in die Gegenwart. Hier handelt es sich um Tagebucheinträge von Anna Cerny, die die Hintergründe für den Leser beleuchten. Einige wenige Rückblicke gehen sogar zurück in die 70er Jahre, hier fand ich es zu Anfang ein wenig schwierig, einen Zusammenhang herzustellen. Das ergab sich aber mit der Zeit.

Die Tagebucheinträge künden von einer großen Liebe, eine Floristin wird zur Gattin eines der bestbezahlten Anwälte der Schweiz, eines Architekten großer Firmenzusammenschlüsse, eines charismatischen Mannes. Sie künden von einer scheinbar perfekten Familie, vor allem, als den beiden dann nach einigen Jahren ein Sohn geboren wird.

Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, oft wird man auf falsche Fährten gelockt und scheint der Lösung ganz nah zu sein. Und dann ist doch wieder alles ganz anders.

Auch die beiden Ermittler bilden ein kompetentes Duo und endlich einmal hat man auch nicht das Gefühl, dass die einzelnen Dienststellen oder Kommissariat und Staatsanwaltschaft sich das Leben gegenseitig schwermachen. Ihre Herangehensweise an die Lösung fand ich professionell, gut gefallen hat mir aber auch ihr Auftritt zum Abschied des Kollegen aus der Wirtschaftskriminalität. Und wenn es nur ein Zeichen für ein ausgezeichnetes Arbeitsklima in der Behörde war.

Das Schweizer Lokalkolorit fand ich ganz charmant, ich habe oft geschmunzelt, wie viele Unterschiede es doch zwischen dem Schwyzerdütsch und Hochdeutsch gibt. Ich bin sicher, die Ortsbeschreibungen entsprechen auch den Tatsachen, nur leider kenne ich mich am Zürichsee nicht aus.

Mir hat das Buch gut gefallen, zumal es auch vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet einiges an Tiefgang aufweist.

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Veröffentlicht am 14.02.2024

Nicht ein zweites Mal versagen

Grenzfall – In den Tiefen der Schuld
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Es handelt sich um den 4. Fall für Alexa Jahn und Bernhard Krammer, die beiden grenzübergreifenden Ermittler, die erst spät feststellen durften, dass sie Tochter und Vater sind.

Roza, die Innsbrucker ...

Es handelt sich um den 4. Fall für Alexa Jahn und Bernhard Krammer, die beiden grenzübergreifenden Ermittler, die erst spät feststellen durften, dass sie Tochter und Vater sind.

Roza, die Innsbrucker Kollegin Krammers, ist verschwunden. Sie verschwand an einem Freitagnachmittag aus der Polizeibehörde und es sah aus wie eine Flucht. In ihrer Wohnung wird am Samstagmorgen ein toter Mann gefunden, angetan mit einer Tauchermaske. Niemand kennt diesen Mann.

Krammer will den Fall nicht an die große Glocke hängen, weil er Angst hat, dass seine temperamentvolle Kollegin Dreck am Stecken haben könnte, er will zunächst den Hintergrund ein wenig ausleuchten. Die Tauchermaske führt die Ermittler an den Walchensee, also auf die deutsche Seite, wo Alexa und ihr Kollege Florian dazukommen und die Ermittlungen übernehmen.

In diesem Kriminalfall nehmen die persönlichen Beziehungen zwischen Alexa und Bernhard ziemlich viel Raum ein. Die beiden entdecken zwar immer wieder Gemeinsamkeiten, dass sie darüber reden würden, so weit sind sie aber noch lange nicht. Daher spielt sich viel in der Gedankenwelt der beiden ab und das hat schon mal seine Längen. Ansonsten zieht sich der Mittelteil des Buches etwas dahin, auch wenn natürlich die Suche nach Rosza fortgesetzt wird und ganz langsam etwas mehr Licht ins Dunkel kommt.

Kursive Einschübe helfen dem Leser, weiter in die Vorgeschichte einzutauchen. Da sind zwei Frauen aus Ungarn, die in ihrer Jugend ihre Seelenverwandtschaft entdecken und sich anfreunden. Besonders Krztina scheint das Pech und Unglück gepachtet zu haben und dabei war sie doch immer nur auf der Suche nach der Liebe. Die andere Person, die sich später für eine Polizeilaufbahn entscheidet, ist Roza.

Das Buch hat ein spannendes Finale, zwischendurch hat es mich nicht unbedingt gefesselt. Aber ich kannte die ersten drei Teile und werde der Reihe wahrscheinlich auch in Zukunft treu bleiben. Es ist ein schneller Krimi für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 14.02.2024

Es gibt mehr gute Menschen als schlechte

Atlas - Die Geschichte von Pa Salt
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Eigentlich kommt man, wenn man die anderen Bände gelesen hat, gar nicht umhin, auch den letzten Band zu lesen. Der Band, indem sich das Geheimnis um Pa Salt nun endlich lösen soll. Zunächst beginnt es ...

Eigentlich kommt man, wenn man die anderen Bände gelesen hat, gar nicht umhin, auch den letzten Band zu lesen. Der Band, indem sich das Geheimnis um Pa Salt nun endlich lösen soll. Zunächst beginnt es natürlich anders als die vorangegangenen Bände, denn Pa Salt ist vor einem Jahr gestorben. Endlich ist auch die verschwundene Schwester Merope oder Merry identifiziert und tatsächlich auf dem Weg zur Titan, der Yacht ihres Vaters.

Schon auf dem Weg stellt sich heraus, dass es einen gewichtigen Unterschied zwischen den adoptierten Schwestern und Merry gibt. Merry ist tatsächlich die leibliche Tochter und Pa Salt (Atlas) hat sein halbes Leben damit verbracht, sie und ihre Mutter zu suchen. Anhand seines Tagebuchs erhalten die Töchter nun endlich Einblick in sein Leben.

Ursprünglich kam der Junge schweizerischer Abstammung aus Russland, seine Familie war mit der Zarenfamilie eng verknüpft und mit der russischen Revolution brachen für sie schwere Zeiten an. In Russland war die Familie Atlas eng mit der Familie Eszu, ebenfalls Angestellten der Zarenfamilie, befreundet, durch ein Missverständnis verwandelt sich diese Freundschaft zwischen den beiden Jungen Atlas und Kreeg in lebenslangen Hass. Wir erfahren, dass Bo (wie Atlas sich damals nannte) offenbar aus Russland geflüchtet war und den langen Weg nach Frankreich zu Fuß zurückgelegt hatte. Bo öffnet sich seiner Umgebung sehr langsam und vorsichtig. Zunächst spricht er nicht, sondern antwortet nur schriftlich auf an ihn gerichtete Fragen. Aber immer wieder stellt er fest, dass es zwar schlechte Menschen gibt, aber glücklicherweise sehr viel mehr gute Menschen, die sich seiner annehmen. Durch die Musik lernt er Elle kennen und sie wird zur Liebe seines Lebens.

Das Buch ist wie ein Puzzle. Nach und nach versteht der Leser anhand der Lebensgeschichte von Atlas die Zusammenhänge und wie es dazu kam, dass er als Pa Salt Adoptivvater von sechs Töchtern wurde. Und man versteht auch die lebenslange Suche nach Elle, die ihm, wie Angelina ihm in Spanien anvertraut, eine Tochter geschenkt hat: die verschwundene Tochter.

Ein wenig unglaubwürdig fand ich die esoterischen Einlagen bei den Aborigines und Angelina in Spanien. Es ist nicht so, dass ich Menschen mit diesen besonderen Begabungen ablehnen oder ihnen nicht glauben würde, aber so weitgehend, wie es in dem Buch geschehen ist, zweifle ich es zumindest an. Aber es ist ja Fiktion und warum sollte der Autor nicht auch mal ein wenig Fantasy mit hineinbringen.

Harry Whittaker scheint das Erzähltalent seiner Mutter geerbt zu haben. Aber es kann natürlich auch an den Übersetzungen liegen, dass man zwischen den Schreibstilen keine gravierenden Unterschiede erkennen konnte.

Für mich war auch die Geschichte von Pa Salt ein emotionales Buch, das mich trauern ließ, mir aber auch oft viel Freude gemacht hat.

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Veröffentlicht am 11.02.2024

In ihren Adern fließt Musik

Die Sturmschwester
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In den letzten Jahren hatte ich bereits einige Romane aus der Reihe der sieben Schwestern gelesen und kannte die Geschichte daher schon ein wenig. Die Geschichte von Ally hatte ich ausgelassen, weil mir ...

In den letzten Jahren hatte ich bereits einige Romane aus der Reihe der sieben Schwestern gelesen und kannte die Geschichte daher schon ein wenig. Die Geschichte von Ally hatte ich ausgelassen, weil mir klar war, dass sie sehr traurige Passagen enthalten musste. Schließlich starb Allys Freund schon einige Wochen, nachdem sie sich überhaupt erst kennen und lieben gelernt hatten.

Alkyone ist die zweite Schwester, die Pa Salt mit nach Atlantis, seinem Zuhause am Genfer See brachte. Sie ist die geborene Anführerin, eine kluge und starke Frau, der allerdings auch einiges an Schicksalsschlägen zugemutet wird.

Jeder Band der Reihe beginnt mit dem Eingeständnis einer der Schwestern, dass sie sich genau an Ort und Tag erinnere, als sie hörte, dass ihr Vater gestorben war. Und Ally war, ohne dass sie es wusste, sogar bei seiner Seebestattung ganz in der Nähe. Mit ihrem Theo hatte sie sich ein paar unbeschwerte Tage in einer griechischen Bucht gemacht, als sie die traurige Nachricht erreichte und gerade war ihnen aufgefallen, dass Pa Salts Schiff ganz in der Nähe lag, sich dann aber schnell entfernte.

Ihr Vater hat jeder der Töchter Hinweise zu ihrer Herkunft hinterlassen und Ally macht sich nach Theos Tod daran, diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Durch ein Buch stößt sie auf eine Spur in Norwegen und geht ihr nach.

Wie alle Bücher von Lucinda Riley, die leider viel zu früh gehen musste, ist auch die Sturmschwester ein emotionales Buch, dem man sich nicht so einfach entziehen kann. Sei es nun die Geschichte von Ally selbst oder die Geschichte ihrer musikalischen Vorfahren, der sie durch Pa Salts Brief und andere Hinweise auf die Spur kommt.

Wie schön, dass es nach dem traurigen Beginn aber zu einem sehr versöhnlichen Abschluss in Bergen kommt.

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