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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2020

Es ist nicht alles gold, was glänzt!

Meat Market – Schöner Schein
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Das Buch hat mich aufgrund der schimmernden Covers direkt angesprochen. "Meat Market - Schöner Schein" ist mal ein Buch der anderen Sorte.

Es geht um die 16-jährige Jana Novak, die in einem Freizeitpark ...

Das Buch hat mich aufgrund der schimmernden Covers direkt angesprochen. "Meat Market - Schöner Schein" ist mal ein Buch der anderen Sorte.

Es geht um die 16-jährige Jana Novak, die in einem Freizeitpark von einem Modelscout entdeckt wird und daraufhin einen Vertrag bei der Agentur "Prestige Models" bekommt. Sie hat sehr schnell großen Erfolg und entfernt sich immer weiter von ihrem alten Leben und ihren Bezugspersonen. Sie bereist die Welt, lernt wahre Berühmtheiten kennen und verdient eine Menge Geld. Doch bald lernt Jana auch die Schattenseiten des Jobs kennen. Das, was sich hinter der schönen Fassade versteckt...

Die Geschichte hat mich voll und ganz überzeugt.
Es war eine willkommene Abwechslung - so etwas in der Art habe ich noch nie gelesen!
Der Schreibstil war sehr nüchtern und eher unbeteiligt, was sehr gut zu der Geschichte gepasst hat.
Für mich kam die Modebranche sehr realitätsnah rüber - natürlich habe ich keine wirkliche Erfahrung, aber so kann ich mir die Erfahrungen der Models wirklich vorstellen. Ich war sehr fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie es für Jana weitergeht!

Ich gebe zu, das Ende kam dann sehr plötzlich und war sehr "Heile Welt'" - hier hat die realitätsnahe Darstellung dann doch anscheinend ein Ende gefunden. Aber man möchte den Leser natürlich mit einem guten Gefühl aus dem Buch entlassen, das verstehe ich auch voll und ganz.

Insgesamt ein doch sehr gesellschaftskritisches Buch, dass sich u.a. mit Esstörungen, Suchtverhalten, sexuellen Missbrauch und Feminismus beschäftigt. Ich war sehr gefesselt und habe das Buch zügig durchgelesen. Ich kann es definitiv weiterempfehlen und vergebe 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

"Manchmal wartet das Glück nicht in der weiten Welt, sondern auf einer kleinen Nordseeinsel.“

Über dem Meer tanzt das Licht
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An einem sehr heißen Tag letzte Woche haben wir uns entschieden, an einen Naturbadesee zu fahren. Da kam mir sehr spontan die Idee: Mensch, da brauche ich ein Buch mit Meeresfeeling. Also ab in die Buchhandlung. ...

An einem sehr heißen Tag letzte Woche haben wir uns entschieden, an einen Naturbadesee zu fahren. Da kam mir sehr spontan die Idee: Mensch, da brauche ich ein Buch mit Meeresfeeling. Also ab in die Buchhandlung. So bin ich nach kurzer Überlegung auf „Über dem Meer tanzt das Licht“ gestoßen, welches ich dann tatsächlich unter der prallen Sonne gelesen habe, samt Wasserrauschen in den Ohren und heißen Sand unter den Füßen. Es war wundervoll.

In dem Buch geht es um Maria, die in jungen Jahren sehr viel rumgereist ist und sich mittlerweile niedergelassen hat und mit ihrem Freund Simon und ihren zwei Töchtern Morlen und Hannah auf der Nordseeinsel Norderney lebt.
Sie betreibt ein kleines Café namens „Standperle“. Während sie noch dabei ist, den Tod ihrer Mutter von vor einigen Monaten zu verarbeiten, entscheidet sich Simon plötzlich dazu, aus dem gemeinsamen Alltag auszubrechen und mit Tochter Hannah zu verreisen. Plötzlich ist Maria auf sich alleine gestellt und viele Themen rund um ihre Existenz und ihre Familie beschäftigen sie.

Ich wurde nicht enttäuscht: bei dem Buch handelt es sich um ein typisches Sommerbuch, das definitiv Lust auf Meer und Sonne macht. Der Schreibstil war sehr gelungen, die Charaktere liebevoll ausgearbeitet. Vielleicht könnte die Geschichte an manchen Stellen etwas schleppend wirken, aber ich fand, es war die perfekte Geschichte, um einfach mal zu entspannen und sich durch die Handlung treiben zu lassen. Viele kleine Details haben das Buch sehr abwechslungsreich und charmant gemacht: beispielsweise Illustration von Rezepten oder handgeschriebenen Sätzen, die in der Geschichte eine Rolle spielen.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass das eigentlich schon der zweite Band zu einem Auftaktband ist, in dem es um eine gute Freundin von Maria geht. Das Buch möchte ich diesen Sommer definitiv auch noch lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2020

Meine Augen sind trocken geblieben - trotz krassem Ende!

Bring Down the Stars
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In "Bring down the stars" geht es um College Studentin Autumn, die die für sie geschriebenen, wunderschönen Gedichte und Briefe von ihrem Freund Connor liebt - so denkt sie zumindest. In Wirklichkeit stammen ...

In "Bring down the stars" geht es um College Studentin Autumn, die die für sie geschriebenen, wunderschönen Gedichte und Briefe von ihrem Freund Connor liebt - so denkt sie zumindest. In Wirklichkeit stammen diese nämlich von seinem besten Freund Weston. Diese komplizierte Konstellation spitzt sich immer weiter zu und schreit förmlich nach einer Eskalation. Aber egal, was das jetzt für Erwartungen in einem geweckt hast - das Ende kann man beim besten Willen nicht hervorsehen. Achtung: zweiten Band bereit halten!

Ich liebe den Schreibstil von Emma Scott, ich liebe ihn einfach. Flüssig und doch voller Poesie. Manchmal in meinen Augen etwas zu viel Poesie - ein wenig zwanghaft und schwer kommt sie mir manchmal vor - denn ich glaube nicht, dass Jugendliche wirklich so reden würden, wie es die Charaktere in ihrem Buch tun würden. Aber dies sei nun einfach mal dahingestellt.


Die Protagonistin Autumn war mir tatsächlich nicht wirklich sympathisch - sie beschreibt sich im zweiten Buch sehr sarkastisch selbst: "Bin ich so eine fragile kleine Schneeflocke, die beim ersten warmen Blick eines gut aussehenden Mannes dahinschmilzt?" - Erm. Ja. Egal. Weiter im Text.
Umso toller fand ich Connor und vor allem: WESTON! Auch wenn dieser als "Arschloch" betitelt wird, hat für mich genau die richtige Menge an sympathietragenden Eigenschaften an sich.


Die Geschichte geht seinen Lauf und weckt doch Neugiere auf das Ende und lässt einen auf die große Enthüllung kommen. Was dann kommt, ist schon heftig und nicht unbedingt etwas für die allerschwächsten Nerven. Ich fand es jedoch einen spannenden Twist - wenn dieser in meinen Augen nicht unbedingt aus dem Leben stammt - ein wenig Fantasie spielt hier definitiv mit. So endet der erste Teil sehr, sehr dramatisch und macht trotzdem (oder gerade deswegen?) Lust auf den zweiten Band der Diologie.

Ich kann das Buch jedem Emma Scott Fan empfehlen, der ihren Hang zur Dramatik genauso genießen und schätzen kann wie ich und trotzdem jedes Mal in ihren Bann gezogen wird.. Ich vergebe 4 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2020

Mein erstes und defintiv nicht letztes Buch der Autorin!

Den Mund voll ungesagter Dinge
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Mein erstes LGBQ+ Buch!
Es geht um die junge Sophie, die gezwungenermaßen mit ihrem Vater nach München ziehen muss, zu seiner neuen Freundin und deren Kinder. Alles in ihr sträubt sich zunächst gegen dieses ...

Mein erstes LGBQ+ Buch!
Es geht um die junge Sophie, die gezwungenermaßen mit ihrem Vater nach München ziehen muss, zu seiner neuen Freundin und deren Kinder. Alles in ihr sträubt sich zunächst gegen dieses neue Leben, sie fühlt sich verloren und missverstanden - bis sie Alex kennen lernt, das aufgeweckte und fröhliche Nachbarsmädchen mit den wunderschönen, grünen Augen...

"Den Mund voll ungesagter Dinge" war meine Anne Freytag Entjungferung und ich habe mich sofort in ihren Schreibstil und ihre Geschichten verliebt. Sie schreibt zwar sehr sachlich, mit teilweise sehr kurzen Sätzen, aber genau das fand ich sehr erfrischend. Es kommen wundervolle Zitate vor und das Buch lässt sich im Schnelldurchlauf lesen.

Die Charaktere waren unfassbar liebevoll ausgearbeitet, man hat sich unter ihnen sehr wohlgefühlt, besonders hervorheben möchte ich Lena, die neue Freundin von Sophie's Vater - eine tolle Frau!

Die Geschichte schreitet im angemessenen Tempo voran, das Dilemma in Sophie's Kopf war sehr realistisch dargestellt.
Einziger Kritikpunkt: Zum Schluss fand ich ein paar Kapitel recht zäh und eher nichtssagend. Hier war ich froh, als es dann zum Ende hin wieder zur Sache ging.

Ich wurde sehr positiv überrascht - "Den Mund voll ungesagter Dinge" bekommt von mir 4,5 Sterne. Und achja: Was für ein wundervoll poetischer Titel!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2020

Achtung: Nicht das, wonach es aussieht!

Zwei in einem Herzen
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Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Dies ist mein zweites Buch der Autorin. Bereits letztes Jahr ist ihr deutsches Debüt im Heyne Verlag erschienen: "Ein Tag im ...

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Dies ist mein zweites Buch der Autorin. Bereits letztes Jahr ist ihr deutsches Debüt im Heyne Verlag erschienen: "Ein Tag im Dezember". Das Buch hat mir bereits ziemlich gut gefallen aber "Zwei in einem Herzen" hat das ganze definitiv nochmal getoppt!

Es geht um Lydia, die den Verlust ihres Verlobten Freddy zu verarbeiten hat, der mit Ende Zwanzig bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt.. Ihr gemeinsamer Freund Jonah überlebt den Unfall leicht verletzt. Als Lydia anfängt, Schlaftabletten zu nehmen, scheint sie jedes Mal, wenn sie einschläft, in einer Art Parallelwelt wieder aufzuwachen, in der Freddy noch lebt und ihr Leben dementsprechend einen ganz anderen Verlauf nimmt. Nun ist es an ihr, beide Leben irgendwie unter einen Hut zu bekommen, denn schließlich bleibt die reale Welt für alle anderen nicht einfach stehen.
Die Geschichte ist ausschließlich aus Lydia's Sicht erzählt und die Wach- und die Schlafphasen wechseln sich ab.

Ich fand die Idee, als auch die Umsetzung wirklich genial. Zunächst hat ich etwas Bauchschmerzen, ich dachte, der Wechsel der beiden Welten wäre vielleicht zu hart und zu verwirrend, aber das fand ich überhaupt nicht. Man konnte gut differenzieren und ist dementsprechend gut mit den unterschiedlichen Lebenssituationen klar gekommen.

Die Charaktere waren sehr realistisch und vor allem sympathisch. Es gab tatsächlich keinen Charakter, zu dem ich gar keinen Bezug finden konnte.

Der Klappentext führt einen hier doch sehr in die Irre - ich bin davon ausgegangen, dass der rote Faden die entstehende Liebesbeziehung zwischen Lydia und Jonah sein wird, aber das war nicht der Fall.
Vielmehr geht es um den großen Verlust von Lydia, wie sie mit diesem umgeht, wie die Menschen in ihrer Umgebung sich verhalten, was ihnen widerfährt.. . Zusammenfassend kann man sagen, dass es in dem Buch größtenteils um Trauerbewältigung ging - wovor ich übrigens große Angst hatte. Allerdings unbegründet: Auch wenn ich ab und zu doch schlucken musste und Tränen in den Augen hatte, bleibt mir die Geschichte sehr positiv in Erinnerung. Sie zeigt: Das Leben geht weiter.

Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, das Buch lässt sich zügig und flüssig lesen. Manche Szenen hätten meiner Meinung weggelassen werden können, gerade zum Ende hin haben sich manche Gegebenheiten etwas in die Länge gezogen - ich denke mal, hier wollte die Autorin die Entwicklung der Protagonistin etwas realistischer darstellen. Hierfür - und für den irreführenden Klappentext - gibt es einen Stern Abzug.

Ich könnte noch so viel schreiben und erzählen, denn ich wurde echt nachdenklich gestimmt. Aber macht euch lieber ein eigenes Bild!
Alles in allem ein wirklich rührendes, emotionales und wunderschönes Buch, das ich wirklich weiterempfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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