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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2021

Langatmig

Bis zum letzten Tanz
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Ich hatte bisher kaum etwas über die Zeit des zweiten Weltkriegs in Österreich gelesen, sodass mich das Buch wirklich interessiert hat.

Schöndorfer schreibt die Geschichte von Lotte aus der Sicht eines ...

Ich hatte bisher kaum etwas über die Zeit des zweiten Weltkriegs in Österreich gelesen, sodass mich das Buch wirklich interessiert hat.

Schöndorfer schreibt die Geschichte von Lotte aus der Sicht eines auktorialen Erzählers ab 1938 bis 1955 etwa sehr ausführlich.

Der Krieg wird allumfassend beschrieben: Der Hunger, die Verzweiflung, Plagen, Probleme, Sorgen und Not sind realitätsnah beschrieben.
Allerdings bleibt trotz der Problematik von Vergewaltigungen, illegalen Abtreibungen und anderen illegalen Aktivitäten Lottes Auftreten stark unterkühlt.

Mitten im Krieg erhält sie die Nachricht, dass ihr Mann als vermisst gilt. Und auch nach dem Krieg kehrt er nicht zurück, sodass sie sich auf eine Affäre mit einem amerikanischen Besatzer einlässt, der aber natürlich wieder zurück nach Amerika gehen wird... Kann sie ihr altes Leben hinter sich lassen?

Fazit: Mich hat das Ende wirklich fraglos, sprachlos und vor allem ratlos zurückgelassen. Für dieses unspektakuläre, nicht wirklich viel aussagende Finale habe ich 500 langatmige Seiten gelesen... Frustrierend.

Wer einen langatmigen Roman mit einer kühlen Heldin im 2.WK lesen will, dem empfehle ich das Buch.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Lieblingsbackbuch

Meine glutenfreien Kuchen und Torten
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Ich leide nicht an Zöliakie, dafür aber meine Schwester und sie liebt genauso wie ich Süßes. Wir backen beide leidenschaftlich, sodass es für uns ein Schock war als ihre Diagnose herauskam. Seitdem gebe ...

Ich leide nicht an Zöliakie, dafür aber meine Schwester und sie liebt genauso wie ich Süßes. Wir backen beide leidenschaftlich, sodass es für uns ein Schock war als ihre Diagnose herauskam. Seitdem gebe ich mir Mühe beim Backen glutenfreie Varianten zu finden, was mitunter bisher für mich immer schwierig war, da die Konsistenz des glutenfreien Mehls einfach nicht so gut klebt.

Dieses Buch ist aber wirklich ein Traum für sie. Ich habe einen Nusskuchen probiert, der sehr einfach ist und perfekt gelang.

Die Zutaten sind auch wirklich alle in einem Supermarkt zu bekommen. Bis auf das glutenfreie Mehl gibt es keine anderen besonderen Zutaten.

Kritik: Der Titel nennt Kuchen und danach Torten. In dem Buch werden aber zuerst die Torten aufgelistet und anschließend die Kuchen. Da fände ich es praktischer erst mit den Kuchen zu starten, da diese auch eher für Anfänger geeignet sind. (Ich bin zB. eine Katastrophe mit Sahne).

Außerdem folgt eine Art Einleitung über Zöliakie ganz zum Schluss. Auch das hätte ich mir eher am Anfang des Buchs gewünscht.

Aber all die Kritik hat nichts an den Rezepten auszusetzen, daher eine volle Empfehlung für alle, die an Zöliakie leiden und endlich wieder Kuchen und Torten genießen wollen.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Zu glatt und perfekt

Friesenwinterzauber
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Ich habe schon einen Leuchtturmträume von Janz gelesen, sodass ich mich wirklich sehr auf Friesenwinterzauber gefreut habe, da mit ersteres sehr gut gefallen hatte.

Auch hier ist mir positiv aufgefallen, ...

Ich habe schon einen Leuchtturmträume von Janz gelesen, sodass ich mich wirklich sehr auf Friesenwinterzauber gefreut habe, da mit ersteres sehr gut gefallen hatte.

Auch hier ist mir positiv aufgefallen, dass wieder durchkam, dass sich Janz wirklich ausgezeichnet in St Peter Ording auskennt und man durch das Lesen alleine das Gefühl bekam ebenfalls direkt vor Ort gerade Urlaub zu machen.

Allerdings war mir die ganze Geschichte rund um die betrogene, einsame Isabel zu perfekt insgesamt. Mit ihrer netten, älteren Nachbarin geht sie ihre Familie in besagter Insel besuchen und wird direkt herzlich in die Familie aufgenommen und findet dort auch noch eine weitere Familie, die sie ins Herz schließt...

Fazit: Wer einen perfekten Roman zur Weihnachtszeit lesen will, in dem absolut alles glatt und perfekt läuft, dem ist das Buch zu empfehlen. Mir war es etwas zuuu viel gegen Ende.

Bonus: 3 weihnachtliche Rezepte :)

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Harmel rührt zu Tränen

Das Buch der verschollenen Namen
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Ich bin schon seit Jahren ein begeisterter Fan von Harmels Talent. Ihre Werke schaffen es bei mir immer wieder auf die Tränendrüse zu drücken - etwas peinlich, wenn man in der Bahn sitzt - aber ich kann ...

Ich bin schon seit Jahren ein begeisterter Fan von Harmels Talent. Ihre Werke schaffen es bei mir immer wieder auf die Tränendrüse zu drücken - etwas peinlich, wenn man in der Bahn sitzt - aber ich kann nichts dagegen machen.

Wie in ihrem letzten Werk schon hat sie sich auch diesmal für die Kulisse Frankreichs im zweiten Weltkrieg entschieden. Eva, die es schafft mit ihrer Mutter vor den Besatzern zu fliehen, versteckt sich im Süden Frankreichs und beginnt dort Dokumente für jüdische Kinder und Flüchtlinge zu fälschen, um ihnen eine Flucht in die Schweiz zu ermöglichen. Um eines Tages nach dem Krieg die Familien wieder zusammenführen zu können, schreibt sie in einer Geheimschrift die echten Namen der Kinder in ein Buch...

Das Buch ist spannend, packend, romantisch in solch einer desaströsen Zeit. Man fühlt mit Eva, flieht mit ihr, fälscht mit ihr, hungert mit ihr. Es ist kaum zu glauben, zu was Harmel fähig ist. Sie lässt einen völlig verheult zurück, wenn man das Buch einmal beendet und schließt.

Das Buch der verschollenen Namen ist ein Roman, den man nur schwer wieder vergessen wird. Die Botschaft dieses Buchs lautet: Es kommt letztlich niemals auf Religionen, Hautfarbe, Nation etc. an, es kommt auf den Menschen an und damit hat sie absolut Recht.

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Liebe und Wein

Liebe in bester Lage
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In Liebe in bester Lage von Wiedemann geht es um Ella, die nach 25 Jahren Ehe vor einem Scherbenhaufen steht und sich erst einmal eine Auszeit in Südtirol gönnt. Dort besucht sie zwei Wochen lang ein Weinseminar ...

In Liebe in bester Lage von Wiedemann geht es um Ella, die nach 25 Jahren Ehe vor einem Scherbenhaufen steht und sich erst einmal eine Auszeit in Südtirol gönnt. Dort besucht sie zwei Wochen lang ein Weinseminar und lernt dabei ganz nebenbei direkt zwei nette Männer kennen...

Stilistisch: Der Roman ist leicht zu lesen, man ist direkt in der Geschichte drin und fühlt mit Ella. Zweimal wurden zwei Dialekte in Form von Dialogen im Boman eingestreut, die ich nicht ganz verstand, aber das tat dem Buch keinen großen Bruch. Wer aber Südtirolisch und berlinerisch versteht, der ist hier etwas im Plus.

Das ein oder andere Mal musste ich wirklich schmunzeln, Humor hat Wiedemann.

Ella persönlich war mir hin und wieder zu nett - insbesondere zu Vivien, der Affäre von ihrem Ehemann. Da hätte ich mir gewünscht, dass die starke, taffe Chefin mehr durchkommt. Außerdem ging mir auch die Liebesgeschichte etwas zu schnell vonstatten, mehr Kennenlernzeit/romantische Dates fehlten mir hier.

Dafür hat mir wirklich gut gefallen, dass man merkte, dass Wiedemann sich sehr gut in Bozen auskennt und daher ganz detailliert über die Gegend berichten konnte. So bekam ich direkt Lust mal wieder nach Italien zu reisen.

Fazit: Ein klassischer, wirklich süß gelungener Middle-Age-Love-Roman, der mir als etwas jüngere Generation gut gefallen hat.

Allerdings sollte man nebenbei definitiv ein paar Snacks bereit halten. Ich habe andauernd Hunger bekommen von all den Speisen, die Wiedemann hier gepriesen hat.

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