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Jazz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2017

Überraschend

Alexander bricht aus
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"Alexander bricht aus" von Bellmann und Krause ist ein kurzweiliger Roman über einen Arzt, der mir zunächst unsympathisch war, weil ihm scheinbar alles, was er sich vornahm galant gelang - bis die Wendung ...

"Alexander bricht aus" von Bellmann und Krause ist ein kurzweiliger Roman über einen Arzt, der mir zunächst unsympathisch war, weil ihm scheinbar alles, was er sich vornahm galant gelang - bis die Wendung in seinem Leben Platz findet und ihm kaum mehr etwas nach Plan gelingt. Er muss seinen Oberarzt-Posten in Berlin aufgeben - für eine kleine Arztpraxis im Nirgendwo. Dort beschleicht ihn das Gefühl eine Tochter zu haben - was bestätigt wird und und und. Zusammengefasst: Sein perfektes Leben gerät komplett aus den Fugen, er persönlich außer Kontrolle und alles scheint eine große Katastrophe zu sein, die er nicht verhindern kann. Manche Punkte konnte ich teilweise vorhersehen, andere (die meisten) überraschten mich völlig.

Veröffentlicht am 07.01.2019

1. große Liebe mit Hindernissen

Die Sommer meines Lebens
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"Die Sommer meines Lebens" von Fiona Valpy ist ein Roman über Kendra, die die Erinnerungen von ihrer Oma Ella aufschreibt, die von ihrer Jugend während des 2. WKs berichtet.


Kendra ist hier nur eine ...

"Die Sommer meines Lebens" von Fiona Valpy ist ein Roman über Kendra, die die Erinnerungen von ihrer Oma Ella aufschreibt, die von ihrer Jugend während des 2. WKs berichtet.


Kendra ist hier nur eine Nebenfigur, Lehrerin, Mutter eines Autisten und dadurch, dass ihr Ehemann arbeitslos geworden ist, ist auch die Ehe nicht mehr rosig...

Ella hat ihre Sommer vor dem 2. WK bei der Freundin ihrer Mutter in Frankreich verbringt. Diese hat Zwillinge, Caroline und Christophe, mit denen sie sich sofort gut versteht. Als der Krieg ausbricht, muss sie ihren Urlaub sofort unterbrechen und zurück nach Schottland reisen. Christophe, ihre erste große Liebe wird Offizier. Von Caroline erhält sie alsbald einen Brief, in dem steht, er sei gefallen.

Nach dem Kriegende heiratet Ella und gründet eine Familie, als sie erneut einen Brief von Caroline erhält, indem sie von einem Wunder berichtet und Ella steht vor einer großen Entscheidung.

Stilistisch:
Die Abschnitte über Ella sind in auktorialer Form im Präteritum geschrieben, während die kürzeren Abschnitte über Kendra in der Ich-Person und im Präsens berichten. Die Abschnitte wechseln sich immer gegenseitig ab.

Kritik: Es gibt kleine Punkte, bei denen der menschliche Verstand sagt: Das ist unrealistisch, ein vernünftiger Mensch würde aufgrund der Gegebenheiten sich anders verhalten etc. Aber gleichzeitig muss man bedenken, dass man die Zeit des 2. WK nicht miterlebt hat und der Mensch im Westen sich seitdem massiv gewandelt hat. Während manche Dinge damals undenkbar zu der Zeit gewesen sind, sind sie für uns heute schon gar Alltag geworden.

Warnung: Eines der zwei Bücher, bei denen ich je in Tränen versunken bin.

Veröffentlicht am 29.12.2018

Neue Liebe oder alte aufwärmen?

Einmal Wolken und zurück
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"Einmal Wolken und zurück" von Liv Eiken ist ein Roman, in dem insbesondere ein Fokus auf Affären, Vertrauensverlust, Vergebung und Schuld gesetzt ist.


Inhaltlich geht es um Paartherapeutin Stina und ...

"Einmal Wolken und zurück" von Liv Eiken ist ein Roman, in dem insbesondere ein Fokus auf Affären, Vertrauensverlust, Vergebung und Schuld gesetzt ist.


Inhaltlich geht es um Paartherapeutin Stina und Architekt David, die seit Jahren glücklich verheiratet sind...bis Stina ihn mit seiner Sekretärin erwischt und alles bröckelt.

Werden sie sich zusammenraufen oder werden sie möglicherweise mit neuen Partnern doch glücklicher? David + Sekretärin und Stina findet in einem Kurzurlaub den Hotelführer ganz angenehm und ansonsten alles plötzlich in ihrem Leben im humorvollen Chaos versinkt.

Fazit: Sehr locker, flüssig lesbarer Schreibstil. Zu empfehlen für Frauen, die selbst betrogen wurden oder aktiv waren und Lösungsmöglichkeiten lesen wollen. Eiken hat die Geschichte natürlich zur bestmöglichen Variante aufgelöst.

Veröffentlicht am 21.12.2018

Schritt für Schritt goodbye zur Schüchternheit?

Nie mehr schüchtern!
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"Nie mehr schüchtern!" von Nina Deißler ist ein anschaulich an der Eigenpraxis orientierter Ratgeber, um

1. die Schüchternheit erst einmal zu kategorisieren
2. sie zu akzeptieren und an ihr anschließend
3. ...

"Nie mehr schüchtern!" von Nina Deißler ist ein anschaulich an der Eigenpraxis orientierter Ratgeber, um

1. die Schüchternheit erst einmal zu kategorisieren
2. sie zu akzeptieren und an ihr anschließend
3. zu arbeiten, um
4. sie bestmöglich durch Dranbleiben und stetigem Üben zu "überwinden".

Es gibt leider keine Allroundliste, die man locker in 5 Minuten abarbeiten kann, um die Schüchternheit zu "verlieren", aber Deißler erklärt ausführlich, dass man nicht gegen sich kämpfen sollte, sich nicht selbst dafür "verachten" sollte, dass man in dieser und jener Situation so und nicht so reagiert hat. Nein, sie schreibt viel mehr, dass es in Ordnung ist und gibt Rat, wie man stattdessen das nächste Mal "gekonnter" agieren kann. Hier gibt es die Ratschläge wirklich von Grund auf, also Basis null - wenn man nicht einmal zu Blickkontakt fähig ist.

Fazit: Wenn man wirklich schüchtern ist und gern etwas daran ändern würde, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Allerdings seid gewarnt: Da steckt sehr viel Arbeit dahinter, die ihr selbst investieren müsst. Einfach das Buch kaufen und lesen...damit verliert man wohl kaum die Schüchternheit, wenn man die kleinen und großen Aufgaben, zu denen sie den Lese ranregt, nicht in die Tat umsetzt, wird man wohl noch eine lange Weile mit seiner Schüchternheit leben müssen.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Weihnachten im Klischeesumpf

Mein Weihnachtswunsch bist du
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„Mein Weihnachtswunsch bist du“ von Jenny Hale ist ein klassischer, sehr seichter Liebesroman, der sich ganz um die Weihnachtszeit dreht. Inhaltlich geht es wie zu erwarten um die Protagonistin Leah, die ...

„Mein Weihnachtswunsch bist du“ von Jenny Hale ist ein klassischer, sehr seichter Liebesroman, der sich ganz um die Weihnachtszeit dreht. Inhaltlich geht es wie zu erwarten um die Protagonistin Leah, die ein Haus von ihrer Großmutter erbt, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Jedoch erbt sie nur die Hälfte, die andere gehört David, der in ihrer Kindheit einige Jahre mit in dem Haus gelebt hat (zu lang, um die Details zu schreiben).

Um das Problem der zufriedenstellenden Hauseinteilung zu lösen kommt es zu Diskussionen und Treffen und auch wenn man sich seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen hat, versteht man sich auf Anhieb richtig gut und fühlt sich in die Kindheit zurückversetzt – wenn da nicht das Haus wäre…

Meinung:
Ich habe wirklich nur eine seichte Lektüre erwartet und ich wäre auch vollkommen zufrieden gestimmt gewesen, wenn einige Details nicht wären. An David kommt man kaum nah, man erfährt kaum etwas über seine Vergangenheit. Warum?
Manche Nebendarsteller bekommen ihr Happy End, andere nicht. Warum?
Zu guter letzt, all die Fragen könnte ich übersehen, wenn da nicht mein kleines Emanzipationsproblem wäre. Die Frauen (Leah und Freundinnen, Bekannte, die alle gemeinsam Weihnachten feiern) werden „Mädels“ bezeichnet und verbringen hauptsächlich ihre Zeit in der Küche, während David ausschließlich zum Essen kommt und sonst arbeitet… Alles in allem war mir Leah nicht mächtig genug, um für sich selbst einzustehen und David wurde mir kaum sympathisch durch sein dominantes Verhalten.

Wer mit all den aufgezählten Kritikpunkten umgehen kann und darüber an Weihnachten sehen kann, dem ist das Buch def. empfehlenswert. Ich persönlich hätte mich mehr darüber gefreut, wenn David einfühlsamer wäre und Leah mehr Rückgrat gehabt hätte, etwas mehr Romantik und vor allem eine große Portion Humor dabei gewesen wäre.