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Veröffentlicht am 04.07.2025

Kati Stephan: Aussicht auf ein neues Morgen

Aussicht auf ein neues Morgen
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Manchmal findest du ein Buch, das dich in eine vergangene Zeit mitnimmt und dir die Höhen und Tiefen des Lebens in einer anderen Ära nahebringt. Genau das hat Aussicht auf ein neues Morgen bei mir geschafft. ...

Manchmal findest du ein Buch, das dich in eine vergangene Zeit mitnimmt und dir die Höhen und Tiefen des Lebens in einer anderen Ära nahebringt. Genau das hat Aussicht auf ein neues Morgen bei mir geschafft. Die Geschichte spielt in den 70er Jahren in Ost-Berlin und dreht sich um drei junge Frauen – Hanna, Trudi und Babs – die alle aus unterschiedlichen Gründen in die Großstadt ziehen und dort ihre ersten Schritte ins Erwachsenenleben machen.

Hanna, die schüchterne und zurückhaltende Fotografin, zieht mich sofort in ihren Bann, vor allem, als sie den rebellischen Musiker Peter kennenlernt. Aber natürlich wird’s kompliziert, denn die Staatssicherheit hat überall ihre Finger im Spiel, und so steht schnell ihre aufblühende Liebe unter einem ziemlich düsteren Stern. Peter, ein Freiheitsliebender, gerät in Schwierigkeiten, und ich konnte förmlich mitfühlen, wie Hanna sich fragt, ob es klug ist, sich in ihn zu verlieben – das Risiko, alles zu verlieren, war allgegenwärtig.

Babs, die vom Dorf nach Berlin flieht, um der Enge ihrer Familie zu entkommen, hat es da nicht viel leichter. Ihr Heimweh macht sie verletzlich, aber als sie den Gastarbeiter Miro trifft, beginnt sie, sich mehr und mehr zu Hause zu fühlen. Ihre Geschichte bringt eine süße, fast naive Romantik in das Buch, die aber von der schwierigen Realität in der DDR immer wieder eingeholt wird.

Trudi hingegen hat ganz andere Ziele: Sie will in den Westen und scheut nicht davor zurück, moralisch fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Ihre Ambitionen und ihr trockener Humor haben mich oft zum Schmunzeln gebracht, aber man spürt auch den Druck, den die politische Situation auf alle Charaktere ausübt.

Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist die Mischung aus Freundschaft, Liebe und der ständigen Präsenz der Staatssicherheit, die über allem schwebt. Die drei Frauen kämpfen um ihre Freiheit und ihre Träume, während das System sie gleichzeitig einsperrt. Das hat der Geschichte einen spannenden und emotionalen Kern verliehen.

Ein kleines Manko für mich war, dass das Buch ruhig etwas tiefer in die einzelnen Handlungsstränge hätte eintauchen können. Es fühlte sich manchmal so an, als würden einige Entwicklungen zu schnell abgehandelt, vor allem, weil die Autorin auf nur 271 Seiten viele Themen unterbringen wollte. Das ist zwar keine große Schwäche, aber ein paar Seiten mehr hätten den Figuren und ihren Geschichten etwas mehr Raum zum Atmen gegeben.

Alles in allem hat mir Aussicht auf ein neues Morgen wirklich gut gefallen. Es war ein kurzweiliger, historischer Roman, der mich durch die packende Erzählweise und die sympathischen Protagonistinnen überzeugt hat. Vier Sterne – ein gelungener Ausflug in die DDR der 70er Jahre!

Veröffentlicht am 04.07.2025

Matt Haig: Der fürsorgliche Mr. Cave

Der fürsorgliche Mr. Cave
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Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog ...

Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog aus Obsession und Kontrollwahn verwandelt.

Terence Cave hat alles verloren: seine Mutter, seine Frau, seinen Sohn. Alles, was ihm bleibt, ist seine Tochter Bryony, und die versucht er um jeden Preis zu beschützen. Und wenn ich „um jeden Preis“ sage, dann meine ich es wörtlich. Anfangs habe ich noch Verständnis für seine Ängste gehabt – wer würde sein einziges Kind nicht vor der grausamen Welt beschützen wollen? Aber was Terence da abzieht, ist jenseits von Beschützerinstinkt. Es ist Besessenheit in ihrer schlimmsten Form.

Bryony, die sich eigentlich von ihrem Vater abnabeln will, gerät in diesen emotionalen Käfig, den Terence um sie baut. Dabei wird sie immer rebellischer – und ganz ehrlich, wer könnte es ihr verübeln? Während ich weiter las, ertappte ich mich oft dabei, wie ich mir wünschte, sie würde einfach weglaufen oder das Jugendamt einschalten. Aber sie ist 15 und kämpft sich durch, und es gibt Momente, da fühlst du mit ihr, auch wenn sie manchmal nervt.

Der Aufbau des Buches, eine Art Tagebuch, das Terence an seine Tochter schreibt, hat mir eigentlich gefallen. Es hat eine gewisse Intimität und lässt dich tief in seinen Verstand eintauchen – was nicht immer angenehm ist. Es ist wie eine Fahrt in den Abgrund, und du weißt, dass es nicht gut ausgehen wird. Doch gleichzeitig zog sich die Handlung stellenweise wie Kaugummi. Manche Szenen fühlten sich überflüssig an, und der düstere Ton hat mich irgendwann nur noch runtergezogen.

Das Ende? Nun, es war kein Schock. Es war absehbar, dass es auf eine Katastrophe zusteuert, und irgendwie hätte ich mir vielleicht etwas weniger Vorhersehbarkeit gewünscht.

Am meisten habe ich mich gefragt: Warum hat niemand eingegriffen? Klar, Terence ist clever und versteckt seine wachsende Paranoia, aber es gibt so viele Momente, in denen die Großmutter oder Freunde hätten eingreifen können. Das machte die Story für mich weniger glaubwürdig.

Alles in allem würde ich sagen: Der fürsorgliche Mr. Cave ist keine schlechte Lektüre, aber man muss in der richtigen Stimmung für diese düstere Geschichte sein. Drei Sterne von mir – solide, aber nichts, was ich nochmal lesen würde, wenn ich gerade gute Laune habe.

Veröffentlicht am 04.07.2025

Matt Haig: Der fürsorgliche Mr. Cave

Der fürsorgliche Mr Cave
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Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog ...

Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog aus Obsession und Kontrollwahn verwandelt.

Terence Cave hat alles verloren: seine Mutter, seine Frau, seinen Sohn. Alles, was ihm bleibt, ist seine Tochter Bryony, und die versucht er um jeden Preis zu beschützen. Und wenn ich „um jeden Preis“ sage, dann meine ich es wörtlich. Anfangs habe ich noch Verständnis für seine Ängste gehabt – wer würde sein einziges Kind nicht vor der grausamen Welt beschützen wollen? Aber was Terence da abzieht, ist jenseits von Beschützerinstinkt. Es ist Besessenheit in ihrer schlimmsten Form.

Bryony, die sich eigentlich von ihrem Vater abnabeln will, gerät in diesen emotionalen Käfig, den Terence um sie baut. Dabei wird sie immer rebellischer – und ganz ehrlich, wer könnte es ihr verübeln? Während ich weiter las, ertappte ich mich oft dabei, wie ich mir wünschte, sie würde einfach weglaufen oder das Jugendamt einschalten. Aber sie ist 15 und kämpft sich durch, und es gibt Momente, da fühlst du mit ihr, auch wenn sie manchmal nervt.

Der Aufbau des Buches, eine Art Tagebuch, das Terence an seine Tochter schreibt, hat mir eigentlich gefallen. Es hat eine gewisse Intimität und lässt dich tief in seinen Verstand eintauchen – was nicht immer angenehm ist. Es ist wie eine Fahrt in den Abgrund, und du weißt, dass es nicht gut ausgehen wird. Doch gleichzeitig zog sich die Handlung stellenweise wie Kaugummi. Manche Szenen fühlten sich überflüssig an, und der düstere Ton hat mich irgendwann nur noch runtergezogen.

Das Ende? Nun, es war kein Schock. Es war absehbar, dass es auf eine Katastrophe zusteuert, und irgendwie hätte ich mir vielleicht etwas weniger Vorhersehbarkeit gewünscht.

Am meisten habe ich mich gefragt: Warum hat niemand eingegriffen? Klar, Terence ist clever und versteckt seine wachsende Paranoia, aber es gibt so viele Momente, in denen die Großmutter oder Freunde hätten eingreifen können. Das machte die Story für mich weniger glaubwürdig.

Alles in allem würde ich sagen: Der fürsorgliche Mr. Cave ist keine schlechte Lektüre, aber man muss in der richtigen Stimmung für diese düstere Geschichte sein. Drei Sterne von mir – solide, aber nichts, was ich nochmal lesen würde, wenn ich gerade gute Laune habe.

Veröffentlicht am 04.07.2025

Matt Haig: Der fürsorgliche Mr. Cave

Der fürsorgliche Mr Cave
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Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog ...

Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog aus Obsession und Kontrollwahn verwandelt.

Terence Cave hat alles verloren: seine Mutter, seine Frau, seinen Sohn. Alles, was ihm bleibt, ist seine Tochter Bryony, und die versucht er um jeden Preis zu beschützen. Und wenn ich „um jeden Preis“ sage, dann meine ich es wörtlich. Anfangs habe ich noch Verständnis für seine Ängste gehabt – wer würde sein einziges Kind nicht vor der grausamen Welt beschützen wollen? Aber was Terence da abzieht, ist jenseits von Beschützerinstinkt. Es ist Besessenheit in ihrer schlimmsten Form.

Bryony, die sich eigentlich von ihrem Vater abnabeln will, gerät in diesen emotionalen Käfig, den Terence um sie baut. Dabei wird sie immer rebellischer – und ganz ehrlich, wer könnte es ihr verübeln? Während ich weiter las, ertappte ich mich oft dabei, wie ich mir wünschte, sie würde einfach weglaufen oder das Jugendamt einschalten. Aber sie ist 15 und kämpft sich durch, und es gibt Momente, da fühlst du mit ihr, auch wenn sie manchmal nervt.

Der Aufbau des Buches, eine Art Tagebuch, das Terence an seine Tochter schreibt, hat mir eigentlich gefallen. Es hat eine gewisse Intimität und lässt dich tief in seinen Verstand eintauchen – was nicht immer angenehm ist. Es ist wie eine Fahrt in den Abgrund, und du weißt, dass es nicht gut ausgehen wird. Doch gleichzeitig zog sich die Handlung stellenweise wie Kaugummi. Manche Szenen fühlten sich überflüssig an, und der düstere Ton hat mich irgendwann nur noch runtergezogen.

Das Ende? Nun, es war kein Schock. Es war absehbar, dass es auf eine Katastrophe zusteuert, und irgendwie hätte ich mir vielleicht etwas weniger Vorhersehbarkeit gewünscht.

Am meisten habe ich mich gefragt: Warum hat niemand eingegriffen? Klar, Terence ist clever und versteckt seine wachsende Paranoia, aber es gibt so viele Momente, in denen die Großmutter oder Freunde hätten eingreifen können. Das machte die Story für mich weniger glaubwürdig.

Alles in allem würde ich sagen: Der fürsorgliche Mr. Cave ist keine schlechte Lektüre, aber man muss in der richtigen Stimmung für diese düstere Geschichte sein. Drei Sterne von mir – solide, aber nichts, was ich nochmal lesen würde, wenn ich gerade gute Laune habe.

Veröffentlicht am 04.07.2025

Matt Haig: Der fürsorgliche Mr. Cave

Der fürsorgliche Mr. Cave
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Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog ...

Manchmal liest du ein Buch und denkst dir: „Wow, das ist düsterer, als ich erwartet habe.“ Genau das Gefühl hatte ich bei Der fürsorgliche Mr. Cave – eine Geschichte, die sich mehr und mehr in einen Sog aus Obsession und Kontrollwahn verwandelt.

Terence Cave hat alles verloren: seine Mutter, seine Frau, seinen Sohn. Alles, was ihm bleibt, ist seine Tochter Bryony, und die versucht er um jeden Preis zu beschützen. Und wenn ich „um jeden Preis“ sage, dann meine ich es wörtlich. Anfangs habe ich noch Verständnis für seine Ängste gehabt – wer würde sein einziges Kind nicht vor der grausamen Welt beschützen wollen? Aber was Terence da abzieht, ist jenseits von Beschützerinstinkt. Es ist Besessenheit in ihrer schlimmsten Form.

Bryony, die sich eigentlich von ihrem Vater abnabeln will, gerät in diesen emotionalen Käfig, den Terence um sie baut. Dabei wird sie immer rebellischer – und ganz ehrlich, wer könnte es ihr verübeln? Während ich weiter las, ertappte ich mich oft dabei, wie ich mir wünschte, sie würde einfach weglaufen oder das Jugendamt einschalten. Aber sie ist 15 und kämpft sich durch, und es gibt Momente, da fühlst du mit ihr, auch wenn sie manchmal nervt.

Der Aufbau des Buches, eine Art Tagebuch, das Terence an seine Tochter schreibt, hat mir eigentlich gefallen. Es hat eine gewisse Intimität und lässt dich tief in seinen Verstand eintauchen – was nicht immer angenehm ist. Es ist wie eine Fahrt in den Abgrund, und du weißt, dass es nicht gut ausgehen wird. Doch gleichzeitig zog sich die Handlung stellenweise wie Kaugummi. Manche Szenen fühlten sich überflüssig an, und der düstere Ton hat mich irgendwann nur noch runtergezogen.

Das Ende? Nun, es war kein Schock. Es war absehbar, dass es auf eine Katastrophe zusteuert, und irgendwie hätte ich mir vielleicht etwas weniger Vorhersehbarkeit gewünscht.

Am meisten habe ich mich gefragt: Warum hat niemand eingegriffen? Klar, Terence ist clever und versteckt seine wachsende Paranoia, aber es gibt so viele Momente, in denen die Großmutter oder Freunde hätten eingreifen können. Das machte die Story für mich weniger glaubwürdig.

Alles in allem würde ich sagen: Der fürsorgliche Mr. Cave ist keine schlechte Lektüre, aber man muss in der richtigen Stimmung für diese düstere Geschichte sein. Drei Sterne von mir – solide, aber nichts, was ich nochmal lesen würde, wenn ich gerade gute Laune habe.