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Veröffentlicht am 08.03.2025

Fesselnder Jugendroman, der leider teilweise seine Tiefe verliert

Sanctuary – Flucht in die Freiheit
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Inhalt: "Sanctuary – Flucht in die Freiheit" ist ein dystopischer Jugendroman von Paola Mendoza und Abby Sher, der im Jahr 2032 in den USA spielt. In dieser Zukunft werden alle Bürger*innen durch ID-Chips ...

Inhalt: "Sanctuary – Flucht in die Freiheit" ist ein dystopischer Jugendroman von Paola Mendoza und Abby Sher, der im Jahr 2032 in den USA spielt. In dieser Zukunft werden alle Bürger*innen durch ID-Chips überwacht, was ein undokumentiertes Leben nahezu unmöglich macht. Die 16-jährige Valentina "Vali" González Ramirez lebt mit ihrer Familie illegal in Vermont, nachdem sie aus Kolumbien geflohen sind. Als der ID-Chip ihrer Mutter versagt und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen. Ihr Ziel ist Kalifornien, der einzige Bundesstaat, der sich der Kontrolle entzogen hat. Als Valis Mutter festgenommen wird, muss sie allein mit ihrem siebenjährigen Bruder Ernie die gefährliche Reise quer durchs Land antreten.

Der Roman wird aus Valis Ich-Perspektive erzählt, was eine tiefe emotionale Bindung zur Protagonistin ermöglicht. Ihre Zerrissenheit zwischen dem Wunsch, ein normales Teenagerleben zu führen, und der ständigen Angst vor Entdeckung wird authentisch dargestellt. Valis Mut und ihre Verantwortung gegenüber ihrem Bruder stehen im Mittelpunkt der Geschichte.

Die Autoren zeichnen ein erschreckend realistisches Bild einer Gesellschaft, in der Überwachung und Ausgrenzung allgegenwärtig sind. Die Flucht der Geschwister wird schonungslos und beklemmend geschildert, wobei sie auf ihrem Weg sowohl auf wohlgesonnene als auch auf gefährliche Menschen treffen. Der flüssige Schreibstil und die Nähe zur Realität ermöglichen es den Leserinnen, tief in die Geschichte einzutauchen und mit den Protagonistinnen mitzufiebern.


Zu bemängeln habe ich leider dass die Nebenfiguren eher blass bleiben und der ID-Chip, obwohl zentrales Element der Überwachung, keine größere Rolle spielt.
Außerdem finde ich, dass die Geschichte an einigen Stellen weniger dystopisch wirkt, sondern erschreckend real ist und aktuelle Themen wie Rassismus, Verzweiflung, Schmerz, Trauer, Gewalt, Missbrauch, Tod und Mord behandelt.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Ein kurzweiliger Lesegenuss, der charmant und pointiert erzählt ist.

In einem Zug
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Ich muss sagen, ich war durchaus ein Fan von " Gut gegen Nordwind", "Die spürst du nicht" dagegen hat mir überhaupt nicht gefallen. Aber aller guten Dinge sind drei...

Daniel Glattauers Kurzgeschichte ...

Ich muss sagen, ich war durchaus ein Fan von " Gut gegen Nordwind", "Die spürst du nicht" dagegen hat mir überhaupt nicht gefallen. Aber aller guten Dinge sind drei...

Daniel Glattauers Kurzgeschichte "In einem Zug" besticht durch ihren feinsinnigen Humor und die treffende Beobachtung menschlicher Eigenheiten. Die Handlung, die sich während einer Zugfahrt entfaltet, zeigt auf amüsante Weise, wie Zufall und zwischenmenschliche Begegnungen unser Leben beeinflussen können. Glattauer versteht es, mit wenigen Worten lebendige Charaktere zu zeichnen und alltägliche Situationen mit Tiefgang und Ironie zu versehen.

Die Erzählung regt meiner Ansicht nach zum Nachdenken an – über verpasste Chancen, spontane Entscheidungen und die kleinen Wunder des Alltags.

Durchaus also wieder eine "Versöhnung" mit seinen Büchern.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Durchaus spannend, wenn auch nicht ganz neu vom Ansatz her

Die Villa
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In "Die Villa" erzählt Jess Ryder die packende Geschichte von fünf Freundinnen, deren Junggesellinnenabschied in einer abgelegenen Villa in Marbella tragisch endet: Die Braut Aoife wird tot aufgefunden. ...

In "Die Villa" erzählt Jess Ryder die packende Geschichte von fünf Freundinnen, deren Junggesellinnenabschied in einer abgelegenen Villa in Marbella tragisch endet: Die Braut Aoife wird tot aufgefunden. Drei Jahre später kehren die verbliebenen vier Frauen an den Ort des Geschehens zurück, um die Ereignisse jener Nacht aufzuarbeiten.

Die Handlung wechselt geschickt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, enthüllt nach und nach die individuellen Perspektiven der Freundinnen und steigert so die Spannung kontinuierlich.

Ryders fesselnder Schreibstil und die unerwarteten Wendungen machen diesen Thriller zu einem echten Pageturner, der die dunklen Geheimnisse und komplexen Beziehungen der Protagonistinnen eindrucksvoll beleuchtet.

Es erinnert mich ein bisschen an "One of the girls" von Lucy Clarke. Aber tatsächlich auch nur so vom Grundgedanken und dem Konflikt her.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Zum Glück wieder etwas besser

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Nachdem ich nach dem 12. Band eigentlich schon mit der Reihe abgeschlossen hatte, habe ich schlussendlich , zwar mehr aus Mangel an Alternativen als aus wirklichem Interesse nun auch den 13. Kluftiger-Krimi ...

Nachdem ich nach dem 12. Band eigentlich schon mit der Reihe abgeschlossen hatte, habe ich schlussendlich , zwar mehr aus Mangel an Alternativen als aus wirklichem Interesse nun auch den 13. Kluftiger-Krimi gelesen.
Ich muss sagen, er ist glücklicherweise wieder etwas besser geschrieben als sein Vorgänger, auch wenn die Krimi-Komponente mir an manchen Stellen wieder doch etwas zu kurz kommt neben der "Politiklinie".

Die Grundgeschichte ist, dass Kluftinger einen Probeeinsatz einer Sondereinheit leitet und, wie soll es auch anders sein: Eine Person stirbt und man ist sich sicher; hier war Fremdverschulden im Spiel. Also ermitteln Kluftinger und sein Team, wenn auch Kluftingers Zeit eher begrenzt ist, denn aus seinem anfänglichen Quotenplatz bei den Gemeinderatswahlen ergibt sich ein ausgewachsener Zwist mit Dr. Langhammer, seinem Allzeitrivalen um den Platz im Gemeinderat.

Allgemein ist aber, wie auch schon in den vorherigen zwölf Fällen, der Unterhaltungsfaktor uneingeschränkt vorhanden, es liest sich schön nebenbei, auch weil einfach auch die Atmosphäre schön ist.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Mal ein anderes Genre

Der Spurenfinder
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Bisher hatte ich von Marc Uwe Kling eigentlich nur die Reihe rund um das Känguru ,Qualityland und Views, was ja bereits in die Krimirichtung geht gelesen.

Aber dieses Buch ist ja grundsätzlich erstmal ...

Bisher hatte ich von Marc Uwe Kling eigentlich nur die Reihe rund um das Känguru ,Qualityland und Views, was ja bereits in die Krimirichtung geht gelesen.

Aber dieses Buch ist ja grundsätzlich erstmal als Jugendbuch tituliert, was es von den anderen, von mir bereits gelesen Büchern unterscheidet.

Zum Inhalt erstmal nur so viel: Nach einer gefährlichen Begegnung mit einem Nachtmagier hat sich der Spurenfinder Elos mit seinen Kindern Ada und Naru in das beschauliche Dörfchen Friedhofen zurückgezogen. Eigentlich will er sich zur Ruhe setzen, doch plötzlich geschieht ausgerechnet im langweiligsten Kaff der Verlorenen Provinzen ein mysteriöser Mord, bei dessen Aufklärung der Leser in eine magische Welt voller skurriler Wesen eintaucht .

Es ist wunderschön gestaltet, die Dialoge sind so lebhaft geschrieben, dass man fast glaubt mitten im Gespräch dabei zu sein. Die Zeichnungen unterstreichen nochmal, wie viel Gedanken sich gemacht wurden

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