Zwischen Ozean und Innenwelt: eine sehr persönliche Suche nach Urvertrauen
IMUA Reise ins UrvertrauenMit „IMUA – Reise ins Urvertrauen“ legt Sharon Makana Seban ein sehr persönliches Memoir vor, das weit über den Rahmen eines klassischen Reiseberichts hinausgeht. Vor der eindrucksvollen Kulisse Hawaiʻis ...
Mit „IMUA – Reise ins Urvertrauen“ legt Sharon Makana Seban ein sehr persönliches Memoir vor, das weit über den Rahmen eines klassischen Reiseberichts hinausgeht. Vor der eindrucksvollen Kulisse Hawaiʻis erzählt sie von einem inneren und äußeren Aufbruch, vom Loslassen und von Neuanfängen sowie dem Versuch, dem Leben wieder mit mehr Vertrauen zu begegnen.
Der Begriff „IMUA“, der sinngemäß für mutiges Voranschreiten steht, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die Autorin nimmt die Lesenden mit in ihren Alltag auf den Inseln, schildert Begegnungen, Naturerlebnisse und spirituelle Erfahrungen, die sie Schritt für Schritt näher zu sich selbst führen. Besonders die atmosphärischen Beschreibungen von Meer, Landschaft und Naturgewalten sind eindrucksvoll gelungen – man spürt die Hitze, hört das Rauschen des Ozeans und kann sich die Weite der Inseln gut vorstellen.
Sharon Makana Seban schreibt sehr ehrlich über Verletzlichkeit, Zweifel und innere Prozesse. Themen wie emotionale Abhängigkeiten, falsche Sicherheiten und das Vertrauen in die innere Führung werden offen angesprochen und regen zum Nachdenken an. In diesen Passagen entfaltet das Buch seine größte Stärke, da viele Gedanken und Erfahrungen universell wirken und eigene Fragen widerspiegeln können.
Gleichzeitig blieb für mich eine gewisse emotionale Distanz. Die vielen spirituellen Konzepte, Begriffe und inneren Dialoge wirkten stellenweise abstrakt und eher aneinandergereiht, sodass sich nicht immer eine tiefe Verbindung aufgebaut hat. Manche Erlebnisse hätten mehr Raum gebraucht, um nachzuwirken. Auch kulturelle Hintergründe und Entscheidungen der Autorin blieben mir teilweise fremd, was das Eintauchen erschwert hat.
Trotzdem ist „IMUA – Reise ins Urvertrauen” ein ehrliches und authentisches Buch, das genau weiß, was es sein will: eine Einladung, das Leben weniger kontrollieren zu wollen und sich seinen eigenen Wellenbewegungen anzuvertrauen. Wer offen für spirituelle Selbstfindung ist, innere Prozesse reflektieren möchte und sich von der Magie Hawaiʻis berühren lässt, kann aus diesem Memoir viel Inspiration ziehen.
Für mich persönlich war es atmosphärisch stark und in Teilen sehr berührend. Inhaltlich war es jedoch nicht immer zugänglich. Dennoch ist es ein Buch, das zum Innehalten einlädt und sicher die richtigen Leser:innen finden wird.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.