Holpriger Start, lohnenswerte Themen
Open HeartsIn Open Hearts geht es um Misty, die nach dem Ende ihrer achtjährigen Beziehung plötzlich vor einem kompletten Neuanfang steht. Zwischen Rückzug ins familiäre Umfeld, Selbstzweifeln und neuen Dates versucht ...
In Open Hearts geht es um Misty, die nach dem Ende ihrer achtjährigen Beziehung plötzlich vor einem kompletten Neuanfang steht. Zwischen Rückzug ins familiäre Umfeld, Selbstzweifeln und neuen Dates versucht sie herauszufinden, wer sie ohne Partner an ihrer Seite eigentlich ist. Als sie sich auf einen Mann einlässt, der in einer offenen Beziehung lebt, wird sie mit der Frage konfrontiert, wie Liebe für sie künftig aussehen kann – und wie viel sie bereit ist, dafür von sich selbst infrage zu stellen.
Den Schreibstil fand ich zu Beginn ehrlich gesagt ziemlich anstrengend. Vieles wirkte sprunghaft und detailverliebt, vor allem bei Nebenfiguren, die für mich kaum relevant waren. Ich hatte oft das Gefühl, die Handlung tritt auf der Stelle und verliert sich in Alltagsbeobachtungen, ohne wirklich voranzukommen. Dadurch fehlte mir gerade im ersten Teil die emotionale Tiefe – besonders die Trennung, die eigentlich ein einschneidendes Erlebnis sein müsste, wurde sehr nüchtern erzählt.
Mit der Zeit wurde der Stil jedoch strukturierter und fokussierter. Die Geschichte bekam mehr Richtung, und die zentralen Themen – Selbstfindung, Beziehungsmodelle und familiäre Prägungen – traten klarer hervor.
Mit Misty bin ich trotzdem nicht ganz warm geworden. Ihre sehr direkte, teilweise etwas plumpe Art hat es mir schwer gemacht, eine enge Verbindung aufzubauen. Ich konnte ihre Unsicherheiten zwar nachvollziehen, aber emotional hat sie mich selten wirklich berührt. Auch einige Entwicklungen wirkten für mich vorhersehbar.
Gegen Ende nähert sich der Roman dann stärker dem, was ich mir erhofft hatte: eine ernsthafte Auseinandersetzung mit offenen Beziehungen und persönlichem Wachstum. Besonders die Einblicke in ihre Familiengeschichte fand ich gelungen. Trotzdem konnte mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugen, weil der holprige Start den Leseeindruck stark geprägt hat. Zu Beginn verliert sich die Geschichte in ausführlichen Beschreibungen von Nebencharakteren, deren Namen man sich kaum merken kann, und in Details, die wenig zur Handlung beitragen. Zwar bekommen einige dieser Figuren später tatsächlich eine Rolle, und auch der Schreibstil pendelt sich ein, doch es dauert einfach zu lange, bis die Geschichte an Fahrt gewinnt. Manche Szenen oder Entscheidungen wirken zudem weiterhin seltsam oder unnötig konstruiert, sodass der Lesefluss immer wieder gebremst wird. Für mich bleibt daher der Eindruck, dass Open Hearts viel Potenzial hat, dieses aber durch den unruhigen Anfang und die zahlreichen ausschweifenden Details nur teilweise ausschöpft.