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Veröffentlicht am 15.02.2020

Über Trauer und die Verbindung zwischen Menschen

Nach Mattias
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Rezension zu „Nach Mattias“ von Peter Zantingh
„Nach Mattias“ ist ein Roman über Verlust, Trauer und die Verbundenheit der Menschen. Der Autor hat einen tollen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. ...

Rezension zu „Nach Mattias“ von Peter Zantingh
„Nach Mattias“ ist ein Roman über Verlust, Trauer und die Verbundenheit der Menschen. Der Autor hat einen tollen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. Die Sätze sind kurz und prägnant, teilweise umgangssprachlich, was die Erzählungen lebhafter und lebensnäher erscheinen lässt.
Insgesamt lässt Peter Zantingh in seiner Geschichte acht Figuren sprechen. Sie kommen nacheinander zu Wort, kannten Mattias mal mehr mal weniger, sind jedoch alle von seinem Tod betroffen. Zunächst entsteht Spannung durch die Ungewissheit darüber, was mit Mattias passiert ist. Gleichzeitig erzählen Figuren, deren Verbindung zu Mattias erst im Laufe ihres Kapitels oder durch weitere Figuren vollends deutlich wird. Es sprechen Freunde, Familie und augenscheinlich Fremde. Meisterhaft werden die Figuren verknüpft, bis aus dem Netz von Personen eine logische und stringente Geschichte erzählt, die zeigt, wer Mattias war und was mit ihm geschehen ist.
Am Ende wartet eine Überraschung, die Hoffnung macht. Hoffnung darauf, dass Trauer überwunden wird und Hoffnung auf Menschlichkeit und Zusammenhalt. Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Thema ist aktuell und berührt und das nicht nur, weil das Leben dieser Menschen durch den Tod Mattias´ beeinflusst wird, sondern auch, weil einige von ihnen ein zusätzliches eigenes Schicksal haben, die so verschieden sind, wie es die Menschen sind.
Zurück bleibt ein nachdenklicher Leser, überrascht von der Komplexität menschlicher Begegnungen und dem großen Einfluss, den der Zufall auf das Leben haben kann. Und der Roman zeigt: Wir sind so unterschiedlich und doch vereint uns so viel, und wenn es die Trauer ist oder ein Mensch, der Einfluss auf unser allen Leben hat.
Peter Zantingh hat mit „Nach Mattias“ einen interessanten Roman geschrieben der nicht nur zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer umgehen, sondern auch wie verbunden das Leben der Menschen ist, ohne dass sie es ahnen.

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Veröffentlicht am 17.07.2023

sprachlich schwach, überzeugende Charaktere

Das Haus am Walchensee
1

Rezension zu „Das Haus am Walchensee. Neuanfang in Traumlage“ von Sophie Oliver
Der idyllische Walchensee, einer der schönsten Seen Deutschlands, ist Schauplatz für den Auftakt Der Walchensee Reihe von ...

Rezension zu „Das Haus am Walchensee. Neuanfang in Traumlage“ von Sophie Oliver
Der idyllische Walchensee, einer der schönsten Seen Deutschlands, ist Schauplatz für den Auftakt Der Walchensee Reihe von Sophie Oliver. Die Autorin hat den Ort geschickt gewählt. Der ländliche, ruhige Raum (wenn nicht gerade von Touristen gestürmt) bietet einen atmosphärischen Rahmen für eine Geschichte über Familie und Liebe, vom Suchen und Finden. In ruhigem Ton erzählt die Autorin die Geschichte der Geschwister Freya und Niklas, die nach dem Verlust ihres Vaters gemeinsam den Gasthof der Familie führen sollen. Vor allem für Freya bedeutet dies eine große Veränderung, da sie den Walchensee als Jugendliche verließ und seit dem in Schweden lebt. Dass der Walchensee sie verändern wird, ist schnell klar. Freya ist grundsätzlich ein sympathischer Charakter, der kontaktfreudig ist und engagiert ihre Ziele verfolgt. Hier und da wird sie zur Dramaqueen… da könnte sie doch noch ein Stück erwachsener werden.
Ihr Bruder Niklas hingegen ist durch und durch sympathisch. Es verwundert, dass er keine Partnerin hat. Seine Liebe zur Heimat ist stets spürbar und ihn verfolgt man durch seine ruhige aber doch einnehmende Art sehr gerne.
Weitere Charaktere gesellen sich dazu, die hier jedoch zu viel verraten würden. Einige sind sehr sympathisch und man möchte direkt auch einen Band über sie lesen, bei anderen ist man froh, wenn sie gerade mal nicht auftauchen und Unfrieden stiften. Die Charaktere sind gut gewählt und abwechslungsreich. Das ist eine der Stärken des Romans.
Ein großer Spannungsbogen ist neben Freyas „Beziehungen“ ihre Vergangenheit und der Grund ihrer Auswanderung nach Schweden.
Schade ist, dass die Dialoge teilweise sehr ungelenk und unnatürlich wirken. Die Wortwahl ist teilweise ungünstig und kaum jemand würde wirklich so sprechen.
Sophie Oliver hat mit dem Auftakt der Walchensee-Reihe einen Wohlfühlroman geschrieben, der zwar sprachlich etwas schwach ausfällt, aber inhaltlich und vor allem mit den Charakteren zu einem Sommerroman wird, den man gut in der Sonne lesen kann.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

rasant erzählt

Der Riss
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Rezension zu „Der Riss“ von Thilo Winter
Der Einstieg in den Roman fällt leicht. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und Thilo Winter hat Talent, spannend zu erzählen. Der Schreibstil lässt sich ...

Rezension zu „Der Riss“ von Thilo Winter
Der Einstieg in den Roman fällt leicht. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und Thilo Winter hat Talent, spannend zu erzählen. Der Schreibstil lässt sich zudem zügig lesen, was zum Thriller passt, der innerhalb weniger Tage erzählt wird und in dem sich die Ereignisse überschlagen.
Der Thriller beginnt mit einem Prolog, in dem Emilio verschwindet. Was genau mit ihm passiert ist, bleibt lange unklar. Dazu kommen weitere ungeklärte Fragen zu Emilios Familie und Vorgängen in der Antarktis. Die vielen offenen Fragen sind eine Stärke des Buches, auch wenn viele Fragen etwas vor Ende des Romans aufgeklärt werden.
Die Protagonistin ist Emilios Schwester Antonia, die in die Antarktis fliegt, um nach ihm zu suchen. Wie ihr Bruder ist auch sie Wissenschaftlerin. Dadurch erfährt man nebenbei einiges über die Antarktis. Antonia ist entschlossen, mutig und klug. Eine gute Kombination um auf die Suche zu gehen.
Auf der Forschungsstation in der Antarktis lernt sie weitere Wissenschaftler, sowie die beiden Piloten, die sie zur Forschungsstation gebracht haben, näher kennen. Wem sie trauen kann, weiß sie schnell nicht mehr. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, wer sie unterstützt.
Das Ende ist gelungen und passt zur Antonia.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse fasst etwas zu sehr und das ein oder andere wirkte fast zu sehr wie Science Fiction.
Insgesamt hat Thilo Winter dennoch einen spannenden Thriller geschrieben, der gut recherchiert zu sein scheint und ein fantastisch hohes Tempo aufweist. Unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 11.08.2020

berührend und spannend

Wenn du zurückkehrst
1

Rezension zu „Wenn du zurückkehrst“ von Nicholas Sparks
Nicholas Sparks glänzt auch in seinem neuen Roman mit einem leichten Schreibstil, der toll zu einem Liebesroman passt und sic flüssig lesen lässt. ...

Rezension zu „Wenn du zurückkehrst“ von Nicholas Sparks
Nicholas Sparks glänzt auch in seinem neuen Roman mit einem leichten Schreibstil, der toll zu einem Liebesroman passt und sic flüssig lesen lässt. Als Leser kann man sich die Orte und Figuren gut vorstellen.
Der Protagonist dieses Romans, Trevor, ist ein interessanter Charakter, der als ehemaliger Armeearzt einiges hinter sich hat. Nach einer Bombenexplosion in Afghanistan ist er nicht mehr einsatzfähig und kehrt nach dem Tod seines Großvaters in dessen Heimatort zurück. Sein Plan ist, dort einige Wochen zu bleiben und dann eine Weiterbildung zum Psychiater zu beginnen.
Wichtige Charaktere sind außerdem Natalie und Callie, sowie der verstorbene Großvater. Über den Großvater erfährt der Leser indirekt einiges, da Trevor Nachforschungen über ihn betreibt. Dieser Erzählstrang ist bis zuletzt interessant und bringt Spannung in die Geschichte. Selbiges gilt für Callie, ein minderjähriges Mädchen, dass im Ort in einem Trailerpark wohnt. Jedoch weiß niemand so genau, wo sie herkommt und ihr Verhalten gibt Rätsel auf.
Natalie ist eine junge Polizistin, die ebenfalls etwas zu verbergen scheint. Sie und Trevor begegnen sich zufällig und Trevor fühlt sich offensichtlich zu ihr hingezogen.
Schön eingearbeitet ist das Motiv der Biene. Trevors Großvater war ein Hobby-Imker und Trevor berichtet immer mal wieder davon, auch wie die Bienen in ihrem Staat zusammenleben. Sehr interessant.
Wer nun also ein Sparks-Fan ist und/oder Liebesromane mag, in denen es außerdem einen Handlungsstrang gibt, in dem es ein Geheimnis zu lüften gilt, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Sparks verbindet die Liebesgeschichte mit spannenden Elementen und erzählt berührend.

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Veröffentlicht am 25.06.2018

Begehren vs. Gewissen

Alles Begehren
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„Alles begehren“ ist ein Roman, der bewegt. Zunächst gefällt mir die Stimmte der Sprecherin Julia Nachtmann sehr gut. Sie ist ruhig und hat mich tief in die Geschichte gezogen. Sie schafft es zudem, die ...

„Alles begehren“ ist ein Roman, der bewegt. Zunächst gefällt mir die Stimmte der Sprecherin Julia Nachtmann sehr gut. Sie ist ruhig und hat mich tief in die Geschichte gezogen. Sie schafft es zudem, die verschiedenen Charaktere hervorstechen zu lassen, was es leicht macht dem Geschehen von Beginn an zu folgen.
Die Geschichte an sich ist spannend. Ich habe durchgehend auf den großen Knall gewartet, der dann plötzlich kommt und zuvor immer wieder aus verschiedensten Gründen abgewendet wird.
Zu Beginn hat mir zunächst die Vorstellung der Charaktere gut gefallen. Alle konnte ich leicht zuordnen und es ist gut erkennbar, wie sie miteinander verwoben sind.
Wie viele Bücher besticht auch dieses durch seine Charaktere. Das unmoralische Begehren zwischen Callum und Kate sorgt, in Bezug auf die Charaktere, für wechselnde Sympathien. Zunächst fand ich Callum klasse. Er ist ein freundlicher, kluger Mann, dem seine Familie überaus wichtig ist. Seine Affäre mit Kate hat mich jedoch unglaublich wütend auf ihn gemacht, verstärkt durch seine überaus sympathische Frau Belinda, die man nur gernhaben kann. Dass Callum sich selbst für sein Verhalten verachtet, relativiert sein schlimmes Verhalten wenig. Interessant ist der Kontrast zwischen seinem Handeln und seinem Gewissen.
Kate war mir zunächst ebenfalls sympathisch. Mit ihrer fröhlichen, lockeren und jugendlichen fühlt man sich schnell angesteckt. Auch hier veränderte sich meine Sympathie schnell. Außerdem wirkt sie kindlich in ihrem Verhalten und psychisch instabil. Als Leser habe ich geschwankt zwischen Wut auf Kate und Mitgefühl für ihre Situation. Ihr Mann Matt dagegen ist durchweg sympathisch – ein netter Mann und liebevoller Vater, der die Familie zusammenhält.
Interessant macht die Geschichte auch die Zeitsprünge zwischen damals und Gegenwart. Gut gemacht ist dabei, dass die jeweilige Zeit recht lange beibehalten wird, sodass man als Leser voll eintauchen kann in die jeweilige Zeit, bevor sie durch die Gegenwart aufgebrochen wird. Außerdem lernt man die Geschichte der Figuren toll kennen.
Insgesamt ist „Alles Begehren“ ein toller Roman, der seine Leser durch das kontroverse Verhalten seiner Figuren auf eine Gefühlachterbahn schickt und ein Hin- und- hergerissen- sein beim Leser erzeugt. Ein weiterer Pluspunkt ist der fesselnde Erzählstil sowie der spannende Aufbau, gefördert durch den Wechsel zwischen damals und heute.

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