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Veröffentlicht am 17.01.2025

Der fünfte Fall

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Dieser fünfte Fall ist für mich der erste „Grenzfall“, den ich las, und ich muss leider sagen, er war recht verwirrend. Ein Autounfall, in dessen Folge ein Mensch verbrennt und einer spurlos verschwindet, ...

Dieser fünfte Fall ist für mich der erste „Grenzfall“, den ich las, und ich muss leider sagen, er war recht verwirrend. Ein Autounfall, in dessen Folge ein Mensch verbrennt und einer spurlos verschwindet, es folgen Ermittlungen und viele Interpretationen des Geschehens. Und es folgen weitere Brände. Da hinein gerät Alexa und es muss auch ihr Vater Krammer hinzugezogen sein. Zwischendurch gibt es nebulöses „Zuvor“.
Aber auch viele Rückblicke. Die beziehen sich auf Ereignisse aus den ersten vier Teilen, so dass dem Leser eine gewisse Vorbildung fehlt. Ich würde empfehlen, beim ersten Band anzufangen. Das fünfte Buch ist definitiv als Einzelbuch für mich nicht das Richtige.
Der Schreibstil ist leichtgängig und man kommt gut voran, die Dialoge sind gut gewählt, so dass sie nicht zu lang werden. Die Charakteristik der Protagonisten ist recht unterschiedlich und lebhaft, ich fand aber keinen, der mir sonderlich ans Herz gewachsen ist beim Lesen.
Die Grenzfälle der Anna Schneider kommen etwa im Jahresrhythmus auf den Markt, der letzte und sechste Fall ist für 2026 angekündigt. Ich glaube, dass es dann auch gut ist mit den Fällen von Alexa Jahn und Bernhard Krammer.

GrenzfallIhreSpurindenFlammen

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Veröffentlicht am 16.01.2025

10. Fall für Commissario Grauner – Rente in Sicht?

Ein Schimmern am Berg
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Bisher habe ich alle Fälle von Commissario Grauner gelesen, aber mir scheint, Lenz Koppelstätter sollte seinen mahlerliebenden Protagonisten doch bald in Rente gehen lassen. Die Fälle werden nicht mehr ...

Bisher habe ich alle Fälle von Commissario Grauner gelesen, aber mir scheint, Lenz Koppelstätter sollte seinen mahlerliebenden Protagonisten doch bald in Rente gehen lassen. Die Fälle werden nicht mehr unterhaltsamer, sondern ziehen sich unter teils merkwürdigen Verrenkungen in die Länge, ohne die frühere Spannung zu erreichen.
Dieses Mal findet ein makabrer Mord in einem Laaser Marmorbruch statt, welcher für eine kulturelle Veranstaltung das passende Ambiente bieten sollte. Gefunden wird eine Künstlerin, zersägt von einer riesigen Maschine, die man sonst für Marmorblöcke einsetzt. Grauner beginnt zu ermitteln, währenddessen sein bewährtes Gespann Saltapepe und Tappeiner eine Art kombinierte Urlaub- und Hochzeitsreise in die USA unternimmt. Ermittelt wird fortan parallel dort und in Laas, denn die Marmorspuren führen auch nach New York und in Laas kommen noch vergiftete Marillenspuren hinzu. Saltapepe und Tappeiner werden dieses Mal zu Marionetten in einem recht gefährlichen Gangsterspiel.
Zwischendurch hängt bei Grauner auch noch der Haussegen schief und seine früheren Panikattacken lassen nicht lange auf sich warten. Darauf kann er aber keine Rücksicht nehmen und so ermittelt er, auf die Hilfe von Staatsanwalt Belli angewiesen, in dem undurchsichtigen Fall weiter.
Ich lese die Bücher von Lenz Koppelstätter vor allem deshalb gern, weil er einen unverwechselbaren, leicht amüsierten und amüsanten Schreibstil hat, der über manche Leerstelle hinweghilft. Die Figuren sind trotzdem recht unterschiedlich, nicht jeder Protagonist erhält seine volle Schriftstellerliebe. Grauner war und bleibt der Star der Krimiserie.
Fazit: Am Ende wird natürlich nicht alles gut, das wäre nun doch zu profan.
3 Sterne

EinSchimmernamBerg

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Kein gewöhnlicher Nesbø

Der König
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Jo Nesbø war lange einer meiner Lieblingsautoren aus Norwegen, aber Der König gefällt mir nicht halb so gut wie die Harry-Hole-Storys. In diesem Buch zieht sich alles sehr lang dahin und die "Selbstgespräche" ...

Jo Nesbø war lange einer meiner Lieblingsautoren aus Norwegen, aber Der König gefällt mir nicht halb so gut wie die Harry-Hole-Storys. In diesem Buch zieht sich alles sehr lang dahin und die "Selbstgespräche" sind eher Selbstbeweihräucherung. Da verliert sich die Spannung im schwülstigen Gerede.
Carl und Roy sind so unterschiedlich, wie zwei Brüder nur sein können. Im kleinen norwegischen Os, das sinnbildlich für Provinz und Merkwürdiges steht, lässt mich bisweilen an den Zauberer von Oz denken. Einer muss der Herrscher sein, auch im dunklen Norwegen.
Wie zwei Brüder versuchen, das Glück zu erzwingen, ohne Rücksicht auf Verluste, das hat mich nicht in seinen Bann gezogen, wie es die Ankündigung verspricht. Mir hat die Geschichte zum Glück auch keine schlaflosen Nächte beschert.
Fazit: wer bis zum Ende liest, wird doch überrascht sein.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Impossible Ideas

Wackelkontakt
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Zuletzt las ich „Eigentum“, seitdem habe ich mich riesig auf dieses neue Buch gefreut und es nun in kürzester Zeit verschlungen. Ein Wolf Haas, wie er im Buche steht, könnte man sagen.
In Anlehnung an ...

Zuletzt las ich „Eigentum“, seitdem habe ich mich riesig auf dieses neue Buch gefreut und es nun in kürzester Zeit verschlungen. Ein Wolf Haas, wie er im Buche steht, könnte man sagen.
In Anlehnung an die Impossible-Constructions-Schaffensperiode des begnadeten Grafikers M. C. Escher habe ich meine Überschrift gewählt. Ja, Wolf Haas hat unmögliche Ideen, was ja an sich schon doppeldeutig ist. Das neue Buch hat eine verwirrende, verwirrte Handlung und auch recht verwirrte Protagonisten, die sich im Unmöglichen suchen und versuchen.
Hauptperson Escher hat nichts mit dem erwähnten berühmten Grafiker zu tun, er trägt nun mal diesen Namen. Er ist professioneller Trauerredner, hat einige Macken und ein unersättliches Hobby: Puzzles, Glück bei den Frauen eher nicht. Der Klappentext verrät dem Leser zwar den Anfang, aber wie sich die Story um Escher, den Elektriker und die Mafia in einem Fort entwickelt, das ist schon echte Kleinkunst. Diese ineinander verschachtelten und verwobenen Szenen ähneln der Katze, die versucht sich in ihren Schwanz zu beißen, auch der Spruch „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“ kam mir bei der Lektüre in den Sinn. Ein fulminantes Feuerwerk auf nur 240 Seiten, am Ende dachte ich, das kann immer so weitergehen, es hätten auch achttausendeinhundertneunzig Seiten werden können.
Ich kann die Pointen der Pointen der Pointen … nicht erzählen, es würde die Freude und die Spannung stören, also empfehle ich das Buch jedem, der sich über absurdeste Gedanken vor Lachen ausschütten kann und will. Aber selbst vor ernsthaften Betrachtern wird das Werk Bestand haben, denn jede Satire hat auch einen tieferen Sinn.
Volle 5 Sterne

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Liebe, Trauer, Verwicklungen, unerwartete Wendungen - beste Unterhaltung

Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen
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Dora Heldt hat mit ihrem neuen Familienroman ein Panorama gezeichnet, das dem Hörer dieses Hörbuchs lange in Erinnerung bleiben wird. Die geniale Sprecherin Vera Telz gibt in Die Familienangelegenheiten ...

Dora Heldt hat mit ihrem neuen Familienroman ein Panorama gezeichnet, das dem Hörer dieses Hörbuchs lange in Erinnerung bleiben wird. Die geniale Sprecherin Vera Telz gibt in Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen eine Paradeleistung, jede Figur im Familienverbund bekommt nicht nur Stimme, sondern auch Charakter verliehen. Allein die Vorstellung, dass eine KI-Stimme sie ersetzen würde, ist wirklich nicht erfreulich.
Das Hörbuch taucht ein in die Hamburger Reederfamilie Johansen und damit einen wahren Pool an unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Johanne Johansen ist "nur" die Nichte des Besitzers Friedrich, aber sie ist nicht nur titelgebend, sondern tatsächlich auch die Hauptperson. Um sie herum sind die anderen Akteure versammelt, ihre Cousine Luise, deren Ehemann Tilo-Alexander, Tochter Emma, Sohn bzw. Stiefsohn Hagen auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Hausangestellte und Freundin Edda, deren Tochter Paula und Enkeltochter Frieda. Im Zentrum der Machtspiele war einmal Friedrich Johansen, das Oberhaupt von Familie und Reederei, im Buch jedoch ist er bereits alt und krank, sein Schwiegersohn und der Enkel Hagen führen die Reederei, aber leider bergab.
Wie Johanne, die zu Beginn der Handlung gerade hocherhobenen Hauptes in Rente geht, sich dem Niedergang der Reederei entgegenstemmt, wer ihr dabei hilft, wer ihr Steine in den Weg legt, all das liest und hört sich überaus vergnüglich über rund 13 Stunden. Dass sich in diesen Stunden auch ein paar Längen verstecken, habe ich auf Grund der amüsanten Schreib- und Erzählweise gut weggesteckt.
Fazit: Wer einmal so richtig in den Familienangelegenheiten einer noch nicht ganz verarmten Hamburger Familien kramen möchte, ist hier genau richtig. Einfach gute Unterhaltung, mit Herz, Schmerz und sogar mit ein bisschen krimineller Energie.
Gute 4 Sterne

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