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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2025

Hilfreich und kompakt

Gesund mit Visite – Arthrose
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Aus der Reihe Gesund mit Visite besitze ich bereits den Titel BLUTHOCHDRUCK, der mir viel Hilfe geleistet hat. Der neue Band ARTHROSE gefällt mir auch wieder sehr gut. Nicht nur das Äußere, also Cover ...

Aus der Reihe Gesund mit Visite besitze ich bereits den Titel BLUTHOCHDRUCK, der mir viel Hilfe geleistet hat. Der neue Band ARTHROSE gefällt mir auch wieder sehr gut. Nicht nur das Äußere, also Cover und Typografie sind sehr ansprechend, auch der Inhalt bietet auf verständliche und kompakte Weise einen Wegweiser für Betroffene. Die Übersicht auf der vorderen Innenseite des Covers bietet sozusagen den Wegweiser, der einen nicht nur durchs Buch führt, sondern in Kurzform schon informiert. Wenn man das Buch dann beendet hat, kommen als Sahnehäubchen dann Die magischen /, was einem guttut. Sogar etwas Naschen ist dann erlaubt, wobei ich das Solebad bevorzuge, bei dem ich gar keine schmerzenden Gelenke fühle, sondern nur schwebe.
Wichtig ist mir, dass viele Hinweise die eigene Motivation und Eigeninitiative ankurbeln, sei es bei Übungen für die betroffenen Körperteile oder mit Hilfe von Rezepten, die antientzündlich wirken. Die Zusammenstellung hat mir gut gefallen, die Übungen mache ich jedoch lieber nach Anleitung (durch Therapeuten oder ein Video), das Kochen aber übernehme ich selbst. Nr. 1 ist für mich die italienische Kartoffel-Mangold-Pfanne! Rotes Thai-Curry mit Lachsfilet und indische Linsencremesuppe schlagen sich um Platz 2.
Dass es einem nach vielen Krankheitsjahren manchmal an Motivation fehlt, ist sicher normal. Dieses Buch holt mich nur wieder aus dem Tal der Tatenlosigkeit zurück. Es hat sich sehr gut gelesen und das Interview mit Dr. Riepenhof empfinde ich als sehr realistisch und hilfreich.
Fazit: egal, welches Gelenk betroffen ist, hier findet jeder, der Arthrose schon hat, gute Ratschläge ohne erhobenen Zeigefinger.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Bissige Gesellschaftssatire, humorvoll verpackt

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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„Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem ...

„Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt“ – so wird Satire definiert. Zitat aus Google/KI.
Antje Huhs hat ihren ersten Roman veröffentlicht und sich ausgerechnet die krisenhafte Befindlichkeit der Pflegebranche auserkoren, um daraus eine bissige Gesellschaftssatire zu machen. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit streiken die Pflegekräfte und „der Staat“ weiß sich nicht anders zu helfen, als per Gesetz die pflegebedürftigen Senioren auf Privathaushalte mit Eigenheim zu verteilen. Dass dabei so einiges schief geht, sich manch einer drücken will und es zu kuriosen Vorfällen kommt, ist folgerichtig. Aber nach zwei, drei Stunden auch sehr ermüdend, ernüchternd sowieso. Man lernt Gute und Böse, Arme und Reiche kennen, Reichenbashing inklusive, die Charaktere sind nicht gerade subtil zu nennen, schwarz-weiß ist die Farbe des Tages. Fröhliche Weihnachten?! Lassen Sie sich überraschen.
(zum Hörbuch: Vera Teltz, der ich immer gern zuhöre, wenn sie gute Romane zu einem wahren Kopfkino werden lässt, hat auch diesen Roman souverän zum Leben erweckt.)

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Gereon Rath im spannenden Interview

Westend
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Dieses (Hör)-Buch ist nicht nur ein Abschiedsgeschenk des Autors an die Gereon-Rath- und Volker-Kutscher-Fans, es ist eine Liebesgabe und ein kleines Meisterwerk schriftstellerischer Kunst. Als Hörer vernimmt ...

Dieses (Hör)-Buch ist nicht nur ein Abschiedsgeschenk des Autors an die Gereon-Rath- und Volker-Kutscher-Fans, es ist eine Liebesgabe und ein kleines Meisterwerk schriftstellerischer Kunst. Als Hörer vernimmt man zusätzlich das Klacken des Recorders, das Knistern und Schleifen der Bänder, das komplett als Interview konzipierte Buch ist genial!
1973, Gereon Rath, der Kommissar, der in den 1920ern aus dem Rheinland nach Berlin kam, lebt in einem Berliner Seniorenheim. Nicht erstrebenswert, aber ihm geht es wohl ganz gut. Er hat sich mit den Preußen und den Zeiten arrangiert, ist kaum aus der Ruhe zu bringen, denkt man wenigstens. Unverhofft wird er von einem Historiker namens Hans Singer zu einem Interview gebeten. Rath gibt sich leutselig und amüsiert, aber Singer bohrt und bohrt. Rath als Unschuldslamm, das will er nicht durchgehen lassen. En passant gibt es Rückblicke auf Romane aus der Rath-Reihe, Rath wehrt alles, was ihm zu "persönlich" erscheint, vehement ab.
Die Thematik der Nazis, die nach Kriegsende nicht im Gefängnis sondern auf einem Beamtenposten landeten und u. a. auch durch Adenauer vor Strafverfolgung geschützt wurden, ist für meinen Geschmack ein bisschen dick aufgetragen. Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Kommt das Gespräch auf Charlotte zu sprechen, wird Rath schnell unwirsch. Warum eigentlich? Hat er etwas zu verbergen, fragt sich wahrscheinlich Singer.
Für mich sehr interessant war die Beschreibung der Vorgänge nach dem Krieg, als Charlotte alias Charlie in Ostberlin mit ihrem zweiten Ehemann Böhm Fuß fasst. Warum die vermeintliche Familienidylle zerbricht, erfährt der Hörer bzw. Leser in kleinen Häppchen. Mich hat das sehr gefesselt, die Spurensuche von Singer erinnerte mich sehr an eigenen Recherchen für ein Buch über meinen Vater.
Der Titel, der sich auf das Seniorenheim in Westberlin bezieht, ist etwas irreführend. Hätte ich die Wahl gehabt, wäre es vielleicht "Pankow" geworden oder "Ossietzkystraße 27".
Ich werde das Hörbuch jedenfalls noch einmal hören, es gefällt mir außerordentlich gut. Tatsächlich war es mir viel zu kurz, ich hätte gerne noch weiter zugehört. Also: Lese- und Hörempfehlung. Und als Idee, das wäre auch ein tolles Theaterstück!

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Auf dieses Buch habe ich gewartet!

Das 5x5-Prinzip
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Mein Rheumatologe gibt mir bei jedem Termin den Tipp, bei Ingo Froböse nach Übungen für den Muskelaufbau zu suchen. Ich bin 70 und er meint, es wäre nötig. Nun bestätigt dieses Buch genau die Hinweise ...

Mein Rheumatologe gibt mir bei jedem Termin den Tipp, bei Ingo Froböse nach Übungen für den Muskelaufbau zu suchen. Ich bin 70 und er meint, es wäre nötig. Nun bestätigt dieses Buch genau die Hinweise meines Arztes und ich habe einen guten Einstieg für das Training gefunden. Das einzige, was mir fehlt, wäre eine passende DVD bzw. Downloadlinks mit den einzelnen Übungen. Ich habe mir einige Seiten ausgedruckt und werde den Ablauf versuchen zu verinnerlichen. Ganz so einfach, wie es beschrieben ist, ist es für mich als recht unbewegliche Anfängerin nicht. Aber mein Dank geht ganz eindeutig an den Autor, der sich wirklich Gedanken gemacht hat, wie das Problem zu lösen ist. Ein Update zur Rezension werde ich noch schreiben, wenn ich das Training eine Weile gemacht habe.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Nichts Menschliches ist ihnen fremd

Bodenfrost
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Die Wallner- und Kreuthnerkrimis von Andreas Föhr sind für mich seit Jahren ein Muss! Auch "Bodenfrost" hat mir wieder gut gefallen, Michael Schwarzmeier macht es auch einem Preußen leicht, die mundartlichen ...

Die Wallner- und Kreuthnerkrimis von Andreas Föhr sind für mich seit Jahren ein Muss! Auch "Bodenfrost" hat mir wieder gut gefallen, Michael Schwarzmeier macht es auch einem Preußen leicht, die mundartlichen Feinheiten gut zu verstehen. Seine Stimme passt so wunderbar zu den skurrilen Figuren und ihren abgedrehten Aktionen. Der Kriminalfall ist wieder recht verworren, zum Ende hin wird es ganz verrückt. Ob die Geschichte glaubhaft ist oder nicht, das ist eigentlich vollkommen egal. Ich habe mich jedenfalls bestens unterhalten gefühlt. Spoiler werde ich hier nicht einsetzen, das verdirbt den Spaß. Einzig eine kritische Bemerkung: in Krimis brauche ich kein Gendern. Weder "Mitarbeitende" noch "Diabetiker oder Diabetikerinnen" passen zu diesem ansonsten sehr bodenständigen Krimi.

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