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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

leider enttäuschend

Bis die Sonne scheint
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Leider konnte mich Bis die Sonne scheint überhaupt nicht abholen. Ich hatte mir viel von diesem Roman erhofft – eine bewegende Familiengeschichte, ein Blick in vergangene Zeiten und vielleicht sogar ein ...

Leider konnte mich Bis die Sonne scheint überhaupt nicht abholen. Ich hatte mir viel von diesem Roman erhofft – eine bewegende Familiengeschichte, ein Blick in vergangene Zeiten und vielleicht sogar ein bisschen Nostalgie. Bekommen habe ich stattdessen eine langatmige Handlung mit vielen Zeitsprüngen, die mich beim Lesen eher gestört als bereichert haben.

Die Geschichte springt zwischen Daniels Konfirmationsvorbereitungen 1983 und der Vergangenheit seiner Eltern hin und her. Besonders die Abschnitte über die Eltern – ihre gescheiterten Geschäftsideen, ihre Versuche, den Schein zu wahren – haben mich einfach nicht interessiert. Womöglich liegt das auch daran, dass ich als Kind der 90er den vermeintlichen Charme der 80er nicht wirklich nachvollziehen kann.

Auch der Schreibstil war leider gar nicht mein Fall – stellenweise zu ausschweifend, dann wieder zu nüchtern. Emotionen sind bei mir kaum angekommen, obwohl die Familie eigentlich vor dem kompletten Ruin steht.

Zugegeben, die Idee der Geschichte hat Potenzial: eine Familie, die trotz finanzieller Not versucht, optimistisch zu bleiben und das Leben zu genießen. Doch die Umsetzung war für mich zu zäh, zu sprunghaft und einfach nicht fesselnd.

Schade – vielleicht wäre der Roman für ein anderes Publikum passender, aber mich konnte er leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

sehr enttäuschend

Women
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Ich hatte mich wirklich auf Women gefreut – eine kurze, queere Liebesgeschichte mit Kultstatus, gefeiert von prominenten Stimmen wie Lena Dunham und Kristen Stewart? Klang vielversprechend. Leider konnte ...

Ich hatte mich wirklich auf Women gefreut – eine kurze, queere Liebesgeschichte mit Kultstatus, gefeiert von prominenten Stimmen wie Lena Dunham und Kristen Stewart? Klang vielversprechend. Leider konnte mich dieser Roman aber überhaupt nicht begeistern.

Obwohl das Buch sehr schmal ist, empfand ich es als erstaunlich langatmig. Die Geschichte einer jungen Autorin, die in eine Großstadt zieht und sich – zum ersten Mal – in eine Frau verliebt, klang auf dem Papier interessant. Doch die Umsetzung war für mich enttäuschend. Ich hatte gehofft, tiefere Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonistin zu bekommen – wie es sich anfühlt, sich zum ersten Mal in eine Frau zu verlieben, welche inneren Konflikte entstehen, welche neuen Erkenntnisse über sich selbst sie gewinnt. Stattdessen lag der Fokus fast ausschließlich auf der problematischen Affäre mit Finn.

Finn, die 19 Jahre älter ist und in einer Beziehung lebt, war für mich weder faszinierend noch sympathisch – eher narzisstisch und sprunghaft. Ich konnte zu keiner Zeit nachvollziehen, warum die Protagonistin sich so stark zu ihr hingezogen fühlt. Statt einer mitreißenden Liebesgeschichte oder eines ehrlichen Selbstfindungsprozesses las sich der Roman wie eine nicht enden wollende Schilderung einer ungesunden, frustrierenden Beziehung – inklusive mehrfachen Betrügereien. Gerade bei einem Buch, das sich mit Themen wie Identität und sexueller Orientierung beschäftigt, hätte ich mir mehr emotionale Tiefe und Reflexion gewünscht.

Hinzu kommt, dass das Vor- und Nachwort überraschend viel Raum einnehmen – bei einem ohnehin schon sehr kurzen Buch wirkte das eher wie eine Seitenfüllung. Und dann war da noch der Schreibstil: für mich leider völlig nüchtern, spröde und uninspiriert. Von einem „echten Pageturner“, wie im Klappentext versprochen wird, war das für mich meilenweit entfernt.

Ich verstehe, dass Women für viele Leser:innen einen Nerv trifft – für mich blieb es leider eine sehr blasse, unzugängliche und letztlich langweilige Lektüre. Kein Kultbuch, sondern eher eine verpasste Chance.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

berührend

Verheiratete Frauen
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Cristina Campos hat mit "Verheiratete Frauen" einen Roman geschrieben, der mich gleichermaßen erschüttert und tief beeindruckt hat. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Frauenroman wirkt, entpuppt ...

Cristina Campos hat mit "Verheiratete Frauen" einen Roman geschrieben, der mich gleichermaßen erschüttert und tief beeindruckt hat. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Frauenroman wirkt, entpuppt sich als schonungslos ehrliche, kluge und emotional dichte Auseinandersetzung mit dem Leben von Frauen ab vierzig – mit all ihren Widersprüchen, Hoffnungen und Enttäuschungen.
Im Zentrum stehen Gabriela, Silvia und Cósima – drei Frauen, die sich wie enge Freundinnen anfühlen. Jede auf ihre Weise gefangen in einem Leben, das einmal ganz anders gedacht war. Gabriela, Journalistin und Mutter, führt seit Jahren eine Ehe, die mehr Routine als Liebe ist – bis sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt, die alles ins Wanken bringt. Silvia, Fotografin, erwartet ein Kind von einem Mann, mit dem sie kaum noch etwas verbindet. Und Cósima, erfolgreiche Stylistin, muss sich eingestehen, dass ihr frisch angetrauter Ehemann sie nicht mehr begehrt.

Was Campos so meisterhaft gelingt, ist das Einfangen der leisen und lauten Momente im Leben dieser Frauen. Die Kapitel sind lang, aber durch viele kurze, intensive Szenen zerschnitten, die tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonistinnen geben. Ihre Handlungen wirken manchmal verstörend, manchmal nur allzu nachvollziehbar – und immer menschlich.

Der Roman ist auch sprachlich ein Genuss: präzise, atmosphärisch dicht, dabei aber nie überladen. Die erotischen Szenen sind nicht nur Mittel zum Zweck, sondern helfen dabei, die innere Zerrissenheit der Figuren greifbar zu machen. Und doch geht es um so viel mehr als nur um Affären und Beziehungen – es geht um Selbstbestimmung, um das Frausein in einer Welt, die von Erwartungen geprägt ist. Themen wie Kinderwunsch, Endometriose, Homosexualität, gesellschaftliche Rollenbilder und emotionale Gewalt werden ohne Zeigefinger, aber mit großer emotionaler Wucht behandelt.

Ich habe oft innehalten müssen, weil mich das Gelesene so sehr berührt oder aufgewühlt hat. Und obwohl Männer in diesem Roman durchaus präsent sind, ist es die weibliche Perspektive, die hier im Vordergrund steht – ehrlich, facettenreich, ungeschönt.
Verheiratete Frauen ist ein aufwühlendes, kluges und bewegendes Buch. Es hat mich mit Wut, Mitgefühl und Traurigkeit zurückgelassen – und mit dem Gefühl, gerade etwas sehr Wichtiges gelesen zu haben. Ein Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

bewegende Familiengeschichte

Wo wir uns treffen
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"Wo wir uns treffen" von Anna Hope hat mich von Anfang bis Ende begeistert. Es ist einer dieser Romane, der sich zunächst ruhig entfaltet, aber mit jeder Seite mehr Tiefe, Bedeutung und emotionale Wucht ...

"Wo wir uns treffen" von Anna Hope hat mich von Anfang bis Ende begeistert. Es ist einer dieser Romane, der sich zunächst ruhig entfaltet, aber mit jeder Seite mehr Tiefe, Bedeutung und emotionale Wucht entwickelt. Je länger ich gelesen habe, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen – und desto mehr habe ich es bewundert.

Im Zentrum steht der Tod von Philip Brooke, Patriarch einer alteingesessenen britischen Familie. Seine Kinder Frannie, Milo und Isa reisen zum beeindruckenden Familienanwesen in Sussex, um Abschied zu nehmen – und treffen dort nicht nur aufeinander, sondern auch auf Clara, die Tochter von Philips amerikanischer Geliebter, die mehr über die wahre Geschichte und das koloniale Erbe der Familie weiß, als allen lieb ist.

Frannie hat das Anwesen bereits vor Jahren übernommen und möchte es nun in eine nachhaltige Zukunft führen. Besonders für ihre Tochter ist ihr das wichtig. Milo hingegen ist rastlos, getrieben – und hat eigene Vorstellungen, die stark von seinem Vater geprägt sind. Isa kämpft vor allem mit sich selbst und alten Wunden. Und Clara bringt Unruhe und Wahrheiten mit, die nicht ignoriert werden können.

Anna Hope gelingt es auf bemerkenswerte Weise, all diese Perspektiven miteinander zu verweben. Die Charaktere sind vielschichtig, authentisch und nicht immer leicht zu greifen – aber genau das macht sie so lebendig. Jede Figur trägt ihre Geschichte, ihre Verletzungen und ihre Sicht auf die Welt in sich, und das zeigt sich in jeder noch so feinen Nuance.

Die Themen, die Hope verhandelt, sind groß und komplex: familiäre Verstrickungen, Zugehörigkeit, Besitz, Schuld, koloniale Vergangenheit, gesellschaftliche Verantwortung – und darüber hinaus der Wunsch, in einer sich wandelnden Welt Orientierung und Sinn zu finden. Und all das wird vor der Kulisse eines riesigen Landhauses erzählt, das selbst wie eine eigene Figur wirkt. Die Naturbeschreibungen, die Atmosphäre, die Geräusche und Gerüche – all das ist so sinnlich und präzise geschrieben, dass man sich fast selbst auf dem Anwesen wähnt.

Der Roman braucht ein wenig Anlauf, doch genau das passt zur Geschichte. Er fordert Zeit und Aufmerksamkeit – und wird dafür umso reicher. Die Sprache ist elegant, poetisch und trotzdem klar. Kein Wort zu viel, keines zu wenig.

Fazit: "Wo wir uns treffen" ist ein wunderbar komponierter, kluger und berührender Roman über Familie, Verlust und Verantwortung. Wer tiefgründige Geschichten liebt, in denen nicht alles schwarz oder weiß ist, sondern in Zwischenräumen erzählt wird, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Für mich ganz klar ein Highlight und eine uneingeschränkte Fünf-Sterne-Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

mitreißende Romantic Suspense in Alaska

Kodiak Echoes – Hide me
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Was für ein unglaublich fesselndes Buch! "Kodiak Echoes" von Julia Pausss hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen. Das Setting auf Kodiak Island in Alaska ist einfach atemberaubend ...

Was für ein unglaublich fesselndes Buch! "Kodiak Echoes" von Julia Pausss hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen. Das Setting auf Kodiak Island in Alaska ist einfach atemberaubend – die raue, abgeschiedene Natur, die eisige Kälte und die düstere Atmosphäre verleihen der Geschichte eine ganz besondere Intensität.

Brynn Callahan, die nach der Aufdeckung eines Verbrechens im Zeugenschutzprogramm landet, muss sich nicht nur mit den Herausforderungen der Wildnis und misstrauischen Dorfbewohnern herumschlagen, sondern auch mit ihrem mürrischen Nachbarn Archer Flint. Und Archer! Hach, was für ein großartiger Charakter. Grummelig, geheimnisvoll und mit einer Vergangenheit, die ihn nicht loslässt – ich habe jede Szene zwischen ihm und Brynn geliebt. Ihre Dynamik ist voller Spannung, ihr langsames Annähern voller Gefühl, und ihre Liebesgeschichte hat mich einfach nur dahinschmelzen lassen.

Dazu kommt die unglaublich spannende Handlung: Ein ungelöster Mordfall, ein verschwundener Bruder, dunkle Geheimnisse – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Julia Pausss hat genau die richtige Mischung aus Romantik und Nervenkitzel getroffen.

Ich freue mich jetzt schon riesig auf Band 2 und kann es kaum erwarten, wieder nach Echo Cove zurückzukehren! Absolute Leseempfehlung!

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