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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2025

Gelungener Reihen-Auftakt. Ich kann mir vorstellen, die Reihe weiterzuverfolgen.

Hummelstich - Ein Mord kommt selten allein
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Nach meiner Meinung liest sich der Roman recht flüssig. Der Schreibstil und die Art der Darstellung hatten mich schnell eingefangen. Das wurde alles lebendig und abwechslungsreich erzählt, so dass ich ...

Nach meiner Meinung liest sich der Roman recht flüssig. Der Schreibstil und die Art der Darstellung hatten mich schnell eingefangen. Das wurde alles lebendig und abwechslungsreich erzählt, so dass ich mich rasch für die Story zu interessieren begann und auch wissen wollte, wie sie ausgeht. Die Figur der Bea von Maarstein war für mich angenehm quirlig und unkonventionell und Sven Grüneis und Borwin Wandelohe waren mir sympathisch. Die zahlreichen Figuren konnte man sich aufgrund der passenden Namen gut merken (z.B. die Bestatter Ruhe und Erdmann). Spätestens beim "persönlichkeitsgestörten Papageien" bröckelte dann die Zuneigung etwas, weil der Ausdruck mehrmals wiederholt wurde und ich die Begeisterung für den Begriff oder für die Idee dahinter nicht teilen konnte. Es fiel dann das ein oder andere Klischee auf, Bea stellte ungeschickte Fragen und, als sie zum Apotheker kam, ging mir die künstlerische Freiheit zu weit. Ich finde, dass man sich in einer realistischen Geschichte an die Regeln unserer Wirklichkeit halten muss (auch auf dem Dorf darf ein Apotheker keine Medikamente verschreiben). Die Auflösung war durchaus nett, aber auch unrealistisch und sinnlos aufgebauscht. Das sind Abstriche, mit denen ich zu einer Bewertung von 4 Sternen komme. Der Roman spielt übrigens in einem fiktiven Dorf nahe dem thüringischen Bad Frankenberg mit dem Schiefen Turm.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Stimmung entwickelt sich erst mit der Zeit ins Positive, abwechslungsreiche Story

Tanz im Staudenbeet
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Vorne weg kann ich bereits sagen, dass mir die Cosy-Krimis von Coco Eberhardt besser gefallen. Der Einstieg in die Story war nicht amüsant. Trotz der Inhaltsangabe war das überraschend. Ich hatte erwartet, ...

Vorne weg kann ich bereits sagen, dass mir die Cosy-Krimis von Coco Eberhardt besser gefallen. Der Einstieg in die Story war nicht amüsant. Trotz der Inhaltsangabe war das überraschend. Ich hatte erwartet, dass der Burnout der Hauptfigur Cornelius Schindelbeck in der Liebesgeschichte eine Kleinigkeit darstellt, die die Handlung rasch hinter sich lässt. Doch Cornelius ist ernsthaft krank, zudem uneinsichtig und es gibt deswegen viel Streit mit seiner Lebensgefährtin. Seine Reizbarkeit und schlechte Stimmung kamen bei mir als Leserin unvermutet deutlich an. Cornelius wird allerdings recht bald bei seinen Eltern abgeliefert, wo er zwar derselbe Stinkstiefel ist. Dort gibt es aber mehrere Figuren, die bunt und lebenslustig sind und als positives Gegengewicht zum negativen Cornelius die Stimmung ins Gleichgewicht bringen. Man kann jedoch gut nachvollziehen, was Cornelius bewegt. Daher wurde er mir trotzdem bald sympathisch, so wie auch die übrige Familie. Die meisten Figuren hatten einen kleineren Part und blieben daher etwas blass. Cornelius Verlobte Ines kam allerdings nach meiner Meinung etwas schlecht weg. Anfangs fand ich ihr Verhalten gegen Cornelius nachvollziehbar, obwohl man im Roman dazu eine gegenteilige Haltung hatte und auf ihr herumhackte. Ich fand es positiv, dass immer etwas geschieht in dieser abwechslungsreichen Story und dass es nicht immer nur mit Cornelius und Paula oder Ines zu tun hat. Dabei ist es der Autorin sehr gut gelungen, alle Ereignisse zu einem Gesamtbild zu verknüpfen, und ich fand die Entwicklung der Geschichte um Cornelius realistisch und glaubwürdig. Desöfteren sind ihr die Sätze allerdings zu lang geraten. An einer Stelle fand ich einen Schlangensatz mit 7 "Anhängseln". Immer wieder gibt es in der Story kleine Hinweise auf die Landschaft, in der man sich befindet. Und wer aus der Gegend von Oberhausen, Weißenhorn, Neu-Ulm kommt, findet das vielleicht gut. Ich gebe diesem Roman 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Viel Drama, wenig Überraschung, langweilig.

Inselrot
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Zunächst muss ich sagen, dass die Inhaltsangabe nicht wirklich stimmt, weil sie nicht zum Beginn des Buches führt, sondern eher zum Ende. Der Neuanfang wegen eines beruflichen Umbruchs ergibt sich erst ...

Zunächst muss ich sagen, dass die Inhaltsangabe nicht wirklich stimmt, weil sie nicht zum Beginn des Buches führt, sondern eher zum Ende. Der Neuanfang wegen eines beruflichen Umbruchs ergibt sich erst spät im Roman, und der Aspekt mit Lars und den wankenden Hochzeitsplänen ist falsch dargestellt. So was kann ich schon einmal nicht leiden. Der Einstieg in die Geschichte war leicht verwirrend. Ich wußte, dass der Roman Teil der Inselfarben-Reihe ist. Der Inhalt und Aufbau der Reihe war mir unbekannt. Daher dachte ich zunächst, Inselrot würde eine Geschichte fortführen. Tatsächlich war es nur ein Zeitsprung hin zu einem Aufreger in der Story, der den Anfang interessanter machen sollte. Leider zieht es sich danach in die Länge. Bis die Anwältin Sandra auf Sylt ankommt, ist ein Viertel des Buches gefüllt, und es sind viele, viele, zu viele Verwicklungen in die Handlung eingebracht. Diese wirkten auf mich wegen der Fülle der Ereignisse konstruiert, überdramatisch und langatmig. Ein ausführlich dargestellter Fall der Anwältin fühlte sich für mich wie Ballast an oder eine Gelegenheit, frauenfeindlich zu werden. In diesem Roman kommen die Frauen nicht gut weg, während man mit den Männern, bei jedem Mist, den sie machen, Mitleid haben soll. Immer wieder wird die Handlung in die Länge gezogen, weil man über ein Geheimnis in diesem Moment nicht sprechen kann. Das fand ich nicht spannend, das fand ich absurd. Der Roman ließt sich flüssig. Die Sprache ist durchaus gefällig, wenn auch aufgrund der häufig verwendeten Redensarten etwas langweilig. Auch die Figuren und die Ideen für die Handlung langweilten mich. Das letzte Viertel habe ich nur noch überflogen. Es gab viel Drama, aber kaum Überraschungen bis auf eine plumpe Irreführung. Die Versuche, spicy zu werden, fand ich deplaziert. Das passte weder zu der Figur Sandra noch zur Handlung. Ich mochte auch nicht die Anknüpfung zu anderen Romanen der Autorin. Im Nachwort steht ungefähr, das sei ein Teil des Konzepts der Reihe, und dass es doch nett wäre, wenn man erfährt, was aus Nebenfiguren wird. Weil ich das nicht wusste, hat es mich eher irritiert, dass auf diese beiden Nebenfiguren so sehr eingegangen wurde. Mich haben die beiden Null angesprochen. Über Sylt wird einiges gesagt, was Orte betrifft. Wer Sylt kennt, mag das vermutlich. Da mich der Roman unterwegs verloren hat, gebe ich ihm 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Begriffsstutzige Ermittlerin, altbackene Story, Handlung zieht sich

Ohne Wenn und Aber
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Inhalt: Es handelt sich bei diesem Roman um den Auftakt-Band zur Serie "Kati Blum ermittelt - Ein Bayreuth-Krimi". Kati Blum ist Anfang 30 und bereits Witwe. Ihr Mann Thorsten verstarb vor einem Vierteljahr ...

Inhalt: Es handelt sich bei diesem Roman um den Auftakt-Band zur Serie "Kati Blum ermittelt - Ein Bayreuth-Krimi". Kati Blum ist Anfang 30 und bereits Witwe. Ihr Mann Thorsten verstarb vor einem Vierteljahr überraschend an einem Herzinfarkt. Sie lebt noch in der gemeinsamen Wohnung auf dem Grundstück der wohlhabenden Schwiegereltern. Eines abends kurz vor Weihnachten wird sie dort von zwei Männern in Bärenkostümen überfallen. Sie wollen "die Klunker" von Thorsten zurückhaben, sonst... Kati hat keine Ahnung von "den Klunkern". Aber sie findet eine Spur nach Bad Bentheim. Unterwegs gabelt sie Lars auf, der eine Motorpanne hat.

Bewertung: Auf den ersten Seiten dachte ich noch, dass es etwas werden könnte mit Kati Blum/Birgit Gruber und mir. Aber bald störte ich mich an Katis Aschenputtel-Situation und der Demut, die sie der entgegen bringt. Im weiteren Verlauf fühlte ich mich immer stärker an einen Doris-Day-Film der 1960er erinnert. Allerdings überwiegt das Altbackene den Charme deutlich. Jemand „verhält sich schwul“, Kati Blum „ist eben eine Frau – unberechenbar und manchmal zickig“, Lars reißt sein Pflaster ab, weil er „ist doch kein Mädchen“ und so weiter. Alte Klischees. Abgegriffene Bildsprache. Sich wiederholende Phrasen. Handlungsabschnitte, die sich langatmig hinziehen, weil es musste ja unbedingt der Krimi um eine Liebesgeschichte erweitert werden. Diese konnte ich nicht ansatzweise nachvollziehen und es hat für mich Null geknistert. Die Zufälle, die Doris Day/Kati Blum zu etwas Erotik verhelfen, und die Anzüglichkeiten fand ich eher peinlich, da einfallslos und plump. Ich verstand, dass die Beziehung auf dem Was-sich-liebt-das-neckt-sich-Klischee beruht. Jedoch ist mir unverständlich, wie man einen Mann toll finden kann, vor dem man Angst hat und von dem man denkt, dass er ein Idiot sei. Für mich total unplausibel. Unplausibel war aber noch viel mehr an der Story. Beispielsweise, dass man aus einem Muffin mit Kirsche oben drauf eine Nase für einen Schneemann machen kann. Auch an anderer Stelle hatte ich den Eindruck, dass der Effekt vorging und es egal war, ob etwas bei genauerem Nachdenken an sich unrealistisch ist. Kati Blums Verhalten war ebenso unplausibel. Z. B. wird sie überfallen, aber die Polizei ruft sie nicht. Sie stellt auch Zusammenhänge nicht/erst sehr viel später her, die für den Leser auf der Hand liegen. Dabei hatte ich leider kein Gefühl des Triumphs, die Story zu durchschauen, sondern ich fühlte Unmut über diese dumme Ermittlerin. Zudem spielt dieser Bayreuth-Krimi überwiegend nicht in Bayreuth und dem Lektorat sind etliche Grammatikfehler durchgegangen. Weil ich mich zum Ende hin kaum noch motivieren konnte und die letzten 20 Seiten nur noch quer gelesen habe, gebe ich dem Roman 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Cosy-Krimi mit viel Abwechslung und einer Menge Überraschungen

Konstantins Affäre
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Dies ist der zweite Roman, den ich von Coco Eberhardt gelesen habe und mir hat er wieder sehr gut gefallen. Zunächst fielen mir die Parallelen zu Vinzent (aus einer anderen Roman-Reihe) auf: ähnliches ...

Dies ist der zweite Roman, den ich von Coco Eberhardt gelesen habe und mir hat er wieder sehr gut gefallen. Zunächst fielen mir die Parallelen zu Vinzent (aus einer anderen Roman-Reihe) auf: ähnliches Alter, ähnliche Situation. Wohnt noch im Elternhaus, Single, läuft nicht ganz rund, steht aber im Beruf. Doch Konstantin ist schon noch anders. Je länger man liest, desto mehr erkennt man seine Eigenheiten und was ihn von Vinzent unterscheidet. Es kommt sehr gut heraus, dass der Umgang mit Menschen für Konstantin etwas schwierig ist. Er tut aber sein Bestes und das ist anrührend. Eigentlich bleiben die Figuren im Roman sonst etwas blaß. Das sehe ich allerdings als Vorteil. So kann man sich seine eigenen Bilder von ihnen machen. Witzig fand ich den eigentlichen Ermittler Professor Hackspiel, ein Rechtsanwalt und Bekannter von Konstantin, der ständig unvermutet auftaucht, und keiner weiß, wieso und was er da macht. Er zieht Konstatin hinein in den Fall. Sehr geschickt wurde der Krimi mit dem privaten Drumherum verflochten. Wieder ist es der Autorin sehr gut gelungen, die Handlung zu erzählen, und sie hat das Genre Cosy-Krimi voll getroffen. Es gibt im Buch keine Dramatik, die Spannung ist mäßig. Aber es passiert immer etwas und es gibt viele Überraschungen. Der Roman spielt in München, was man fast nur am Dialekt der Kommissarin Dünnbier bemerkt, und an der Côte d'Azur. Es gibt zwar wieder Fehler (Rechtschreibung, Tempi) und unschöne Wiederholungen, jedoch weniger oder es hat mich weniger gestört. Ich gebe diesem Roman 5 Sterne.

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