Leider nicht mein Fall
Paradise BeachIch habe den Roman nach ca. 80 % abgebrochen. Erwartet habe ich eine bewegende Coming-of-Age-Geschichte, bekommen habe ich nicht viel.
Der Coming-of-Age-Aspekt war zumindest in Ansätzen vorhanden. In ...
Ich habe den Roman nach ca. 80 % abgebrochen. Erwartet habe ich eine bewegende Coming-of-Age-Geschichte, bekommen habe ich nicht viel.
Der Coming-of-Age-Aspekt war zumindest in Ansätzen vorhanden. In Erinnerungen verfolgen wir Ada, die als Teenagerin die Ferien mit ihrer Cousine Lill an der Ostseeküste verbringt, den neusten Trends aus Zeitschriften nacheifert und den Fokus rein auf ihre Außenwirkung legt. Irgendwie fehl am Platz und erzwungen fand ich diese versteckte Schwärmerei für Elja. Parallel dazu lernt man eine erwachsene Ada kennen, die sich einer Endometriose-OP unterzogen hat, schlaflos ist und sich vor allem nachts an die Anfangszeit ihrer Krankheit erinnert.
Eigentlich hatte ich keine Erwartungen und wollte mich voll und ganz in die Geschichte stürzen und mich auf sie einlassen. Die Geschichte hatte jedoch keinen nennenswerten Konflikt, keine Spannung, keine Dynamik und dümpelte nur so vor sich her. Ich möchte nicht das Wort "langweilig" verwenden, aber irgendwann habe ich abgeschaltet und festgestellt, dass ich kein Interesse mehr habe. Der (weitere) Verlauf und das Ende haben mich einfach nicht mehr neugierig gemacht.
Dass dem Thema Endometriose Raum gegeben wird und eine Betroffene geschickt ihre Gedanken, den Leidensweg und teilweise auch medical gaslighting teilt, bekommt meinen vollen Zuspruch. Aber auch durch Dara Brexendorfs Sprache war mir alles zu verwaschen, mit unüberwindbarer Distanz. Ich habe die Bilder nicht vor Augen gesehen, alles - selbst die Atmosphäre - war grau und leblos für mich.
Leider war »Paradise Beach« nicht mein Fall. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Lesende, die eine unaufgeregte, leise Geschichte mit dazu passender Sprache mögen, trotzdem Gefallen daran finden können.