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Karolina_Hruskova

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Eine magische und schicksalhafte Nacht

Nightsky Full Of Promise
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Berlin im Sommer. Sydney und Luke begegnen sich in einer lauen Nacht während einer Feier und verbringen dort wunderschöne Stunden miteinander. Ehe sie sich verabschieden müssen, versprechen sie sich etwas: ...

Berlin im Sommer. Sydney und Luke begegnen sich in einer lauen Nacht während einer Feier und verbringen dort wunderschöne Stunden miteinander. Ehe sie sich verabschieden müssen, versprechen sie sich etwas: Da Luke für ein Jahr nach Neuseeland reisen wird, werden sie sich nach der Reise am selben Ort zur selben Zeit wieder treffen. Ein Jahr später hat Sydney ihr Versprechen nicht vergessen – doch Luke offensichtlich schon. Er taucht nicht zu ihrem Treffen auf. Fünf Jahre später hat Sydney ihn und ihre wundervolle Nacht immer noch nicht vergessen – und plötzlich begegnet Sydney Luke wieder. Warum erinnert er sich aber weder an sie, ihre einzigartige gemeinsame Nacht oder ihr Versprechen?

Die Geschichte von Sydney und Luke beginnt während einer wundervollen Nacht und dieser Zauber wird perfekt im Cover des Buches festgehalten. Es ist verträumt, aber gleichzeitig voll von Tiefe durch die dunklen Farben. Die zusätzlichen goldenen Highlights verleihen dem Cover einen edlen Hauch und passen gleichzeitig natürlich auch zu jener verheißungsvollen Nacht.

Die zwei Hauptpersonen Sydney und Luke mochte ich, wobei Luke für mich dennoch etwas mehr hervorstach. Sydney steht mitten im Leben und kurz vor dem Abschluss ihres Studiums. Ihre Leidenschaft gilt jedoch dem Backen – was sie als „Meditation“ bezeichnet (und die Bezeichnung hat mich ehrlich gesagt irgendwann richtig genervt) – und sie trauert Luke und ihrer gemeinsamen Nacht auch noch fünf Jahre später sehr nach. Dieses Verhalten finde ich unnatürlich und unglaubwürdig. Ich möchte gerne daran glauben, dass jemand fünf Jahre auf sein Gegenstück wartet, aber ist es wirklich realistisch oder nur eine romantische Wunschvorstellung? Luke ist bodenständig und ein kleiner Überlebenskünstler. Nach dem Treffen mit Sydney hatte er im Leben kein wirkliches Glück oder Erfolg, aber hielt sich immer über Wasser. Er ist ein geselliger und offener junger Mann, der aber auch hartnäckig sein kann.

Die Intensität ihres Kennenlernens in kürzester Zeit ließ mich als Leserin an Liebe auf den ersten Blick glauben, was wahrlich romantisch ist. Mit noch Herzchen in den Augen war ich dann doch sehr irritiert, wie sich Sydney Luke gegenüber verhalten hat, als sie dazu gezwungen waren, mehrere Stunden in der Woche miteinander zu verbringen. Sie ist nachtragend und wütend auf Luke, weil er sich nicht an sie erinnern kann – darf man wirklich deswegen auf jemanden in diesem Ausmaß wütend sein? – doch könnte sie die Situation für beide auflösen, indem sie über ihren (falschen) Stolz springen und ihn über ihre Vergangenheit aufklären könnte. Nein, stattdessen stößt sie ihn von sich ab und gibt ihm keine Chance, sich rechtfertigen zu können. Sie läuft sogar vor der Situation davon, was ich als schlechten Charakterzug betrachte.

Allerdings überwiegen die Romantik und die Emotionen dann doch, sodass ich es sehr genossen habe, den Roman zu lesen. Zwischen Sydney und Luke entwickelt sich trotz der anfänglichen Schwierigkeiten eine wunderschöne Liebesgeschichte, die das lange Warten letztendlich wert war. Im Übrigen gefällt mir auch das Setting in Berlin: Der unvergleichliche Charme der Stadt ist dezent in den Roman eingeflossen.

Alles in einem hat der Roman eine schöne Geschichte erzählt, in der ich mich gerne während des Lesens verloren habe. Der Zauber hat mich von Anfang bis zum Ende begleitet und auch darüber hinaus hat mich die Atmosphäre noch lange in Gedanken beschäftigt. Ich sehne mich regelrecht nach dem Sommer und warmen Nächten – denn es ist wahr: Von ihnen geht eine ganz bestimmte Magie aus.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Eine gefühlvolle Erzählung von Freundschaft und Liebe

We don’t talk anymore
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Josephine und Archer verbindet eine ganz außergewöhnliche Freundschaft miteinander. Sie sind seit ihrer gemeinsamen Kindheit beste Freunde, vertrauen sich bedingungslos und bilden zusammen eine perfekte ...

Josephine und Archer verbindet eine ganz außergewöhnliche Freundschaft miteinander. Sie sind seit ihrer gemeinsamen Kindheit beste Freunde, vertrauen sich bedingungslos und bilden zusammen eine perfekte Einheit – ohne den jeweils anderen sind sie unvollständig. Sie sind unzertrennlich. Doch obwohl beide sogar die Exeter Academy besuchen, eine Schule für privilegierte Kinder, trennen Josephine und Archer auch Welten: Sie ist die Tochter reicher und erfolgreicher Eltern; er ist der Sohn der Hausangestellten. Ihre Freundschaft gerät schließlich ins Wanken, als sich beide eingestehen, dass sie sich ineinander verliebt haben. Um die Freundschaft allerdings nicht zu gefährden, verheimlichen sie ihre Gefühle voreinander – als Archer in einen dunklen Sog aus Geheimnissen gezogen wird, geht es jedoch um weit mehr als ihre Gefühle zueinander…

Wahrscheinlich handelte es sich bei dem Kauf des Buches bei mir um einen rein oberflächlichen Kauf, denn schaut euch nur das Cover an: Wie kann man es nicht haben wollen? Der große und mittig platzierte Fleck Farbe (ist es Wasserfarbe? Acrylfarbe?) gefällt mir in Kombination mit den goldenen Highlights sehr gut. Es strahlt Ruhe, aber auch Tiefe aus und bereitet meiner Meinung nach sehr gut auf den Roman vor.

Die Freundschaft zwischen Josephine und Archer fand ich wunderschön. Sie kennen einander in- und auswendig, verstehen sich auch ohne Worte und wissen, dass sie sich blindlings aufeinander verlassen können. Josephine und Archer gibt es nur im Doppelpack. Ihre innige und tiefe Freundschaft hat mich sehr berührt, genauso wie sie gegenseitig aufeinander aufgepasst haben. Dass sie sich ineinander verlieben, war also (für mich) nur eine Frage der Zeit. Allerdings war meine Zuneigung zu den beiden irgendwann abgeklungen.

Denn im Gegensatz zu ihrer Beziehung zueinander bin ich mit den beiden Hauptpersonen Josephine und Archer an sich nämlich nicht klargekommen. Josephine ist als Mauerblümchen beschreiben und dabei kam es mir auch noch so vor, als würde man sich bei ihr in dieser Hinsicht an jedem Klischee bedienen. Sie ist zaghaft, schwach, ängstlich, schüchtern, naiv und tritt nur in den Vordergrund, als sie als Klassenbeste (noch ein Klischee!) eine Rede halten muss. Als eine Entwicklung konnte ich das leider nicht wirklich wahrnehmen. Archer hingegen ist beliebt und gesellig und arbeitet hart für seine Zukunft. Doch als er in Bedrängnis gerät, handelt er kindisch – was für mich fast einen Rückschritt darstellt. Übrigens – dass Josephines „Freundinnen“, die Zwillinge Ophelia und Odette, als dumme Blondchen dargestellt werden und vor Klischees nur so strotzten, fand ich bedauerlich.

Auch das Setting war mir zu schwach aufgestellt. Die Geschichte, die zeitlich nur einige Wochen umfasst, hat keinerlei Dynamik erhalten; auf der anderen Seite verlieh es dem Ganzen aber auch eine entspannende und ruhige Geschwindigkeit. Entweder die einzelnen Szenen fanden auf dem Anwesen von Josephines Eltern statt, ein paar Mal diente die Schule als Schauplatz oder eine der vielen Partys, die (Achtung, auch hier wieder Klischees:) von verzogenen, reichen Mitschülern veranstaltet wurden. Auf mich hat es den Eindruck gemacht, als würde hier die Tiefe fehlen; stattdessen war mir die erzählte Geschichte wahrscheinlich dadurch noch seichter.

Ich finde es wirklich schade, dass es einige Punkte an dem Roman gibt, die mich die Geschichte von Josephine und Archer nicht wirklich genießen lassen konnten. Meiner Ansicht nach wäre über diese einmalige und besondere Freundschaft hinaus noch viel mehr Tiefgang möglich gewesen. Dennoch hat mich der Umgang zwischen Josephine und Archer bezaubert und ich wünsche den beiden wirklich ihr Happy End – was nach dem phänomenalen Cliffhanger am Ende des Romans vorerst schwierig sein wird. In We don’t talk anymore wird auf wunderbare Weise mit großen Emotionen umgegangen, die jedoch noch facettenreicher und breit gefächerter hätten gestaltet werden können.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Eine moderne Bonnie-und-Clyde-Geschichte

Infinity Plus One
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Bonnie Rae Shelby ist eine der erfolgreichsten Popsängerinnen Amerikas. Während sie das glamouröse Leben lebt, um das sie viele beneiden, kämpft sie jedoch mit ihrer Lebensmüdigkeit, bis sie sich letztendlich ...

Bonnie Rae Shelby ist eine der erfolgreichsten Popsängerinnen Amerikas. Während sie das glamouröse Leben lebt, um das sie viele beneiden, kämpft sie jedoch mit ihrer Lebensmüdigkeit, bis sie sich letztendlich auf einer Brücke wiederfindet, bereit zum Sprung. Nur Finn Clyde, der auf der Durchreise ist, sieht Bonnie auf der Brücke. In seinem Leben hat er sich immer auf Mathematik gestützt, die ihm nicht nur Sinn und Sicherheit gegeben, sondern ihm auch viel Ärger bereitet hat. Bonnie will springen – doch Finn hält sie ab. Und entgegen sämtlicher Vorhersehbarkeit und Wahrscheinlichkeiten beginnt das ungleiche Duo einen gemeinsamen Roadtrip, der jeder Logik und Berechenbarkeit zu trotzen scheint.

Um ehrlich zu sein, ist mir der Roman wegen des wunderschönen Covers in der Buchhandlung aufgefallen und wahrscheinlich nur deshalb habe ich mich für ihn auch entschieden. Mir gefallen die Farben sowie auch der Stil sehr, der mich an Alkoholfarben erinnert. Die kleinen Lichtreflexionen lassen das Cover zusätzlich leicht verträumt wirken.

Die erzählte Geschichte des Romans ist – in Ermangelung eines anderen Wortes – abstrus. Bonnie und Finn lernen sich in einer Ausnahmesituation kennen und starten gemeinsam (ungeplant) einen Roadtrip, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch zwei völlig Fremde sind. Während der Fahrt sind sie mit Problemen konfrontiert, denen ich den Zufall irgendwann einfach nicht mehr abkaufen konnte. Situationen waren sehr konstruiert und gewollt, und war einmal das Schema erkannt, wusste man schon sehr gut, was als Nächstes passiert. Das Abenteuer des Duos ist berechenbar. Sowohl die Beziehung zwischen Bonnie und Finn sowie die einzelnen Charaktere sind es hingegen ganz und gar nicht.

Vor allem Bonnie hat mich in ihren Handlungen und Reaktionen jedes einzelne Mal sehr überrascht. Sie war sehr laut, verspielt, manchmal sogar kindlich, aber auch tiefgründig, still und in sich gekehrt. Auch ihre Hilfsbereitschaft, die man anfangs mit Naivität verwechseln könnte, gehört zu ihren Stärken. Eigentlich ist ihr Charakter einfach erklärt: Alles, was logisch ist, nachvollziehbar oder in bestimmten Situationen erwartbar ist, macht sie nicht. Eher das Gegenteil. Und ganz ehrlich: Manchmal hat mich das gestört. Bonnie an sich ist ein interessanter und facettenreicher Charakter, aber die Frage, ob ich sie sympathisch fand, kann ich nicht aus Überzeugung bejahen. Finn ist vom Leben gekennzeichnet und möchte die Vergangenheit hinter sich lassen. Er erweckt den Anschein, dass er als stilles Wasser tief ist – doch durch viele Rückblenden in die Vergangenheit wird schnell klar, dass er einmal ein anderer Mensch war. Laut, lebensfroh, aktiv – ein Schicksalsschlag hat ihm vermeintlich all das jedoch genommen. Auch er hat mich oft überrascht und ich konnte ihn beim besten Willen nicht einschätzen. Besonders hat mich seine Liebe zur Mathematik begeistert, und obwohl er neben den schönsten Erinnerungen auch die schlechtesten Erfahrungen mit ihr verbindet, spendet sie ihm dennoch Sicherheit und Struktur. Für ihn besteht das ganze Leben aus mathematischen Formeln, Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Zahlenspielen. Und dann lernt er Bonnie kennen – die Unberechenbarkeit in Person…

Die Beziehung zwischen Bonnie und Finn war zwar absehbar, klar, davon lebt der Roman schließlich auch, aber sie war alles andere als normal. Nach meinem Empfinden war ihre Beziehung auch nicht im Vordergrund, sondern war plötzlich einfach da. Mir ging das viel zu schnell und genauso wie alle Zufälle eigentlich keine Zufälle waren, hat mir die Glaubwürdigkeit auch an dieser Stelle gefehlt. Die Liebe zwischen den beiden hat mich nicht überzeugt. Auf der anderen Seite scheinen Bonnie und Finn in ihrer eigenen kleinen Welt zu leben, die sie sich erschaffen haben, und auch nach ihren eigenen Regeln zu spielen, aber als Leserin habe ich dazu keinen Zugang gefunden. Ich habe mich ausgeschlossen gefühlt.

Mit Amy Harmons Schreibstil und Art zu erzählen bin ich lange nicht warm geworden. In Kapiteln wechseln oft ohne Hinweis die Erzählperspektiven – einmal blickt man in Bonnie hinein, während im darauffolgenden Absatz die Geschichte aus Finns Sicht erzählt wird. Und danach wird alles in der dritten Person geschrieben, was manchmal regelrecht befremdlich gewirkt hat. Über viele Rückblicke in die Vergangenheit lernt man sowohl Bonnie als auch Finn besser kennen und erhält damit auch einen Einblick in die vielen Gemeinsamkeiten, die Bonnie und Finn unter der Oberfläche doch miteinander verbinden.

Nachdem die Lektüre von Infinity plus one schon einige Tage zurückliegt, weiß ich noch immer nicht, was ich von dem Roman halten soll. Ja, dass er in einigen Punkten unberechenbar war, war interessant und erfrischend. Die Tiefgründigkeit in den Gedanken und Gesprächen von Bonnie und Finn waren fast schon next level. Auch dass das Thema Mathematik aufgegriffen und so flüssig in die Geschichte eingebaut wurde, war etwas ganz Neues. Letztendlich glaube ich aber, dass ich dazu noch den meisten Bezug aufbauen konnte. Mathe ist nicht so schlecht, wie es mir aus Schulzeiten in Erinnerung geblieben ist! Die Tatsache, dass mich allerdings die Protagonisten oder die erzählte Geschichte nicht nachhaltig beeindruckt haben – nein, eigentlich haben sie mich so gut wie gar nicht beeindruckt – ist fast schon bedauerlich. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich in Zukunft einen weiteren Roman von Amy Harmon lesen werde; wahrscheinlich werde ich es einfach bei der außergewöhnlichen und modernen Geschichte von Bonnie und Clyde beruhen lassen.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Wenn Welten aufeinanderprallen

Worlds Collide
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Fiona Harris kann es manchmal selbst kaum glauben: Mit über zwei Millionen Abonnenten zählt sie zu den bekanntesten Youtubern und Influencern Englands. Ihr Spezialgebiet ist Make Up – ihre Leidenschaft ...

Fiona Harris kann es manchmal selbst kaum glauben: Mit über zwei Millionen Abonnenten zählt sie zu den bekanntesten Youtubern und Influencern Englands. Ihr Spezialgebiet ist Make Up – ihre Leidenschaft hat ihr nicht nur eine erfolgreiche Karriere ermöglicht oder geholfen, einem Leben in Armut zu entkommen, nein, sie launcht auch noch ihre erste eigene Make-Up-Linie! Doch der bisher wichtigste Tag ihrer Karriere wird überschattet durch ein Video des gefürchteten Youtube-Kanals De(x)posed von Demian – und der führt stichhaltige Beweise auf, die Fiona in einen waschechten Skandal verwickeln. Schon bald stürzt ein Shitstorm ohnegleichen auf Fiona ein, der droht, ihr alles zu nehmen, was sie sich hart erarbeitet hat, während Demian von seinen Beweisen und Fionas Schuld überzeugt ist. Oder steckt hinter Fionas hartnäckigen Unschuldsbeteuerungen etwa doch eine andere Wahrheit?

Das Cover ist wunderschön gestaltet. Sowohl die Farben als auch die Grafiken sind sehr natürlich und fast unscheinbar gehalten. Es bedarf keines großen Schnickschnacks, um auf das Buch aufmerksam zu machen, doch gerade die Schlichtheit überzeugt. Manchmal ist weniger eben mehr und genau diese Wirkung trifft meinen Geschmack.

Fiona war zu Beginn des Romans voll von Zweifeln. Ihre Karriere führt sie auf Glück und Zufall zurück, doch sobald der Skandal um die Spendengelder publik wird, entwickelt sie Kampfgeist und eine Portion gesunder Wut, um ihre Unschuld zu beweisen und das zu beschützen, was sie sich aufgebaut hat. Im Verlauf der Geschichte wird mehr als deutlich, dass der erste Eindruck sehr getäuscht hat. Genauso habe ich Demian während des Lesens falsch eingeschätzt: Anfangs mochte ich ihn nicht; er war überheblich, rechthaberisch, selbstgefällig und herablassend – und oben drauf noch ein Mitläufer. Also eigentlich der perfekte Gegenspieler zu Fiona, die mich immer mehr durch ihre Charakterstärke von sich eingenommen hat. Doch je mehr man Demian kennenlernt, desto mehr wird deutlich, dass sein wahres Ich nur hinter einer Fassade versteckt ist. Zum Schluss des Romans handelt er selbstlos, gesteht Fehler ein, steht zu seiner wahren Leidenschaft und verbiegt sich nicht weiter. Es gibt tatsächlich Momente im Roman, aufgrund derer ich es nicht für möglich gehalten hätte Folgendes zu schreiben: Demian hat ein wirklich reines und gutes Herz. Und davon bin ich letztendlich vollends überzeugt.

Die Beziehung zwischen Fiona und Demian war bisweilen alles andere als einfach. Ich kaufe es vor allem Fiona ab, dass sie Demian durch seine Art fast schon abstoßend findet und nicht nur einmal habe ich daran gezweifelt, ob man die festgefahrene Situation zwischen den beiden überhaupt noch retten kann. Glücklicherweise wurde ich eines Besseren belehrt; ganz zaghaft und sehr unschuldig tauchen erste Anzeichen einer gewissen Anziehung zwischen den beiden auf. Ihre Beziehung entwickelt sich in einem langsamen Tempo, das mir genügend Glaubwürdigkeit vermittelt. Es wurde nichts überstürzt, es wurde nichts durch negative Gedanken oder Zwischenfälle zerstört oder damit künstlich in die Länge gezogen – und das hat sich für mich einfach richtig angefühlt.

Und auf einmal – ich wusste gar nicht, wie mir geschieht – habe ich wirklich mit den Protagonisten mitgefiebert. Ich habe mich von Herzen für sie gefreut, habe gezittert, war mit ihnen wütend, habe ihren Schmerz gefühlt und habe ihnen nur das Beste gewünscht. Lag es an den authentischen Figuren des Romans? An dem Schreibstil Anabelles, der so flüssig, leicht und anschaulich ist? Oder daran, dass ich den Eindruck hatte, das Geschehen als Freundin und nicht als Leserin zu begleiten?

Egal. Mit jeder gelesenen Seite wollte ich mehr und mehr und mehr – und habe alles bekommen. Meine Erwartungen wurden erfüllt. Mehr noch: Ich war nicht einmal eine Fremde in einer Welt, mit der ich persönlich noch keinen nennenswerten Kontakt hatte. Youtuber, Influencer, Make Up – das sind Themen, mit denen ich mich nicht alltäglich befasse, aber dennoch habe ich sofort Zugang dazu gefunden. Ich habe es genossen, die klare Entwicklung sowohl von Fiona als auch Demian mitverfolgen zu können und wurde von beiden beeindruckt zurückgelassen. Fiona setzt sogar noch Eins drauf: In ihr habe ich zum Schluss eine starke Frau gefunden, die bewundernswert und inspirierend ist.

Ich bin traurig, dass die Geschichte vorläufig ein Ende genommen hat. So sehr, dass ich sogar darüber nachdenke, den Roman direkt ein zweites Mal zu lesen?! Oder kann ich einfach gleich mit Band zwei fortfahren?

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Willkommen im Internat

Dunbridge Academy - Anywhere
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Als Emma aus Deutschland für ein Jahr als Austauschschülerin an die Dunbridge Academy nach Schottland kommt, hat sie ein Ziel. Nicht etwa neue Menschen kennenzulernen oder sich gar zu verlieben, sondern ...

Als Emma aus Deutschland für ein Jahr als Austauschschülerin an die Dunbridge Academy nach Schottland kommt, hat sie ein Ziel. Nicht etwa neue Menschen kennenzulernen oder sich gar zu verlieben, sondern ihren Vater wiederzufinden, der sie und ihre Mutter vor Jahren verlassen hat. Denn der ist mittlerweile wieder in seiner Heimat Schottland. Nichtsdestotrotz findet Emma sehr schnell Anschluss bei ihren Mitschülern, nimmt an heimlichen Mitternachtspartys teil und erkundet nachts das Internat – alles mit Henry, dem Schulsprecher. Schon bald sind die aufkeimenden Gefühle zwischen ihnen nicht mehr abzustreiten. Es gibt jedoch nur ein Problem: Henry hat eine Freundin.

Lasst uns zuerst über das Cover reden: Es passt zu der Atmosphäre, die während des Romans beschrieben wird. Ich stelle mir holzvertäfelte Räume vor, alte Gemäuer, vielleicht sogar einen Hauch Hogwarts – und das Cover fängt das sehr gut und edel ein. Ich bin nur etwas unschlüssig mit mir selbst, ob mir das Cover denn nicht ein bisschen zu schlicht ist.

Die Geschichte rund um das Internat hat mich viele Parallelen zu Hogwarts bzw. Harry Potter sehen lassen. Emma, die Austauschschülerin, die neu an eine Schule kommt und keine Eltern in ihrer unmittelbaren Nähe hat. Ein Vater, der nicht greifbar ist, aber anscheinend Auslöser für Groll eines Lehrers auf Emma ist. Heimliche nächtliche Gänge durch das Internat, bei denen man sich nicht erwischen lassen darf. Oft habe ich im Zusammenhang mit Dunbridge Academy von Hanni und Nanni gelesen, doch diese Geschichten sind in meiner Kindheit komplett an mir vorbeigegangen; daher ist es wohl naheliegend, dass ich es mit der einzigen anderen „Internatsgeschichte“ vergleiche, die ich kenne.

Und dass die Geschichte in einem Internat spielt, habe ich geliebt! Vielleicht auch hier wieder durch Hogwarts inspiriert und definitiv auch durch die detaillierten Beschreibungen, konnte ich mir die Räumlichkeiten und das Leben in dem Internat so mühelos vorstellen, dass es sich angefühlt hat, als wäre ich direkt mittendrin.

Die Hauptfiguren Emma und Henry kamen mir wie zwei gute Freunde vor. Ihre Handlungen und Reaktionen waren greifbar und verständlich und auch durch ihre Gedankengänge nachvollziehbar. Auch ihre Freundschaft und aufbauende Beziehung fand ich sehr ansprechend, wobei ich sehr gespannt darauf war, wie mit dem Problem umgegangen werden sollte, dass Henry eigentlich schon in einer Beziehung war. Es hat mich tatsächlich sehr überrascht, wie die Situation aufgelöst wurde – und zwar sehr erwachsen. Vielleicht sogar etwas zu erwachsen, wenn man bedenkt, wie alt Emma und Henry eigentlich erst sind. Auf der anderen Seite war es natürlich ein sehr sensibles Thema, das letztendlich aber mit Bravour gemeistert wurde.

Auch als Individuen mochte ich sowohl Emma als auch Henry. Allerdings empfinde ich es im Nachhinein so, dass Emma neben Henry ein bisschen untergegangen ist. Er ist sowohl als Schulsprecher als auch Schüler sehr engagiert, pflicht- und verantwortungsbewusst und hat ein Auge für Details – zum Beispiel, wenn er in seiner Rolle als Schulsprecher gefragt ist und die Interessen der Schüler vermitteln soll oder wenn er merkt, dass Emma aufgewühlt ist. Emma hingegen… ist da. Und lässt sich (verständlicherweise) ganz vom Zauber des Internatlebens einnehmen. Auch sie zeigt aber, dass sie selbstlos und verlässlich ist.

Der Hype um Dunbridge Academy ist meiner Meinung nach berechtigt. Nicht nur Emma, sondern auch der Leser wird im Internat herzlich willkommen geheißen und von diesem gewissen Charme eingenommen. Doch nicht nur das, auch die traurigen Momente wurden mit viel Fingerspitzengefühl sehr emotional gestaltet, sodass mir stellenweise das Herz geblutet hat. Das passiert mir nicht oft und sollte daher auf jeden Fall Erwähnung finden. Zuletzt war es die richtige Mischung aus Unbeschwertheit, Tragik und Hoffnung, die mich von dem Roman völlig überzeugt haben.

Kann ich nun bitte den zweiten Teil so schnell wie möglich lesen? Es fällt mir nämlich wirklich schwer, mich von der Dunbridge Academy (vorläufig) zu verabschieden!

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