Keine Antworten, nur Fragen
Einatmen. Ausatmen.»Einatmen. Ausatmen.« lädt auf vielen Ebenen zum Innehalten ein. Im Roman wurden viele Aspekte zur Achtsamkeit, zur inneren Mitte, zur Selbstreflektion und -erkenntnis angesprochen, aber gleichzeitig war ...
»Einatmen. Ausatmen.« lädt auf vielen Ebenen zum Innehalten ein. Im Roman wurden viele Aspekte zur Achtsamkeit, zur inneren Mitte, zur Selbstreflektion und -erkenntnis angesprochen, aber gleichzeitig war es nicht der Anspruch des Romans, auch Antworten zu geben. Vielmehr hat es sich so angefühlt, als würden besonders durch Alex und Marlene die richtigen Fragen als Impulse gestellt werden, über die der/die Leser/in selbst nachdenken kann.
Abgesehen davon war es eine Verwebung recht komischer Geschichten. Marlenes Over-Achivement, Alex' Sinnkrise, das Seminar an sich, plötzlich noch dazu die Rodung eines nahegelegenen Waldes, Wildtiere... All diese Themen haben ein übertriebenes Ende ergeben, das nicht zum Rest des Romans passen wollte. Und dennoch hat mir das Ende gefallen, weil es kein klassisches Happy End war, sondern ein realitätsnahes. Vieles hat sich im Laufe der Geschichte so angefühlt, als würde es sich fügen, als hätte alles einen Sinn und die vielen Probleme der einzelnen Figuren würden eine einfache Lösung finden, aber dem war einfach nicht so. Für mich hat sich das nach einem aufrichtigen und ehrlichen Abschluss angefühlt.
An sich hat sich der Roman durchgehend flüssig und schnell lesen lassen, hier und da mit Humor gespickt, der aber nur nebensächlich war. Mir wurden ein paar interessante Anhaltspunkte zum Reflektieren mitgegeben, verpackt in einen komischen, skurrilen, aber trotzdem irgendwie auch ehrlichen Rahmen. Eine wirklich spannende Mischung!