Profilbild von Karolina_Hruskova

Karolina_Hruskova

Lesejury Profi
offline

Karolina_Hruskova ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Karolina_Hruskova über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2026

Hailie x Adrien: Mein Lieblings-Couple!

The Monet Family – Shine Bright Like a Diamond
0

Keinem Reihenfinale habe ich bisher mehr entgegengefiebert wie diesem! Mit jedem Band habe ich mehr von der Familie Monet gebraucht, habe zwar auch viele Kritikpunkte gehabt, aber bin aus diesem Sog einfach ...

Keinem Reihenfinale habe ich bisher mehr entgegengefiebert wie diesem! Mit jedem Band habe ich mehr von der Familie Monet gebraucht, habe zwar auch viele Kritikpunkte gehabt, aber bin aus diesem Sog einfach nicht mehr herausgekommen.

Hailie ist endlich erwachsen. Naja, möchte man meinen - sie ist nach wie vor besserwisserisch, hin und wieder naiv und nah am Wasser gebaut. Aber die Version gefällt mir von allen am meisten. Sie weiß, was sie will, sie gibt nicht nach und lässt sich nichts gefallen. Und Adrien... Er hat nicht nur Hailies, sondern auch mein Herz erobert. Ich mochte seine dezente, zurückhaltende, aber auch unendlich fürsorgliche Art sehr. Zusammen haben Hailie und Adrien so gut miteinander funktioniert - und deswegen habe ich einfach nicht genug bekommen.

Weronika Anna Marczak hat mich dabei in meine eigene Jugend zurückversetzt, die erste Liebe, die ersten zögerlichen Zärtlichkeiten. Es war wundervoll, die beiden so zu begleiten. Aber: Hätte ich noch einmal von einem "spöttischen Lächeln" lesen müssen... Ugh. In dem ganzen Roman wird anscheinend nur gespottet.

Abgesehen von der Beziehung der beiden war der Roman wenig überraschend. Es gab mal wieder (unnötiges und vorhersehbares) Drama, Action, Mafia-Vibes und Brüder, die sich peinlich verhalten. Auch die Sprache war für das Alter der Protagonisten viel zu kindlich. Ein paar POVs anderer Figuren waren dabei, die mir etwas überflüssig erschienen. Adriens Sicht hingegen kam viel zu kurz. Und das Ende war mir einfach zu glatt. Viele Probleme und offene Fragen, die in Windeseile mit der billigsten Lösung aus der Welt geschafft wurden.

Aber trotzdem... Trotzdem bin ich wirklich traurig, dass die Reihe nun vorbei ist. Ich hätte wahrscheinlich nochmal so viel nur alleine über Hailie und Adrien (v.a. Adrien!!) lesen können. Also falls es einen außerplanmäßigen Teil oder ein Spin-Off - einfach irgendwas - geben soll: Ich bin bereit dafür!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Leider nicht mein Fall

Paradise Beach
0

Ich habe den Roman nach ca. 80 % abgebrochen. Erwartet habe ich eine bewegende Coming-of-Age-Geschichte, bekommen habe ich nicht viel.

Der Coming-of-Age-Aspekt war zumindest in Ansätzen vorhanden. In ...

Ich habe den Roman nach ca. 80 % abgebrochen. Erwartet habe ich eine bewegende Coming-of-Age-Geschichte, bekommen habe ich nicht viel.

Der Coming-of-Age-Aspekt war zumindest in Ansätzen vorhanden. In Erinnerungen verfolgen wir Ada, die als Teenagerin die Ferien mit ihrer Cousine Lill an der Ostseeküste verbringt, den neusten Trends aus Zeitschriften nacheifert und den Fokus rein auf ihre Außenwirkung legt. Irgendwie fehl am Platz und erzwungen fand ich diese versteckte Schwärmerei für Elja. Parallel dazu lernt man eine erwachsene Ada kennen, die sich einer Endometriose-OP unterzogen hat, schlaflos ist und sich vor allem nachts an die Anfangszeit ihrer Krankheit erinnert.

Eigentlich hatte ich keine Erwartungen und wollte mich voll und ganz in die Geschichte stürzen und mich auf sie einlassen. Die Geschichte hatte jedoch keinen nennenswerten Konflikt, keine Spannung, keine Dynamik und dümpelte nur so vor sich her. Ich möchte nicht das Wort "langweilig" verwenden, aber irgendwann habe ich abgeschaltet und festgestellt, dass ich kein Interesse mehr habe. Der (weitere) Verlauf und das Ende haben mich einfach nicht mehr neugierig gemacht.

Dass dem Thema Endometriose Raum gegeben wird und eine Betroffene geschickt ihre Gedanken, den Leidensweg und teilweise auch medical gaslighting teilt, bekommt meinen vollen Zuspruch. Aber auch durch Dara Brexendorfs Sprache war mir alles zu verwaschen, mit unüberwindbarer Distanz. Ich habe die Bilder nicht vor Augen gesehen, alles - selbst die Atmosphäre - war grau und leblos für mich.

Leider war »Paradise Beach« nicht mein Fall. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Lesende, die eine unaufgeregte, leise Geschichte mit dazu passender Sprache mögen, trotzdem Gefallen daran finden können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2026

Keine Antworten, nur Fragen

Einatmen. Ausatmen.
0

»Einatmen. Ausatmen.« lädt auf vielen Ebenen zum Innehalten ein. Im Roman wurden viele Aspekte zur Achtsamkeit, zur inneren Mitte, zur Selbstreflektion und -erkenntnis angesprochen, aber gleichzeitig war ...

»Einatmen. Ausatmen.« lädt auf vielen Ebenen zum Innehalten ein. Im Roman wurden viele Aspekte zur Achtsamkeit, zur inneren Mitte, zur Selbstreflektion und -erkenntnis angesprochen, aber gleichzeitig war es nicht der Anspruch des Romans, auch Antworten zu geben. Vielmehr hat es sich so angefühlt, als würden besonders durch Alex und Marlene die richtigen Fragen als Impulse gestellt werden, über die der/die Leser/in selbst nachdenken kann.

Abgesehen davon war es eine Verwebung recht komischer Geschichten. Marlenes Over-Achivement, Alex' Sinnkrise, das Seminar an sich, plötzlich noch dazu die Rodung eines nahegelegenen Waldes, Wildtiere... All diese Themen haben ein übertriebenes Ende ergeben, das nicht zum Rest des Romans passen wollte. Und dennoch hat mir das Ende gefallen, weil es kein klassisches Happy End war, sondern ein realitätsnahes. Vieles hat sich im Laufe der Geschichte so angefühlt, als würde es sich fügen, als hätte alles einen Sinn und die vielen Probleme der einzelnen Figuren würden eine einfache Lösung finden, aber dem war einfach nicht so. Für mich hat sich das nach einem aufrichtigen und ehrlichen Abschluss angefühlt.

An sich hat sich der Roman durchgehend flüssig und schnell lesen lassen, hier und da mit Humor gespickt, der aber nur nebensächlich war. Mir wurden ein paar interessante Anhaltspunkte zum Reflektieren mitgegeben, verpackt in einen komischen, skurrilen, aber trotzdem irgendwie auch ehrlichen Rahmen. Eine wirklich spannende Mischung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2026

Hailie und Adrien: ich will mehr davon!

The Monet Family – Rise Up, Little Diamond
0

Ok wow I like it! Lange haben wir Hailie und ihre Brüder begleitet. Dabei war ich konstant genervt von allem, Hailies Naivität, ihrem kindischem Verhalten, ihrer ewigen Heulerei. Die Brüder waren nicht ...

Ok wow I like it! Lange haben wir Hailie und ihre Brüder begleitet. Dabei war ich konstant genervt von allem, Hailies Naivität, ihrem kindischem Verhalten, ihrer ewigen Heulerei. Die Brüder waren nicht viel besser, oft übergriffig und herablassend. Aber diesmal? Band 5 mochte ich schon, aber Band 6 toppt ihn eindeutig!

Vier Jahre sind vergangen und Hailie wird erwachsen. Sie studiert mittlerweile in Barcelona und hat sich in der Welt ihrer Brüder eingefunden. Ihre Brüder haben sich glücklicherweise zumindest ein bisschen verändert, sind reifer, ruhiger, teilweise auch schon mit eigener Familie. Ich mochte Hailies neues Selbstbewusstsein, ihre forsche Art. Natürlich gibt es auch diesmal wieder verschiedene Dramen um sie herum, die teilweise ziemlich konstruiert und gewollt wirken, aber von irgendwas muss der Roman ja leben.

Auf Adrien oder der aufkeimenden Beziehung lag nämlich nicht wirklich der Hauptfokus, obwohl wir zusätzlich einige Momente aus seiner Sicht kennenlernen. Er wirkte sehr angenehm, wenn auch seine Hingabe überhaupt nicht nachvollziehbar war. Plötzlich will er Hailie. Ist halt so. Auch emotional hat mich nicht viel angesprochen, weil Adrien zu beherrscht und zurückhaltend aufgetreten ist. Das Feuer beginnt wohl erst zu lodern.

Und trotzdem: Ich brauche Nachschub und zwar dringend!! Ich bin durch die Seiten gerauscht, mochte Hailie x Adrien (besonders ihn!), mochte die Stimmung des Romans. Eine geheime, verbotene Beziehung, beschützende Brüder, die es einfach niemals lassen können, Mafia-Vibes - ich wollte nicht, dass die Geschichte endet und bin so gespannt wie auf kein anderes Finale.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Intensität trotz Sprachlosigkeit

Moosland
0

»Moosland« wirkte auf mich zuerst unscheinbar. Das Cover strahlt Ruhe und Frieden aus, aber unter der Oberfläche steckte so viel mehr.

Katrin Zipse rahmt ihre Handlung in einen historischen Kontext und ...

»Moosland« wirkte auf mich zuerst unscheinbar. Das Cover strahlt Ruhe und Frieden aus, aber unter der Oberfläche steckte so viel mehr.

Katrin Zipse rahmt ihre Handlung in einen historischen Kontext und setzt dabei die Sprachlosigkeit als zentrales Element ein. Elsa, die von Deutschland nach Island reist, kommt dort ohne Sprachkenntnisse an. Sie versteht die Familie nicht, in der sie unterkommt, gleichzeitig hat sie aber auch gar keine Worte mehr übrig nach dem Krieg. Diese Sprachlosigkeit in ihrer ganzen Wirkung zieht sich durch den gesamten Roman; erst zum Schluss hin wird zu beidem wieder gefunden.

Um die Leere an Worten auszugleichen, wird das Leben auf dem Bauernhof und die Natur detailliert betrachtet. Elsa lernt ihr neues Leben kennen, die Fremde um sich, kann die Distanz dazu erst nicht überwinden. Zaghaft, Schritt für Schritt, findet sie sich dann doch, lernt, beobachtet, und nimmt ihren Platz ein. Ich habe diesen Weg, die Entwicklungen, die feinen Beobachtungen und Erzählungen so sehr genossen. Ich wurde von der rauen Landschaft verzaubert, völlig vereinnahmt, und habe eine extrem ruhige, aber auch tiefe Auszeit bekommen. Gedanklich konnte ich voll und ganz eintauchen, habe die Geschichte mich einhüllen lassen. Katrin Zipse erschafft in »Moosland« mit leisen Worten eine intensive, dichte Atmosphäre, die mich verschlungen und nicht wieder ausgespuckt hat.

Am liebsten möchte ich stundenlang darüber reden, wie begeistert ich schon nach den ersten Seiten war und bis zum Ende geblieben bin. Das Setting, die Zeit, die Sprache, die Handlung, das Tempo, die Figuren - alles war so gut und trotz (oder auch wegen) der Sprachlosigkeit mit so viel Intensität. Selbst meine Rezension scheint dem Roman nicht gerecht zu werden, daher zum Schluss ein einfaches: Bravo!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere