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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2023

Probleme der Arbeitswelt

Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
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Sara Webers Sachbuch zum Thema Arbeitswelt im Jahr 2022 betrachtet schonungslos den Ist-Zustand nach Corona, während des Klimawandels und des Kriegs in der Ukraine.
Wir alle müssen uns gesellschaftlich ...

Sara Webers Sachbuch zum Thema Arbeitswelt im Jahr 2022 betrachtet schonungslos den Ist-Zustand nach Corona, während des Klimawandels und des Kriegs in der Ukraine.
Wir alle müssen uns gesellschaftlich mit den oben genannten Problemen auseinandersetzen und werden mehr oder weniger mit den einzelnen Themen konfrontiert. Sara Weber zeigt in ihrem Buch eindringlich, wie sehr wir alle unter den Problemen der heutigen Arbeitswelt leiden.

Gerade das Thema Frauen in der Arbeitswelt war für mich eine besondere Lektüre. Auch hier zeigt sie schonungslos die Fehler im System auf. Die moderne Arbeitswelt ist nach wie vor durch ein Patriarchat gekennzeichnet, in der es Frauen schwer gemacht wird. Das Zusammenspiel von Erwerbs- und Carearbeit funktioniert auch in einer modernen Welt nicht, sondern hat vielmehr durch Corona wieder Rückschritte gemacht.

Nach der Bestandsaufnahme versucht Sara Weber, Lösungsansätze für die Probleme in der Arbeitswelt aufzuzeigen. Am Ende wird sich herauskristallisieren, ob Homeoffice-Regelungen – seien sie einheitlich oder individuell – zumindest in der Arbeitswelt die Heilung bringen können.

Sara Webers Buch ist sehr informativ, gut recherchiert und immer wieder mit wissenschaftlichen Studien belegt. Dabei versteht sie es jederzeit, den Leser in ihrer Argumentation mitzunehmen. Das Sachbuch spricht aufgrund der nicht allzu sehr wissenschaftlichen Sprache auch die Leser an, die sich mit den Themen bislang nicht auseinandergesetzt haben.

Veröffentlicht am 30.12.2022

Starker zweiter Band

Gut Erlensee - Cäcilias Erbe
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Teil 2 der Erlensee-Trilogie
Der zweite Teil „Cäcilias Erbe“ der Erlensee-Trilogie spielt im Jahr 1922 und befasst sich mit der Geschichte von Cäcilia, die nach ihrem Studium im Schuldienst Fuß fassen ...

Teil 2 der Erlensee-Trilogie
Der zweite Teil „Cäcilias Erbe“ der Erlensee-Trilogie spielt im Jahr 1922 und befasst sich mit der Geschichte von Cäcilia, die nach ihrem Studium im Schuldienst Fuß fassen möchte.

Wir begleiten Cäcilia, die zunächst von ihrem Studienort zurückkehrt in ihre Heimat auf Gut Erlensee. Die junge Frau hat gerade ihr Lehramtstudium beendet und bereichert die Dorfschule mit neuen Unterrichts- und Lernmethoden. Dies gefällt nicht jedem in ihrem kleinen Dorf bei Kiel. So muss Cäcilia sich früh mit den Widerständen ihrer Zeit befassen. Da sind vor allem die alteingesessenen Herren, denen es gar nicht gefällt, dass eine junge Frau versucht, das Schulwesen zu revolutionieren. Als sie den smarten Jakob kennenlernt, sieht sich Cäcilia zwischen Arbeit und Liebe zerrissen. Schließlich sollten Lehrerinnen der damaligen Zeit einzig und allein dem Schulwesen zur Verfügung stehen. Cäcilia steht vor einer schwierigen Entscheidung.

Gleichzeitig wird Cäcilia noch mit ihrer persönlichen Familiengeschichte konfrontiert, die sie gehörig aus der Bahn wirft. Ihr bleibt jedoch keine andere Wahl, als stark zu bleiben und sich den Gegebenheiten zu stellen. Cäcilia ist zu jeder Zeit eine unglaublich starke Frau für die Zwanzigerjahre. Sie wirkt innerlich zerrissen, weil sie sich nicht zwischen dem Zölibat einer Lehrerin und der Liebe entscheiden möchte.

Alle Charaktere des Buches sind authentisch dargestellt, aber Cäcilia beeindruckt in ihren Entscheidungen schon sehr. Darüber hinaus wirkt sie sehr sympathisch auf den Leser.

Juliana Weinberg schreibt in einem sprachlich leicht gängigen Stil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Danke für die schönen Lesestunden. Ich freue mich schon auf Band 3!

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Veröffentlicht am 27.12.2022

Spannender historischer Roman

Blüte der Zeit
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Sabine Weiß entführt uns mit ihrem Roman „Blüte der Zeit“ ins 17. Jahrhundert und erzählt auf spannende Weise zum einen vom Kriegsgeschehen in Europa und zu anderen von wunderschönen Lustgärten und botanischen ...

Sabine Weiß entführt uns mit ihrem Roman „Blüte der Zeit“ ins 17. Jahrhundert und erzählt auf spannende Weise zum einen vom Kriegsgeschehen in Europa und zu anderen von wunderschönen Lustgärten und botanischen Schönheiten.

Der Leser begleitet die einzelnen Figuren in den Hauptschauorten Niederlande, Brandenburg und England. Die Welt hat gerade den Dreißigjährigen Krieg hinter sich und so möchte vor allem der Kurfürst Friedrich Wilhelm sein Reich wieder in voller Schönheit darstellen. Er investiert viel in die Neugestaltung von Parkanlagen und Lustgärten. Der junge Landschaftsgärtner Max flieht mit seiner Familie aus den Niederlanden, denn Europa steht vor einem neuen Krieg.

Alle historischen und politischen Gegebenheiten und Personen sind von der Autorin sehr gut recherchiert und umgesetzt worden. Trotz der vielen Namen am Anfang, bin ich gut in den Roman reingekommen. Hilfreich ist dazu das Personenverzeichnis zu Beginn.

Auch wenn der Krieg eine große Rolle in „Blüte der Zeit“ spielt und dieser eher männlich dominiert ist, haben mich besonders die Frauen in diesem historischen Roman beeindruckt. Debora, die Mutter von Max, hat ein sehr großes Päckchen mit sich zu tragen. In den Kriegswirren musste sie eine Vergewaltigung über sich ergehen lassen und auch ihre private Fehde mit ihrer Schwester hat mich nachträglich beeindruckt. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes ist sie allein mit den Kindern auf der Suche nach einem besseren Leben. Trotz all dieser Widrigkeiten kämpft sie unermüdlich und gibt an keiner Stelle auf.

Im späteren Verlauf begegnet der Leser noch Grace, die aufgrund einer Affäre ein schweres Los gezogen hat, für das sie am Ende bitter bezahlen muss. Grace hat dabei jeden einzelnen Tag für die Liebe gekämpft.

Besonders hervorheben möchte ich neben den starken Frauen noch die Darstellung der Landschaftsarchitektur sowie Landschaftsgärtnerei. Wunderbar recherchiert auch an dieser Stelle! Die Lustgärten der Zeit und auch die Informationen über die Botanik und neueste Techniken des 17. Jahrhunderts werden in diesem Roman detailliert und spannend dargestellt. Durch den stetigen Wechsel von politischen Kriegsberichten und botanischen Exkursen ließ sich der Roman sehr kurzweilig in einem Rutsch durchlesen.

Ich gebe 5/5 Sterne!

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Veröffentlicht am 17.11.2022

Sehr gelungen!

Vilma zählt die Liebe rückwärts
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Gudrun Skretting erzählt in ihrem Buch von der jungen Frau Vilma, die Mitte 30 ist und in der Geschichte viel über sich selbst erfährt. Sie ist Klavierlehrerin und schlägt sich allein durchs Leben. Als ...

Gudrun Skretting erzählt in ihrem Buch von der jungen Frau Vilma, die Mitte 30 ist und in der Geschichte viel über sich selbst erfährt. Sie ist Klavierlehrerin und schlägt sich allein durchs Leben. Als ihr Vater stirbt, den sie vor seinem Tod nicht kennenlernen durfte, bekommt sie von einem Pfarrer Briefe, die ihr Vater für sie geschrieben hat, überreicht. Jeden Tag darf sie einen dieser Briefe lesen. Vilma erfährt durch diese Briefe die Zusammenhänge aus ihrem Leben, die sie vorab nicht verstanden hat.

Während Vilma also jeden Tag einen dieser Briefe liest, muss sie sich gleichzeitig auch den Herausforderungen in ihrem eigenen Leben stellen. Da ist zum einen der kleine Amdi, dem sich in ihren eigenen vier Wänden Klavierstunden gibt und der viel Aufmerksamkeit erfordert, ihr gleichzeitig aber auch viel zurückgeben kann, auch wenn sie zunächst eine ablehnende Haltung dem Kind gegenüber hat. Zum anderen ist da der Pfarrer, zu dem sie Gefühle aufbaut und Robert, der immer für sie da ist, Vilma aber erst spät erkennt, wer der wahre Held für sie sein sollte.

Gudrun Skretting versteht es auf humorvolle Weise, Vilmas Weg zu ihr selbst zu beschreiben. Vilma ist zum einen stark, aber gleichzeitig auch sehr verletzlich und wird durch die Briefe ihres Vaters gehörig aus der Bahn geworfen. Die Liebe ist für Vilma eigentlich ein Fremdwort, aber im Laufe der Geschichte kann sie sich mehr und mehr öffnen. Als Leser konnte ich mich gut in Vilma hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen.

Sprachlich hat mir das Buch gut gefallen, Gudrun Skretting arbeitet an einigen Stellen mit Ironie, was die Geschichte auflockert und den gewissen Witz verleiht. Das Buch war an keiner Stelle langweilig für mich und ich mochte die Abwechslung zwischen Vilmas Gegenwart und den Rückblicken anhand der Briefe ihres Vaters.

Von meiner Seite daher eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.11.2022

Seichter Jubiläumsband

Herzschuss
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Andreas Föhr legt seinen Jubiläumsband aus der Reihe Wallner & Kreuthner vor. Der Leser hält den bereits 10. Band der beliebten Reihe in den Händen.
Das Cover besticht durch Farbenfroheit und mystische ...

Andreas Föhr legt seinen Jubiläumsband aus der Reihe Wallner & Kreuthner vor. Der Leser hält den bereits 10. Band der beliebten Reihe in den Händen.
Das Cover besticht durch Farbenfroheit und mystische Weite. Ein Mann ist in der Ferne zu sehen und der Leser kann man Ende selbst entscheiden, wer von den Charakteren dargestellt sein soll.

Vorab: ich liebe die Reihe um Wallner und Kreuthner, ich habe alle Bände gelesen und mich sehr auf diesen 10. Band gefreut. Leo Kreuthner steht in diesem Band im Mittelpunkt der Handlung, da der Ehemann seiner Jugendliebe Philomena erschossen wurde. Schnell gerät er selbst unter Mordverdacht. In den vergangenen Bänden hat Kreuthner es immer wieder geschafft, nicht ganz nur Polizist zu sein, sondern immer auch wieder mit der anderen Seite anzubandeln oder in schwierige Situationen zu geraten. Mich hat es daher nicht verwundert, dass der Autor diesem Protagonisten nun förmlich ein ganzes Buch gewidmet hat. Leider konnte mich der Fall dieses Mal am Ende nicht ganz überzeugen, da die einzelnen Handlungsstränge für mich zu gewollt wirkten. In den vorherigen Bänden wurde meiner Meinung nach extreme Spannung erzeugt, sodass ich manch einen Band nicht aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe (z.B. Totensonntag). Dies war beim 10. Band nicht so. Der Fall dümpelt in meinen Augen vor sich hin.

Positiv hervorheben möchte ich allerdings folgende Aspekte: die bayerische Atmosphäre ist wie immer bei Andreas Föhr wunderbar vorhanden, aber nicht zu aufdringlich und auch für einen Westfalen angenehm zu lesen in Bezug auf den Dialekt. Außerdem erfährt der Leser in diesem Band eine Menge über das Privatleben von Clemens Wallner, was für mich eine positive Bereicherung darstellt.

Alles in allem eine solide Lektüre und vor allem für die Fans der Reihe ein must-have!

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