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Veröffentlicht am 12.07.2020

Die Reise in die Welt der Bücher geht in die zweite Runde

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Mit "Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten" ist kürzlich der packende zweite Band von Mary E. Garners Trilogie erschienen. Und soviel gleich vorweg: Trotz kleinerer Kritikpunkte hat mir ...

Mit "Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten" ist kürzlich der packende zweite Band von Mary E. Garners Trilogie erschienen. Und soviel gleich vorweg: Trotz kleinerer Kritikpunkte hat mir auch dieser Band wieder sehr gefallen.
Seit die Londonerin Hope Turner in Begleitung des grummeligen Rufus Walker in die Welt der Bücher reisen kann, ist in ihrem bislang eher langweiligen Leben nun nichts mehr so, wie es einmal war. Denn diese Welt schwebt immer noch in großer Gefahr, eine Gefahr die auch vor der echten Welt keinen Halt macht. Und so machen sich Hope und ihre Freunde aus dem Bund erneut auf, um das Geheimnis um die Absorbierter zu lüften und deren mysteriösen Anführer Quan Surt zu finden. Denn dieser hat es auf das titelgebende Buch der gelöschten Wörter abgesehen, welches der Bund aus Menschen und Romanfiguren um jeden Preis schützen muss. Doch es scheint mindestens einen weiteren Verräter in seinen Reihen zu geben und auch dieser muss dringend gefunden und aufgehalten werden.
Man darf sich in diesem Teil der Geschichte auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen, vor allem natürlich mit der 42-jährigen Hope und ihrem Wanderer Rufus, sowie dessen Gehilfen, den Romanfiguren Gwen und Lance. Auch M, Portia Gateway und Kenan treffen wir wieder. Worüber ich mich besonders gefreut habe ist dass Vivien, Hopes Mutter, diesmal eine größere Rolle spielt als bisher, sie mag ich nämlich besonders. Aber auch neue Personen tauchen in Band 2 auf, allen voran Anne von Green Gables, Tinker Bell und der Wanderer Oliver. Und auch der Zauberer von Oz wird in seiner Buchwelt besucht, was mir sehr gefallen hat. Doch wie sich schon im ersten Band abzeichnete, ist man sich nie ganz sicher, wem man wirklich trauen kann. Denn es gibt nach wie vor viele ungeklärte Fragen und die Verdachtsmomente gegen diesen oder jenen Charakter sind breit gestreut.
Der Schreibstil der Autorin konnte mich wieder begeistern, man fliegt förmlich durch die Seiten und die Welt, von der sie erzählt, entsteht sofort wieder vor meinem inneren Auge. Dieser zweite Band ist wie schon Teil Eins wieder unglaublich spannend und spätestens nach dem ersten Drittel misstraut man wieder allen und jedem. Die ganze Zeit fragte ich mich, ob ich etwas übersehen habe, ob nicht vielleicht sogar einer meiner Lieblinge zu den Bösen gehören könnte und wo die Verräter lauern. Was mich dann allerdings teilweise ein wenig enttäuscht hat ist, dass viele Rätsel auf eine Art gelöst werden, die man so einfach nicht kommen sehen konnte und so wurde das miträtseln manchmal etwas schwierig. Auch haben sich einige Fragen zwar gelöst, aber mehr durch Zufall, als durch erfolgreiches Zusammensetzen der einzelnen Puzzleteile, was für mich manchmal etwas unbefriedigend war.
Für mich war dieser zweite Band einen Tacken schwächer als der erste, dennoch habe ich ihn wieder sehr gerne gelesen und bin schon sehr auf den abschließenden dritten Teil gespannt. Die Leser erwartet wieder eine Mischung aus Action, Liebe, Fantasy, Freunschaft und Verrat, es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Allerdings empfehle ich sehr, mit Teil eins der Reihe zu beginnen. Es gibt zwar zu Beginn nochmals einige Erklärungen und auch ein Glossar wurde wieder angehängt, doch dient dies mehr der Auffrischung des Gedächtnisses und ist für komplette Neueinsteiger eventuell nicht ganz ausreichend. Wer aber Band Eins mochte und wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht, darf sich wieder auf schöne Lesestunden freuen.

  • Cover
  • Handlung
  • Fantasie
  • Erzähltstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 02.07.2020

Falsche Erwartungen

Lips Don't Lie
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Riley, die schon an vielen trostlosen Orten gelebt hat, ist neu in Miller. Ihr Vater kann sich keine Wohnung in einer besseren Gegend leisten, doch diesmal ist es besonders schlimm, denn Miller wird von ...

Riley, die schon an vielen trostlosen Orten gelebt hat, ist neu in Miller. Ihr Vater kann sich keine Wohnung in einer besseren Gegend leisten, doch diesmal ist es besonders schlimm, denn Miller wird von Gangs regiert. Hier trifft sie auf Tristan, der in eine dieser Gangs quasi hineingeboren wurde. Austreten ist keine Option, denn seine Freiheit müsste er mit dem Leben bezahlen. Also hat er sich bereits mit seinem Schicksal abgefunden - bis eines Tages Riley auftaucht und er Gefühle für sie entwickelt. Doch diese Gefühle versucht er mit aller Macht zu unterdrücken, denn sie könnten Riley in große Gefahr bringen. Und trotzdem beginnt er, die ihm vorherbestimmte Zukunft zu überdenken, denn auch Riley hat sich inzwischen in Tristan verliebt und möchte ihm helfen, den Absprung zu schaffen und für sie beide kämpfen. Aber hat ihre Liebe überhaupt eine Chance, oder wird sie tödlich enden?
Die Hauptcharaktere dieser Geschichte sind sehr unterschiedlich und genauso unterschiedlich waren beim Lesen auch meine Gefühle den beiden gegenüber. Die toughe Riley muss seit dem Fortgehen ihrer Mutter sehr viel Verantwortung übernehmen und hat gelernt, sich durchzubeißen und Respekt zu verschaffen. Sie findet überall schnell Anschluss, doch hinter ihrer Fassade ist sie sehr verletzlich und so leidet sie auch zunehmend unter Tristans abweisendem Verhalten. Dieser verhält sich ihr gegenüber die meiste Zeit wirklich total unmöglich - ja, ich weiß, er will sie auf Abstand halten, doch selbst, wenn ich seine Beweggründe nachvollziehen konnte, war mir das teilweise einfach etwas too much.
Und obwohl die Autorin sprachlich absolut alles richtig macht - jugendlich, flüssig, spannend - war die eigentliche Geschichte in meinen Augen einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Zu viel Gangalltag, um eine Liebesgeschichte zu sein, zu wenig Gangalltag um als Millieustudie durchzugehen und definitiv viel zu viel Basketball, um nur als Rahmen zu dienen. Es wirkt ein wenig, als ob die Autorin selbst nicht ganz sicher war, welche Art Roman sie eigentlich schreiben wollte. Das wäre an sich auch gar nicht so schlimm, wenn nicht Cover und Klappentext eindeutig andere Erwartungen schüren würden.
So fällt es mir leider schwer, eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen, denn obwohl ich das Buch nicht schlecht fand, wüsste ich nicht, wem genau ich es empfehlen würde, da mir die Geschichte in zu vielen Kategorien angesiedelt ist, aber in keine davon wirklich gut passt. Darum bleibt bei mir nur der Eindruck von "Kann man lesen, muss man aber nicht".

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Romantasy vor traumhaft schöner Kulisse

Whitefeather (Legende der Schwingen 1)
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In "Whitefeather", dem ersten Band der "Legende der Schwingen"-Dilogie erzählt K.T.Meadows die Geschichte der 18-jährigen Liz, welche - genau wie ihre Freunde auch - kurz davor steht, ihre Engelsflügel ...

In "Whitefeather", dem ersten Band der "Legende der Schwingen"-Dilogie erzählt K.T.Meadows die Geschichte der 18-jährigen Liz, welche - genau wie ihre Freunde auch - kurz davor steht, ihre Engelsflügel zu erhalten. Hierzu muss sie von einer heiligen Klippe springen, um dann weiße oder schwarze Schwingen zu erhalten und in eine der beiden Himmelsstädte aufsteigen zu können. Sie ist sich sicher, dass sie dadurch eine Whitefeather wird und somit Abschied von ihren Freunden nehmen muss, die zu Blackfeathers werden. Doch was, wenn nicht alles so eindeutig schwarz oder weiß ist, wie Liz bisher angenommen hat?
Zu Beginn lernen wir Liz und ihre beiden Freunde Lijan und Fab kennen und erfahren viel über deren Leben. Ich hatte anfangs ein wenig Schwierigkeiten damit, mich mit den Figuren anzufreunden, da sie mir ein wenig zu blass und langweilig erschienen. Vor allem Liz war mir im ersten Drittel der Geschichte etwas zu naiv und angepasst. Dies änderte sich aber glücklicherweise im Verlauf des Buches und nicht nur ihr Charakter machte eine interessante und glaubwürdige Entwicklung durch. Auch mit Fab wurde ich nicht sofort warm, doch er wuchs mir mit der Zeit immer mehr ans Herz. Die Beziehungen der einzelnen Protagonisten untereinander wurden ebenfalls spannend und authentisch geschildert.
Die Autorin beschreibt das Himmelreich sehr detailliert und ich konnte mir beim Lesen alles wunderbar vorstellen. Das Setting fand ich also wirklich großartig. Nach dem recht langatmigen Beginn zieht die Spannung langsam an und es gibt einige Überraschungen und unvorhergesehene Wendungen, bis sich am Ende die Ereignisse regelrecht überschlagen und einen den zweiten Teil herbeisehnen lassen.
Eine Geschichte, die sich mit all den Grautönen zwischen Weiß und Schwarz beschäftigt und die Suche nach der eigenen Identität in einem traumhaft schönen Setting stattfinden lässt. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil und kann das Buch trotz gewisser Startschwierigkeiten doch empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2020

Toller Reihenauftakt

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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In "Der erste Federstrich" - Band Eins der Reihe "Das Buch der gelöschten Wörter" von Mary E. Garner - werden wir von Hope Turner mitgenommen auf eine Reise durch die Literatur. Und das im wahrsten Sinne ...

In "Der erste Federstrich" - Band Eins der Reihe "Das Buch der gelöschten Wörter" von Mary E. Garner - werden wir von Hope Turner mitgenommen auf eine Reise durch die Literatur. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Die sympatische, Anfang 40-jährige Büchernärrin wird nach ihrem täglichen Besuch bei ihrer demenzkranken Mutter im Pflegeheim vom plötzlich einsetzenden Regen überrascht und flüchtet sich in eine Buchhandlung. Hier erfährt sie, dass es Menschen gibt, welche in jedes Buch portieren können und so verschiedene Buchwelten und -figuren besuchen können. Einer dieser Menschen ist der mürrische Rufus Walker, welcher sie nicht nur den Romanen ihrer geliebten Jane Austen näher bringt, als sie sich jemals erträumt hätte. Doch sie erfährt auch, dass diese Buchwelt in Gefahr ist und vielleicht nur mit ihrer Hilfe gerettet werden kann.
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich begeistert von Hope bin, die so ganz anders als die meisten Hauptfiguren in Fantasyromanen ist. Vor allem ihr Alter ist ungewöhnlich für eine Protagonistin in diesem Genre und allein dadurch wirkt sie gleich viel origineller als die ewig gleiche junge Frau, die sonst so oft beschrieben wird. Gemeinsam mit Hope begegnet man den unterschiedlichsten Romanfiguren, welche sich allerdings nicht immer an ihre ehemals erdachte Rolle halten. Denn auch Buchcharaktere entwickeln sich weiter und so zeigen manche von ihnen ganz neue Seiten an sich. 
Gut gefallen hat mir auch der äußerst charmante Schreibstil der Autorin. Er passt wunderbar zu dem Setting in London und ist humorvoll und spannend zugleich. Durch viele genau beschriebene Details entstanden beim lesen nicht nur die Buchhandlung, welche Ausgangspunkt für Hopes Reisen ist, sondern vor allem auch die einzelnen Buchwelten sofort vor meinem inneren Auge. Großartig gewählt sind auch die Namen vieler Figuren und vor allem der Ideenreichtum der Autorin, wenn es um Zusammenhänge und Erklärungen der Buchwelt und der drohenden Gefahr geht, ist einfach nur zum staunen. Ebenfalls sehr gefallen haben mir die immer wiederkehrenden Szenen mit Hopes Mutter oder Szenen in denen Hope von ihrer Mutter erzählt, diese haben mich sehr berührt. Sie sind so liebevoll geschrieben, gerade die Kindheitserinnerungen - wunderschön! Auch hatte ich beim Lesen großen Spaß daran zu rätseln, wer welche Buchfigur ist. Manche erkennt man sofort, andere erst nach Aufklärung.
Insgesamt lässt sich sagen, dass dieser Auftakt zu einer Reihe sehr gelungen ist. Wir lernen die Protagonisten und eine neue Welt kennen, erfahren etwas über die dort geltenden Regeln und die drohende Gefahr, und bleiben dank einem fiesen Cliffhanger sehnlichst auf den nächsten Band wartend zurück. Ein Buch, an welchem sowohl Freunde klassischer Literatur als auch Fantasyleser ihre helle Freude haben werden!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2020

Spannende Lovestory mit Thrillerelementen

Der Bodyguard
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In "Der Bodyguard" erzählt Sonja Rüther die Geschichte von Personenschützer Maik, welcher sich nach einem äußerst ungewöhnlichen Kennenlernen in seine Schutzbefohlene Lynn, eine wohlhabende junge Frau, ...

In "Der Bodyguard" erzählt Sonja Rüther die Geschichte von Personenschützer Maik, welcher sich nach einem äußerst ungewöhnlichen Kennenlernen in seine Schutzbefohlene Lynn, eine wohlhabende junge Frau, verliebt. Sie erwidert seine Gefühle und alles könnte so schön sein - doch da wird Lynn vor Maiks Augen brutal entführt. Kann er die Frau, die er liebt, noch retten?
Die Story beginnt sehr, sehr gemächlich. Anfangs werden nach und nach die Charaktere eingeführt und die Beziehung der Protagonisten Maik und Lynn entwickelt sich. Dafür hat sich die Autorin viel Zeit gelassen und ich war schon kurz davor, das Buch gelangweilt ins Regal zu stellen, doch dank der sympathischen Charaktere habe ich durchgehalten - und wurde belohnt. Nach ca einem Drittel kam dann endlich die von mir ersehnte Spannung auf und ab da gab es kein Halten mehr. Durchgeknallte Entführer, detaillierte Kampfszenen und das ständige mitfiebern, da ich wirklich mit den zuvor so ausführlich beschriebenen Charakteren mitgelitten habe.
Besonders gefallen hat mir hier die Figur der Lynn, welche meilenweit entfernt von der reichen, hilflosen, jungen Frau war, die man hier vielleicht erwartet hätte. Sie wird als echte Powerfrau beschrieben und wartet nicht einfach nur schluchzend auf ihren Retter. Auch Maik ist nicht der typische Bodyguard, er wird empathisch und clever dargestellt und bezeichnet sich selbst als Pazifisten, der eigentlich keine Waffen mag. Auch die Nebenfiguren und deren Beziehungen untereinander fand ich zum großen teil glaubwürdig und passend gestaltet.
Nach dem für meinen Geschmack deutlich zu gemächlichen Start, nahm die Geschichte doch noch sehr an Fahrt auf und es wurden immer neue Wendungen erzählt, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Somit finde ich die Bezeichnung Thriller ein wenig irreführend, aber wer gerne eine unglaublich spannende Lovestory mit Thrillerelementen lesen möchte, kann hier gerne zugreifen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere