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Veröffentlicht am 18.12.2020

Mal eine neue Sichtweise auf das Leben

Enzo oder Die Kunst, ein Mensch zu sein
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Das Buch „Enzo – Die Kunst, ein Mensch zu sein“ erschien erstmals 2008 in englischer Sprache. Der Originaltitel ist: „The Art of Racing in the rain“. Der Autor dieses Romans ist der US-Amerikaner Garth ...

Das Buch „Enzo – Die Kunst, ein Mensch zu sein“ erschien erstmals 2008 in englischer Sprache. Der Originaltitel ist: „The Art of Racing in the rain“. Der Autor dieses Romans ist der US-Amerikaner Garth Stein. Die Übersetzung ins Deutsche folgte 2010 von Werner Löcher-Lawrence im Droemer Verlag.

Hauptperson ist der Hund Enzo, dessen Lebensgeschichte von ihm selbst erzählt wird. Er wächst auf einer kleinen Farm in Spangle, USA, mit seiner Hundefamilie und einem Ehepaar auf. Schon wenige Wochen nach seiner Geburt wird er von einem jungen Mann namens Denny gekauft. Die beiden werden zusammen unzertrennlich und verstehen sich auch ganz ohne Worte.
Eines Tages tritt Eve in das Leben der beiden, eine Frau, in die Denny sich sofort verliebt. Weil Enzo Angst hat, dass Denny Eves wegen in Zukunft weniger Zeit haben könnte, ist er ihr gegenüber am Anfang eher abgeneigt.
Doch weil er merkt, wie glücklich Denny mit Eve ist, ist auch er glücklich und akzeptiert sie als neues Familienmitglied. Schon bald heiraten die beiden und bekommen eine Tochter, Zoe. Für Enzo ist das sehr emotional, auch er freut sich und schwört sich innerlich, Zoe immer zu beschützen, weil Denny, der Rennfahrer ist, oft nicht da sein kann. Er genießt diese schöne Zeit in vollen Zügen und spielt gerne mit seiner Familie.
Eve war schon in den Jahren zuvor sehr anfällig für Krankheiten. Bei einem Familienurlaub verletzt sie sich schwer, sie muss ins Krankenhaus. Hier bekommt sie die lange befürchtete Diagnose für ihre früheren Beschwerden: Gehirntumor!
Nach einem unruhigen halben Jahr, das im Buch ausführlich beschrieben wird, stirbt Eve, trotz aller Hoffnungen, die sie heimlich noch gehegt hatten. Während Denny, Zoe und natürlich auch Enzo daran sehr zu knabbern haben, benutzen Eves Eltern, die von Anfang an als sehr komisch beschrieben werden, Eves Tod für ganz eigene Zwecke. Schon bald merken insbesondere Denny und Enzo, dass sie viel mehr als nur Eve verlieren könnten...

Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus Enzos Sichtweise geschrieben. Enzo liebt seine Familie. Er ist, wie er oft betont, tief in seinem Herzen ein Rennfahrer und feuert Denny bei dessen Rennen an. Dass Enzo nach dem Ferrarigründer Enzo Ferrari benannt ist, empfinde ich als treffend und auch ein bisschen witzig, weil sie sich, wie ich finde, mehr ähneln, als man auf den ersten Blick denkt.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und man ist sehr nah beim Geschehen. Aufgelockert wird das Buch unter anderem von Rennfahrerweisheiten, die Enzo immer dann erzählt, wenn er dies gerade für passend hält. Sie dienen dazu, seinen Alltag und den seiner Familie auf eine etwas andere Art und Weise zu veranschaulichen.

Man kann Enzos Position als Leser sehr gut nachempfinden und fühlt bei dem Buch mit. Andere Personen kommen dabei zu kurz, da Enzo nicht alles von ihnen bemerken kann. Dies wird dadurch ausgeglichen, dass man sehr viel über Enzo erfährt.
Einen intimen Einblick bekommt man zudem auch in das, was er nach seinem Tod als Hund plant. Er glaubt an eine Reinkarnation und will in seinem nächsten Leben unbedingt ein Mensch sein. Daher beobachtet der kluge Hund genau, was die Menschen tun, und prägt sich dies ein, falls er es aufgrund seines Hundedaseins nicht sowieso schon direkt nachahmen kann. Davon kommt auch der deutsche Buchtitel „Enzo – die Kunst, ein Mensch zu sein“.

Das Familienleben, das Rennfahren und insbesondere der Hund wird von einer komplett neuen, phantasievollen Seite gezeigt.
Die Geschichte ist oft eher negativ und traurig. Besonders das Ende ist sehr aufwühlend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2020

ein sehr gutes Buch, das mir schöne Lesestunden beschert hat und ich gerne weiterempfehle.

Silber - Das erste Buch der Träume
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„Silber – Das erste Buch der Träume“ ist der erste Band der Silber-Trilogie von Kerstin Gier. Hierbei handelt es sich um einen Jugendroman, der sich mit Träumen befasst.

Liv Silber ist mit ihrer Schwester ...

„Silber – Das erste Buch der Träume“ ist der erste Band der Silber-Trilogie von Kerstin Gier. Hierbei handelt es sich um einen Jugendroman, der sich mit Träumen befasst.

Liv Silber ist mit ihrer Schwester und Mia nach London gezogen, weil ihre Mutter in Oxford eine Professur angenommen hat. Sie ziehen zu dem neuen Lebensgefährten ihrer Mutter und dessen zwei Kindern – 17-jährige Zwillinge, Grayson und Florence.

In einer ihrer ersten Nächte in London träumt Liv. Aber es scheint kein normaler Traum zu sein, denn sie landet zusammen mit Grayson auf einem Friedhof.

Graysons Freunde, Henry, Arthur und Jasper kommen ebenfalls hinzu und machen eine Art Dämonenbeschwörung, nachdem Grayson Liv weggescheucht hat. Liv platzt mitten in die Beschwörung hinein und die vier Jungs halten dies für ein Zeichen des Dämons, dass Liv bei ihnen mitmachen soll.

In den kommenden Tagen stellt Liv fest, dass sich die Jungs an Dinge aus diesem „Traum“ erinnern und sie hat den Eindruck, dass es gar kein Traum gewesen ist. Wenn sie mehr über den Dämon wissen will und was es mit den Träumen auf sich hat, muss sie einwilligen, bei ihnen mitzumachen.

Der Schreibstil ist einfach gehalten, liest sich sehr flüssig und gut. Das Buch ist interessant geschrieben und der Suchtfaktor ist definitiv groß. Ich habe es in einem Tag durchgelesen und wollte zwischendrin nur ungern Pausen machen.

Die Charaktere sind gut beschrieben. Die Geschichte ist spannend und gleichzeitig witzig geschrieben. Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Das Cover ist wunderschön gestaltet mit vielen verspielten Details. Im Buch selber sind auf einigen Seiten florale Muster und die eigentliche Geschichte wird immer mal wieder durch einen Blogeintrag einer geheimnisvollen Mitschülerin unterbrochen.

Da es sich um einen Dreiteiler handelt, ist das Ende sehr offen gehalten und so einige Fragen zu dem Dämon und den Träumen bleiben unbeantwortet.

Nichtsdestotrotz ist dies ein sehr gutes Buch, das mir schöne Lesestunden beschert hat und ich gerne weiterempfehle.

4 Sterne (aufgrund des offenen Endes)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2020

Eine sehr interessante Grundidee, die einen definitiv zum Nachdenken anregt, leider in der Umsetzung mit einigen Mängeln.

NSA - Nationales Sicherheits-Amt
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„NSA – Nationales Sicherheits-Amt“ von Andreas Eschbach ist 2018 bei Lübbe erschienen.
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman, der zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt. Hintergrund ...

„NSA – Nationales Sicherheits-Amt“ von Andreas Eschbach ist 2018 bei Lübbe erschienen.
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman, der zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt. Hintergrund ist die Annahme, wie der zweite Weltkrieg verlaufen wäre, wenn es damals bereits Computer, Internet, Mobiltelefone und damit vollständige Kontrolle der Menschen gegeben hätte.

Helene ist Programmiererin im Nationalen Sicherheits-Amt und erstellt Überwachungsprogramme, mit denen die Menschen ausspioniert werden können, um Verräter, Juden und andere Feinde des deutschen Reiches ausfindig zu machen. Als sie sich ausgerechnet in einen Deserteur verliebt und diesen verstecken muss, zweifelt sie an der Richtigkeit der Programme und versucht alles, um ihren Liebsten zu schützen.

Die Idee hinter diesem Roman finde ich sehr spannend und gleichermaßen erschreckend. Der gläserne Mensch, der überall und ständig seinen elektronischen Fußabdruck hinterlässt. Jeder Schritt und Tritt, jeder Einkauf (da es kein Bargeld mehr gibt), jede SMS und jeder Eintrag im Internet werden gespeichert und können bei Bedarf ausgewertet werden. Somit ist es kein Problem herauszufinden, ob jemand zusätzliche Personen bei sich im Haushalt versteckt – denn damit steigt der Lebensmittelkonsum, oder ob jemand ein Versteck gebaut hat – denn dafür braucht man bestimmte Produkte, z.B. eine Dachleiter und Campingtoilette.

Wenn dann noch das entsprechende totalitäre Regime herrscht, dass diese Informationen verwendet, um Feindbilder zu suchen, dann hat man die Hölle auf Erden.

Dieses Bild wird in Eschbachs Roman gemalt. Und man fragt sich unweigerlich, wer eigentlich heutzutage alles die Daten aus dem Internet abgreift und auswertet – und wofür.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen. Allerdings wurde ich mit den Protagonisten nicht so richtig warm. Hauptprotagonisten sind Helene, die Programmiererin, und Eugen, ein Analyst, für den Helene arbeitet. Während Helene noch recht sympathisch, wenn auch etwas gutgläubig und leicht beeinflussbar, rüberkommt, so ist mir Eugen von Anfang an unsympathisch. Er ist ein Perverser, der seine Macht ausnutzt, um seine Minderwertigkeitskomplexe zu überspielen.

Insgesamt hatte der Roman meiner Meinung nach zu viele Längen. Außer im letzten Drittel wollte nicht so recht Spannung entstehen. Es fiel mir teilweise sehr schwer, am Ball zu bleiben und das Buch weiterzulesen.

Eigentlich bin ich ein großer Eschbach-Fan, aber leider ist dies jetzt schon das zweite Buch von ihm, das mich ziemlich enttäuscht hat. Sowohl die Charaktere waren nicht nach meinem Geschmack, als auch die Handlung zu langatmig und schlussendlich kommt noch ein typisches Eschbach-Ende hinzu, dass mir dieses Mal echt den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

Fazit:
Eine sehr interessante Grundidee, die einen definitiv zum Nachdenken anregt, leider in der Umsetzung mit einigen Mängeln.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2020

Ich war von dem Buch ziemlich enttäuscht.

Eine Handvoll Worte
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„Eine Handvoll Worte“ von Jojo Moyes ist eine doppelte Liebesgeschichte. Der erste Erzählstrang spielt im Jahr 1960.
Jennifer Stirling hatte einen schweren Autounfall und kann sich danach nicht mehr an ...

„Eine Handvoll Worte“ von Jojo Moyes ist eine doppelte Liebesgeschichte. Der erste Erzählstrang spielt im Jahr 1960.
Jennifer Stirling hatte einen schweren Autounfall und kann sich danach nicht mehr an ihr Leben und vor allem auch nicht an ihren Mann erinnern. Sie ergibt sich in ihr Leben, doch lässt sie das Gefühl nicht los, dass sie eigentlich einen anderen Mann liebt.
Im zweiten Erzählstrang, der 2003 spielt, geht es um das Liebesleben der Journalistin Ellie Haworth. Der Mann, den sie liebt, ist verheiratet.

Im Zuge von Recherchen findet sie im Zeitungsarchiv einen Brief, in dem ein Mann eine Frau bittet, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Sie erkennt sich selber in diesem Brief wieder und versucht mehr über die beiden herauszufinden.

Auf diese Weise verbinden sich die beiden Schicksale und Ellie bringt Jennifers ganze Geschichte ans Licht.
Der Klappentext klingt vielversprechend und ein anderes Buch, das ich von Jojo Moyes gelesen habe (Ein ganzes halbes Jahr), hatte mich sehr berührt.

Leider kam bei „Eine Handvoll Worte“ dieses Gefühl nicht wirklich auf. Obwohl es eigentlich schicksalhafte Liebesgeschichten sind, konnte ich den Schmerz und die Liebe nicht wirklich spüren. Der Schreibstil ist recht einfallslos und regt das Kopfkino nicht wirklich an.

Die Verknüpfung der beiden Geschichten ist auch recht undurchsichtig. Vor allem die Vergangenheit ist ziemlich verwirrend, weil sich hier auch noch Erinnerungen an die Zeit vor dem Unfall mit der Zeit nach dem Unfall mischen und es nicht eindeutig ist, wo auf dem Zeitstrahl man sich gerade befindet.

Fazit:
Ich war von dem Buch ziemlich enttäuscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2020

Gute Fortsetzung, allerdings etwas schwächer als der erste Teil.

Staub & Flammen
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„Staub und Flammen“ ist der zweite Teil der Götter-Dilogie von Kira Licht, erschienen 2019. Das Finale um den Kampf der Götter und um Livia und Maél.

Nachdem Maél von den griechischen Göttern verhaftet ...

„Staub und Flammen“ ist der zweite Teil der Götter-Dilogie von Kira Licht, erschienen 2019. Das Finale um den Kampf der Götter und um Livia und Maél.

Nachdem Maél von den griechischen Göttern verhaftet und angeklagt worden ist, versucht Livia alles, um seine Unschuld zu beweisen. Wieder einmal kann sie froh sein, dass sie Freunde hat, die ihr alles glauben und ihr bedingungslos zur Seite stehen. Ihre „Gang“, wie sie sich irgendwann selber nennen, wird immer größer und umfasst Götter, Halbgötter, (unsterbliche) Menschen, Nymphen und fast ausgestorbene Insekten. Sie lassen nichts unversucht, um Zeus von Maéls Unschuld zu überzeugen und offenbaren schlussendlich noch eine große Gefahr für die ganze Menschheit.

Auch in diesem Band ist der Schreibstil zwar recht einfach, aber dadurch auch sehr flüssig zu lesen, so dass die Seiten nur so dahinschwinden. Leider kam mir dieses Buch schlecht lektoriert vor. Es gab doch sehr viele Rechtschreibfehler und unschöne Wortwiederholungen.

Die Geschichte ist nach wie vor aus Livias‘ Sicht geschrieben und schließt nahtlos an den ersten Teil an. Da ich beide Bücher direkt hintereinander gelesen habe, war ich auch sofort wieder mittendrin im Geschehen. Es geht spannend weiter, aber auch sehr humorvoll. Besonders die Szenen mit Zeus fand ich äußerst amüsant.

Mir waren viele Wendungen in der Geschichte schon recht früh klar, wohingegen die „Gang“ teilweise ganz schön lange gebraucht hat, bis es bei ihnen klick gemacht hat. Da wollte ich sie schon manchmal schütteln, damit sie es endlich kapieren, was da passiert.

Wie schon in meiner Rezension zum ersten Band erwähnt, kommt meiner Meinung nach Livias Nymphenkraft etwas zu kurz bzw. wird von ihr für falsche Zwecke eingesetzt bzw. permanent ausgesperrt.

Auch dieses Cover sieht wieder sehr schön aus. Die Verbindung der beiden Bücher zueinander ist klar erkennbar – vielleicht sogar etwas zu stark, so dass man im Vorbeigehen evtl. nicht erkennen würde, dass es sich um ein anderes Buch handelt. Aber wer den ersten Band gelesen hat, wird sicherlich gezielt nach dem zweiten Ausschau halten.
Was mir gut gefallen hat, ist, dass bereits am Titel ersichtlich ist, dass es sich um einen Mehrteiler handelt.

Fazit:
Gute Fortsetzung, allerdings etwas schwächer als der erste Teil.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere