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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannung gepaart mit einer Portion Sozialkritik

Todesengel
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Ein Engel, der immer dann auftaucht, wenn irgendwo in der Stadt Unschuldige verletzt werden und ein Reporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Opfer einzutreten, da diese in der Gesellschaft ...

Ein Engel, der immer dann auftaucht, wenn irgendwo in der Stadt Unschuldige verletzt werden und ein Reporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Opfer einzutreten, da diese in der Gesellschaft immer vergessen werden und sich mehr für die Täter interessiert wird.

Das Buch ist sehr facettenreich, die verschiedenen Erzählstränge laufen parallel und so nach und nach fügen sich die Puzzleteile zu einem Großen Ganzen zusammen.
Eschbachs Schreibstil ist flüssig, die Geschichte spannend erzählt und man kann sich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen.
Ein spannender Krimi gewürzt mit einer ordentlichen Portion Sozialkritik.
Einfach Klasse!

Veröffentlicht am 26.10.2017

Kann man lesen, muss man aber nicht

All for You - Sehnsucht
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„All for You – Sehnsucht“ ist Meredith Wilds 1. Band aus der neuen NewAdult-Reihe um die drei Bridge-Geschwister und ist am 26.10.2017 erschienen.

Als Cameron Bridge um Maya Jacobs Hand anhält, fühlt ...

„All for You – Sehnsucht“ ist Meredith Wilds 1. Band aus der neuen NewAdult-Reihe um die drei Bridge-Geschwister und ist am 26.10.2017 erschienen.

Als Cameron Bridge um Maya Jacobs Hand anhält, fühlt sie sich völlig überrumpelt und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Aufgrund ihrer familiären Situation entscheidet sie sich, den Antrag abzulehnen. Fünf Jahre später, in denen die beiden auf ganz unterschiedliche Art und Weise versucht haben, über die Trennung hinwegzukommen, treffen sie sich wieder. Die Gefühle für einander sind immer noch vorhanden, ebenso die starke Anziehungskraft. Aber beide haben sich sehr verändert und im Leben gänzlich unterschiedliche Wege eingeschlagen. Jetzt muss sich zeigen, ob ihre Liebe stark genug ist, um einen gemeinsamen Weg zu finden und auch um die Vergangenheit zu überwinden.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Mayas und Camerons Sichtweise, so dass man die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten gut geschildert bekommt.

Der Schreibstil ist locker und leicht. Man taucht schnell in die Geschichte ein, und die Seiten fliegen nur so dahin. Dank der bildhaften Ausdrucksweise läuft das Kopfkino auch auf Hochtouren. Allerdings fehlt mir ein wenig das Gefühl. Das Kribbeln im Bauch bei den Liebesszenen bleibt leider aus.

Während Cameron der „Good Guy“ der Geschichte ist und alles für seine große Liebe Maya geben würde, hat sich Maya total im Leben verrannt und hinter einer dicken Mauer aus Kälte und Alkohol verschanzt. Ihre Sturheit und Angst, erneut verletzt zu werden, lassen sie ständig vor Cameron zurückweichen, so dass sich deren Begegnungen/Annäherungen eigentlich nur auf horizontaler Ebene widerspiegeln, denn dazu ist sie bereit, zu mehr allerdings nicht. Dieses ständige Hin und her zwischen Streitereien, Versöhnungssex und erneuten Problemen ließ mich irgendwann nur noch genervt mit den Augen rollen. Ein wirklicher Entwicklungsprozess der Protagonisten ist nicht zu erkennen. Maya öffnet sich zwar etwas, aber der eigentliche Sinneswandel kommt dann viel zu plötzlich und auch in einem meiner Meinung nach unpassenden Moment.

Ihre Vergangenheit, die der Grund für die Ablehnung des Heiratsantrags war, erscheint mir nicht wirklich gewichtig genug, um eine derartige Reaktion und die Angst vor dem Erzählen zu rechtfertigen. Camerons Vergangenheit (die 5 Jahre nach der Ablehnung) werden kaum erwähnt, dabei hätten sie ihn in meinen Augen viel mehr prägen und zeichnen müssen. Schade, dass die Autorin hier das Augenmerk zu sehr auf die Streitereien und übertriebene Nebenschauplätze gelegt hat, statt sich auf die Details der beiden Protagonisten zu konzentrieren.

Wie nicht anders zu erwarten bleibt ein Großteil der sonstigen Charaktere ziemlich flach, immerhin sind sie die Protagonisten der noch folgenden Bände, so dass es nicht weiter verwundert, dass man von der besten Freundin eigentlich immer nur mitbekommt, wie sie schnell wieder zu ihrem Chef zurück muss anstatt Zeit mit Maya zu verbringen und ihr wirklich zu helfen.

Das Cover ist für mich nicht sehr aussagekräftig und würde bei mir kein großes Interesse wecken. Die Farben innerhalb der Reihe variieren nur sehr leicht, so dass es zwar einen guten Wiedererkennen-Wert hat, aber die Verwechslungsgefahr für den Käufer auch sehr groß ist.

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Eine faszinierende Geschichte über den Winter, das Leben, Mut, aber auch Verzeihen

Die silberne Königin
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„Die silberne Königin“ von Katharina Seck, erschienen im Oktober 2016, ist ein Fantasy-Roman über ein Land namens Glanzvoll, das in einem ewigen Winter gefangen ist. In der Stadt Silberglanz lebt Emma, ...

„Die silberne Königin“ von Katharina Seck, erschienen im Oktober 2016, ist ein Fantasy-Roman über ein Land namens Glanzvoll, das in einem ewigen Winter gefangen ist. In der Stadt Silberglanz lebt Emma, eine junge Frau, die in einer Silbermine arbeitet, um sich und ihren Vater über die Runden zu bringen. Als sie auf der Suche nach einem neuen Job, die Chocolaterie Schokoladengold betritt lernt sie die Madame Weltfremd kennen. Diese erzählt ihr das Märchen von der silbernen Königin. Schnell begreift Emma, dass das Märchen die versteckte Wahrheit über den Fluch des ewigen Winters und des tyrannischen Königs enthält. Aber auch Emmas Familiengeschichte ist in diesem Märchen verstrickt und sie muss versuchen, ihr Land vor dem schrecklichen Winter zu schützen.

Die Geschichte um die silberne Königin und um Emma nimmt einen von der ersten Seite an gefangen. Die Autorin versteht es, den Leser mit ihren Worten einzuhüllen und durch die Magie der Worte in die Geschichte hineinzuziehen. Sind die prachtvollen Namen der Länder und Orte im ersten Moment auch etwas verwirrend, kann man dennoch die Szenerie um einen herum sofort wahrnehmen und regelrecht spüren.

Der Schreibstil ist fesselnd und lässt einen nicht mehr los. Das Märchen innerhalb der Geschichte wird gut platziert, in ansprechenden und zur Geschichte passenden Häppchen erzählt und anschaulich durch die andere Schriftart abgegrenzt.

Die Protagonisten, aber auch einige der anderen Charaktere, werden anschaulich dargestellt und gut beschrieben. Emma ist ein sehr starker Charakter. Sie hat in ihrem Leben schon viel durchgemacht, was sie hat wachsen und reifen lassen. Sie beweist sehr großen Mut, auch in Zeiten, in denen sie große Ängste durchleben muss. Als Leser habe ich mit ihr gebangt und Hoffnung geschöpft, nur um dann im nächsten Moment wieder erschrocken die Luft anzuhalten. Der Spannungsbogen in der Geschichte wird gut aufgebaut. Es gibt immer wieder Spannungsspitzen, die dann wieder etwas abflachen, um der Protagonistin und dem Leser einen kurzen Moment der Erholung zu bieten, nur um dann wieder anzusteigen. So verfliegt das Buch wie im Nu.

Das Cover zeigt eine verschneite Berglandschaft mit einer vermummten weiblichen Person im oberen Teil, die ebenso wie die verschnörkelte Schrift als Eyecatcher wirkt. Zum einen die düsteren, kalten Farben, aber zum anderen auch die verspielten Ornamente hatten gleich mein Interesse geweckt.

Fazit:
Eine faszinierende Geschichte über den Winter, das Leben, Mut, aber auch Verzeihen. Absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.01.2018

Ein großartiger Roman, auf den sich das Warten gelohnt hat.

Dort, wo du bist
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Als ich damals nach „Solange du bleibst" erfahren habe, dass es noch einen dritten Teil zu der „Julia und Jeremy“-Reihe geben wird aus Sicht von Max, dachte ich, es wäre Jeremys Geschichte nur aus einer ...

Als ich damals nach „Solange du bleibst" erfahren habe, dass es noch einen dritten Teil zu der „Julia und Jeremy“-Reihe geben wird aus Sicht von Max, dachte ich, es wäre Jeremys Geschichte nur aus einer anderen Perspektive.

Aber „Dort, wo du bist" (von Jessica Winter) ist im Großen und Ganzen ein eigenständiger Roman. Er knüpft an Julias und Jeremys Geschichte an, erzählt von Max und seinen Problemen mit Jeremys Verlust, seiner Hilfe und Stütze Julia gegenüber, aber gleichzeitig erzählt er auch Max‘ eigenes Leben.
Es gibt zwei Zeitstränge: Das College und 17 Jahre später.

Auf dem College trifft er Andy wieder, die kleine Schwester eines Freundes. Er verliebt sich in sie, doch sie ist vergeben und kämpft mit ihrer Vergangenheit und den Problemen mit ihrem Freund. Als sie ohne ein Wort verschwindet, bricht für Max eine Welt zusammen. Er konzentriert sich voll und ganz auf seine Football-Karriere. Nach 17 Jahren begegnen sie sich wieder und die alten Gefühle kommen wieder hoch. Doch Andy verheimlicht ihm noch immer etwas. Max will sie nicht nochmal verlieren und ist bereit um sie zu kämpfen.

Auch dieser Roman strotzt wieder vor Gefühlen und hat jede Menge Emotionen bei mir hervorgerufen. Vor allem die Szenen um Jeremy ließen meine Augen jedes mal feucht werden. Aber auch Max und Andy gehen durch einige Höhen und vor allem Tiefen, die den Leser nicht kalt lassen.

Der Erzählstil ist gefühlvoll und sehr anschaulich. Das Buch lässt einen nicht mehr los und man taucht komplett in die Geschichte ein.

Die Charaktere sind einfach sehr gut ausgearbeitet, es fällt unglaublich leicht, sich in sie hineinzuversetzen, zumal mir Max schon in den beiden Vorgängern unheimlich ans Herz gewachsen ist. Er ist ein großartiger Mensch, der alles für die gibt, die er liebt. Umso mehr tut es weh, zu sehen, wie er selbst leidet und sich immer mehr verliert.

Mir hat besonders gefallen, dass zwar klar wird, dass Max und Andy immer noch Gefühle für einander haben, aber dass die Zeit nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen ist. Dass sie erst mal Zeit brauchen, um sich wieder kennenzulernen und neu zu entdecken, macht die Geschichte glaubwürdig. Auch wenn man ihnen eine schnellere Versöhnung wünschen würde, wäre alles andere für mich nicht nachvollziehbar gewesen.

Fazit:
Ein großartiger Roman, auf den sich das Warten gelohnt hat.

Veröffentlicht am 08.01.2018

Kleine Dinge können Großes bewirken

Tage wie Salz und Zucker
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„Tage wie Salz und Zucker" von Shari Shattuck (erschienen 2014) erzählt die Geschichte von Ellen Holmes – einer Frau, die lieber das Leben der anderen beobachtet, als ihr eigenes zu leben. Sie versteckt ...

„Tage wie Salz und Zucker" von Shari Shattuck (erschienen 2014) erzählt die Geschichte von Ellen Holmes – einer Frau, die lieber das Leben der anderen beobachtet, als ihr eigenes zu leben. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos, ihr vernarbtes Gesicht hinter ihren langen Haaren und kompensiert ihre Ängste und Selbstzweifel mit Essen. Sie putzt nachts in einem Riesensupermarkt, um nicht gesehen zu werden.
Doch eines Tages trifft sie im Bus eine junge, blinde Frau, die vor Lebensfreude sprüht und seit langer Zeit der erste Mensch ist, der Ellen „sieht". Aus einem Impuls heraus folgt Ellen Temerity und rettet sie gleich darauf vor zwei Handtaschendieben. Temerity lässt Ellen keine andere Wahl, als ihre Freundin zu werden. Gemeinsam fangen sie an, nicht nur Ellens Leben komplett umzukrempeln, sondern mischen sich auch bei anderen ein, denen Unrecht geschieht.

Der Roman ist sehr schön geschrieben, ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Erzählt wird die Geschichte von einem allwissenden Erzähler, so dass man nicht nur Ellens Sicht der Dinge erfährt, sondern auch Einblick in die Gefühle der anderen Figuren erhält.

Anfangs fand ich Ellen und ihr Verhalten etwas befremdlich (Sie bezeichnet ihre Nachbarn, die sie ständig beobachtet, als ihre Haustiere, ist permanent am Essen und erscheint ziemlich paranoid in Bezug auf den Kontakt zu Mitmenschen). Aber je weiter man in ihre Geschichte und damit auch ihre Vergangenheit eintaucht und je enger der Kontakt zu Temerity wird, desto offensichtlicher wird, dass sie ein herzensguter Mensch ist, und es bisher in ihrem Leben nicht leicht hatte, weswegen sie erstmal einen Schubs durch Temerity gebraucht hat, um ihre tief vergrabenen Gefühle und ihren Sinn für Gerechtigkeit wiederzufinden.

Temerity ist eine aufgeschlossene, liebenswerte junge Frau, die nur so vor Lebensfreude sprüht. Obwohl sie es mit ihrer Blindheit auch nicht immer leicht hatte im Leben, hatte sie doch immer den Halt und die Liebe durch ihre Familie, so dass sie sich ihre Lebensfreude bewahren konnte. Sie sieht in Ellen nicht das Äußere, sondern erkennt ihren wahren Kern und hilft ihr, diesen nach und nach freizulegen.

Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, auch die meisten Nebendarsteller. Sowohl deren Gefühle als auch das ganze Umfeld werden anschaulich beschrieben. Ich konnte komplett in die Geschichte eintauchen und mit den Protagonisten mitfiebern.

Das Coverdesign ist recht schlicht, sticht aber dennoch durch die kräftigen Farben ins Auge.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman, der zeigt, dass Äußerlichkeiten nicht wichtig sind und kleine Dinge/Hilfen Großes bewirken können.