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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Die Mona Lisa so lebendig wie selten zuvor

Das Geheimnis der Mona Lisa
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Ich bin nun nicht unbedingt der größte Fan von historischer Literatur, gerade, wenn es doch recht weit in die Vergangenheit geht, doch diese Geschichte hier hat mich dann doch sehr interessiert und ich ...

Ich bin nun nicht unbedingt der größte Fan von historischer Literatur, gerade, wenn es doch recht weit in die Vergangenheit geht, doch diese Geschichte hier hat mich dann doch sehr interessiert und ich muss sagen, dass ich sie letztendlich auch wirklich gut fand.

Der Schreibstil ist dabei der Zeit, in der die Geschichte spielt, wirklich gut angepasst, aber dennoch flüssig lesbar. Ebenso konnte ich mir die Szenerie echt gut vorstellen, da er so bildlich und lebendig ist.

Die Handlung selbst ist aber auch toll und sogar ein Stück weit informativ. Sie zieht sich über einige Jahre und es wird abwechselnd von Lisa und Leonardo da Vinci erzählt, die irgendwann auch aufeinandertreffen werden. Besonders interessant fand ich dabei Lisas Geschichte und ihre Entwicklung, von der geplanten Flucht mit einem der Medici bis hin zur echten, beständigen Liebe. Allerdings kommt es bis dahin zu einigen Intrigen, es gibt Geheimnisse und Verschwörungen. Außerdem hat Lisa als Frau in dieser Zeit nichts zu sagen und um einiges weniger Rechte als die Männer um sie herum. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht gerade leicht für sie, zudem auch ihr Vater immer mehr seinen wahren Charakter zeigt. Ebenfalls muss sich zwischen ihr und Francesco erst einmal eine Beziehung entwickeln, was ebenfalls nicht leicht ist, schließlich ist diese Ehe die einzige Möglichkeit, um schlimmerem zu entgehen. Dennoch geht ihr neuer Ehemann doch recht liebevoll und sanft mit ihr um, hat unter anderem allerdings auch einen großen Fehler. Diesbezüglich fand ich echt verständlich und in einer Sache sogar schön, wie Lisa damit umgeht.

Auch Leonardos Parts fand ich durchaus interessant, zumal die Autorin es geschafft hat, ihn super lebendig wirken zu lassen. Selten habe ich mich einer Figur aus der Geschichte so nah gefühlt. Ebenfalls sind die Einblicke in seine Arbeit echt interessant und es hat echt Spaß gemacht, ihn als Menschen kennenzulernen, egal, ob er nun im realen Leben auch so war oder nicht. In diesem Roman ist er jedenfalls ein total sympathischer Zeitgenosse, der Lisa mit der Zeit ein echter Freund wird.

Alles in allem kann ich diesen Roman durchaus empfehlen, denn für einen historischen Roman lässt er sich wirklich ausgezeichnet lesen und trotz der vielen verschiedenen Charaktere, mit typisch italienischen Namen, war die Geschichte nicht so verwirrend, wie ich befürchtet hatte. Nur mit ein paar Längen hier und da muss man rechnen, aber die waren auszuhalten.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Super traurig, aber auch zum Heulen schön

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Kaum ein Buch schafft es tatsächlich, mich zu Tränen zu rühren, aber dieses ist nun schon das zweite Buch der Autorin, dessen Geschichte mich gegen Ende hin tatsächlich hat Rotz und Wasser heulen lassen. ...

Kaum ein Buch schafft es tatsächlich, mich zu Tränen zu rühren, aber dieses ist nun schon das zweite Buch der Autorin, dessen Geschichte mich gegen Ende hin tatsächlich hat Rotz und Wasser heulen lassen.

Diese spielt wieder einmal sowohl in der Vergangenheit, nach dem Zweiten Weltkrieg, als auch in der Gegenwart. Es geht wieder darum, was die Vergangenheit aus den Protagonisten, hier Margret und Hardy gemacht hat und wie deren Erfahrungen als Kinder sich auch auf die Gegenwart auswirkt. So müssen beide Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre in verschiedenen Heimen grausame Misshandlungen über sich ergehen lassen, Margret wird sogar gerade dann vergewaltigt, als sie sich endlich in Sicherheit wähnt. Die Autorin hat diesbezüglich sehr realistisch und ungeschönt geschildert, was den beiden angetan wird, sodass ich beim Lesen einige Male mehr als entsetzt, teilweise richtig wütend war. Ebenfalls fand ich sehr nachvollziehbar geschrieben, wie sich Margret und Hardy später immer näher kommen, nämlich sehr langsam und aus einer tiefen Freundschaft und Verantwortungsgefühl heraus.

Auch die Handlung in der Gegenwart ist wirklich gut und eindrücklich geschrieben. Hier begleitet man Emily, die es auch nicht gerade leicht hat. Sie leidet darunter, dass sie keine zuverlässige Bindung zu ihrer Mutter hat. Gleichzeitig kennt sie ihren Vater nicht. Ihr einziger Halt sind ihre Urgroßeltern, die aber noch immer unter den Geschehnissen ihrer eigenen Kindheit zu kämpfen haben. Dies führt zu einer großen Zerrissenheit, welche die Autorin ebenfalls super herüberbringen konnte. Genauso ging es mir mit der Beziehung Emilys zu ihren Urgroßeltern, die Liebe zwischen ihnen, aber auch die kleinen und großen Problemchen, gerade auch, als Emily in die Pubertät kommt.

Was ich der Autorin ebenfalls hoch anrechne, ist, dass sie auch für diesen Roman wieder sehr gut recherchiert zu haben scheint, denn die ganze Geschichte wirkt wie aus dem realen Leben gegriffen, ist sehr bildlich und nachvollziehbar geschrieben. Dazu kommt das super schöne Ende, welches vielleicht etwas sehr emotional ist, aber welches ich persönlich nach all dem Leid, den Problemen und Sorgen auch gebraucht habe. Zudem habe ich das, was dort geschieht, Hardy von ganzem Herzen gegönnt. Einzig einen versöhnlichen Satz gegenüber dem christlichen Glauben habe ich vermisst, denn Gott hat ganz sicher nie gewollt, was den Kindern damals durch die Institution Kirche angetan wurde.

Alles in allem war dieses Buch aber wieder einmal großartig, die Geschichte sehr berührend und gerade in den Teilen, die in der Vergangenheit spielen, schwer zu ertragen. Außerdem hangelt sich die Autorin erneut nah an der Realität entlang und macht auf Missstände aufmerksam, die es wirklich in Deutschland gab. Ich kann diesen Roman deshalb absolut weiterempfehlen und hoffe, dass die Autorin noch mehr schreiben wird.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Traurige Geschichte, aber märchenhaft schön

Die Worte der weißen Königin
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Wer die Bücher von Antonia Michaelis kennt, der weiß, dass sie super poetische, märchenhafte Geschichten schreibt und so war ich auch hier nicht überrascht, wie toll ihr Schreibstil ist und wie außergewöhnlich ...

Wer die Bücher von Antonia Michaelis kennt, der weiß, dass sie super poetische, märchenhafte Geschichten schreibt und so war ich auch hier nicht überrascht, wie toll ihr Schreibstil ist und wie außergewöhnlich die Geschichte.

So lernt man zuerst Lion kennen und erfährt, wie er auf die weiße Königin trifft, eine alte Dame, die in der Kirche Kindern Geschichten vorliest, und obwohl Lion eher zurückgezogen aufwächst, scheint er eine glückliche Kindheit bei seinem Vater zu haben. Doch dann geschieht etwas und sein Vater verfällt immer mehr dem Alkohol, was auch Auswirkungen auf Lion hat. Ich glaube, jeder kann sich vorstellen, was das mit einer jungen Kinderseele macht und so flüchtet sich Lion nicht nur in seine eigene Fantasy, sondern auch in den Wald und später Richtung Berlin. Dabei wirkt die ganze Geschichte recht surreal, es gibt eine Figur, die für Lion zwar da ist, aber irgendwie auch nicht. Selbst, ob die Freundschaft zum Adler Rikikikri tatsächlich real ist, ist nicht ganz sicher. Für Lion ist dies alles aber real und das ist am wichtigsten, denn er braucht einen Freund in seiner Furcht und Einsamkeit. Richtig schön fand ich dabei, wie die Autorin Lions Innenleben durch Metaphern und Vergleiche sichtbar macht, wie sensibel sie mit dem Thema umgeht. Ebenso mochte ich ihren poetischen und gleichzeitig bildlichen Schreibstil.

Vor allem aber mochte ich, wie Lion als Hauptfigur geschrieben ist, einerseits sehr kindlich und in all seinem Leid noch immer irgendwie unbedarft, andererseits aber auch recht erwachsen und selbstständig, wobei ihm seine Fantasy hilft und die Liebe zu seinen Seeadlern.

Das Einzige, was ich an diesem Buch zu bemängeln habe, ist, dass die Bindung zwischen Lion und der weißen Königin nicht so richtig erklärt wird. Sie ist irgendwie plötzlich da. Gerade die Zeit, in der es um die Geschichten geht, die sie vorliest und wo Lion sie näher kennenlernt, wurde mir zu schnell abgegrast und so bliebt die weiße Königin für mich leider ziemlich blass.

Alles in allem war dieses Buch aber großartig, sehr emotional und vor allem richtig toll geschrieben. Es lies sich super weglesen, die Geschichte von Lion war, bei aller Leid und Not, märchenhaft schön und er als Protagonist wirklich liebenswert. Wenn man also die Bücher der Autorin mag, wird man wahrscheinlich auch dieses hier mögen.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Das gewisse Etwas hat leider gefehlt

Wo der Wolf lauert
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So richtig weiß ich nicht, was ich mit diesem Roman anfangen soll, denn irgendwie kann ich ihn nicht wirklich einordnen. Einerseits wirkt er schon fast wie ein Thriller, schließlich gibt es einen relativ ...

So richtig weiß ich nicht, was ich mit diesem Roman anfangen soll, denn irgendwie kann ich ihn nicht wirklich einordnen. Einerseits wirkt er schon fast wie ein Thriller, schließlich gibt es einen relativ mysteriösen Todesfall, andererseits enthält er aber auch die Geschichte über eine jüdische Familie in Amerika, über Antisemitismus und auch Verrat spielt irgendwie eine Rolle.

Die Geschichte beginnt dabei mit einem Anschlag auf eine Synagoge und dem Tod eines Mädchens, welches ihre Oma beschützen wollte. Dies führt zu Unsicherheit, aber auch dem Willen Adams, Lilachs Sohn, sich selbst verteidigen zu können. Da kommt der charismatische, aber zwielichtige Uri gerade recht, der ein paar jüdischen Jugendlichen, unter anderem auch Adam, Selbstverteidigung beibringt. Und hier beginnt es bereits komisch zu werden, denn seine Mittel sind recht kurios. Als dann auf einer Party auch noch ein Mitschüler von Adam stirbt, fängt es so richtig an, unbequem für Lilachs Sohn zu werden, wobei diese ihn aber wohl am besten kennt und für ihn kämpft. Allerdings wirkte dieser Kampf recht einsam auf mich, gleichzeitig konnte ich ihn aber auch verstehen, schließlich ist die Liebe einer Mutter unerschütterlich und das hat die Autorin hier absolut nachvollziehbar und eindrücklich rübergebracht. Dazu kam, dass Uri immer wichtiger für die Geschichte wurde, sich immer mehr in Lilachs Familie einschlich und dabei sehr undurchschaubar blieb. Mit dem Ende hatte ich dann aber auch nicht gerechnet, denn dieses war absolut nicht vorhersehbar. Hier ist der Autorin eine gute Ablenktaktik gelungen.

Dennoch fand ich die Geschichte nur eher okay, denn die Erzählung war doch etwas sehr sachlich und manchmal ging es mir auch zu viel rund um den heißen Brei. Dazu kam, dass ich keinen richtigen Zugang zu Lilach selbst finden konnte. Ja, ich konnte sie bezüglich Adam verstehen, aber ansonsten war da nicht viel Tiefgang. Adam hingegen fand ich wirklich super geschrieben, wie einen typischen, teils verkannten Teenager, mit Ecken und Kanten, aber ohne erkennbare Boshaftigkeit. Dafür war mir Uri umso zwielichtiger, undurchschaubar und kurios. Ich konnte ihn nicht so richtig einordnen, konnte aber verstehen, warum die Jugendlichen ihn so sehr mögen.

Alles in allem fand ich diesen Roman, wie schon erwähnt, ganz okay, aber vom Hocker hat er mich trotzdem nicht gerissen, denn dazu hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Ebenso fand ich ihn nicht übermäßig spannend, wenn auch teilweise interessant. Am meisten hat mich dann aber gestört, dass die wichtigste Frage ungeklärt blieb. Ein Roman also, den man gerne mal lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Interessante Idee, aber einseitig

The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding
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Dieses Buch ist schon irgendwie etwas Besonderes, aber wahnsinnig gut fand ich es leider dennoch nicht, denn hier bekommt man ein eigentlich ziemlich aktuelles Thema recht einseitig betrachtet präsentiert. ...

Dieses Buch ist schon irgendwie etwas Besonderes, aber wahnsinnig gut fand ich es leider dennoch nicht, denn hier bekommt man ein eigentlich ziemlich aktuelles Thema recht einseitig betrachtet präsentiert. Zudem gibt es im Englischen noch einen zweiten Band, der nicht ins Deutsche übersetzt wurde, der aber vielleicht einige Fragen hätte beantworten können. Hier blieben nämlich am Ende ziemlich viele besagter Fragen offen.

Dabei geht es hier vor allem um die Verantwortung im Umgang mit Sozialen Medien und wie schnell es möglich ist, sich im Internet zu radikalisieren. Rund um die mysteriösen Skulpturen, die von April „die Carls“ getauft werden, entspinnt sich so schon bald eine Art Kult, es entstehen zwei gegenseitige Gruppen und beide bestehen auf ihrer Meinung. Alles also, wie man es im realen Leben ebenfalls sieht und genau da liegt auch das Problem, denn auch hier ist automatisch eine Seite die Gute und die andere die Böse, ohne sich, bis auf einen kurzen Augenblick, überhaupt mit den Sorgen und Gedanken der Gegenseite auseinanderzusetzen. Dann gibt es auch noch Anschläge und Überfälle, April wird zu einer Kultfigur und alles, was sie macht, ist gut. Sorry, das war mir persönlich viel zu einseitig, fast schon manipulativ.

Ansonsten war das Buch aber echt interessant und es hat mich auch gut unterhalten. Die Idee mit den Skulpturen fand ich großartig, auch den Science Fiction Aspekt. Der Werdegang Aprils war zudem echt spannend, wenn auch nicht in allen Punkten wahnsinnig realistisch. Und dann wurde es zum Ende hin auch noch einmal richtig actionreich, nur leider mit einem offenen Ende, welches mich zusätzlich unzufrieden zurückgelassen hat.

Interessant fand ich aber ebenfalls die Charaktere, wenn für mich April auch ziemlich unsympathisch war, sehr naiv und auf sich selbst bezogen. Sie lebt nur in ihrer eigenen Bubble und ist auch kaum bereit, mal über ihren eigenen Horizont hinüber zu schauen. Genauso fand ich nicht besonders schön, wie sie mit ihrer Mitbewohnerin Maya umgeht. Ihre Freunde waren für mich hingegen allesamt echt liebenswerte Nerds, der sogenannte Gegner Petrawicki nicht böse, sondern einfach nur kritisch.

Alles in allem ist dieses Buch schon interessant und auf irgendwie abgedrehte Weise durchaus unterhaltsam. Ich habe es jedenfalls nicht bereut, es gelesen zu haben, habe aber auch nicht das Bedürfnis, diese Geschichte noch einmal zu konsumieren.

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