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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2023

Nichts für schwache Nerven

Der Zoom-Killer (Tom-Bachmann-Serie 2)
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Inhalt:

Während einer Videokonferenz wird ein Porno-Produzent brutal ermordet. Kein leichter Fall für Tom Bachmann und sein Team vom BKA, denn die Zeugen des Mordes sind allesamt traumatisiert. Wieso ...

Inhalt:

Während einer Videokonferenz wird ein Porno-Produzent brutal ermordet. Kein leichter Fall für Tom Bachmann und sein Team vom BKA, denn die Zeugen des Mordes sind allesamt traumatisiert. Wieso tötet der Killer vor laufender Kamera? Und wann und wo wird er wieder zuschlagen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Meine Meinung:

"Der Zoom-Killer" ist der zweite Teil der Reihe um den Tom Bachmann, den man aber problemlos auch separat lesen kann, da die Fälle in sich abgeschlossen sind. Schon die ersten Kapitel des Buches haben es in sich und geben einen Vorgeschmack auf das was da noch kommt. An dieser Stelle sei schon einmal gewarnt, dass dieses Buch aufgrund der teils sehr detaillierten und blutigen Beschreibungen nichts für schwache Nerven ist. Gleichzeitig ist es aber auch von Anfang bis Ende spannend und fesselnd und einmal begonnen kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Der Protagonist Tom Bachmann ist bereits aus dem vorherigen Band der Reihe bekannt. Dieses Mal erfährt der Leser einiges über Toms Vergangenheit und seine Familie, was ihn mehr Charaktertiefe verleiht und authentischer macht. Zudem fand ich seine Geschichte sehr interessant, weshalb ich auch schon sehr gespannt ist, wie es diesbezüglich im dritten Band der Reihe weitergehen wird.

Der Fall, mit denen es Tom und seine Kollegen dieses Mal zu tun bekommt, ist eine harte Nuss. Die Ermittler müssen all ihr Können und Wissen unter Beweis stellen, um ihn zu lösen und dem Täter auf die Schliche zu kommen. Da die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, bekommt der Leser einen recht umfassenden Einblick - auch in die Gedankenwelt des Täters. Die schlussendliche Aufklärung ist schlüssig und ein gelungener Abschluss dieses unglaublich spannenden Thrillers!

Fazit: 

Auch der zweite Fall für Tom Bachmann überzeugt. Spannend, blutig, nichts für schwache Nerven. Ich freu mich auf Band 3!

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Die Giftmischerin von London

Die versteckte Apotheke
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Inhalt:

London gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Nella hat die Apotheke ihrer verstorbenen Mutter übernommen, die sich speziell den Anliegen von Frauen widmet. Doch Nella hat das Angebot der Apotheke erweitert: ...

Inhalt:

London gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Nella hat die Apotheke ihrer verstorbenen Mutter übernommen, die sich speziell den Anliegen von Frauen widmet. Doch Nella hat das Angebot der Apotheke erweitert: Sie hilft Frauen, die sich anders gegen ihre oft gewaltsamen Ehemänner nicht zu helfen wissen, indem sie ihnen ein passendes Gift herstellt. Als sie gezwungenermaßen einen Auftrag annehmen muss, der gegen ihre Prinzipien verstößt, und der geplanter Giftmord misslingt, droht Nellas Tun ans Licht zu kommen.

London, knapp 200 Jahre später. Die Historikerin Caroline Parcewell stößt durch Zufall auf die außergewöhnliche Geschichte der giftmischenden Apothekerin Nella. Eine gelungene Ablenkung, denn Caroline hat gerade erst von dem Seitensprung ihres Mannes erfahren.

Meine Meinung:

Das wunderschöne Cover des Buches hat mir auf Anhieb gefallen, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte bzw. musste. Und ich wurde alles andere als enttäuscht!

Die Handlung des Buches spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Der Leser lernt die Ende des 18. Jahrhunderts lebende giftmischende Apothekerin Nella kennen, die ihrer weiblichen Kundschaft eigentlich nur aus der Klemme helfen möchte und dadurch in Bedrängnis gerät. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser viel über Nellas Vergangenheit und auch über ihre Beweggründe, was sie sehr authentisch wirken lässt. Aber auch die 12jährige Eliza, die Nella seit kurzem beim Herstellen der Gifte unterstützt und fasziniert ist von dem dem Beruf der Apothekerin, war mir sehr sympathisch. Daher habe ich mit ihnen mitgefühlt und gehofft, dass sie irgendwie aus der Misere wieder herauskommen.

Auf der zweiten Zeitebene, genauer gesagt in der Gegenwart, begleitet der Leser Caroline, die die anlässlich ihres Hochzeitstags geplante Reise nach London alleine angetreten hat. Ohne ihren Mann, von dessen Affäre sie kürzlich erfahren hat. Eigentlich will sie die Zeit nutzen, um über ihre Ehe und ihr Leben nachzudenken. Doch durch einen Zufall stößt sie auf eine von Nellas alten Apothekenfläschchen und beginnt Nachforschungen über Nella und ihre in Vergessenheit geratene Geschichte anzustellen. Anfangs fand ich den Handlungsstrang in der Gegenwart eher überflüssig, auch wenn sie für Abwechslung sorgt. Nach und nach zeigt sich aber immer mehr die Verbindung zu Nellas Geschichte und es war spannend Caroline bei ihren Nachforschungen zu begleiten.

Zu Beginn schreitet die Geschichte auf beiden Zeitebenen eher gemächlich voran, dann aber gewinnt die Handlung insbesondere in der Vergangenheit gehörig an Tempo, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Das fulminante Ende des Buches konnte mich überraschen und ist gleichzeitig stimmig.

Besonders gefallen haben mir die bildhaften und athmosphärischen Beschreibungen insbesondere des Londons des 18. Jahrhunderts sowie die authentischen Schilderungen von Nellas Vorgehen beim Herstellen der Gifte. Man hat als Leser tatsächlich das Gefühl, dass es sich damals so oder so ähnlich abgespielt haben könnte.

Fazit:

Spannender Roman mit zwei verschiedenen Zeitebenen, die die Autorin gekonnt miteinander verknüft. Besonders die Handlung in der Vergangenheit hat mir gefallen, da mir Nella und die 12jährige Eliza sehr sympathisch waren. Ich hoffe sehr auf weitere Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Zwei Mafiafamilien sind eine zu viel

City on Fire (ungekürzt)
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Inhalt:

Providence, Rhode Island, 1986. Danny und sein bester Freund Pat gehören zu den Murphys, einer irischen Mafia-Familie, die sich mit illegalen Geschäften ihr Geld verdient. Zwischen ihrer Familie ...

Inhalt:

Providence, Rhode Island, 1986. Danny und sein bester Freund Pat gehören zu den Murphys, einer irischen Mafia-Familie, die sich mit illegalen Geschäften ihr Geld verdient. Zwischen ihrer Familie und den Morettis, einer italienischen Mafia-Familie, herrscht seit längerem ein hart verhandelter Frieden. Sie haben sich die Gebiete aufgeteilt und respektieren bis auf kleinere Vorstöße die Grenzen des jeweils anderen. Doch das ändert sich, als Pats Bruder einem der Moretti-Söhne die Freundin ausspannt. Auf der Sraße herrscht Krieg und schon bald gibt es die ersten Opfer zu beklagen. Als das Oberhaupt der Murphys-Clans brutal ermordet wird, steht Danny plötzlich an der Spitze. Doch Danny will eigentlich nur eins: ein sicheres Leben mit seiner Frau und Kind weit weg von Providence. Doch dafür fehlt ihm das Geld...

Meine Meinung:

"City on Fire" war mein erstes Buch von Don Winslow. Der Schreibstil ist temporeich, das Hörbuch gelesen von Dietmar Wunder ein absolutes Hörerlebnis und entsprechend schnell vermochte mich das Buch zu fesseln.

Der Plot an sich ist spannend, stellenweise durchaus blutig und brutal und erinnert ein wenig an "Der Pate" von Mario Puzo. Denn auch in "City on Fire" geraten unterschiedliche Mafia-Familien aneinander. Der Stein, der alles ins Rollen bringt, ist eine Frau. Schnell entwickeln sich die anfänglichen Streitigkeiten in einen ausgewachsenen und blutigen Mafiakriegt. Und mitten drin: Danny, der Protagonist der Reihe. Er gehört zu den Murphys, entstammt aber nicht deren Blutlinie, was er mehr als einmal zu spüren bekommt. Er ist intelligent und handelt überlegt, womit er entscheidende Treffer gegen die Morettis landen kann, aber gleichzeitig auch in deren Visier gerät. Wie fast alle Charaktere im Buch gehört Danny zwar zur Mafia und beteiligt sich direkt oder indirekt an illegalen Geschäften. Trotzdem ist er ebenso wie die meisten anderen nicht abgrundtief böse. Er hat sympathische Charakterzüge, ist in diese Mafiafamilien durch seine nicht ganz einfache Kindheit aufgenommen worden bzw. hineingewachsen und hat ganz normale menschliche Sorgen und Wünsche. Dadurch führt der Autor dem Leser mehr als einmal vor Augen, dass es nicht nur schwarz und weiß, sondern eben auch sehr sehr viel grau gibt.

Die Geschichte nimmt zunächst Fahrt auf, flacht dann aber im Zwischenteil ein wenig ab, bevor sich die Spannung gegen Ende enorm steigert und sich in einem packenden, teils überraschenden Ende entlädt. Ich habe vorallem mit Danny und seiner kleinen Familie mitgefiebert, weil ich ihn trotz allem sehr sympathisch fand. 

Fazit:

Spannende Geschichte über einen blutigen Krieg zweier verfeindeter Mafiafamilien. Toll als Hörbuch vertont mit Dietmar Wunder als Sprecher!

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Gelungener Reihenauftakt

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1)
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"Die Unverbesserlichen - Der große Coup des Monsieur Lipaire" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe des erfolgreichen Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr. Dieses Mal nehmen sie den Leser mit auf ...

"Die Unverbesserlichen - Der große Coup des Monsieur Lipaire" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe des erfolgreichen Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr. Dieses Mal nehmen sie den Leser mit auf eine Reise nach Südfrankreich, genauer gesagt in das kleine Küstenstädtchen Port Grimaud an der Côte d’Azur.

Schon das Cover ist wunderschön und ein echter Hingucker! Sonne, Strand, Palmen und die französische Flagge - der Leser sieht also auf den ersten Blick, wohin die Reise dieses Mal geht.

Der Schreibstil ist gewohnt humorvoll und lässt sich angenehm lesen. Die Handlung wird aus Sicht von Guillaume Lipaire erzählt. Der Deutsche ist in Port Grimaud für die Pflege und Verwaltung einiger Ferienhauses zuständig, deren reiche Besitzer nur wenige Wochen im Jahr an der Küste verweilen. Doch Lipaire hat daraus sein eigenes kleines, nicht ganz legales Geschäft entwickelt: er vermietet die Ferienhäuser unter der Hand und steckt sich das Geld in die eigene Tasche. Unterstützt wird er dabei von Wassertaxifahrer Karim. Als er erfährt, dass eine der Eigentümerfamilien kurzfristig anreist, muss er daher schnell ihre Villa reinigen. Blöd nur, dass er und Karim im Obergeschoss eine Leiche finden. Wer ist der Tote und vorallem: wohin mit ihm?
Damit nimmt diese sehr amüsante Gaunerkömodie ihren Anfang. Denn Lipaire sieht seine lang ersehnte Chance, endlich das ganz große Geld zu machen, und davon will nicht nur Karim seinen Teil abbekommen, sondern zu Lipaires Leidwesen auch Eisverkäuferin Jacqueline, Ex-Fremdenlegionär Paul, Handyverkäuferin Delphine und die 84-jährige rüstige Rentnerin Lizzy, die Lipaire. Zusammen sind sie die Unverbesserlichen von der Côte d’Azur, eine sehr skurrile, aber absolut liebenswerte Truppe, die im Laufe des Buches zusehends zu einem Team zusammenwächst.

Der Plot ist spannend und unterhaltsam. Während Lipaire und Co eher daran gelegen ist, den Toten irgendwie loszuwerden, fragt sich der Leser: wer ist der Tote und wie ist er gestorben? Unterhaltsame und spannende Szenen wechseln sich ab und gerade zum Ende hin wird es dann auch tatsächlich richtig brenzlig, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Insgesamt eine gelungene Mischung aus Krimi und Kömodie mit tollen Charakteren! Ich freu mich schon jetzt auf ein Wiedersehen!

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Neustart in Spechthausen

In den Wäldern der Biber
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Inhalt:

Nach der Trennung von ihrem Freund und der Kündigung ihres Jobs, der ihr keinen Spaß macht, flüchtet Alina aus Frankfurt zu ihrem Großvater aufs Land. Früher war sie oft in den Ferien dort, doch ...

Inhalt:

Nach der Trennung von ihrem Freund und der Kündigung ihres Jobs, der ihr keinen Spaß macht, flüchtet Alina aus Frankfurt zu ihrem Großvater aufs Land. Früher war sie oft in den Ferien dort, doch seit dessen Sohn, Alinas Vater, vor fast 20 Jahren starb, hat sie keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Trotzdem nimmt ihr Großvater, der ganz alleine in einem renovierungsbedürftigen, etwas abseits gelegenen Haus wohnt, sie bei sich auf. In der dortigen Ruhe, weit weg vom Alltagsstress kann Alina Abstand zu ihrem bisherigen Leben gewinnen und neue Kraft sammeln. Zugleich kehren Alinas Erinnerungen an früher langsam zurück. Sie trifft alte Bekannte und verliebt sich nicht nur in die wunderschöne Natur…

Meine Meinung:

„In den Wäldern der Biber“ war mein erstes Buch der Autorin Franziska Fischer, aber sicher nicht mein letztes. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Charaktere sind herrlich normal und liebenswert und schon nach wenigen Seiten ist man als Leser ebenso wie Alina in dem kleinen Dorf angekommen und aufgenommen. Der Autorin gelingt es eine ganz eigene Stimmung zu verbreiten und man fühlt sich sofort wohl. Die bildhaften Beschreibungen des kleinen Dorfs Spechthausen, in dem die Zeit zum Teil stillzustehen scheint, ihrer Bewohner und des Dorflebens sind authentisch und haben mir sehr gefallen. Die Begeisterung für die Schönheit der Natur und ihrer tierischen Bewohner ist ansteckend und nicht nur der Leser, sondern auch die Protagonistin Alina verliebt sich in dieses wunderschöne Fleckchen Erde, auch wenn der Natur und insbesondere den Biber für meinen Geschmack etwas mehr Aufmerksamkeit hätte zuteil kommen können.

Der Plot ist eher unaufgeregt, stellenweise hätte ich mir fast ein wenig mehr Handlung gewünscht. Trotzdem konnte mich das Buch fesseln. Dies liegt nicht zuletzt an der Beziehung zwischen Enkelin und Großvater, deren Entwicklung mich sehr berührt hat. Zudem wird der Leser dazu angeregt, über sein eigenes Leben nachzudenken und vielleicht auch mal das eine oder andere zu hinterfragen. Das schlussendliche Ende des Buches ist in meinen Augen ein gelungener Abschluss dieses ruhigen, aber eindringlichen Romans.

Fazit:

Ein schöner, leiser, sehr angenehm zu lesender Roman zum Innehalten und Selbstreflektieren.

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