Auszeit vom Alltag
Gekommen, um zu bleibenEs handelt sich hier bereits um das dritte Buch der Autorin, in dem sie aus ihrem Leben erzählt. Für mich war es jedoch das erste, dass ich von ihr gelesen habe. Doch auch wenn ich die erwähnten Personen ...
Es handelt sich hier bereits um das dritte Buch der Autorin, in dem sie aus ihrem Leben erzählt. Für mich war es jedoch das erste, dass ich von ihr gelesen habe. Doch auch wenn ich die erwähnten Personen und Umstände zu Beginn des Buches nicht kannte, hab ich sehr schnell in die Geschichte hineingefunden. Man kann dieses Buch also auch ohne „Vorkenntnisse“ sehr gut lesen. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass sich die anderen Bücher ebenfalls zu lesen lohnen.
In dem Buch geht es im Wesentlichen um den Neuanfang von Lukas und Madleine. Weg vom Hof von Lukas Eltern, zu einem eigenen Hof in der Schwäbischen Alb. Raus aus einem toxischen Umfeld, in die Freiheit mitten im Wald. Vor Ort erwartet sie ein renovierungsbedürftiges Anwesen mit viel Potenzial, aber ebenso vielen Herausforderungen: Haus, Stallungen, Weiden und ein verwilderter Garten müssen nach und nach gestaltet und nutzbar gemacht werden. Entsprechend stehen Ausbau, Umbauarbeiten und die vielen praktischen Herausforderungen der Tierhaltung im Vordergrund.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Fast hat man das Gefühl mit am Küchentisch zu sitzen und das alles erzählt zu bekommen. Madleine teilt in ihrem Buch viele kleine Alltagsmomente. Ich finde es sehr beeindruckend, mit welcher Offenheit sie Einblicke aus ihrem Leben teilt. Zusätzlich verstärken Bilder und Videos auf ihrer Instagram-Seite noch einmal die Eindrücke und machen große Lust, selbst einmal den Hof zu besuchen und die „Wald-WG“ kennenzulernen. Generell fällt dieses Buch eher in die Kategorie „Wohlffühlbuch“ und ist trotz wenig Spannung interessant genug, um weiterzulesen und bietet eine kleine Auszeit vom Alltagsstress.
Etwas gestört hat mich die Erzählstruktur: Immer wieder werden Themen mit einem „später mehr dazu“ angeteasert, die dann nicht immer klar aufgegriffen oder deutlich weitergeführt werden. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl von Wiederholungen und war gelegentlich auch etwas verwirrt, mit einer chronologischeren Darstellung hätte ich mir persönlich leichter getan. Außerdem gibt es einige Floskeln und englische Begriffe, die die ein oder andere Person vielleicht als störend empfinget, auch wenn am Ende des Buches ein kleines Verzeichnis die entsprechenden Begriffe noch einmal erklärt.
Insgesamt ist es nicht unbedingt das, was ich zunächst erwartet hatte, aber das Lesen hat sich fast ein bisschen wie Urlaub angefühlt, insofern bin ich da auch gar nicht böse drum. Ich empfehle es besonders für Leser:innen, die sich für Landleben, Neuanfänge und persönliche Geschichten interessieren.