Platzhalter für Profilbild

Konfettiregen

Lesejury-Mitglied
offline

Konfettiregen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Konfettiregen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2026

Auszeit vom Alltag

Gekommen, um zu bleiben
0

Es handelt sich hier bereits um das dritte Buch der Autorin, in dem sie aus ihrem Leben erzählt. Für mich war es jedoch das erste, dass ich von ihr gelesen habe. Doch auch wenn ich die erwähnten Personen ...

Es handelt sich hier bereits um das dritte Buch der Autorin, in dem sie aus ihrem Leben erzählt. Für mich war es jedoch das erste, dass ich von ihr gelesen habe. Doch auch wenn ich die erwähnten Personen und Umstände zu Beginn des Buches nicht kannte, hab ich sehr schnell in die Geschichte hineingefunden. Man kann dieses Buch also auch ohne „Vorkenntnisse“ sehr gut lesen. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass sich die anderen Bücher ebenfalls zu lesen lohnen.

In dem Buch geht es im Wesentlichen um den Neuanfang von Lukas und Madleine. Weg vom Hof von Lukas Eltern, zu einem eigenen Hof in der Schwäbischen Alb. Raus aus einem toxischen Umfeld, in die Freiheit mitten im Wald. Vor Ort erwartet sie ein renovierungsbedürftiges Anwesen mit viel Potenzial, aber ebenso vielen Herausforderungen: Haus, Stallungen, Weiden und ein verwilderter Garten müssen nach und nach gestaltet und nutzbar gemacht werden. Entsprechend stehen Ausbau, Umbauarbeiten und die vielen praktischen Herausforderungen der Tierhaltung im Vordergrund.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Fast hat man das Gefühl mit am Küchentisch zu sitzen und das alles erzählt zu bekommen. Madleine teilt in ihrem Buch viele kleine Alltagsmomente. Ich finde es sehr beeindruckend, mit welcher Offenheit sie Einblicke aus ihrem Leben teilt. Zusätzlich verstärken Bilder und Videos auf ihrer Instagram-Seite noch einmal die Eindrücke und machen große Lust, selbst einmal den Hof zu besuchen und die „Wald-WG“ kennenzulernen. Generell fällt dieses Buch eher in die Kategorie „Wohlffühlbuch“ und ist trotz wenig Spannung interessant genug, um weiterzulesen und bietet eine kleine Auszeit vom Alltagsstress.

Etwas gestört hat mich die Erzählstruktur: Immer wieder werden Themen mit einem „später mehr dazu“ angeteasert, die dann nicht immer klar aufgegriffen oder deutlich weitergeführt werden. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl von Wiederholungen und war gelegentlich auch etwas verwirrt, mit einer chronologischeren Darstellung hätte ich mir persönlich leichter getan. Außerdem gibt es einige Floskeln und englische Begriffe, die die ein oder andere Person vielleicht als störend empfinget, auch wenn am Ende des Buches ein kleines Verzeichnis die entsprechenden Begriffe noch einmal erklärt.

Insgesamt ist es nicht unbedingt das, was ich zunächst erwartet hatte, aber das Lesen hat sich fast ein bisschen wie Urlaub angefühlt, insofern bin ich da auch gar nicht böse drum. Ich empfehle es besonders für Leser:innen, die sich für Landleben, Neuanfänge und persönliche Geschichten interessieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2026

Ein Blick auf die Zukunft?

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
0

Mir persönlich fiel der Einstieg in das Buch wahnsinnig schwer. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und es gibt zahlreiche Personen und Schauplätze. Marc Elsberg hat seinen ganz eigenen Schreibstil, an ...

Mir persönlich fiel der Einstieg in das Buch wahnsinnig schwer. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und es gibt zahlreiche Personen und Schauplätze. Marc Elsberg hat seinen ganz eigenen Schreibstil, an den man sich vielleicht erst etwas gewöhnen muss. Prinzipiell spielt Eden in der gleichen Welt wie sein Vorgänger Blackout, aber beide Bücher sind vollkommen unabhängig voneinander lesbar.

Nach einer Weile fiel es mir deutlich leichter, in die Handlung einzusteigen. Die Spannung steigt und Ereignisse, Personen und Handlungsorte vernetzen sich, sodass ein globales Bild entsteht. Allgemein wirkt die Geschichte recht plausibel, teilweise beängstigend nah an unserer politischen und gesellschaftlichen Realität.

Die Figuren bleiben mir jedoch zu oberflächlich: Sie wirken flach, haben wenig emotionale Tiefe und sind schwer greifbar, sodass sich keine echte Beziehung zu ihnen entwickelt. Die Figurenentwicklung empfinde ich teilweise als unrealistisch, was vermutlich daran liegt, dass die Charaktere zu wenig vertieft dargestellt werden. Auch die Idee einer kleinen Heldentruppe auf Weltrettungskurs wirkt auf mich idealistisch, aber kaum realistisch.

Den Schreibstil und im besonderen die Dialoge fand ich persönlich zu knapp gehalten und habe sie auch im Vergleich zu realen Gesprächen als sehr anders und ungewohnt empfunden.

Insgesamt ist das Buch inhaltlich spannend und emotional beunruhigend. Die Gesellschaft und Politik sind realistisch dargestellt. Elsberg Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kann sich nach einer Weile gut hineinfinden.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Szenario reine Fiktion bleibt, denn so unrealistisch wirkt das alles leider nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2026

Düstere Atmosphäre

In the Shadows we wait
0

Der Titel und das Cover sind mir sofort ins Auge gefallen und auch die Grundidee hat mir gut gefallen. Gefreut habe ich mich auf eine düstere Vampirgeschichte mit rumänischem Schauplatz und alten Mythen. ...

Der Titel und das Cover sind mir sofort ins Auge gefallen und auch die Grundidee hat mir gut gefallen. Gefreut habe ich mich auf eine düstere Vampirgeschichte mit rumänischem Schauplatz und alten Mythen.

Xara hat das Gefühl, ihr Leben ist auf den Kopf gestellt. Nicht nur erfährt sie, dass sie adoptiert wurde, es scheint auch keine Hinweise auf ihre biologischen Eltern zu geben. Das einzige was sie findet ist der Hinweis auf ihren Geburtsort, gelegen in einem rumänischen Dorf. Gepaart mit beunruhigenden Albträumen beschließt sie, diesen Ort zu besuchen, in der Hoffnung, mehr über sich herauszufinden. Hier stößt sie recht schnell auf alte Legenden der Stadtgeschichte und sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob sie eine Reinkarnation einer dieser Figuren ist.

Der Autorin gelingt es, düstere Atmosphäre einzufangen, wodurch man sich gut ein Bild der einzelnen Handlungsorte machen kann. Auch ist der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen. Dabei wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann. Nach einem intensiven Einstieg hat die Handlung für mich stellenweise etwas an Spannung verloren und plätschert eher vor sich hin, während andere Übergänge etwas sprunghaft wirken.

Zu den einzelnen Charakteren bleiben bei mir viele Fragen offen. So fehlt mir häufig die Tiefe. Gefühlt verkörpert jede Figur vor allem einen Charakterzug, während andere wenig angesprochen werden. Xara zum Beispiel wirkt auf mich recht passiv in der Geschichte, mehr wie eine Spielfigur. Sie verhält sich seit ihrer Ankunft in Rumänien sehr naiv und lässt im weiteren Verlauf der Geschichte zentrale Entscheidungen über sich ergehen ohne großartig auf Abwehr zu gehen. Ich hätte mir hier eine etwas kritischere Betrachtung ihrer fehlenden Selbstschutzmechanismen gewünscht. So hätte vielleicht auch die Dreiecksbeziehung mit Dorian und Juraj etwas mehr Tiefe und Lebendigkeit bekommen. Stattdessen lässt sie sich insbesondere von Dorian ausnutzen und manipulieren, der in Xara die Reinkarnation von seiner Frau Ksaryna sieht und sich durch nichts von seinen Ansichten abbringen lässt. Sein Diener Juraj hingegen wirkt auf mich etwas greifbarer und menschlicher.

Dennoch habe ich einige schöne Lesestunden mit dem Buch verbracht und wer auf der Suche nach einem atmosphärischen Vampir-Roman ist und darüber nicht zu viel nachdenkt, ist hier mit Sicherheit ganz gut beraten. Ich für meinen Teil hoffe, dass wir Xara im zweiten Band als stärkere und aktivere Figur kennenlernen können und offene Fragen beantwortet werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2025

Was macht das Leben aus? Familie-Freundschaft-Liebe

Wenn unsere Welt kippt
0

In dem Buch erleben wir die Geschichte der Geschwister Wynton, Miles und Dizzy. Diese drei sind auf ihre eigene Art einzigartig und außergewöhnlich. Jeder von ihnen hat mit seinen eigenen Problemen zu ...

In dem Buch erleben wir die Geschichte der Geschwister Wynton, Miles und Dizzy. Diese drei sind auf ihre eigene Art einzigartig und außergewöhnlich. Jeder von ihnen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen, doch jeder von ihnen scheint sich auch ein Stück weit zu verändern, nach der Begegnung eines Mädchens mit regenbogenfarbenen Haaren und Tattoos.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der vier Kinder erzählt, unterbrochen durch eingeschobene Briefe oder Geschichten.
Der Schreibstil ist dabei sehr poetisch und bildreich, was für mich sehr ungewohnt war. So ist mir persönlich auch der Einstieg sehr schwer gefallen und ich habe für die ersten etwa 200 Seiten außergewöhnlich lange gebraucht und war zwischendurch auch kurz davor das Buch abzubrechen. Mir ist es nicht gelungen, zu den einzelnen Charakteren einen emotionalen Bezug aufzubauen, aber ich konnte sie im Laufe der Geschichte besser kennen lernen und auch ein Stück weit verstehen. Die Message des Buches habe ich erst gegen Ende einordnen können. Ein Ende, dass mir einerseits zu kitschig und andererseits dann doch nicht kitschig genug war, weil ein paar Punkte für mich offen geblieben sind.

Was mir gut gefallen hat waren die side facts, die immer wieder in der Geschichte aufgetaucht sind, Beschreibungen von Insekten und außergewöhnlichen Wörtern mit ihrer Definition.

Die Geschichte mit ihren Charakteren hat auf jeden Fall Potential, dass sie leider in meinen Augen nicht ausgeschöpft hat. Vielleicht hätte es mir geholfen, mit einem anderen Mindset an die Geschichte zu gehen und mehr mit Fantasie und Kreativität zu lesen, als mit meinem Kopf und die Geschichte anders wahrzunehmen.

Mein Fazit: man muss sich etwas durchkämpfen, aber wenn man sich darauf einlassen kann und innovative literarische Sprache mag, ist es eine schöne bis vielleicht sogar großartige Geschichte und kann viele interessante Impuls liefern.

Veröffentlicht am 10.11.2025

So geht Spannung!

Garden Girls
0

Tiberius ist Ermittler beim FBI, spezialisiert auf ist er dabei auf Verbrechen mit religiösem Hintergrund. Aufgewachsen in einer Sekte ist er bereits mit einigen Dingen vertraut, doch diesmal scheint es ...

Tiberius ist Ermittler beim FBI, spezialisiert auf ist er dabei auf Verbrechen mit religiösem Hintergrund. Aufgewachsen in einer Sekte ist er bereits mit einigen Dingen vertraut, doch diesmal scheint es der Mörder auf ihn persönlich abgesehen zu haben. Ein Mörder, der Frauen mit Blumennamen entsprechende florale Symbole tätowiert und sie mit einer Nachricht an Tiberius vor Leuchttürmen ablegt.

Das Buch umfasst ein interessantes Setting und hat mich direkt neugierig gemacht, doch leider war gerade der Einstieg sehr verwirrend. Denn es handelt sich hier um den dritten Teil einer Reihe, der allerdings bisher als einziger auf Deutsch erschienen ist. Zwar lässt sich das Buch auch unabhängig lesen und verstehen, aber es wird deutlich schwieriger sich in der Dynamik der unterschiedlichen Personen zurechtzufinden und die ganzen Namen zuzuordnen. Mir persönlich haben hier oft Hintergründe gefehlt, um eine stärkere Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.
Im Mittelteil wurde es dann jedoch richtig spannend und ich konnte das Buch kaum weglegen. Umso seltsamer fand ich dann allerdings das Ende, dass für mich nicht so richtig verständlich und sehr unerwartet war.

Nachdem ich nach anfänglichen Startschwierigkeiten ganz gut im Buch angekommen bin, konnte ich das Buch flüssig durchlesen. Bei den Figuren hat mir etwas der Zugang gefehlt, damit sie für mich authentisch wären. Es war mir zwar per se niemand unsympathisch, aber ich hab das Geschehen auch nur sehr distanziert wahrnehmen und beobachten können.

Auch wenn das Buch für mich ein paar Schwächen hat, hat mich die Geschichte auch sehr gefesselt. Die Autorin weiß absolut, wie man Spannung erzeugt. Ich glaube es könnte leichter und nochmal ein Stückweit interessanter sein, wenn man die ersten beiden Bände davor liest.

Ich für meinen Teil hatte viel Freude mit diesem Buch und empfehle es gerne weiter. Es ist auch für Krimi-Einsteiger eine gute Basis und ein wunderbar spannendes buch für eine gemütliche Leseauszeit.