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Veröffentlicht am 19.06.2022

Tief Ausatmen für die Reise ins Ich

Eine Reise in dein Ich
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Tief Ausatmen, bis es brennt und man die Luft nicht mehr anhalten kann. In dieser Fähigkeit liegt der Schlüssel zur Selbsthypnose. Zugegeben, die Anleitungen zu den Übungen sind etwas komplex und müssen ...

Tief Ausatmen, bis es brennt und man die Luft nicht mehr anhalten kann. In dieser Fähigkeit liegt der Schlüssel zur Selbsthypnose. Zugegeben, die Anleitungen zu den Übungen sind etwas komplex und müssen erst mehrfach in kleinen Schritten durchgespielt werden, um sie zu verinnerlichen. Doch Yasin Dündar hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Wissen über Hypnose zu teilen und in seinem neuesten Buch „Eine Reise in Dein Ich“ eine Art Handbuch zur Selbsttherapie zu verfassen. Der Weg dorthin ist interessant, aufschlussreich und gar nicht mal so leicht umzusetzen, wie beschrieben.

„Eine Reise in Dein ich“ von Yasin Dündar ist am 27.05.2022 bei Lübbe Life erschienen und weckt durch den Buchtitel und den Klappentext direkt große Erwartungen.
Negative Glaubenssätze, die wir seit unserer Kindheit mit uns herumtragen, sollen wir nach der Lektüre verändern können. Krankheiten, die durch diese Kindheitstraumata ausgelöst wurden, wie Schlafstörungen, Panikattacken, Allergien, Fettleibigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten sollen nach der Selbsttherapie wie von alleine verschwinden. Ein großer Satz beendet den Klappentext: „Selbsthypnose um Süchte, Stress oder Blockaden zu lösen“.
Das Thema Hypnose hat mich schon immer fasziniert und interessiert. Da man selten bis nie einem Hypnotiseur begegnet, konnte ich bisher keine direkten Erfahrungen mit dem Thema machen. Bekannt und als durchaus angenehm empfunden sind kleine Meditationen und Körperreisen im Zusammenhang mit Yoga. Ich bin durchaus offen und gespannt an die Lektüre herangegangen, gerade auch weil mich der Klappentext irgendwie gepackt hat.
Herr Dündar erzählt viel aus seinem Leben als Hypnotiseur. Der Leser erfährt etwas von seinem Weg zur Hypnose und seinem Aufstieg zu dem bekanntesten Hypnotiseur Deutschlands. Zum Einstieg gibt es auch eine kleine Übung für Anfänger. Ein bisschen plaudert der Meister in diesem Zusammenhang aus dem Nähkästchen und erklärt psychologische Tricks, die bei der Übung das Ergebnis beeinflussen. Das macht mich zunächst etwas skeptisch, denn anscheinend arbeitet man hier mit Hilfe der Trickkiste. Ich hatte mich doch auf ernsthafte Hypnose eingestellt.
Weiter geht es mit verschiedenen Fallbeispielen. Nicht bei allen Beispielen handelt es sich um Therapien, sondern zum Teil kommt es mir als Leser so vor, als würde es sich um eine Inszenierung des berühmten Mr. Yasin handeln, ein bisschen Werbung am Rande für seine Show und seine YouTube Videos. Dennoch haben einige Beispiele wirklich beeindruckende Hintergrundgeschichten und der schnelle Erfolg, der sich offensichtlich bei diesen „Patienten“ eingestellt hat, klingt vielversprechend. Die Übungen zur Selbstanwendung allerdings, erfordern viel Zeit und Ruhe. Ich gebe zu, als Mutter von 2 Kleinkindern, dazu berufstätig kann ich gar keine endgültige Meinung zu den Übungen abgeben. Ich finde so gut wie nie die nötige Ruhe, die für die Übungen gefordert wird. Ich habe mich mal an die beschriebene Atemtechnik herangewagt. Die ist nämlich laut Herrn Dündar der Schlüssel den man drehen muss, um am Unterbewussten zu schrauben. Die Atemtechnik ist nicht leicht durchzuführen, die 60 Sekunden Luftanhalten nach völliger Entleerung der Lunge, sind für mich völlig unmöglich. Das muss ich erst noch übern, bevor ich mich an die weiteren Schritte heranwage. In diesem Zustand genug Konzentration aufzubringen um mein Unterbewusstsein zu triggern, ist bisher völlig unmöglich. Ich hoffe ich werde in näherer Zukunft die Zeit und Ruhe dazu finden, die Übungen gewissenhaft auszuführen. Denn die Theorie klingt zu schön um wahr zu sein. Was dran ist, kann ich also im Rahmen dieser Rezension leider gar nicht beurteilen. Dennoch klingen viele Schritte, die beschrieben werden plausibel und die Mantras, die man dem Unterbewussten füttern soll ergeben für mich auf dem Weg zur Selbsthypnose als Selbsttherapie durchaus Sinn. Außerdem ist es eine interessante Lektüre, wenn man einen Blick in die Welt von Yasin Dündar bekommen möchte.

Insgesamt hat mich das Buch nur halbwegs überzeugt. Yasin Dündar versteht es sich zu inszenieren und ein Interesse für seine Arbeit zu wecken. Die gewählten Fallbeispiele, sofern sie therapeutische Zwecke hatten, klingen durchaus vielversprechend, wenn man sich durch die Hypnose positive Veränderungen an der eigenen Person wünscht. Ob sich Schlafstörungen, Ängste, Fettleibigkeit oder sogar Allergien durch die beschriebenen Übungen tatsächlich heilen lassen, bleibt für mich auch nach der Lektüre fraglich(wobei mir zu diesem Urteil wie beschrieben die nötige Umsetzung der Übungen fehlt). Ich habe danach vielmehr Lust bekommen eine Therapie bei Mr. Yasin persönlich zu buchen. Aber eigentlich ist das nicht das was der Klappentext versprochen hat…

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Veröffentlicht am 02.04.2021

Erst kam Juli und dann ein sehr eigensinniger Paul

Und dann kam Juli
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Eines Tages steht da plötzlich ein Pferd im Garten von Paul und seinen Eltern. Das Pferd ist groß, hat einen Hang zu ungewollt zerstörerischem Verhalten und wird auf Anhieb von allen geliebt. Von allen? ...

Eines Tages steht da plötzlich ein Pferd im Garten von Paul und seinen Eltern. Das Pferd ist groß, hat einen Hang zu ungewollt zerstörerischem Verhalten und wird auf Anhieb von allen geliebt. Von allen? Nein. Von allen mit Ausnahme von Paul. Denn für Paul stellt Juli ein Problem dar: sie ist kein Hund und benimmt sich auch nicht wie einer…
Das Buch „Und dann kam Juli“ von Petra Eimer, erschienen am 26. Februar im Baumhaus Verlag, erzählt die Geschichte von Juli. Juli ist ein Pferd, das von einem Tag auf den anderen in das Leben des heranwachsenden Pauls tritt, der mit dieser Situation so gar nicht umgehen kann, weil Juli mit Ihrer Beliebtheit und ihrem Verhalten nicht nur seinen Alltag durcheinander bringt, sondern er gleich seine ganzen Normen, Werte und Wünsche überdenken muss.
Petra Eimer ist zugleich Autorin und Illustratorin und erweckt im Anhang den Eindruck mit „Und dann kam Juli“ ihre ganz persönliche Geschichte erzählt zu haben.

Gleich zu Beginn lernen wir den 11jährigen Paul kennen, dessen Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wird, weil ein unbekanntes Pferd in seinem Garten steht und diesen voll und ganz in Beschlag nimmt. Und nicht nur das. Juli, benannt nach dem Monat ihres Erscheinens, gewinnt in kürzester Zeit die Herzen von Pauls Eltern, des Nachbarmädchens Anna, und zu Pauls Leidwesen aller 11 bis 13 jährigen Mädchens der Umgebung; und schließlich auch das seines besten Freundes Max. Nur Paul findet Juli so gar nicht liebenswert. Er hätte viel lieber einen Hund gehabt. Und nicht nur das: Juli zerstört so ziemlich alles, was Paul lieb und teuer ist, inklusive seiner Abneigung gegen Mädchen. Denn im Laufe der Geschichte muss er feststellen, dass das Nachbarmädchen Anna trotz ihrer Eigenschaft „Mädchen“ durchaus als Freund und Kumpel taugt. Und schlussendlich muss er auch seine Meinung Juli gegenüber revidieren. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, der eigentlich hauptsächlich aus Plänen und Strategien besteht, Juli loszuwerden….

Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet und nehmen im Buch genug Raum ein. Petra Eimer hat einen Erzählstil, der das Publikum 8-11 jähriger ansprechen soll und aus diesem Grund an vielen Stellen recht einfach und stellenweise lax und „cool“ gehalten ist. Zeitweise klingt es für mich nicht so authentisch, aber ich kann eventuell die Jugendsprache (noch) nicht so genau beurteilen und möchte diesen Punkt nicht in meine Bewertung einfließen lassen. Der jugendliche Sprachstil wird untermauert von comichaften Schreibstilpassagen, die Ausdrücke und Emotionen auf diese Weise visuell untermauern. Das sieht auf den ersten Blick ganz schick aus, hat mich aber im Laufe des Lesens zum Teil überreizt und gestört. Aber auch da möchte ich nicht ausschließen, dass es bei der Zielgruppe gut ankommt. Was jedoch mitunter sehr anstrengend war, war die fast durchweg negative Haltung von Paul, die für mich über so lange Zeit nicht nachvollziehbar war. Es mag sein, dass 11jährige Jungen recht egoistisch sind und nicht gerne ihre Alleinstellung in der Familie verlieren, aber seine negative Grundhaltung, die von Zeit zu Zeit sogar ins boshafte überging und sein Selbstmitleid über mehr als 75% der Handlung haben mich nicht überzeugt und das Lesen doch über eine längere Strecke stark erschwert. Ich habe mir lange eine Wendung herbeigesehnt, aber diese ist leider auch über ein Dreiviertel der Geschichte nicht in Sicht. Dann plötzlich, kurz und unvorhergesehen ändert sich alles und bei Paul ist plötzlich der Groschen gefallen und er möchte sein Leben nicht mehr ohne Juli verbringen. Dieser Wendepunkt entsteht im Stillen, fern jeglicher Charakterentwicklung, so dass es mich gelangweilt hat. Selbstreflexion und Rücksprachen mit den Eltern und Freunden hätten meiner Meinung nach dem Buch mehr Tiefe verliehen, die für 8jährige durchaus auch pädagogisch sinnvoll gewesen wäre. Auch der Plot hätte im Hinblick auf Spannung und Logik davon profitiert.

Abgesehen von den schönen und zahlreichen Illustrationen und kleinen Randgeschichten war ich von „Und dann kam Juli“ recht enttäuscht. Die Charaktere und der Inhalt konnten mich nicht überzeugen, auch wenn die Idee der Geschichte nett ist. Es fehlte leider an Aufbau, Tiefe und Vorankommen der Handlung.


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Veröffentlicht am 10.05.2020

Von krankhaft gesund zu gesundem Genuss. Ein Diätbuch auf Augenhöhe, das einen lehrt auch mal fünfe gerade sein zu lassen

Wellness Rebel. Diätbullshit erkennen und Essen wieder lieben lernen
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Pixie Turner rechnet ab mit Diättrends, Superfood und Gesundheitsbattles. Und das tut sie auf sehr symphatische und kluge Art und Weise.
Ihr Buch "Wellness Rebel. Diätbullshit erkennen und Essen wieder ...

Pixie Turner rechnet ab mit Diättrends, Superfood und Gesundheitsbattles. Und das tut sie auf sehr symphatische und kluge Art und Weise.
Ihr Buch "Wellness Rebel. Diätbullshit erkennen und Essen wieder lieben lernen", erschien bei Lübbe Life im April 2020. Turner ist ehemalige Foodbloggerin, die feststellen musste, dass sie an Orthorexie leidet, einer Essstörung, bei der die übermäßige Beschäftigung mit Lebensmitteln zu psychischen Problemen führt.
Nachdem sie der Branche den Rücken gekehrt hat, lebt sie natürlicher und lebensfroher als zuvor und hat ihr Verhältnis zum Essen für sich optimiert. Ihre Erkenntnisse teilt sie mit den Lesern ihres Buches.

Pixie Turner steigt gleich zu Beginn ein mit ihrem Werdegang als Foodbloggerin und gewährt dem Leser Einblick in den Sog der Gesundheitsfanatiker, denen sie begegnete und die sie selbst zu einem machten.
Nach bedenklich verändertem Essverhalten und einem ungesunden Verhältnis zu dem was einen eigentlich am Leben hält, muss sie sich nach einiger Zeit eingestehen, dass sie unter Orthorexie leidet. Doch in dieser Erkenntnis steckt für Turner eine Chance. Sie erkennt nach und nach die Fallstricke der Foodblogger- und Gesundheitstrendbewegung und erkämpft sich ein neues, ungezwungenes Essverhalten.

In "Wellness Rebel" nimmt Pixie Turner einen mit auf eine Reise durch angesagte Food- und Diättrends und klärt darüber auf, was wirklich dahintersteckt.
Nach einer biochemischen Einführung zum Thema Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß legt sie los und enttarnt einen Diätmythos nach dem anderen. Sie erklärt den Irrsinn mancher Foodbewegungen und stellt wieder den Genuss in den Vordergrund. Und der kann durchaus gesund sein, wie ihr Buch beweist. Nur eben nicht krankhaft gesund, wie sie es jahrelang geglaubt und propagiert hat.

Die Kapitel Gluten, Detox, Fette, Superfoods, Basen, Rohkost und Zucker befassen sich alle zunächst mit der aufgestellten These der jeweiligen Diättrends. Pixie erläutert den Hintergrund und die fehlerhaften Annahmen und schickt direkt Rezepte hinterher, die nicht nur superlecker aussehen, sondern auch genau so lecker sind und dabei viele gesunde Elemente enthalten. Aber eben auch die eine oder andere Zutat, die nicht auf der Hitliste der "Gesundmacher" stehen. Weil sie eben lecker sind und hervorragend zu den gesunden anderen Zutaten passen. Denn Essen soll nun mal auch Genuss sein. Die Fotos zu den Rezepten sind optisch ansprechend und regen einen sofort zum Nachkochen an. Am Ende gibt Pixie einem noch einen Wegweiser in die Hand, nach dem man ganz individuell seinen Weg finden kann, ein Essverhalten im Einklang mit Gesundheit und Genuss zu entwickeln.

"Welness Rebel" ist ein aufschlussreiches Buch, das Diätmythen enttarnt, geschrieben von einer Autorin, die ihren Lesern auf Augenhöhe beibringt, wie man gesundes Essen mit Genuss verknüpfen und zu diesem Zweck eben auch mal fünfe gerade sein lassen kann.

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Ein Ernährungskonzept, das nur sehr schwer umzusetzen ist

How Not to Diet
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Freut man sich im Voraus im Sinne des Titels auf ein Ernährungskonzept das einen gesund und dauerhaft abnehmen lässt, so bleibt man nach der Lektüre demütig zurück, da einem klar wird, dass man das geforderte ...

Freut man sich im Voraus im Sinne des Titels auf ein Ernährungskonzept das einen gesund und dauerhaft abnehmen lässt, so bleibt man nach der Lektüre demütig zurück, da einem klar wird, dass man das geforderte Konzept niemals ein Leben lang durchhalten wird.

Das Buch "How not to diet" von Dr. Michael Greger erschien Ende April 2020 im Bastei Lübbe Verlag. Greger ist ein in Amerika praktizierender Ernährungswissenschaftler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat ohne kommerziellen Hintergrund der breiten Masse den Nachteil industrieller Ernährung zu vermitteln und Ihnen so die Möglichkeit zu geben, bewusst selbst zu entscheiden inwieweit sie sich im wahrsten Sinne des Wortes krank isst.
Über Amerikas Grenzen hinweg bekannt geworden ist Dr. Greger mit seinem Bestseller "How not to die", in dem er den Einfluss von falscher Ernährung auf die Gesundheit und die Lebenserwartung bereits detailliert schildert. "How not to diet" besticht erneut durch seinen großen Umfang. Das Werk liegt schwer in der Hand und lässt bereits vor der Lektüre umfassende Informationen vermuten.

Der Titel "How not to diet" trifft den Inhalt des Buches nicht so ganz. Das Buch ist in fünf Abschnitte geteilt, von denen sich der erste mit den Gewichtsproblemen breiter Bevölkerungsgruppen auseinandersetzt und klassische kommerzielle Diätkonzepte, medikamentöse Versuche und operative Eingriffe erläutert, die bisher verzweifelte Übergewichtige wohl mehr Geld und Gesundheit gekostet haben, anstatt dauerhaft erfolgreich zu sein.
In Abschnitt 2 steigt der Verfasser bereits ein in die Thematik und erklärt die positiven Effekte vollwertiger, pflanzenbasierter und unbearbeiteter Kost. Er geht dabei stark ins Detail und zieht jede Menge Studien zur Erläuterung hinzu. Diese Vorgehensweise zieht sich durch das gesamte Buch. In sehr ermüdendender Art und Weise. Schon im zweiten Abschnitt wird klar: dieses Buch liest sich nicht mal eben weg. An manchen Stellen taucht man tiefer in die Materie ein, als man vielleicht gewillt ist. Die zahlreich angeführten Studien wiederholen sich im Kern häufig, manchmal entdeckt man im Laufe des Buches Widersprüche, die den Leser nach der Lektüre etwas verwirrt zurück lassen.
In Abschnitt 3 gibt Greger eine erneute Zusammenfassung von Abschnitt 2 und zieht ein Fazit aus den in Abschnitt 3 erlernten Grundlagen.
So genannte Abnehmbooster werden in Abschnitt 4 versprochen. Und da gibt es schon das eine oder andere Kapitel, das anhand der drastisch beschriebenen Maßnahmen enttäuscht. Spätestens hier wird dem Leser klar, dass die versprochene Alternative zu Diäten, eben kein unbedingt leicht durchzuführendes Ernährungskonzept ist, sondern doch ein stark einschränkendes Lebensmodell, in dem sich tagtäglich die gesamte Tagesplanung auf die Ernährung, das Körpergewicht und den Kalorienverbrauch konzentriert. Manche Vorschläge sind sogar mit gesundheitlichen Warnungen versehen und erfordern zuvorige, ärztliche Abklärung.
In Abschnitt 5 werden die Ratschläge aus Abschnitt 4 und die Abnehmbooster aus Abschnitt 5 in eine 21 stellige Checkliste übertragen, die dem Leser die Umsetzung vereinfachen soll.

Ich habe mich im Vorfeld auf das Buch gefreut und mir viel davon versprochen. Leider wurde ich in mehrfacher Hinsicht enttäuscht, auch wenn ich dem Buch auch viele Aspekte zu Gute halten muss.
Direkt zu Beginn des zweiten Abschnitts habe ich viel gelernt, auch viel über meine eigenen Ernährungsfehler. Das Buch hat mich stark motiviert, etwas an meiner Ernährung zu ändern und ich habe bereits während der Lektüre viel umgestellt und damit auch schon abgenommen. Ich habe meinen Fleischkonsum auf ein Minimum reduziert, was nicht nur meiner Gesundheit gut tut. Aber: das vorgeschlagene Ernährungskonzept soll schließlich keine Diät sein. Jedoch gestaltet es sich im Alltag sehr schwer. Einladungen von Freunden zu folgen könnte sich in vielen Fällen als denkbar schwierig erweisen. Kindern eine Ernährung zu vermitteln, die sie auch in Kita oder Schule umsetzen können erscheint mir unmöglich. Auch Geschäftsessen oder Geschäftsreisen werden nicht so einfach mit diesem Konzept zu bewältigen sein. In vielen Bereichen muss man sich derart kasteien, dass man in absehbarer Zeit doch einknicken wird. Biologische Umkehrschlüsse, die Greger in Eigenregie zieht, sind nicht endgültig durchdacht. An manchen Stellen widerspricht er sich. Und zu guter Letzt ermutigt er zu gesundheitlich fragwürdigen Methoden (bei 6 % Neigung mit den Füßen bergauf schlafen) und kalorischen Richtwerten (1200 kcal Tagesbedarf für Frauen und 1500 kcal für Männer), die weder gesundheitlich vertretbar sind, noch von dem Konzept einer Diät im klassischen Sinne abweichen. Das bedeutet abschließend: Thema verfehlt.
Nichtsdestotrotz lernt man sehr viel über die Abläufe im Körper, von der guten Wirkung der richtigen Lebensmittel auf Stoffwechsel, Mikrobiom, Gesundheit und Organe, und eben von der schlechten Wirkweise industriell verarbeiteter Lebensmittel. Auch die Arbeitsweise der Lebensmittelindustrie und die enge Zusammenarbeit mit Laboren zu Werbezwecken sind sehr aufschlussreich.

Ich kann das Buch Lesern empfehlen, die sich gerne intensiv mit ihrer Ernährung beschäftigen, den Fokus auf möglichst unverarbeitete pflanzliche Kost legen und sich mit der Wirkweise verschiedener Lebensmittel auf den Organismus beschäftigen möchten. Menschen die auf der Suche nach einem dauerhaften Abnehmkonzept ohne drastische Maßnahmen oder zu viele starke Einschränkungen sind, möchte ich im Vorfeld die Illusion nehmen mit Dr. Gregers "How not to diet" fündig zu werden.




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Veröffentlicht am 03.04.2020

Max und Mux und der Riesenwunschpilz—Abenteuer im Fabelwald mit Wimmelbucheffekt

Max und Mux und der Riesenwunschpilz
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"Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ ist ein Kinderbuch des Kommunikationsdesigners Sven Maria Schröder, der nicht nur Autor des Buches ist sondern zeitgleich auch der Illustrator. Erschienen ist das ...

"Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ ist ein Kinderbuch des Kommunikationsdesigners Sven Maria Schröder, der nicht nur Autor des Buches ist sondern zeitgleich auch der Illustrator. Erschienen ist das Werk im Februar 2020 im Boje Verlag.

Max und Mux wohnen in einem Fabelwald und sind... ja was sind sie eigentlich. Elfen? Kobolde? Das sei der Phantasie des Lesers überlassen. Auf jeden Fall sind sie die besten Freunde. Max ist der mutigere der beiden, der voller Tatendrang steckt. Dafür ist Mux der Kopf des Duos, der als Buchliebhaber die Tiere des Waldes unterhält. Als Max eines Tages ein geheimnisvolles Pilzbuch findet, beginnt für die beiden ein Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden. Zusammen mit ihren tierischen Begleitern Hansi dem Hund und Erika dem Eichhörnchen ziehen sie los um hinter das Geheimnis des blauen Wunschpilzes zu kommen. Ihre Suche ist geprägt von Begegnungen mit außergewöhnlichen Lebewesen und endet ganz anders, als sich die beiden vorgestellt hatten.

Die Idee der Geschichte finde ich originell und nett umgesetzt. Die beiden Hauptcharaktere und ihre tierischen Begleiter wachsen einem schnell ans Herz. Dabei nehmen die Bilder in dem Buch ganz viel Raum ein. Mit Liebe zum Detail hat der Autor auf jede Seite nochmal eine ganz eigene Geschichte gepackt. Das führt dazu, dass man zusammen mit den Kindern immer wieder Neues entdecken kann. Ob es die Hamsterfamilie ist, die einen Fahrradausflug in der unteren Bildecke unternimmt, oder die Mäusefamilie, die von Max und Mux auf ihrer Suche nach der großen Pilzwiese beim Fernsehen gestört wird. Dies gibt dem Buch unglaublich viel mit. Und das, obwohl die Geschichte selbst schon liebevoll ausgedacht und erzählt ist.
Sprachlich ist das Buch dem Lesealter von 4 Jahren + angemessen. Manche Spannungsbögen sind meiner Meinung nach etwas flach- die Problemlösung erfolgt häufig etwas zu schnell und reibungslos. Dafür hält das Ende eine ganz besondere Überraschung bereit, die auch noch die Möglichkeit für eine Fortsetzung offen lässt.

Insgesamt fand ich Max und Mux unterhaltsam, voll netter Ideen und für Vierjährige eine gelungene Bettlektüre. Besonders der Wimmelbucheffekt der Illustrationen steigert das Lesevergnügen und lässt kleine wie große Leser voll in die Kulisse einsteigen. Die Geschichte ist sprachlich und inhaltlich altersgerecht und bietet alles, was ein Kinderabenteuerbuch ausmacht.

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