Profilbild von LaCalaveraCatrina

LaCalaveraCatrina

Lesejury Star
offline

LaCalaveraCatrina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LaCalaveraCatrina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2023

Bunt, actionreich und voller verrückter Ideen

Die schreckliche Adele und die Galaxie der Bizarren
0

Adele erobert nun auch das Universum. Der "Die schrecklichen Adele"-Reihe wird mit diesem Hardcover ein echtes Schmuckstück hinzugefügt. Knallbunt ist das Cover und besitzt eingeprägte Silbersterne und ...

Adele erobert nun auch das Universum. Der "Die schrecklichen Adele"-Reihe wird mit diesem Hardcover ein echtes Schmuckstück hinzugefügt. Knallbunt ist das Cover und besitzt eingeprägte Silbersterne und einen dazu passenden Farbschnitt. Optisch schon mal ein Highlight! Ist der Inhalt ebenso gelungen? Ein Traum wird jedenfalls wahr: Kinder regieren die Galaxis. Die Erwachsenen haben ihren eigenen Planeten. Heldin ist die schreckliche Adele, die sich der Mode-Imperatorin Jade und ihren finsteren Plänen in den Weg stellt. Es geht um die Freiheit aller Bizarren und Seltsamen und das schafft man natürlich nicht allein. Um hier durchzublicken, braucht man übrigens keine Vorkenntnisse. Man kann also auch mit diesem Buch starten und die schreckliche Adele als Weltallheldin kennenlernen.

Gewohnt schwarzhumorig überzeugt Adele als freche, überlaunige und mutige Widerstandskämpferin in Action, begleitet vom bekannten Ensemble. Ein farbenfroher und verrückter Comicspaß, der vor kreativen Einfällen nur so strotzt, mit einem Haufen Glitzer, Imperialer Lipgloss Bedrohung, vielen weiteren Star Wars Anspielungen und einer tollen Botschaft, die Adele praktisch vorlebt: Du bist super, wie du bist. Dieser Comic gefällt garantiert auch Erwachsenen. Für Kinder ganz besonders empfehlenswert, insbesondere die, die üblicherweise selten zu Büchern greifen. Ihr werdet euren galaktischen Spaß haben.

Veröffentlicht am 29.11.2023

Ermittlungen in der Seniorenresidenz

Florence Butterfield und die Nachtschwalbe
0

Im Fokus dieses Romans steht die 87-jährige Florence Butterfield. Im Verlauf erfährt man rückblickend einiges über ihr bewegtes Leben: ihre vielen Reisen, ihre Männer, ihre Leidenschaften, wie sie über ...

Im Fokus dieses Romans steht die 87-jährige Florence Butterfield. Im Verlauf erfährt man rückblickend einiges über ihr bewegtes Leben: ihre vielen Reisen, ihre Männer, ihre Leidenschaften, wie sie über sich selbst denkt, warum sie ihr linkes Bein verlor und ihre kleinen Geheimnisse. Florries Wesen ist heiter, ehrlich und zurückhaltend - man muss sie einfach mögen, so authentisch und warmherzig ist sie. Das war leider das einzige, was mich bei der Geschichte motiviert hat, weiterzulesen. Alles ist etwas ausschweifend und Florrie driftet oft mit ihren Gedanken in die Vergangenheit ab, aber sie möchte auch herausfinden, wer versucht hat, die Heimleiterin Renata Green zu töten. Ihre Mittel dafür sind begrenzt und so berufen sich diese auf die altmodische, analoge Art. So richtig spannend wird es aber nicht und das Ambiente der Seniorenresidenz Babbington Hall konnte mich auch nicht mitreißen. Obwohl Florence im Mittelpunkt steht, ist die Geschichte in der dritten Person geschrieben, konzentriert sich aber auf Florence Sichtweise. Die angenehm, achtsame Erzählweise ist einer alten Dame würdig und dabei heilsam unterhaltsam. In der zweiten Hälfte wird man zunehmend neugierig auf das Ende. Dieses ist zwar nachvollziehbar, aber plätschert ebenso vor sich hin.

Eher für Leser:innen, die eine beruhigende Lektüre suchen, sich an detaillierten Ausschweifungen nicht stören, und die keine aufwühlende Spannung suchen, aber Krimis und Geheimnisse mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2023

Spannend, wie ein Agententhriller

Der Spion und der Verräter
0


"Der Spion und der Verräter" hat mich total begeistert, denn die Geschichte um Oleg Antonowitsch Gordijewski ist spektakulär und dabei noch größtenteils wahr. Er führte ein Doppelleben als sowjetischer ...


"Der Spion und der Verräter" hat mich total begeistert, denn die Geschichte um Oleg Antonowitsch Gordijewski ist spektakulär und dabei noch größtenteils wahr. Er führte ein Doppelleben als sowjetischer Geheimdienstoffizier des KGB und Doppelagent für den MI6. Das machte ihn, während des Kalten Krieges, zum wertvollsten Spion überhaupt. Dass nicht mal seine Familie etwas wusste, ist unfassbar.

Die Aufmachung des Buches ist hochwertig mit einem Schutzumschlag.
Die gesammelten Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Mittelteil des Buches und die letzten Seiten runden diese wahre Geschichte perfekt ab. Der Schreibstil ist mitreißend und fesselnd, die Recherchearbeit beeindruckend. Ben Macintyre hat ein hautnahes Leseerlebnis geschaffen und gekonnt politische Hintergründe eingewoben, ohne die Spannung aus den Augen zu verlieren. Dabei zeichnet er ein sehr genaues Bild von Oleg Antonowitsch Gordijewski, der jetzt in Großbritannien lebt. Das Ergebnis ist faszinierend, absolut packend, in jeder Hinsicht erkenntnisreich und wird jeden glücklich machen, der Spionagegeschichten liebt, die auf historischen Begebenheiten beruhen. Knallhart, hochspannend, unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 29.11.2023

Mord, Spiritualismus und Geheimnisse

Die geheime Gesellschaft
0


Ob die Geschichte ebenso begeistert, wie das schöne Cover? Nachdem ich "Die verstecke Apotheke" verschlungen haben, wollte ich unbedingt mehr von Sarah Penner lesen. Diesmal ist die Handlung in Paris ...


Ob die Geschichte ebenso begeistert, wie das schöne Cover? Nachdem ich "Die verstecke Apotheke" verschlungen haben, wollte ich unbedingt mehr von Sarah Penner lesen. Diesmal ist die Handlung in Paris und London angesiedelt, im Jahr 1873. Die Spiritualistin Vaudeline genießt einen guten Ruf, wegen ihrer spektakulären Séancen, in denen sie Kontakt mit Verstorbenen aufnimmt. Sie sollen den Trauernden Trost und Hoffnung spenden. Lenna begibt sich in Vaudelines Ausbildung, denn obwohl sie dem Séancen skeptisch gegenüber steht, erhofft sie sich Antworten, nachdem ihre Schwester Evie, die von Vaudeline und Okkultem schwärmte, ermordet wurde. Neben den Kapiteln von Lenna, erhält man, durch die Ich-Perspektive von Mr. Morley, ganz andere Eindrücke. Er ist Vizepräsident der Séance Society London, einer Männerdomäne an Spiritualisten, dessen Präsident Mr. Volckmann ermordet wurde. Aufgrund dieses Umstandes reisen Vaudeline und Lenna nach London.

Sarah Penners Erzählstil ist mitreißend, bildhaft und liest sich wunderbar. Die Buchidee hat mir sehr gefallen. Ein Geheimbund, Geisterbeschwörung, Betrug oder Magie und die Aufklärung eines Mordes unter ungewöhnlichen Umständen - das klingt alles vielversprechend und passt hervorragend in den historischen Kontext. Generell fühlte sich die historische Atmosphäre authentisch an. Die Handlung ist entsprechend gelungen inszeniert, wie erhofft. Immer dann, wenn es spannend wird, gibt es einen Perspektivwechsel, um Dranzubleiben. Abgesehen von ein paar unnötigen Ausschweifungen, ist die Story spannend. Dazu kommen noch überraschende Wendungen, ein wenig zaghafte Romantik und überzeugende Charaktere, die vielschichtig und nachvollziehbar agieren. Man erfährt viel über die Kunst der Séance, die Unberechenbarkeit von Geistern und die Schwesternbeziehung zwischen Lenna und Evie. Beim Lesen hatten ich das Gefühl, Evie wäre lebendig, sooft geht es in Rückblicken um sie. Zum Ende hin wird es immer spannender. Insgesamt konnte mich "Die geheime Gesellschaft" richtig gut unterhalten, aber mir hat das gewisse Etwas gefehlt, was in an "Die verstecke Apotheke" so gemocht habe. In jedem Fall aber interessant, mitreißend und sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 29.11.2023

Witz-Bilder für alle Hundstage

Hundstage mit Martin Rütter
0

"Hundstage" ist ein farbiger Cartoon von und mit dem Hundetrainer Martin Rütter und seiner Hündin Emma, gezeichnet von Autor und Zeichner Jannes Weber, der auf beinahe jeder Seite eine neue Geschichte ...

"Hundstage" ist ein farbiger Cartoon von und mit dem Hundetrainer Martin Rütter und seiner Hündin Emma, gezeichnet von Autor und Zeichner Jannes Weber, der auf beinahe jeder Seite eine neue Geschichte erzählt.

Es werden kleine Romanzen gezeigt, witzige Pannen und Wahrheiten im Hundealltag, Redewendungen werden aufs Korn genommen und bekannte Sätze wie „Der will nur spielen!“ oder „Der tut nichts!“ werden mal ganz wörtlich genommen. Einige Bildchen zünden sofort, bei manchen muss man überlegen. Dabei kommen alle mit wenig oder gar keinem Text aus. Erfahrungsreichtum mit Hunden ist in jedem Fall hilfreich, aber keine Vorraussetzung. Ingesamt musste ich oft schmunzeln, ein paar haben mich richtig zum Lachen gebracht. Ich würde behaupten, dass hier viele verschiedene Arten von Humor vorkommen, sodass für jeden etwas dabei ist.

Ich habe es bisher oft zur Hand genommen und gern durchgeblättert. Da den Bildern viel Raum gelassen wurde, haben die Illustrationen eine angenehme Größe und das Buch wirkt nicht überladen. Außerdem folgen die Cartoons einem roten Faden. Eingeteilt in fünf Kategorien, finden sich Szenen im Sommer, beim Gassi gehen, Zuhause, beim Training und Kurioses. Das hilft auch beim Wiederfinden. Jedenfalls zeigt sich, wer hier der eigentliche Star ist: Emma natürlich. Ich mag auch die Details (Hundeaugen) und insgesamt den zeitlosen Zeichenstil. Dabei gelingt es Jannes Weber richtig gut, etwas zu zeigen, wie es wirklich ist, ohne Worte anzuprangern und die treffende Pointe in den zweiten Blick zu packen. Bin begeistert!