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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2023

Das Unmögliche wird möglich

Das Nachthaus
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Der vierzehnjährige Richard Elauved lebt noch nicht lange bei seinen Adoptiveltern in Ballantyne. Als er mit seinem Freund Tom einem Fremden einen Telefonstreich spielt, wir dieser vom Hörer gefressen. ...

Der vierzehnjährige Richard Elauved lebt noch nicht lange bei seinen Adoptiveltern in Ballantyne. Als er mit seinem Freund Tom einem Fremden einen Telefonstreich spielt, wir dieser vom Hörer gefressen. Für die Polizei ist Richard ein Verdächtiger und Lügner in einem Vermisstenfall. Karen ist Richard einzige Freundin und sie glaubt ihm. Gemeinsam suchen sie nach Antworten und dem Ursprung des Bösen im Spiegelwald.

Richard ist der heranwachsende Held dieser Geschichte und kein netter Junge, denn er hat schreckliche Angst und Schuld im Herzen. Nach und nach offenbart sich, warum. Aber er reflektiert sein Verhalten schließlich und zeigt sich äußerst mutig und standhaft.

Jo Nesbø kreiert eine fantasievolle Horror-Geschichte, leicht zu lesen und so mitreißend, dass ich das Buch nicht freiwillig aus der Hand legen wollte. Es ist ziemlich düster und bizarr. Die Handlung ist nicht vorhersehbar und teilt sich in drei Komponenten, wobei dem ersten Teil mehr als die Hälfte zukommt. Mit steigender Seitenzahl gibt es einige Wendungen und es wird ziemlich verrückt, bist die Geschichte einen zufriedenstellenden Abschluss findet. So lotet Jo Nesbø gekonnt das Gute und Böse aus, die schwarze und weiße Wortmagie als Gegenstand der Schauergeschichte. "Das Nachthaus" schöpft dabei aus Horrorklassikern wie Franz Kafkas Verwandlung, wobei noch andere Werke Erwähnung finden, da Karen Richard für Bücher begeistert. Dabei wechseln sich wirklich starke Ideen, in der ersten Hälfte, mit Schwächeren zum Ende ab, die dafür aber der logischen Zusammensetzung dienen.

"Das Nachthaus" ist genau das richtige Verwirrspiel für Fans von schaurigen und verrückten Gruselgeschichten und Psychothrillern, und hat wenig gemein mit den Krimis von Jo Nesbø.

Veröffentlicht am 28.10.2023

Erstaunliche Fakten aus der Vogelkunde

Die Superkräfte der Vögel
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»Die Vogelguckerin« Silke Hartmann weckt kindliche Begeisterung für Vögel. Insgesamt sechzehn Superkräfte werden näher betrachtet, die sie von anderen Tieren hervorhebt, wie die Fähigkeit zu fliegen, ihre ...

»Die Vogelguckerin« Silke Hartmann weckt kindliche Begeisterung für Vögel. Insgesamt sechzehn Superkräfte werden näher betrachtet, die sie von anderen Tieren hervorhebt, wie die Fähigkeit zu fliegen, ihre melodischen Gesänge, ihr Aussehen, ihre sechs ausgeprägtem Sinne oder auch ihr Sozialverhalten und ihre Intelligenz. Wer sich gefragt hat, warum Vögel uns so faszinieren, findet in diesem handlichen Sachtaschenbuch viele Antworten und wissenschaftliche Fakten. Warum fühlen wir uns Vögel stärker verbunden als anderen Lebewesen, obwohl sie uns evolutionär so fern sind? Der positive Effekt auf uns Menschen ist beeindruckend und erst recht der „Pfeilstorch“. Kein Wunder, wenn man danach die Vögel mit staunenden Augen betrachtet. Jedenfalls ist die Liebe und Begeisterung von Silke Hartmann ansteckend. Sie hilft dabei, der schützenswerten Tierwelt mehr Aufmerksamkeit zu geben. Nach dem Lesen kann ich den Titel des Buches doppelt unterstreichen.

Die tolle Kombination aus einfarbigen Illustrationen von Véro Mischitz und schönen Fotografien werten das Buch zusätzlich auf, und lassen mich problemlos über den „supercoolen“ Schreibstil hinwegsehen, der schließlich locker und modern Wissen bzw. Wissenslücken vermittelt, sodass keine trockene Langeweile aufkommt. Das gelingt auch durch die persönliche Note, die durch die porträtierten Zeichnungen noch hervorgehoben wird. Noch erwähnenswert sind die aufgelisteten Superkräfte in den Klappen hinten und vorne, sowie das Register mit allen erwähnten Vogelarten. Wer gern neugierig durchs Leben geht und sich für Fakten begeistern kann, für den ist das Buch besonders empfehlenswert.

Veröffentlicht am 28.10.2023

Vielversprechender Fantasy-Reihenauftakt für Kinder ab 10

Das Geheimnis von Nox 1: Licht, Schatten – Flederratten!
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Fill und sein Vater wohnen in Rundeling, wo sie ihre Quascheln seit Generationen anbauen. Gemeinsam mit seinen Freunden Lenia und Borre führt Fill ein ganz normales Tagling-Leben unter der Sonne und hilft ...


Fill und sein Vater wohnen in Rundeling, wo sie ihre Quascheln seit Generationen anbauen. Gemeinsam mit seinen Freunden Lenia und Borre führt Fill ein ganz normales Tagling-Leben unter der Sonne und hilft seinem Vater bei der Quaschel-Ernte. Sobald die Nacht hereinbricht, öffnet sich die verborgene Welt Nox. Taglinge fürchten sich vor der Dunkelheit, die viele Gefahren birgt und verschanzen sich in ihren Häusern. Fill gelangt unfreiwillig nach Nox und verliert dort sein wertvolles Medaillon. Das kleine Glühwürmchen Glyxi möchte unbedingt Freundschaft mit Fill schließen und hilft ihm dabei, sein Medaillon zu finden.

Dieser Auftakt präsentiert erste Eindrücke einer komplexen Tag- und Nachtwelt mit magischen Geschöpfen, wie sprechenden Glühwürmchen, launischen Gewitterziegen und vielen Neuheiten und fantasievollen Kreationen, wie sprechende Küchengeräte. Claudia Scharf greift gekonnt die Faszination der Nacht auf und kreiert daraus ein mitreißendes Fantasy-Abenteuer für Kinder, die abtauchen möchten, in eine ganz neue Welt. Sei er der überwältigende Sternenhimmel oder die schaurige Stimmung der Dunkelheit, die auch in unserer Realität verzaubert. Hier überzeugt die liebevolle Buchgestaltung. Die Abenteuer in Nox werden durch schwarze Seiten hervorgehoben. Es finden sich vereinzelte Schwarz-Weiß-Illustrationen von Lisa Forsch im Buch, sowie ein kreativ gestaltetes Personenregister am Anfang und Kompendium am Ende. Heimlicher Star ist sicherlich Kater Tatz, der in farbigen Illustrationen das Vorsatzpapier verschönert.

Das angenehme Erzähltempo lässt Raum für die atmosphärischen Eindrücke. Spannend geschrieben fiebert man mit den Charakteren mit, wobei gerade Fill sympathische Züge aufweist, die es leicht machen, ihn zu mögen. Hilfsbereit, unkompliziert und vor allem mutig stellt er sich neuen Abenteuern, um seinem Vater zu helfen. Die Kapitellänge ist gut portioniert und der Text bietet sich gleichermaßen zum Vorlesen und Selberlesen an. Weitere Abenteuer sind bereits in Vorbereitung.

Fazit: Eine schöne Fantasy-Welt aus Tag und Nacht zum Abtauchen und Träumen, mit der richtigen Mischung aus spannenden Abenteuern und sympathischen Charakteren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2023

Guter Einstieg

Deine Küche kann nachhaltig!
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»Deine Küche kann nachhaltig« ist sehr anschaulich gestaltet. Alle Rezepte haben Fotos (manchmal auch mehrere Arbeitsschritte zeigend) und es gibt motivierende Aufnahmen, die Verena Hirsch in der Küche ...


»Deine Küche kann nachhaltig« ist sehr anschaulich gestaltet. Alle Rezepte haben Fotos (manchmal auch mehrere Arbeitsschritte zeigend) und es gibt motivierende Aufnahmen, die Verena Hirsch in der Küche beim Werkeln zeigen. Mir hat vor allem die übersichtliche Gliederung gefallen. Die Kapitel werden durch eine Doppelseite im einheitlichen Look angekündigt und bauen sinnvoll aufeinander auf. Erst werden die Grundlagen vermittelt (Wertschätzung für Lebensmittel, Organisation der Küchengeräte und Vorräte) und dann geht’s konkret um die „Fairwertung“ von Gemüse, Backwaren, Obst, Trockenprodukten und Kühlprodukten. Weitere Ideen gibt’s zum nachhaltigen Essen unterwegs, Leckeres aus dem Vorrat kochen und fairwerten von Essensresten. Da das Buch versucht, allen Themen gerecht werden, ist dieser letzte Bereich nicht so ausschweifend ausgefallen, wie gehofft, aber die Rezepte, die enthalten sind, konnten bisher überzeugen.

An einigen Stellen merkt man, dass sich das Buch an Anfänger richtet. Beispielsweise die Tipps bei zu großer Menge Salz auf einmal oder Angebranntes abzuschaben. Auch bei der Küchenausstattung zählen die Basics. Ich konnte trotzdem ein paar Dinge dazulernen bzw. wurden mir erneut ins Gedächtnis gerufen. Mir hat aber vor allem das Stöbern, Inspirieren und Motivieren lassen gefallen. Insgesamt ist Verena Hirsch als Botschafterin für mehr Nachhaltigkeit und weniger Lebensmittelverschwendung, mit ihrer persönlichen Geschichte, die zu Beginn des Buches erzählt wird, sympathisch und mitreißend. Lediglich die Schrift hätte gern etwas größer sein dürfen. Das Buch eignet sich super als Geschenk und umfasst alles Wichtige in Kürze. Ich würde es als guten Einsteig weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 17.10.2023

Große Bilderbuchkunst

Die graue Stadt
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Als Robin nach dem Umzug zum ersten Mal die Stadt erkundet, fällt ihr etwas Merkwürdiges auf: es fehlt an Farben und alles ist grau, in allen erdenklichen Nuancen. In der Schule lernt sie Alani kennen, ...


Als Robin nach dem Umzug zum ersten Mal die Stadt erkundet, fällt ihr etwas Merkwürdiges auf: es fehlt an Farben und alles ist grau, in allen erdenklichen Nuancen. In der Schule lernt sie Alani kennen, der es ebenso bunt und vielfältig liebt, wie sie. Doch die beängstigende graue Ordnung setzt Anpassung und Disziplin durch. Robin möchte jedoch herausfinden, warum alles grau ist und kommt einem Geheimnis auf die Spur.

Die arbeitsintensiven Illustrationen und die aufwendige Buchgestaltung sind sehr eindrucksvoll. Das ein oder andere seitenfüllende Bild könnte man gut und gern auch an die Wand hängen. Der Titel des Buches ist jedenfalls Programm in dieser grauen Stadt, die einem historischen Schwarz-Weiß-Film entsprungen scheint. Gezielt gesetzte Farbtupfer ziehen rebellisch den Blick auf sich, wie Robins knallgelbe Regenjacke. Man entdeckt so viele Details in diesen realistisch anmutenden Darstellungen und spürt die Bedrückung der grauen Häuser, grauen Autos und grauer Bekleidung, sodass jede kleine Buntheit Freude und Hoffnung versprüht. Die Farben stehen für Vielfalt, Kultur und Schaffensfreude. Alles verboten in der grauen Stadt. Aber nicht jeder hält sich daran. Gemeinsam mit Robin und ihrem Kater finden wir Verbündete, entdecken Bücher, ein buntes Naturereignis und finden heraus, was hinter der Mauern der Grauwerke vor sich geht.

Torben Kuhlmann begeisterte mich bereits mit seiner Mäuse-Reihe und auch, wenn die "Die graue Stadt" für mich nicht an die tierischen Abenteuer-Bände herankommt, besitzt das Buch viel Tiefe und Aussagekraft, und erzählt von Konformität und trüber Fantasielosigkeit, aber auch von Vielfältigkeit, Selbstbestimmung und vom Mut des Widerstands. Wunderbar zum Vorlesen und für große Bilderbuch-Liebhaber.