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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2023

Das Beste kommt zum Schluss

Twisted Lies
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„Twisted Lies“ ist der finale Band der beliebten „Twisted“-Reihe von Autorin Ana Huang und steht seinen Vorgängern in meinen Augen in nichts nach. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass dieses Buch mir ...

„Twisted Lies“ ist der finale Band der beliebten „Twisted“-Reihe von Autorin Ana Huang und steht seinen Vorgängern in meinen Augen in nichts nach. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass dieses Buch mir von den vieren am besten gefallen hat. Stella Alonso ist mir schon in den vorherigen Teilen sehr positiv aufgefallen und ich war super gespannt auf ihre Geschichte, besonders nachdem in Twisted Hate angeteasert wurde, dass sie es mit einem unberechenbaren Stalker zu tun hat. Mit ihrer sanften und zurückhaltenden Art war es sehr leicht ihr gegenüber Sympathie zu entwickeln und gleichzeitig wurde es zu einer interessanten Sache die Szenen zu lesen, in denen sie sich traut über ihre üblichen Verhaltensmuster hinauszuwachsen. Einen großen Anteil daran hatte natürlich Christian. Ich finde, mit ihm hat die Autorin wirklich das perfekte Gegenstück für Stella hergezaubert. Während Stella stets versucht, das richtige zu tun und Konflikte zu vermeiden, schreckt Christian vor keiner Konfrontation zurück. Er sucht sie sogar noch. Moralisch gesehen bewegt er sich mit großem Selbstvertrauen in den dunkelsten Ecken der Grauzone.
Mir hat gefallen zu lesen, wie Stella und Christan zueinander finden, denn die Chemie zwischen ihnen ist von Anfang an extrem stark und beide entwickeln sich durch den Einfluss des jeweils anderen in eine tolle Richtung.
Getragen wird ihre Geschichte durch eine solide Storyline, in der es vor allem darum geht, Stella vor ihrem Stalker zu beschützen. Dadurch ergab sich eine gute Spannung, die sich bis zum Schluss halten konnte. Die Auflösung hätte für mich sogar ein paar mehr Seiten vertragen können, denn dafür, dass diese Stalker-Sache durchweg stark aufgebaut ist, fand ich ‚das große Finale‘ etwas hastig herunter geschrieben. Ansonsten fand ich das Tempo der Geschichte aber recht gelungen und zum Glück weniger langatmig als die anderen Teile. Dadurch, dass dies der abschließende Teil der Reihe ist, kommt er mit dem schönen Bonus, dass man auch die Paare aus den anderen Büchern nochmal wiedererlebt.
Insgesamt war „Twisted Lies“ ein toller Romance-Read und ein super Abschluss für diese Buchreihe.

Veröffentlicht am 29.09.2023

Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Twisted Hate
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Twisted Hate ist der dritte Teil von Ana Huangs beliebter Twisted-Reihe und erzählt die Geschichte der schlagfertigen Anwältin Jules Ambrose und dem attraktiven Arzt Josh Chen.
Da ich Teil eins und zwei ...

Twisted Hate ist der dritte Teil von Ana Huangs beliebter Twisted-Reihe und erzählt die Geschichte der schlagfertigen Anwältin Jules Ambrose und dem attraktiven Arzt Josh Chen.
Da ich Teil eins und zwei der Twisted-Reihe bereits kannte, waren mir Jules und Josh natürlich schon bis zu einem gewissen Punkt vertraut und entsprechend gespannt war ich herauszufinden, was aus ihnen beiden werden würde. Dabei hat nicht geschadet, dass ich ein großer Enemies-To-Lovers-Fan bin.
Ich habe mich von Buch zu Buch zum Ana Huang Fan gemausert und auch Twisted Hate konnte mich insgesamt abholen. Es lässt sich toll lesen, was dem einnehmenden Schreibstil der Autorin geschuldet ist und bringt mit Josh und Jules zwei sehr willensstarke und interessante Protagonisten mit. Die Streitereien zwischen den beiden waren wirklich unterhaltsam und definitiv nicht halbherzig und mir hat außerdem gefallen, dass der enemies-to-lovers Trope sehr konsequent durchgezogen wurde. Oftmals springen die Figuren in solchen Stories von Enemy zu Lover, als würde man einen Schalter umstellen und ich bin froh, dass es mit Josh und Jules anders gelaufen ist. Es ist ein ganz schöner Prozess, den sie durchlaufen, um einander kennenzulernen und zu vertrauen und die emotionale Entwicklung war bei beiden für mich sehr gut nachvollziehbar.
Handlungstechnisch hatte dieser Teil in meinen Augen aber wieder Schwächen. So waren die Streitereien zwar witzig, aber ab einem gewissen Punkt hätte es auch weniger Zankerei, denn ernsthafte und zielführende Unterhaltung sein dürfen. Auch haben mich die Wendungen zum Schluss nicht allzu sehr überzeugen können. Zum einen ist sehr absehbar was passiert. Das geht zum einen zu Last der Spannung und andererseits finde ich es immer recht nervig, wenn sich ein eigentlich kleiner Konflikt zwischen den Protagonisten zu so einer riesigen Sache aufbauscht, obwohl ein einfaches Gespräch das Problem leicht aus der Welt geschafft hätte. In anderen Worten, es gibt eine menge konstruiertes Drama, auf dass ich größtenteils hätte verzichten können.
Tja und dann ist da noch diese Aktion von Josh, auf die ich nicht näher eingehen kann, um Spoiler zu vermeiden. Ich finde nur, dass dieses Handeln ganz gegen seinen Berufsethos als Arzt geht und meiner Meinung nach auch sonst nicht sonderlich zu seinem Charakter gepasst hat. Ich hatte eher das Gefühl, das ist ein Versuch der Autorin ein bisschen mehr Alex-Volkov-Vibes in die Geschichte zu bringen. Hätte ich jetzt in der Form nicht gerbraucht.
Nichtsdestotrotz sind mir Jules und Josh als Paar sehr ans Herz gewachsen und trotz meiner persönlichen Differenzen mit der Handlung, fand ich es richtig unterhaltsam ihre Geschichte zu verfolgen. Es ist hitzig, emotional, (seeehr) spicy und definitiv mitreißend. Und natürlich war es auch sehr schön altbekannte und liebgewonnene Figuren wiederzusehen.
Twisted Hate ist nicht mein liebster Teil der Reihe, aber auf jeden Fall eine Story, die ich nicht missen möchte.

Veröffentlicht am 29.09.2023

Zeitlos und für jedes Alter

Momo - Das Hörspiel
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Zum Inhalt der Geschichte ist im Grunde nicht viel zu sagen, denn den meisten dürfte die Geschichte des gütigen und mutigen Mädchens Momo bekannt sein, das in einem alten Amphitheater zu Hause ist und ...

Zum Inhalt der Geschichte ist im Grunde nicht viel zu sagen, denn den meisten dürfte die Geschichte des gütigen und mutigen Mädchens Momo bekannt sein, das in einem alten Amphitheater zu Hause ist und es mit den skrupellosen grauen Herren aufnimmt, welche die Menschen ihrer Lebenszeit berauben.
Dank der tollen Arbeit von Silberfisch (Hörbuch Hamburg) und einem großen Aufgebot an wunderbaren Sprechern kann man den zeitlosen Klassiker von Michael Ende nun als mitreißendes und atmosphärisches Hörspiel erleben.
Ich habe Momo bereits als Buch im Regal stehen, aber als ich entdeckt habe, dass es zum Jubiläum ein neues Hörspiel gibt, konnte ich nicht widerstehen. Und was bin ich froh, es gehört zu haben!
Ich bin nicht der allergrößte Hörspiel-Fan, da mir Lesung, Musik und Hintergrundgeräusche oftmals zu durcheinander sind, aber bei diesem Hörspiel hat für mich alles gestimmt. Die Sprecher und Sprecherinnen haben einen wirklich tollen Job gemacht den Figuren Leben einzuhauchen, die eingespielte Musik hat mir sehr gefallen und insgesamt waren die Komponenten in diesem Hörspiel toll ausbalanciert. Ich konnte die Geschichte nochmal ganz neu erleben und war absolut hingerissen.
Für Jung und Alt uneingeschränkt empfehlenswert.

Veröffentlicht am 15.08.2023

Leider sehr langatmig und oberflächlich

Icebreaker
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„Icebreaker“ von Hannah Grace – wieder mal ein Buch, vor dem es weder bei Booktok, noch bei Bookstagram ein Entkommen gibt. Natürlich hat mich das neugierig auf die Geschichte von Anastasia und Nate gemacht, ...

„Icebreaker“ von Hannah Grace – wieder mal ein Buch, vor dem es weder bei Booktok, noch bei Bookstagram ein Entkommen gibt. Natürlich hat mich das neugierig auf die Geschichte von Anastasia und Nate gemacht, wobei ich dazu sagen muss, dass meine Erwartungen an das Buch durch den Hype nicht wirklich beeinflusst waren. Eher veranlasst mich das dazu, meine Erwartungen runterzuschrauben. Aber ich les ganz gerne mal Sport-/College- Romance und die Kombination von Eishockey-Spieler und Eiskunstläuferin klang schon mal interessant, daher hatte ich Lust, es mit „Icebreaker“ zu versuchen.
Leider muss ich sagen, dass das Buch mich nicht abholen konnte. Einerseits ist es ansprechend geschrieben, mit dem Schreibstil bin ich sehr gut klargekommen und ich mochte die lockere, flüssige und mitreißende Art zu Erzählen. Auf der anderen Seite ist mir inhaltlich zu viel aufgefallen, dass mir weniger zugesagt hat. Mir persönlich kam es so vor, als habe die Autorin gehofft möglichst viele Punkte bzw. Komponenten in ihre Geschichte mit einbringen zu können, nur wurde es dadurch zum klassischen „zu viel des Guten“. Es werden viele wichtige Themen angesprochen, unter anderem eine gesunde Einstellung zum Essen, problematische Eltern-Kind-Beziehungen oder schwierige Freundschaften, aber bei dieser Fülle an Themen ist es schlicht unmöglich jedes mit der nötigen Tiefe zu behandeln, die es verdient hätte. Daher hatte ich entsprechend oft den Eindruck ein Thema wird angekratzt, mehr um es erwähnt zu haben, anstatt dass sich die Figuren wirklich damit auseinandersetzen, und das war mir zu inkonsequent und oberflächlich.
Ähnlich erging es mir mit den Charakteren. Die Autorin hat abgesehen von den beiden Protagonisten einen Haufen anderer Charaktere mit eingeführt und obwohl im Grunde alle sympathisch sind und sich besonders durch die Teammitglieder der Titans eine tolle Teamatmosphäre einstellt, frag ich mich doch, ob diese Fülle an Figuren wirklich nötig war. Ich fand es mit der Zeit eher schwierig dabei den Überblick zu behalten.
Kommen wir zu Stassie und Nate. Obwohl ich ihre Beziehung insgesamt ganz süß fand und durchaus gerne verfolgt habe, wie sie zueinander finden, habe ich bei beiden etwas auszusetzen. Angefangen mit Nate, der noch ein bisschen besser wegkommt. Mit seiner aufmerksamen, positiven und beschützerischen Art ist er der ideale Bookboyfriend und selbst seine Ausflüge ins Land der Eifersucht tun seiner Sympathie keinen Abbruch. Tatsächlich fand ich seinen Umgang mit seiner Eifersucht sehr nachvollziehbar und erwachsen. Weniger nachvollziehbar fand ich seine anfängliche Begeisterung von Stassie. Abgesehen davon, dass er sie attraktiv findet, gab es keine Interaktion oder Szene zwischen ihnen, die mich hätte nachvollziehen lassen können, warum er von 0 auf 100 so begeistert von ihr war. Etwas irritierend. Außerdem fand ich schade, dass einer der interessantesten Aspekte seines Charakters, nämlich die Beziehung zu seiner Familie, insbesondere seinem Vater, absolut oberflächlich blieb. Es wird 30+ Mal erwähnt, das Stassie wegen ihrer Therapie angeblich so toll im Kommunizieren ist, aber mit Nates Familie gibt es nur eine Interaktion im Schnelldurchlauf ohne neue Informationen oder Entwicklung?
Während Nate’s Handeln und Fühlen größtenteils nachvollziehbar ist, war mir Anastasia ein charakterliches Rätsel. Kein Komplexes Rätsel, das man gerne entschlüsseln will, um sie besser zu verstehen, sondern eines der Sorte, bei dem man sich fragt „warum führt sie sich so auf?“ Das habe ich besonders am Anfang sehr stark so empfunden. Sie wird dem Leser vorgestellt als diese superehrgeizige Sportlerin, die es bis zur Olympionikin schaffen will, die sich nichts gefallen lässt und für sich eintritt – so weit, so gut. Das hat für mich aber nicht erklärt, warum sie sich Nate gegenüber wie ein bockiges Kleinkind verhalten hat. Was vermutlich darauf ausgelegt war, so einen leichten „Enemies to Lovers“ Vibe zu erzeugen, fand ich eher anstrengend und unglaubwürdig. Dann bildet sie sich viel darauf ein, dass sie sich nichts gefallen lässt, aber es braucht 3 Jahre und eine ganze Eishockeymannschaft, damit sie endlich begreift, wie schlecht sie von ihrem Freund und Eislaufpartner behandelt wird? Make it make sense.
Schließlich, und auch das fand ich an ihrem Charakter sehr störend, wird sie nicht müde zu wiederholen, wie viel sie bei der Therapie gelernt hat, und dass sie gut mit ihren Problemen umgehen kann, rennt dann aber munter auf die nächste Party oder in die nächste Bar, um ihren Stress wegzutrinken. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn in einem Buch (reichlich) Alkohol und Partys einbezogen werden, aber dass eine vermeintliche Spitzensportlerin so viel und so oft trinkt, finde ich etwas unglaubwürdig.
Das größte Problem schließlich, und irgendwie ist es eine Konsequenz der vorangestellten Aspekte, war die Länge des Buches. 560 Seiten für eine Romance Geschichte sind meiner Meinung nach zu lang, insbesondere wenn die Handlung kaum mehr hergibt, als eine Aneinanderreihung sehr vieler, sehr ähnlicher Collegepartys und eine Beziehung, die nach etwa der Hälfte des Buchs schon voll etabliert ist und sich darüber hinaus nicht viel weiterentwickelt. Statt die Seitenzahl dafür zu verwenden, etwas aus den Konflikten und Problemen der Figuren zu machen, hat sich die Autorin mit sehr vielen Wiederholungen und oberflächlichen Subplots aufgehalten, die nur wenig zur Spannung beigetragen haben. Selbst die Spicy-Szenen fühlen sich irgendwann an wie eine Wiederholung. Die Geschichte hätte man gut und gerne mit 150-200 Seiten weniger erzählen können.
Es ist echt schade, weil das Buch und ganz besonders auch die Reihe im Grunde viel Potential hat, aber ich kann mir schwer mehr als ein lauwarmes okay als Fazit abringen. „Icebreaker“ lässt sich gut lesen, hat unterhaltsame Aspekte und überwiegend sympathische Charaktere, aber es zieht sich ungemein in die Länge und bleibt dabei leider sehr oberflächlich.

Veröffentlicht am 15.08.2023

Sehr sonderbar...

Treacle Walker
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Um ehrlich zu sein ist es mir selten so schwer gefallen, eine Bewertung für ein Buch abzugeben, wie für Alan Garner’s „Treacle Walter – Der Wanderheiler“. Es erzählt eine charmante Geschichte, über die ...

Um ehrlich zu sein ist es mir selten so schwer gefallen, eine Bewertung für ein Buch abzugeben, wie für Alan Garner’s „Treacle Walter – Der Wanderheiler“. Es erzählt eine charmante Geschichte, über die Begegnung von Joseph Coppock, einem kleinen Jungen mit schwachsichtigem Auge, der gerne Comics liest und mit Murmeln und seinem Bucker spielt, mit dem sonderbaren Wanderheiler Treacle Walker. Der außergewöhnliche fahrende Händler bringt Wunder und Mythen, Abenteuer und Geheimnisse in das Leben des in sich gekehrten Jungen und aus ihrer Verbindung entwickelt sich eine zauberhafte und kurzweilige Geschichte.
Dieses Buch war in jeder Hinsicht eine interessante Leseerfahrung. Obwohl der Klappentext einen recht guten Eindruck darüber vermittelt, was für eine Geschichte erzählt wird, war ich doch in keiner Weise darauf vorbereitet, was ich zwischen den Buchdeckeln vorgefunden habe. Alan Garners Erzählstil ist die reinste Wortakrobatik. Er spielt mit den Worten, mit dem Rhythmus seiner Sätze und der Dynamik in den Dialogen, was den Text ausgesprochen außergewöhnlich macht. Dabei empfand ich es als sehr verwirrend, dass sich der Text trotz seiner aufwendigen Sprache leicht lesen ließ, ich aber dennoch die meiste Zeit nicht wirklich verstanden habe, was ich da überhaupt lese. Es ist irgendwie wirr und konfus und obwohl ich die Kreativität der Worte faszinierend fand, konnte ich mit dem Buch nicht warm werden, einfach weil ich nur selten Zugang zu den dargestellten Szenen finden konnte.
Unterm Strich finde ich es natürlich schade, dass „Treacle Walker“ meinen persönlichen Geschmack eher verfehlt hat. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass sich so einige von dem schlanken Büchlein begeistern lassen können. Ich schätze es hängt stark davon ab, wie sehr man sich auf den kuriosen Erzählstil einlassen kann.