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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2021

Spannende Grundidee

Sterbewohl
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Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Der Staat veranstaltet neuerdings für ältere Menschen Sterbeseminare in Luxushotels. Ihnen soll dort schmackhaft gemacht werden, Sterbewohl, eine tödliche ...

Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Der Staat veranstaltet neuerdings für ältere Menschen Sterbeseminare in Luxushotels. Ihnen soll dort schmackhaft gemacht werden, Sterbewohl, eine tödliche Pille, zu schlucken, um beizeiten die Allgemeinheit zu entlasten. Nadja, Anna, Max und Fred sind über 65 und in hellem Aufruhr. Alle vier haben vom Gesundheitsministerium eine Einladung zum Sterbeseminar ins komfortable Hotel Paradies auf Fehmarn erhalten. Offiziell ist das Einnehmen von Sterbewohl zwar freiwillig. Wie manche munkeln, kehrt aus den Hotels aber niemand mehr zurück.

Bei „Sterbewohl“ von Olivia Monti hat mich erst das Cover neugierig gemacht aber der Klappentext hat mich dann zum Lesen überzeugt. Auch wenn Kriminalroman auf dem Cover steht, würde ich persönlich, das Buch eher dem Genre Dystopie oder Spannungsroman zuordnen. Sterbehilfe ist ein aktuelles Thema. Den Gedanken einfach mal weiter zu spinnen und das Ganze zu einem Angebot der Regierung zu machen, fand ich sehr spannend.
Die Autorin versetzt uns hier in ein Zukunftsdeutschland, welches wie das dritte Reich nur digitaler, anmutet. Die Menschen werden überwacht und kontrolliert. So drohen z.B. Strafen, wenn man sein Handy nicht dabei hat oder ausschaltet. Die Agenturen wissen alles über deinen Lebenslauf, einzelne Wohnungen werden verwanzt und es wird nur noch der Mitbürger geschätzt, der jung ist und noch arbeiten kann. Die Alten werden verachtet und recht schnell zu Sterbeseminaren in Luxushotels eingeladen.
Unsere Protagonisten wollen aber alle noch nicht sterben und sind wirklich skeptisch. Sie begeben sich in das Hotel „Paradies“, um der ganzen Sache auf den Grund zu gehen.
Das Ganze wird aus Sicht von Nadja geschildert. Sie ist mir direkt recht sympathisch gewesen und kam sehr authentisch rüber. Durch diese Perspektive war der Leser immer mittendrin und wusste nur so viel, wie die Figuren. Das hat es interessant gemacht.
Insgesamt fand ich die Umsetzung gekonnt morbide und auch recht zukunftsnah. Manchmal hätte ich mir noch ein wenig mehr Pepp gewünscht und vielleicht noch etwas mehr Tiefgang. Mir hat der letzte Funke gefehlt aber trotzdem hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen. Ich lese gerne Dystopien und lasse mich von Zukunftsvisionen gruseln.
Und dazu sieht man hier wieder einmal: Es muss nicht immer ein großer Verlag dahinterstehen. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2021

Kate Linville in Höchstform

Ohne Schuld
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Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau ...

Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau stürzt mit ihrem Fahrrad, weil jemand einen dünnen Draht über den Weg gespannt hat. Sie ist sofort bewusstlos. Den folgenden Schuss hört sie schon nicht mehr. Die Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, aber die Tatwaffe ist dieselbe.
Kate Linville, neu bei der North Yorkshire Police, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen. Sie kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn der Täter, der eine vermeintliche Schuld rächen will, gibt nicht auf.

„Ohne Schuld“ von Charlotte Link, ist der dritte Teil der Reihe um Kate Linville. Die Teile können unabhängig voneinander gelesen werden.
Kate arbeitet in diesem Teil endlich offiziell beim CID Scarborrow. Natürlich passiert direkt unglaublich viel, so dass es wieder vielen Fährten zu folgen gilt.
Auch in diesem Teil bin ich so lange im Dunkeln getappt wie schon lange nicht mehr. Charlotte Link gelingt es einfach immer wieder, so viele Personen, Ereignisse und Indizien einzubringen, dass man nie weiß, was wirklich los ist. Dadurch, dass wir als Leser nur so viel wissen wie die Ermittler, bleibt die Spannung konstant hoch.
Wir begleiten wieder unsere geliebten Ermittler. Alle mit bekannten Ecken und Kanten und gleichzeitig super sympathisch und doch auch wieder nicht. Ich liebe die Charaktergestaltung in dieser Reihe sehr. Die Figuren sind sehr authentisch und entwickeln sich konstant weiter. Besonders Kate zu erleben, die endlich mal ein wenig selbstbewusster in ihrer Arbeit wird, hat mir gefallen. Sie bei ihren Ermittlungen zu begleiten, ist mit das Beste an den Büchern.
Dieser Krimi hat mich wieder von vorne bis hinten komplett gepackt und nicht mehr losgelassen. Ein richtiger Pageturner. Für alle Krimifans ein Muss!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

Wirklich spannender zweiter Teil der Kate Linville Reihe

Die Suche
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In Nordengland wird die Leiche der 14-jährigen Saskia Morris entdeckt, die vor einem Jahr spurlos verschwand. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst. Die Polizei in Scarborough ist alarmiert. Handelt ...

In Nordengland wird die Leiche der 14-jährigen Saskia Morris entdeckt, die vor einem Jahr spurlos verschwand. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst. Die Polizei in Scarborough ist alarmiert. Handelt es sich in beiden Fällen um denselben Täter? In den Medien ist schnell vom Hochmoor-Killer die Rede, was den Druck auf Detective Chief Inspector Caleb Hale erhöht.
Auch Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist in der Gegend, um ihr ehemaliges Elternhaus zu verkaufen. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft von Amelies völlig verzweifelter Familie, wird zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Drama, das weder Anfang noch Ende zu haben scheint. Und dann fehlt plötzlich erneut von einem Mädchen jede Spur.

„Die Suche“, von Charlotte Link, ist der zweite Teil der Reihe um die Ermittlerin Kate Linville. Die Bücher sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Es hat aber durchaus seinen Charme, erst „Die Betrogene“ und dann „Die Suche“ zu lesen.
In diesem Buch geht es relativ schnell mit dem Hauptthema los. Mädchen verschwinden und werden scheinbar entführt. Dieses Mal gerät Kate Linville unbeabsichtigt in das Ganze. Was mich positiv überrascht hat ist die Tatsache, dass sie absolut bemüht ist, sich aus dem Ganzen herauszuhalten. Sie ist keine einfache Hauptfigur und ich hatte fast die Befürchtung, dass sie als graue Maus, zu wenig Entwicklung durchläuft aber sie macht Fortschritte. Kate und ihr Privatleben zu verfolgen ist ein wenig deprimierend aber doch auch gut, weil es sich langsam aber sicher entwickelt. Es gefällt mir immer noch sehr, dass wir hier mehr eine Anti-Heldin haben, anstelle der typischen Powerfrau in glänzender Rüstung.
DCI Caleb Hale reiht sich dort ein. Auch wenn er eher der typische, grummelige Ermittler ist. Aber die Zwei zusammen haben wirklich was an sich, was mich fasziniert.
Der Fall ist auch dieses Mal wirklich spannend und richtig verworren. Erst gibt es keine richtige Richtung, dann zu viele Richtungen und Wendungen, die keiner Erwartet. Es hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die knapp 660 Seiten sind richtig flott dahingeflogen. Es gab wirklich einige Dinge, die mich immer wieder haben grübeln lassen oder mich überrascht haben. Auch dieses Buch kommt ohne Thriller- oder Psychoeffekte aus und hält den Leser als klassischer Krimi richtig gut am Ball.
Ich bin und bleibe Fan dieser Reihe und der Autorin. Für alle Krimifans eine klare Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2021

Spannende College-Story

Matching Night, Band 1: Küsst du den Feind?
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Ravens und Lions – um die beiden mächtigen Verbindungen am
St. Joseph‘s College ranken sich zahlreiche Legenden, genau wie um ihre luxuriösen Wohnhäuser und wilden Partys. Von alldem kann die Studentin ...

Ravens und Lions – um die beiden mächtigen Verbindungen am
St. Joseph‘s College ranken sich zahlreiche Legenden, genau wie um ihre luxuriösen Wohnhäuser und wilden Partys. Von alldem kann die Studentin Cara nur träumen, schließlich reicht ihr Geld hinten und vorne nicht. Als die Ravens ihr überraschend eine kostenlose Unterkunft anbieten, zögert sie deshalb nicht lange. Doch es gibt eine merkwürdige Bedingung: Cara muss auf drei exklusiven Verbindungspartys mit einem Wildfremden ein Paar spielen und an einem geheimnisvollen Wettkampf teilnehmen. Sie ahnt nicht, dass sie dabei mehr verlieren wird als nur ihr Herz.

„Matching Night – Küsst du den Feind?“ ist der erste Teil der Dilogie von Stefanie Hasse und ich bin super froh, dass der zweite Teil zeitgleich erschienen ist.
Im Prinzip geht es hier um eine typische College-Story, bei der das unscheinbare Mädchen versucht, in einer Elite-Verbindung aufgenommen zu werden. Zicken und heiße Typen inbegriffen. Doch vom bekannten Plot sollte man sich als Leser nicht abschrecken lassen, denn der Autorin ist eine wirklich spannende Umsetzung gelungen.
Cara ist eine richtig gute Hauptfigur. Sie ist stark, nicht zu selbstbewusst und clever. Sie ist kein Püppchen und auch keine Superfrau. Man kann sich gut mit ihr identifizieren.
Die anderen Figuren sind dann schon eher typisch College-Story aber passen dabei perfekt zur Geschichte. Die Charaktere machen wirklich einen großen Teil des Charmes des Buchs aus.
Dazu hat sich die Autorin eine geniale Verbindungswelt ausgedacht. Die zwei Verbindungen „Lions“ und „Ravens“ sind gut durchdacht und sehr plausibel erklärt. Die Aufnahmeriten sind geheimnisvoll, elegant und spannend, ebenso wie die Verbindungen selbst.
Wenn man von Bällen, Überwachungssystemen, alten Traditionen und perfect Matches liest, möchte man am liebsten selbst dabei sein und Teil dieser exklusiven Welt werden.
Ich habe wirklich von Anfang bis Ende mit Cara mitgefiebert. Das Buch ist ein wahrer Pageturner für mich. Das Ende hat es wirklich in sich, so dass ich wirklich erleichtert bin, direkt mit Band zwei weitermachen zu können.
Ich kann das Buch wirklich jedem Fan von College-Stories empfehlen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2021

Wunderschönes Abendbuch

Möge die Nacht mit dir sein
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Kindern werden abends häufig Geschichten vorgelesen. Worte für eine gute Nacht, für einen traumschönen Schlaf. Doch je älter man wird, desto schwieriger ist oft das Einschlafen: Weil das Leben laut ist. ...

Kindern werden abends häufig Geschichten vorgelesen. Worte für eine gute Nacht, für einen traumschönen Schlaf. Doch je älter man wird, desto schwieriger ist oft das Einschlafen: Weil das Leben laut ist. Und Stilleschaffen schwierig. Dabei sehnen wir uns eigentlich danach. Nach Ruhe. Nach Pause. Nach Schlaf.
Immer mehr geht uns das verloren: Dieses bewusste Innehalten, Lesen und Lauschen, bevor der Schlaf kommt. Dabei ließe es sich vermutlich viel besser einschlafen, wären die letzten Worte des Tages sorgsam gewählt, versöhnend, beruhigend, segnend.

Hanna Buitings Buch „Möge die Nacht mit dir sein“ überzeugt zunächst durch Optik und Haptik. Das dunkelblaue Cover mit den vielen kleinen Sternen ist einfach schön. Die Buchdeckel und die Seiten fühlen sich hochwertig an. Die einzelnen Seiten und die kleinen Texte, die es dort für jeden Tag gibt, sind alle liebevoll verziert und gestaltet.
Für jeden Tag gibt es ein kleines Gebet, ein Gedicht, einen Text oder einen Gedanken. Mal länger, mal kürzer. Immer etwas Positives um den Tag zu beenden und mit gutem Gefühl schlafen zu gehen.
Ich finde das Konzept und die Umsetzung des Buchs wirklich gut und gelungen. Es bereitet einfach Freude und bringt positive Gedanken. Durch die schöne Aufmachung eignet es sich auch perfekt als Geschenk. Ich kann das Buch nur empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere