Makaber
Stalking Jack the RipperMakaber. Das ist die beste Art und Weise dieses Buch zu beschreiben. Hier sollte man keine Berührungsängste mit Leichen-, Blut- und Organbeschreibungen haben, was man sich bei dem Titel sicherlich schon ...
Makaber. Das ist die beste Art und Weise dieses Buch zu beschreiben. Hier sollte man keine Berührungsängste mit Leichen-, Blut- und Organbeschreibungen haben, was man sich bei dem Titel sicherlich schon denken kann. In den ersten Sätzen schneidet die Protagonistin eine Leiche auf und führt eine Obduktion durch. Nicht sehr Ladylike für die damalige Zeit, doch sie ist fasziniert davon, was sie vom Körper eines Verstorbenen erfährt.
Audrey Rose ist feministisch angehaucht und interessiert an Bildung, Blutspritzer und Mordfällen. Sie verkleidet sich als Junge, allein um bei den Unterrichtsstunden ihres Onkels teilnehmen zu können. Von ihrem Vater und der Gesellschaft ist das gar nicht gern zu sehen, weshalb sie von der Familie gehütet wird wie ein Augapfel. Das macht sie jedoch nur aufmüpfiger, wodurch sie eine der Ersten ist, die die Morde von Jack the Ripper auflösen will.
Ich fand sie sehr spannend als Hauptfigur. Sie steht für sich ein, hat einen originelles Handwerk und gibt interessante Informationen über damalige Ermittlungstechniken mit.
Über den Serienkiller Jack the Ripper wird über die Geschichte ebenfalls viel Wissen weitergegeben. Die Hintergründe wurden gut recherchiert und wiedergegeben. Die Namen der Opfer stimmen überein, Briefe vom Ripper wurden mit eingearbeitet und ein paar Details des damaligen Täterprofils. Was ich persönlich ziemlich spannend fand. Natürlich lässt sich die Autorin ein wenig künstlerische Freiheit für ihren Roman, wodurch man als Leser ein wenig miträtseln und ermitteln kann. Ich selbst bin leider ein wenig zu früh auf einige Plottwists gekommen, was insbesondere durch mein Vorwissen über Jack the Ripper unterstützt wurde.
Trotzdem ist es schwierig das Buch aus den Händen zu legen. Der Schreibstil ist ein wenig brutal, ein wenig unheimlich, aber auch faszinierend. Zusätzlich aber auch atmosphärisch. Das wird unterstützt von den Dialogen - altmodisch, britisch, was den Leser schnell ins alte England versetzt.
Fazit:
Krimi- und Ripper-Fans, die gerne eine taffe Protagonistin wollen, können guten Gewissens nach „Stalking Jack the Ripper“ greifen. Es wird einiges an Wissen weitergegeben, die Seiten fesseln und man taucht in die Straßen Londons ein.