Profilbild von Langeweile

Langeweile

Lesejury Star
online

Langeweile ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Langeweile über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2021

Die Isdalfrau

Das letzte Bild
0

Die Schriftstellerin Eva entdeckt eines Morgens in der Zeitung das Bild einer Frau , die ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht.Es handelt sich um eine Frau, die 1970 in Norwegen tot aufgefunden wurde ...

Die Schriftstellerin Eva entdeckt eines Morgens in der Zeitung das Bild einer Frau , die ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht.Es handelt sich um eine Frau, die 1970 in Norwegen tot aufgefunden wurde und deren Identität nie geklärt werden konnte. Als sie ihre Mutter damit konfrontiert, tut diese die Sache ganz lapidar ab, Eva jedoch merkt, dass sie etwas verbirgt. Ihr Spürsinn ist geweckt ,sie beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass es sich um ihre Tante handelte, die vor vielen Jahren verschwundene Zwillingsschwester ihrer Mutter. Eva reist nach Norwegen und versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Nach und nach kommen unglaubliche Geschehnisse ans Tageslicht.

Das Buch wird abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit, im Leben von Margarete, Evas Tante, erzählt.
Geschickt vermischt die Autorin Fiktion und Wirklichkeit und enthüllt eine Geschichte von unglaublicher Tragweite. Neben mehreren miteinander verwobenen Familiengeschichten, geht es auch um die dunkle Vergangenheit zur Zeit der Naziherrschaft. Ich habe schon verschiedene Bücher gelesen, welche sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, jedoch war noch keines darunter, in welchem die Rolle Norwegens zu dieser Zeit thematisiert wurde.
Man merkt dem Buch die außerordentlich gute Recherche Arbeit sehr deutlich an. Die im Anhang aufgeführten Erläuterungen untermauern diese Tatsache noch einmal.
Obwohl es an einigen Stellen etwas zähflüssig war,hat mich das Buch begeistert.

Fazit:
Eine absolute Empfehlung für Leser mit geschichtlichen Interesse.

Veröffentlicht am 18.08.2021

Familiengeschichte und Politthriller in einem

Heimatsterben
0

Inhalt:

Hanna lebt in den USA, wo sie als freie Journalistin arbeitet. Als sie die Nachricht erhält, dass ihre geliebte Großmutter Tilde im Sterben liegt, nimmt sie den nächsten Flieger nach Deutschland. ...

Inhalt:

Hanna lebt in den USA, wo sie als freie Journalistin arbeitet. Als sie die Nachricht erhält, dass ihre geliebte Großmutter Tilde im Sterben liegt, nimmt sie den nächsten Flieger nach Deutschland. An ihrem Sterbebett bittet ihre Großmutter ihre Lieblingsenkelin sich um die Familie zu kümmern. Was sie mit diesem Versprechen auf sich genommen hat, kann sie nur ansatzweise erahnen. Wie in fast jeder Familie gibt es auch hier einiges an Querelen, Sympathien und Antipathien, mit denen Hanna hautnah konfrontiert wird. Neben der Problematik der weitverzweigten Familie (der Stammbaum im vorderen Teil ist sehr nützlich) muss sich Hanna auch der politischen Lage in Deutschland stellen. Ihr Schwager hat sich in einer neuen Partei,in der rechtsradikale Kräfte immer mehr an Gewicht gewinnen, etabliert und wird der neue Bundeskanzler. Er bittet sie ,ihn bei seiner politischen Arbeit zu unterstützen.

Meine Meinung:

In ihrem Debütroman gelingt es der Autorin hervorragend, eine äußerst interessante Familiengeschichte, mit vielen Höhen und Tiefen zu zeichnen und gleichzeitig die politische Situation in Deutschland sehr genau darzustellen. Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, wird man immer wieder mit Ereignissen konfrontiert,die sich in unserem realen Leben tagtäglich abspielen. Da die Geschichte bis in die nahe Zukunft dauert, fließen viele Themen,wie Pandemie, Flüchtlings und Asylpolitik, Rassismus und einiges mehr, ein.
Die einzelnen Protagonisten sind detailgenau gezeichnet, ich hatte von Anfang an klare Bilder im Kopf. Ihre Entwicklung und Veränderung im Lauf der Geschichte, sind klar erkennbar.
Der Roman beginnt relativ ruhig und steigert sich dann immer mehr, bis zu einem dramatischen Ende.Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe es im Verlauf von zwei Tagen gelesen.

Fazit:

Ein äußerst gelungenes Debüt, ich hoffe auf weitere Werke der Autorin.

Veröffentlicht am 17.08.2021

Der Teufelsaustreiber

Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels
0

Inhalt übernommen:

September 1412. Ein verzweifelter Ratsherr bittet Olivera um Beistand. Seine Tochter leidet unter unkontrollierten Zuckungen und einer Schwäche bis hin zur Ohnmacht. Gegen die rätselhafte ...

Inhalt übernommen:

September 1412. Ein verzweifelter Ratsherr bittet Olivera um Beistand. Seine Tochter leidet unter unkontrollierten Zuckungen und einer Schwäche bis hin zur Ohnmacht. Gegen die rätselhafte Krankheit weiß selbst der Medicus keinen Rat. Olivera verspricht Hilfe, doch auch sie kann das Leid des Mädchens nicht lindern. Bald erkranken weitere Nürnberger, und es dauert nicht lange, bis das Gerücht entsteht, der Teufel hätte die Kranken verflucht. Olivera gerät unter Verdacht, mit den dunklen Mächten im Bunde zu stehen …

Meine Meinung:

Wenn man die vorhergehenden Bände kennt,ist es wie ein Nachhausekommen zu Freunden. Schon mit den ersten Seiten wurde ich sofort in die Vergangenheit katapultiert. Einerseits führten die Menschen ein sehr beschwerliches Leben, andererseits gab es, vor allen Dingen im medizinischen Bereich, schon viele Erkenntnisse, die mit den heutigen Behandlungen durchaus zu vergleichen sind.

Der Glaube spielte in der Vergangenheit eine wesentlich größere Rolle als heute. Die Menschen vertrauten den Lehren der Kirche überwiegend vorbehaltlos,was bis zur Hörigkeit führte und teilweise dramatische Folgen hatte.

Eigentlich hatte man Olivera und ihrer Familie nach den dramatischen Ereignissen der Vergangenheit etwas mehr Ruhe gewünscht,jedoch hatten sie auch hier mit vielen ,teilweise lebensbedrohenden Situationen zu kämpfen,um ihre Familie zu erhalten.

Ich verabschiede mich von den liebgewordenen Protagonisten mit einem lachenden und einem weinenden Auge, vielleicht gibt es ja doch noch ein Wiedersehen.

Von mir eine Leseempfehlung und fünf sehr verdiente Sterne.

Veröffentlicht am 16.08.2021

Was geschah mit Hannah?

Weil wir Schwestern sind
0

Inhalt übernommen:

Die Schwestern Katharina, Eva, Judith und Miriam könnten unterschiedlicher kaum sein und haben sich nicht viel zu sagen. Bis eine unverhoffte Nachricht aus Nepal ihr Leben auf den Kopf ...

Inhalt übernommen:

Die Schwestern Katharina, Eva, Judith und Miriam könnten unterschiedlicher kaum sein und haben sich nicht viel zu sagen. Bis eine unverhoffte Nachricht aus Nepal ihr Leben auf den Kopf stellt: Ihre Mutter Hannah wird nach Hamburg zurückkehren. Nicht bei jeder der vier Schwestern löst die Aussicht auf ein Wiedersehen Begeisterung aus, denn Hannah hat die Familie vor fast dreißig Jahren von einem Tag auf den anderen verlassen. Während jede auf ihre Weise mit der eigenen Vergangenheit ringt, kommen die Schwestern sich allmählich wieder näher. Und haben sich auf einmal doch ziemlich viel zu sagen …

Meine Meinung:

Die mir bis dahin unbekannte Autorin,hat mich von Beginn an in die Geschichte hineingezogen und mich durchgehend gefangengenommen.
In kurzen Kapiteln wird aus der Sicht jeweils einer Schwester erzählt. Dabei ist die Schilderung so genau,dass ich klare Bilder im Kopf hatte und mich als Teil der Geschichte fühlte.
Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch das gesamte Buch „Warum ist Hanna vor fast 30 Jahren verschwunden“? Jede der Schwestern hat unterschiedliche Erinnerungen, mal mehr, mal weniger. Durch die ungewohnte Situation wachsen sie wieder näher zusammen und erkennen, dass sie bisher kaum etwas vom Leben der Anderen wussten. Als Leserin taucht man tief in das Leben der Protagonisten ein und gewinnt gemeinsam mit Ihnen neue Erkenntnisse.
Mich hat diese Familiengeschichte sehr berührt und begeistert. Ich empfehle sie gerne weiter und vergebe fünf Sterne.

Veröffentlicht am 15.08.2021

Auf den Spuren von Abigail

Die Straße der Hoffnung
0

Inhalt übernommen:

Eine alte Villa. Eine große Liebe. Ein dunkles Geheimnis.

Die Staatsanwältin Melody Stewart flüchtet vor ihren beruflichen und privaten Problemen in die Vergangenheit. Im idyllischen ...

Inhalt übernommen:

Eine alte Villa. Eine große Liebe. Ein dunkles Geheimnis.

Die Staatsanwältin Melody Stewart flüchtet vor ihren beruflichen und privaten Problemen in die Vergangenheit. Im idyllischen Stockmill hat sie ein Haus geerbt und folgt mit Dan Rashleigh den verschlungenen Wegen der gemeinsamen Familiengeschichte. Dreh- und Angelpunkt dabei ist ihre Vorfahrin, die mutige Lady Abigail Hampton, die bereit war, aus Liebe alles zu opfern. Um ihren Geliebten Oliver Rashleigh vor der Hinrichtung zu retten, floh sie im Jahr 1843 mit ihm nach New York. Und von dort weiter Richtung Westen nach Oregon, wo sie sich eine neue Existenz aufbauten. Doch ihr Glück war schon bald bedroht: Unbemerkt hatte sich ein gefährlicher Verehrer an Lady Abigails Fersen geheftet.

Meine Meinung:

Ich hatte dem zweiten Teil der Trilogie schon mit Spannung entgegengesehen und war sofort wieder in der Geschichte angekommen. Die Autorin wechselt wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wobei der größte Anteil in der Vergangenheit liegt. Sie schafft es auf hervorragende Weise den Protagonisten ein Gesicht zu geben, mein Kopfkino lief auf Hochtouren.

Abigail und Oliver sind in Amerika angekommen,werden aber auch dort aufgespürt und müssen immer weiter fliehen. Ich habe die Protagonistin sehr bewundert, wie sie in ihrem völlig anderen Leben zurechtkommt und sich immer wieder ihrem Schicksal entgegenstellt.

Bei ihrem Widersacher, vermag man sich gar nicht vorzustellen, zu wie viel Niedertracht ein Mensch fähig ist.

Melody,die Protagonistin in der Gegenwart ,wird von der Geschichte ihrer Ahnin dermaßen gefesselt,dass sie ihre Spurensuche bis nach Amerika ausdehnt,wobei sie ihre eigenen Probleme in den Hintergrund schiebt.

Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen, weil es mich so gefesselt hat, dass es mir schwer fiel, es aus der Hand zu legen.Da es mit vielen Fragezeichen endet, bin ich voller Vorfreude auf den dritten Teil.

Fazit:

Für Liebhaber von vielschichtigen Familiengeschichten, eine absolute Empfehlung.