Eine ruhige, aber eindringliche Familiengeschichte, die Gegenwart und Vergangenheit gelungen verbindet
SchwesternlandDarum geht es:
Antonia kehrt anlässlich des 100. Geburtstags ihrer Großmutter in das alte Ferienhaus ihrer Familie zurück. Das Wiedersehen mit ihren Schwestern bringt Spannungen an die Oberfläche, die ...
Darum geht es:
Antonia kehrt anlässlich des 100. Geburtstags ihrer Großmutter in das alte Ferienhaus ihrer Familie zurück. Das Wiedersehen mit ihren Schwestern bringt Spannungen an die Oberfläche, die lange unausgesprochen geblieben sind. Inmitten dieser Tage stößt sie auf ein Ahnendokument, das ihren Blick auf ihre eigene Geschichte verändert.
Ein Name darin führt sie zurück bis ins 17. Jahrhundert. Eine junge Frau, die in einer Zeit religiöser Konflikte alles verliert und gezwungen ist, sich ein neues Leben aufzubauen. Antonia beginnt, dieser Spur zu folgen und reist an die Orte, an denen diese Geschichte ihren Anfang nahm.
Was zunächst wie eine Recherche wirkt, wird zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität. Vergangenheit und Gegenwart rücken näher zusammen, und Antonia erkennt, dass die Geschichte ihrer Familie mehr mit ihr zu tun hat, als sie lange geglaubt hat.
Mein Lesereindruck:
In Schwesternland erzählt Katharina Fuchs die Geschichte der 27-jährigen Antonia. Man kommt schnell in die Geschichte hinein und bekommt ein gutes Gefühl für die Familie und ihre Dynamik.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, dabei aber gleichzeitig detailreich. Besonders die Familienszenen wirken authentisch, weil vieles zwischen den Zeilen mitschwingt.
Sehr gelungen fand ich den Wechsel zwischen den Zeitebenen. Neben der Gegenwart begleitet man einen zweiten Handlungsstrang im 17. Jahrhundert rund um die Hugenotten. Diese Abschnitte waren für mich nicht nur spannend, sondern auch richtig interessant. Ich habe beim Lesen viel über diese Zeit gelernt, ohne dass es sich trocken angefühlt hat. Man merkt deutlich, wie gut hier recherchiert wurde.
Insgesamt ist es eher eine ruhige Geschichte, die ohne große Dramatik auskommt. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass es langweilig wird. Gerade die Verbindung von Familiengeschichte und historischen Hintergründen macht das Buch für mich besonders lesenswert.
Fazit:
4/5 ⭐️ Eine ruhige, aber eindringliche Familiengeschichte, die Gegenwart und Vergangenheit gelungen verbindet und dabei nicht nur unterhält, sondern auch interessante Einblicke in die Geschichte der Hugenotten gibt.