Schwer zugänglich!
Lügen im ParadiesDarum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe ...
Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe von Kindern aus unterschiedlichen Ländern kümmert. Nach außen wirkt alles geordnet und fürsorglich, doch hinter dieser Fassade tragen viele der Kinder eigene Brüche und Verluste in sich, auch Colombe selbst.
Erst Jahrzehnte später beginnt sie, dieses Bild zu hinterfragen. Sie kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, sucht die Begegnung mit den Menschen von damals und stellt sich ihren Erinnerungen.
Dabei rückt besonders das Schicksal der beiden leiblichen Kinder des Ehepaars in den Mittelpunkt. An ihnen zeigt sich, dass die Fürsorge, die nach außen so selbstverständlich wirkte, nicht allen gleichermaßen galt. Colombe erkennt, dass ihre Kindheit von Dingen geprägt war, die sie lange nicht sehen konnte oder wollte.
Mein Leseeindruck:
Das Buchcover wirkt sehr zurückhaltend und unscheinbar. Wäre ich nur nach dem Äußeren gegangen, hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen. Der Klappentext dagegen hat sofort meine Neugier geweckt. Die Thematik fand ich besonders interessant, zumal unsere Tochter selbst in der Schweiz lebt. Dass es sich um einen autofiktionalen Roman handelt, hat die Geschichte für mich zusätzlich berührt.
Tatsächlich bin ich froh, dass der Roman nur knapp 160 Seiten umfasst. Die Geschichte beginnt sehr spannend, verliert für mich aber schnell an Orientierung. Oft war ich unsicher, ob die Handlung in der Gegenwart oder in der Vergangenheit spielt. Der Schreibstil war für mich schwer zugänglich; hätte ich ihn leichter gefunden, wäre mir vermutlich ein besserer Zugang zur Geschichte gelungen.
Im Roman werden Wahrheiten offenbart, die schmerzhaft sind. Leider haben sie mich emotional kaum erreicht. Bei mir hinterließen sie kaum Wirkung. Ich kenne viele Leserinnen und Leser, die den Roman sehr geschätzt haben, aber für mich konnte er nicht die Erwartungen erfüllen, die ich an ihn gestellt hatte.
3/5 ⭐️ Interessante Thematik und spannende Ansätze, aber für mich schwer zugänglich und emotional nicht greifend.