Profilbild von Laurana

Laurana

Lesejury Profi
offline

Laurana ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Laurana über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2025

Berührend, tiefgehend und ganz anders, als ich erwartet hatte

Laurentius' Wunder
0

„Laurentius’ Wunder“ habe ich ohne Kenntnis des Klappentextes gelesen, bin also völlig unvoreingenommen und gespannt an dieses Buch gegangen, ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Gefunden habe ich ...

„Laurentius’ Wunder“ habe ich ohne Kenntnis des Klappentextes gelesen, bin also völlig unvoreingenommen und gespannt an dieses Buch gegangen, ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Gefunden habe ich eine fesselnde Geschichte von Giuliano, der nach einer schweren Kindheit als Bruder Laurentius im Kloster Assisi Zuflucht sucht. Schon früh erlebt er Traumata: Die Mutter verschwindet spurlos, der Vater zeigt keine Empathie, die Stiefmutter ist selbstsüchtig, und in seiner Ausbildung wird er missbraucht. Als er schließlich glaubt, im Kloster Frieden zu finden, wird sein Leben durch ein unglaubliches Ereignis völlig aus der Bahn geworfen: er erfährt ein Wunder, aber kaum jemand will ihm glauben. Irene Matt erzählt in dieser Geschichte von Laurentius Kampf, dieses Wunder den Menschen zu zeigen, und wie weit er dafür geht, welche Hindernisse er überwinden muss
Was mich besonders beeindruckt hat, war die emotionale Tiefe des Romans. Laurentius’ Leid, seine Zweifel und sein unerschütterlicher Glaube sind so eindrücklich beschrieben, dass man nur Mitgefühl mit Laurentius entwickeln kann, obwohl seine Mission schon wahnhafte Züge annimmt. Im Gegenzug schafft es die Autorin immer wieder kleine Lichtblicke einzubauen, kleine Momente von Humor und Wärme, die die Geschichte wieder auflockern.
Die Irene Matt führt uns von Assisi über den Vatikan bis nach Japan. Aktuelle Themen wie Umweltzerstörung und die Corona-Pandemie werden behutsam eingewoben, ohne belehrend zu wirken.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, manchmal aber auch etwas nüchtern. An manchen Stellen hätte man den Text auch etwas straffen können. Trotzdem blieb ich bis zum Ende gespannt dabei, und dieses hat mich wirklich überrascht und nachdenklich zurückgelassen.
Fazit: Ein eindringlicher, klug erzählter Roman über Glaube, Schmerz und Hoffnung. Kein mystischerr Klosterroman, sondern eine Geschichte über das Menschsein und über Wunder, die vielleicht ganz anders sind, als wir sie uns vorstellen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2025

Die Geschichte um Lucy und ihre Freunde geht spannend weiter

Spellcraft, Band 2 - Die Macht der weißen Sonne
0

Der zweite Band geht genauso fesselnd weiter, wie Band 1 endete. Wieder werden Lucy und ihre Freunde in spannende Geschehnisse hereingezogen.
Auf einem Winterfest der Spellcrafter kommt es zu einem Überfall. ...

Der zweite Band geht genauso fesselnd weiter, wie Band 1 endete. Wieder werden Lucy und ihre Freunde in spannende Geschehnisse hereingezogen.
Auf einem Winterfest der Spellcrafter kommt es zu einem Überfall. Lucy kann eine Katastrophe verhindern, da eine innere Stimme sie rechtzeitig warnt. Zusammen mit ihren Freunden Renley, Amanda, Carter und auch dieser inneren Stimme, die sich immer wieder meldet, macht sich Lucy auf, den Hintergrund des Überfalls aufzudecken. Dabei stoßen sie auf gefährliche Geheimnisse und erkennen, dass ihre Welt nicht so perfekt ist, wie es bisher den Anschein hatte.
Spannend ist dabei, die Stimme, die Lucy leitet und warnt. Doch beim Lesen fragt man sich unweigerlich: Will diese Stimme wirklich nur Lucys Bestes oder versucht sie, sie zu manipulieren? Diese geheimnisvolle Vorahnung sorgt für zusätzliche Spannung und hält einem beim Lesen ständig auf Trab.
Überraschend fand ich, dass die Geschichte diesmal politische und gesellschaftskritische Themen anspricht. Das hätte ich nach dem ersten Teil nicht erwartet, trotzdem passt es in die magische Handlung, die sowohl spannend als auch tiefgründig bleibt.
Der Schreibstil ist locker, flüssig und altersgerecht, ideal für Leserinnen und Leser ab 10 Jahren. Gleichzeitig bietet das Buch genügend Tiefe, dass auch Erwachsene sich davon fesseln lassen. Die Mischung aus magischen Abenteuern, starken Freundschaften, unerwarteten Wendungen und anspruchsvollen Themen macht die Geschichte zu einem echten Lesevergnügen.
Zuletzt möchte ich noch das tolle Cover erwähnen, das in Farben und Design wundervoll gestaltet wurde.
Für mich ist Spellcrafter weiterhin eine Leseempfehlung für junge und erwachsene Fans von magischen Geschichten und ich freue mich schon auf Band drei

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Ein Wohlfühlroman mit schönen Schauplätzen, aber wenig Überraschungen

Das Kamelienhaus
4

Der Einstieg in die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Vor allem die enge Bindung innerhalb von Lucys Familie hat sofort ein wohliges Gefühl bei mir ausgelöst. Auch wenn die vielen Personen, die ...

Der Einstieg in die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Vor allem die enge Bindung innerhalb von Lucys Familie hat sofort ein wohliges Gefühl bei mir ausgelöst. Auch wenn die vielen Personen, die aus der Vorgängerreihe auftauchen, etwas verwirrend sind. Es gibt zwar ein Personenverzeichnis im Buch, aber wer will schon beim Lesen immer hin und her blättern.
Lucy soll in die Familienfirma einsteigen und es wirkte sehr nachvollziehbar, dass sie ihren eigenen Weg gehen und eigene Ideen einbringen möchte. Umso schöner war es, dass sie die Chance bekam, nach Japan zu reisen, auch wenn das Ganze durch ein trauriges Ereignis und ein paar Startschwierigkeiten überschattet wurde. Zum Glück fand sie schnell Trost bei ihrem Reisebegleiter Finn, und die ersten Szenen mit den typischen Tokio-Touri-Zielen haben mich sogar zum Schmunzeln gebracht. Besonders neugierig gemacht hat mich aber, dass Finn so wenig von sich preisgibt und offenbar doch mehr über Japan weiß, als er zugibt.
Die Reise nach Japan bringt anfangs spannende Begegnungen und interessante Konflikte mit sich. Dabei mochte ich vor allem, dass Lucy offen auf andere Menschen zugeht, auch wenn manche Figuren für mich eher anstrengend wirkten. Zum Beispiel Lucys Freundin Lilly. Mit ihr konnte ich mich gar nicht anfreunden, ihr Verhalten empfand ich als kindisch und übertrieben naiv. Das war mir einfach zu viel Drama für eine Frau Ende zwanzig.
Insgesamt lebt das Buch von seinen unterschiedlichen Charakteren und den schönen Schauplätzen, allerdings hat man doch das Gefühl, dass die Autorin ihr gesamtes Wissen über Japan in dieses Buch quetschen wollte.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, allerdings war mir die Handlung insgesamt etwas zu vorhersehbar, und manche Entwicklungen gegen Ende wirkten sehr glatt, plötzlich und unglaubwürdig. Für mich fehlte dadurch ein wenig die Spannung.
Es ist ein Wohlfühlroman, der sich leicht weglesen lässt und genau das richtige Buch, wenn man etwas Entspanntes für zwischendurch sucht. Wer allerdings auf überraschende Wendungen oder leichte Spannung hofft, sollte seine Erwartungen etwas herunterschrauben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 16.09.2025

Einblicke in das Leben einer beeindruckenden Frau des 20. Jahrhunderts

Peggy Guggenheim
0

Peggy Guggenheim war mir vor der Lektüre dieses Buches ehrlich gesagt kein Begriff und gerade deshalb war es für mich so spannend, mehr über diese außergewöhnliche Frau zu erfahren. Mona Horncastle gelingt ...

Peggy Guggenheim war mir vor der Lektüre dieses Buches ehrlich gesagt kein Begriff und gerade deshalb war es für mich so spannend, mehr über diese außergewöhnliche Frau zu erfahren. Mona Horncastle gelingt es, Peggy als schillernde Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen: mutig, neugierig, manchmal sperrig, aber immer mit einem klaren Ziel vor Augen: Kunst und Künstler zu fördern und sichtbar zu machen. Beeindruckt hat mich vor allem, wie sehr sie die Kunstgeschichte geprägt hat und welch große Rolle sie auch in Krisenzeiten spielte, indem sie Werke und Künstler vor den Nationalsozialisten rettete.
Die Autorin erzählt informativ, stellenweise auch mit einem feinen Humor, was die Biografie für mich sehr lesenswert gemacht hat. Allerdings fiel es mir nicht immer leicht, den Überblick über die vielen Personen im Umfeld Peggys zu behalten. Oft wirkten die Namen wie eine Art Aufzählung, und ich konnte mir nicht immer merken, in welchem Verhältnis sie zu Peggy standen. Das ist für mich der einzige Minuspunkt an diesem Buch. Auch habe ich gemerkt, dass ich es nicht wie einen Roman „durchlesen“ konnte, sondern immer wieder ein paar Tage Pause brauchte.
Trotzdem bleibt für mich am Ende ein sehr positives Fazit: Dieses Buch hat mir Peggy Guggenheim als Person, aber auch ihre Bedeutung für die Kunstwelt nähergebracht. Ein empfehlenswertes, klug geschriebenes Porträt, das Lust macht, mehr über sie und „ihre“ Künstler und Künstlerinnen zu erfahren.
Das Buch ist im Moldenheim -Verlag erschienen und gehört zu der Reihe „Reihenweise kluge Frauen“. Dort werden Biographien über weitere berühmte Frauen ausschließlich von Autorinnen geschrieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2025

Spannende Geistergeschichte

Die Geisterflöte
0

Da es ja langsam auf den Herbst zugeht, dachte ich es wäre mal wieder Zeit für etwas schauriges. Um es gleich vorwegzusagen: Ich habe die Geisterflöte gern gelesen. Ich fand es auch sehr spannend, aber ...

Da es ja langsam auf den Herbst zugeht, dachte ich es wäre mal wieder Zeit für etwas schauriges. Um es gleich vorwegzusagen: Ich habe die Geisterflöte gern gelesen. Ich fand es auch sehr spannend, aber gegruselt habe ich mich leider nicht.

Aber zur eigentlichen Geschichte:

Die Handlung spielt im Jahr 1860: Elspeth Swansome kommt auf die abgelegene Insel Skelthsea, um dort als Kindermädchen zu arbeiten. Ihre Aufgabe gestaltet sich jedoch alles andere als einfach, denn die kleine Mary gibt seit dem tragischen Tod ihres Zwillingsbruders William kein Wort mehr von sich. Über William und die Umstände seines Unfalls wird nur wenig gesprochen. Während Elspeth versucht, sich im alten Herrenhaus zurechtzufinden, bemerkt sie immer mehr seltsame Vorkommnisse: nächtliche Schritte auf dem Dachboden, mysteriöser Gesang vor ihrer Zimmertür und immer wieder das Pfeifen einer geheimnisvollen Flöte. Bei dem Versuch, die Rätsel zu lösen, gerät Elspeth selbst in große Gefahr.

Der Schreibstil ist schön flüssig und hat mir sehr gut gefallen. Der Autorin ist es auch sehr gut gelungen eine düstere Atmosphäre zu erzeugen. Aber für richtigen Grusel hat es bei mir dann doch nicht gereicht. Es ist aber eine sehr schöne Geistergeschichte mit der typischen Ausstattung, altes Haus, merkwürdige Bewohner und oft schlechtes Wetter. Die Geschichte beginnt ruhig, wird aber sehr spannend, gerade zum Ende hin, sodass ich es nicht mehr aus der Hand legen mochte

Fazit: Insgesamt ist „Geisterflöte“ eine gelungene, stimmungsvolle Geistergeschichte, die vor allem durch ihre Atmosphäre und die spannende Entwicklung überzeugt, auch wenn sie mich persönlich nicht zu Gänsehaut-Momenten geführt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere