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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2018

Märchenhaft düster

Hazel Wood
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Alice lebte schon immer zusammen mit ihrer Mutter nie sehr lange an einem Ort. Immer passierten eigenartige Dinge und die beiden zogen weiter. In New York sollte endlich alles anders werden. Doch eines ...

Alice lebte schon immer zusammen mit ihrer Mutter nie sehr lange an einem Ort. Immer passierten eigenartige Dinge und die beiden zogen weiter. In New York sollte endlich alles anders werden. Doch eines Tages verschwindet Alice Mutter. Das Hinterland soll sie entführt haben, doch wer sind diese Leute und was haben sie mit Alice Großmutter, einer berühmten Märchenerzählerin zu tun, die im geheimnisvollen Hazel Wood residiert.

Das Cover ist wirklich traumhaft schön und lässt erahnen, dass wir es hier mit einer märchenhaften, geheimnisvollen und düsteren Geschichte zutun haben könnten.
Dies bestätigt sich schon auf den ersten Seiten. Wir lernen Alice kennen, die eine Wut und Düsternis in sich trägt. Wir erfahren mehr von ihrem Leben aus dem Koffer mit ihrer Mutter Ella. Außerdem knabbert Alice daran, dass sie ihre Großmutter, die berühmte Schriftstellerin niemals kennenlernen durfte. Dabei sehnt sie sich nach ihr und Hazel Wood.
Ella ist sehr fürsorglich und versucht Alice zu schützen, allerdings ist uns noch nicht klar, wovor.

Die Autorin schaffte es ziemlich gut, die innere Zerrissenheit der Protagonisten darzustellen. Für mich waren die Charaktere und ihr unvorhersehbares Handeln ein großes Plus der Geschichte.
Melissa Albert hat einen außergewöhnlichen Schreibstil voller Metaphern, die eine tolle Atmosphäre schaffen. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Auch die Handlung konnte mich bis zu dem Punkt mitreißen, an dem es endlich ans Eingemachte ging und wir anfingen, in den mysteriösen Märchenwald einzudringen. An dieser Stelle fing die Autorin an, mich zu verlieren. Die Erzählungen wurden zu wirr und abgedreht, erinnerten mich teilweise an Texte von Kafka. So richtig mitreißen konnte sie mich an der Stelle nicht mehr.

Das fand ich sehr schade, denn das Ende wollte der restlichen Geschichte und deren Idee nicht ganz würdig werden. Was ich aber unbedingt noch positiv erwähnen muss, sind die Märchenerzählungen innerhalb des Buches. Die Autorin zeigte auch hier noch einmal, wie gut sie Geschichten schreiben kann.

Melissa Alberts "Hazel Wood" ist ein düsteres Jugendbuch, welches stark begann und leider seinen Erwartungen nicht gerecht werden wollte. Für Fans von düsteren Märchen kann "Hazel Wood" dennoch ein Versuch wert sein.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Cinder&Ella - ein modernes Märchen

Cinder & Ella
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Ella und ihre Mutter sind ein eingeschweißtes Team bis beide einen Unfall haben, den nur Ella überlebt. Körperlich beeinträchtigt und voller Brandnarben muss Ella nach einem Jahr der Reha zu ihrem Vater ...

Ella und ihre Mutter sind ein eingeschweißtes Team bis beide einen Unfall haben, den nur Ella überlebt. Körperlich beeinträchtigt und voller Brandnarben muss Ella nach einem Jahr der Reha zu ihrem Vater in das oberflächliche Los Angeles ziehen. Ella leidet unter ihrer familiären Situation und auch die neue Schule ist eine Qual für sie. Sie flüchten kann sie nur noch in ihren Buchblog und ihrem besten Freund und Chatpartner Cinder, doch den hat sie bisher noch nie persönlich gesehen und das hat seine ganz speziellen Gründe...

Ich liebe ja besondere Jugendbücher mit ganz viel Tiefgang und dieses ist definitiv so eines. Der Titel lässt es vermuten, wir haben es hier mit einer Cinderella-Adaption zu tun, die einfach perfekt umgesetzt wurde. Dabei geht es nicht um gläserne Schuhe und singende Mäuse, sondern die Situation und Gefühlswelt unserer Protagonistin.

Ella ist klasse! Sie hat zwar schwer zu kämpfen, doch lässt sie sich nicht unterkriegen. Selbstmitleid ist ein Fremdwort für sie. Sie war einfach unglaublich liebenswert und sympathisch. Gleichzeitig musste ich aber auch mit ihr Mitleiden, da ihr Schicksal so tragisch ist und die Mitmenschen einfach ungerecht im Umgang mit ihr.

Zum Glück hat sie Cinder, mit dem sie sich über ihre Lieblingsbücher und Geschichten austauschen konnte. Ich fand die Buchblog- und Fangirlthematik grandios. So konnte ich mich noch mehr mit den Figuren identifizieren. Cinder ist ein kleiner Sunnyboy, der wohl selbst sein größter Fan ist. Dabei geht er aber auch wunderbar selbstironisch vor, was mir sehr gut gefiel. Beide verbindet ein toller Humor und die Liebe zu Büchern.

Ich möchte nicht spoilern, was es mit Cinder auf sich hatte Nur so viel sei verraten, es war grandios umgesetzt und ich habe in jeder Minute mitgefiebert.

Kelly Oram schaffte es perfekt mit ihrer Geschichte Emotionen zu wecken. Sie hat mich zum Lachen und Weinen gebracht, was für mich ein perfektes Leseerlebnis bedeutet.

Dies ist nur der erste Teil. Ellas und Cinders Geschichte soll in einer Fortsetzung weitererzählt werden, allerdings war dieses Buch schon recht rund auserzählt. Dennoch wünsche ich mir die Fortsetzung herbei und empfehle bis dahin Kell Orams "Cinder&Ella" aus vollstem Herzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Gefühl
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Geschichte
Veröffentlicht am 16.09.2018

Nicht meins

Gork der Schreckliche
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Gork der Schreckliche ist ein Jungdrache der kurz vor seinem Abschluss. So richtig etwas auf die Reihe bekommen, hat er bisher noch nicht. Nun soll er allerdings seine Auserwählte finden und die ist ein ...

Gork der Schreckliche ist ein Jungdrache der kurz vor seinem Abschluss. So richtig etwas auf die Reihe bekommen, hat er bisher noch nicht. Nun soll er allerdings seine Auserwählte finden und die ist ein ganz anderes Kaliber als der verweichlichte Gork...

Die ersten Seiten des Buches sind genial! Das kann ich wirklich sagen. Wir lernen Gork in seiner ganzen humorvollen Pracht kennen. So lästert er herrlich über die großen Drachen der "menschlichen" Weltliteratur. Besonders Tolkiens "kleiner Hobbit" und dessen Drachen kriegt richtig sein Fett weg.

Autor Gabe Hudson beweist hier viel Finesse und Witz. Leider konnte mich sein Sinn des Geschichtenerzählens aber nicht komplett abholen. Ich hatte mir von Gork etwas anderes erhofft. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Geschichte in eine mystische und mittelalterliche Richtung entwickeln würde. Da gehören Drachen für mich einfach hin.

Doch Gabe Hudson sah es vor Gork ein Raumschiff steuern zu lassen und fremde Planeten zu erobern. Das war mir zuviel des Guten. Das wollte für mich alles nicht so recht zusammenpassen und ich merkte nach nicht mal 70 Seiten, dass die Geschichte nicht meine sein würde und so legte ich das Buch zur Seite. Dies ist also nicht wirklich eine aussagekräftige Rezension. Für mich gibt es nicht viel zu "Gork" zu sagen. Schaut gerne bei anderen Rezensionen vorbei, die meisten fallen auch ziemlich durchwachsen aus...

Veröffentlicht am 16.09.2018

Lichtlos

Ins Dunkel
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Was als Teambuildingmaßnahme begann, endet in einem Horrorfilm. Alice macht sich mit ihren 4 Kolleginnen auf einen Wandertrip in die Wildnis des australischen Dschungels. Als Tage später vier verstörte ...

Was als Teambuildingmaßnahme begann, endet in einem Horrorfilm. Alice macht sich mit ihren 4 Kolleginnen auf einen Wandertrip in die Wildnis des australischen Dschungels. Als Tage später vier verstörte und verletzte Frauen wieder auftauchen und Alice vermisst wird, beginnt eine groß angelegte Suche. Das brisante an der Sache, Alice war auch noch Informantin der Polizei im Steuermissbrauchsfall ihrer Firma.

"Ins Dunkel" ist Jane Harpers zweiter Thriller, in dem ihr Ermittlerduo Carmen und Falk unterwegs sind. Ich kannte den ersten Teil nicht, doch das war kein Abbruch für die Geschichte. Tatsächlich neben die beiden recht wenig Raum in der Geschichte ein. Für mich tatsächlich zu wenig, denn ich hätte die Ermittler gerne genauer kennengelernt, so blieben die Charakter doch recht blass und hinterließen keinen bleibenden Eindruck bei mir.

Der Thriller wird in zwei parallelen Strängen erzählt. Zum einen begleiten wir die Suchaktion und die Ermittlungen und zum anderen erleben wir nach und nach mit, was während des Teambuildingausflugs geschah. Das war eigentlich ziemlich gut umgesetzt. Der Schreibstil der Autorin war angenehm zu verfolgen. Was ich ihr hoch anrechne, war wie unheimlich sie die Atmosphäre ihres Buches gestaltete. Die Handlung spielt hauptsächlich in den dunklen Wäldern Australiens, wo überall etwas lauert und die Stimmung der Frauen immer schlechter wird. Das war wirklich grandios beschrieben und ich spürte während des Lesens ein beklemmendes Gefühl.

Leider schaffte es Jane Harper nicht so gut Spannung aufzubauen. Bis auf die letzten 50 Seiten werden hauptsächlich Begebenheiten erzählt, die wir von Anfang an wussten. So kann wirklich keine Spannung aufkommen. Der Thriller ist psychologisch und nicht actionreich ausgelegt. Das sagt mir eigentlich auch zu, nur irgendwie hatte ich mehr erwartet. Ich wollte, dass die Geschichte mich umhaut und gefangen nimmt, leider tat sie dies nicht und ich war froh, als ich sie ausgelesen hatte.

Jane Harpers "Ins Dunkel" besticht durch seine Atmosphäre und enttäuscht wegen seiner mangelnden Spannung. Empfehlenswert für all jene, die auf einen Betriebsausflug gehen und sich auf den Worst Case vorbereiten wollen.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Ungewöhnlich

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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Es ist ein Sommer, der Suzys Leben komplett aus den Angeln hebt, denn es ist der Sommer, in dem Suzys beste Freundin niemals älter als 12 werden wird. Die 12-Jährige will das Geschehene nicht annehmen, ...

Es ist ein Sommer, der Suzys Leben komplett aus den Angeln hebt, denn es ist der Sommer, in dem Suzys beste Freundin niemals älter als 12 werden wird. Die 12-Jährige will das Geschehene nicht annehmen, und versucht auf ihre ganz eigene Art zu ergründen, was passierte.

Die Autorin Ali Benjamin hat ein unglaubliches Talent mit ihren Worten intensive und wichtige Botschaften und Bilder zu vermitteln. Schon der Prolog verschaffte mir eine Gänsehaut. Ihr Schreibstil ist einzigartig und trägt die Geschichte. Dabei regte sie mich sehr zum Nachdenken an und streute Fakten ein, die zeigen, dass wir uns an einem Scheideweg befinden.

Das Buch ist schwer in ein Genre zu drücken. Unsere Protagonistin ist gerade 12 Jahre alt und kommt in die Middle School, doch wirklich ein reines Jugendbuch ist diese Geschichte nicht. Sie enthält so viele reife Gedanken und Botschaften, die auch bei älteren LeserInnen ankommen.

Suzy ist ein außergewöhnlicher Mensch. Dabei geht die Schülerin gerade durch eine sehr schwere Zeit. Ihre einzige Freundin wandte sich von ihr ab, war gemein zu ihr und Suzy revanchierte sich auf ihre eigene Art. Beide gingen nicht im Guten auseinander, doch Suzy kann dies nie wieder gut machen. Nun kämpft sie mit ihrem Umfeld.
Die Autorin konnte die Gefühlswelt ihrer Protagonistin sehr gut wiedergeben. Ich litt ein wenig mit ihr mit und begleitete fasziniert ihre Gedankenwelt.

Das Buch ist mit seinen 236 Seiten sehr kurz und kurzweilig, was ich zur Abwechselung sehr erfrischend fand. Ich hätte mir nur noch gewünscht, dass handlungstechnisch ein bisschen mehr passieren würde.

Dennoch ist "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" von Ali Benjamin ein sehr intensives und bewegendes Debüt, das mit seinem poetischen Schreibstil bei mir punkten konnte.