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Veröffentlicht am 06.12.2020

Ein Pageturner

All das Ungesagte zwischen uns
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Morgan hat eigentlich ein Leben, in dem es ihr an nichts fehlt. Sie hat ihre Jugendliebe geheiratet als sie früh von ihm schwanger wurde. Ihre Tochter Clara macht nie Probleme und auch mit ihrer Schwester ...

Morgan hat eigentlich ein Leben, in dem es ihr an nichts fehlt. Sie hat ihre Jugendliebe geheiratet als sie früh von ihm schwanger wurde. Ihre Tochter Clara macht nie Probleme und auch mit ihrer Schwester könnte das Verhältnis nicht besser sein. Doch Morgan gerät in einen Trott, der sie nicht glücklich macht und dann passiert ein Unfall, der sie alles hinterfragen lässt, was ihr Leben einmal ausmachte.

Dies ist erst das zweite Buch, welches ich von der Autorin lese. Im Vorfeld hatte ich bereits gehört, dass es nicht ganz so gut, wie ihre anderen Werke sein soll, daher war ich unsicher, was mich erwarten würde.
Was soll ich sagen, ich wurde angenehm überrascht, wie schnell mich ihr Erzählstil eingenommen und in die Handlung hineingezogen hat. Das Buch beginnt mit einer Episode aus der Jugend von Morgan, ihrem Mann Chris, ihrer Schwester Jenny und deren gemeinsamer Freund Jonah. Bei der Figurenkonstellation war mir sehr schnell klar, wohin die Reise gehen würde, bzw. was Morgans Leben aus den Angeln heben wird. Überhaupt blieb eigentlich der große Überraschungsmoment in der Geschichte aus, doch das fand ich keines Falls schlimm, denn der Roman hat mich auch so richtig gut unterhalten und ich konnte ihn nur schwer aus der Hand legen.

In der Gegenwart werden die Kapitel aus der Sicht von Morgan und deren Tochter Clara erzählt. Diese ist 17 und beginnt nach allem was passiert ist, mächtig auf die Barrikaden zu gehen. Colleen Hoover hat es aber geschafft, dass man das Mädchen nach all dem Mist, den sie baut, immer noch mag.

Die Geschichte erzählt zwei Liebesgeschichten, denn Clara lässt sich auf Miller Adams ein, der ein ganz übler Junge sein soll, laut ihrem Vater. Tatsächlich ist Miller wohl die anständigste und moralischste Figur des Buches gewesen und das Ende war einfach wundervoll. Ihre Geschichte nimmt sehr viel Raum ein.
Allerdings fand ich Morgans Geschichte interessanter und brisanter und hätte mir gewünscht, dass der Fokus mehr auf ihr liegt.

"All das Ungesagte zwischen uns" von Colleen Hoover erzählt eine ungeheuerliche Geschichte über die erste Liebe, neue Chancen und Lügen. Die Handlung konnte mich absolut fesseln und auch die Charaktere machten die Geschichte rund und interessant. Allerdings hätte ich mir einen etwas anderen Fokus auf die Charaktere gewünscht.

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Veröffentlicht am 06.12.2020

Nicht ganz so ernst

Gans Ernst von Jimmy Kimmel
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Gans Ernst ist eine sehr seriöse Gans, die niemals lacht und alles ernst nimmt. Niemand schafft es, sie zum Lachen zu bringen. Wirst du es schaffen?

Das Kinderbuch ist interaktiv und soll zum Grimassenschneiden ...

Gans Ernst ist eine sehr seriöse Gans, die niemals lacht und alles ernst nimmt. Niemand schafft es, sie zum Lachen zu bringen. Wirst du es schaffen?

Das Kinderbuch ist interaktiv und soll zum Grimassenschneiden einladen. Dafür ist auch ein Spiegel in ihm integriert, was ich bisher noch nirgends gesehen hatte und für eine sehr kuriose Idee halte.

Auf ca. 40 Seiten können Eltern ihren Kindern von Gans Ernst vorlesen und sie dazu animieren das mürrische Geflügel zum lachen zu bringen. Jimmy Kimmel steuerte neben dem Text auch die Illustrationen bei. Diese sind großflächig und bilden eine Einheit mit dem Text.

Man merkt Jimmy Kimmels Humor aus dem Buch heraus und so ist "Gans Ernst" auch ein Spaß für die Eltern. Wer dem Talkmaster beim Vorlesen zusehen will, kann dies hier tun...
Die Erlöse des Buches gingen in den USA an Kinderkrankenhäuser.
Für mich ist "Gans Ernst" von Jimmy Kimmel auch ein super Geschenktipp für das kommende Weihnachtsfest.
Ich bin gespannt und freue mich darauf, wenn es bei uns mit dem Vorlesen so weit sein wird. Bis dahin kann ich Grimassenschneiden üben und Erklärungen für die Erwachsenenwitze finden...

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Veröffentlicht am 26.11.2020

Mehr erhofft

Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch
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Sheera ist eine Diebin, doch dafür wird sie nicht nur geächtet, denn sie ist auch noch eine Nachtalbe und damit im Reich der Alben ein niederes Wesen. Das Unverständnis ist daher groß als Sheera zum Wettstreit ...

Sheera ist eine Diebin, doch dafür wird sie nicht nur geächtet, denn sie ist auch noch eine Nachtalbe und damit im Reich der Alben ein niederes Wesen. Das Unverständnis ist daher groß als Sheera zum Wettstreit um den Königsthron von Farhir eingeladen wird. Mit adligen Mitstreiterinnen kämpft sie um die Krone. Doch ausgerechnet der Königssohn des Menschenreichs soll eine wahre Bedrohung für Sheera sein...

Ich hatte bisher noch kein Buch der Autorin gelesen und war daher besonders gespannt, wie mir der Einstieg in eine neue Fantasy-Saga gefallen würde.
Blöderweise war der Einstieg in die Geschichte ein wenig holprig. Wir begleiten Sheera bei einem Beutezug, denn sie stiehlt um zu überleben. Dann überschlagen sich die Ereignisse und sie wird zum Königshof gebracht. Mir fiel es ganz oft im Laufe der Handlung schwer immer logisch nachvollziehen zu können, welche Taten ein gewisses Ereignis auslösten. Das machte es mir auch nicht leicht immer bei der Stange zu bleiben.

Sobald die Aufgaben der Königsanwärterinnen begannen, dachte ich, dass es nun endlich passiert und mich die Autorin packen könnte. Sie bringt dort auch ein paar tolle Fantasyaspekte hinein, doch genauso schnell kippte die Handlung auch wieder zur anderen Seite um und es folgte eine Kette von Ereignissen, mit der ich vor dem Lesen wohl nicht gerechnet hätte.

Was mir gut gefiel, war die Welt, die sich die Autorin erdacht hat. Es ist ein mittelalterliches Setting mit Feenwesen und Menschen. Die Welt ist ziemlich grausam und das wird auch mehrfach im Buch bewiesen.

Die Protagonisten wollten es mir auch nicht immer leicht machen. Sheeras Selbstwertgefühl lässt ganz schön zu wünschen übrig. Es sehen auch alle nur die geächtete Nachtalbe in ihr, doch sie macht sich selbst auch noch dafür nieder, dass sie eine Diebin ist, anstatt stolz darauf zu sein mit welchem Können, List und Geschick sie sich immer wieder aus den brenzlichsten Situationen befreien konnte. Außerdem fand ich es grenzwertig wie viel Gewalt ihr angetan wurde und dass diese im Vorbeigehen abgehandelt wurde, ohne dass es Sheeras Seele auch nur ankratzte.

Lysander ist der Königssohn und aus seiner Sicht werden auch ein paar Kapitel erzählt. Er konnte bisher keinem Rock widerstehen, doch ein Vertrauensbruch verpasste ihm einen Dämpfer. Ich fand seine Figur tatsächlich sympathischer als unsere Protagonistin.

Beide begegnen sich erst sehr spät im Laufe der Handlung. Ich meine, die Hälfte des Buches war bereits gelesen und auch zum Ende hin verlieren beide sich wieder aus den Augen, was ich ziemlich unglücklich fand. Eine Liebesgeschichte sucht man in Moonlight Touch somit erstmal vergeblich.

Ich hatte mir für "Moonlight Touch" von Jennifer Alice Jager mehr erwartet. Ein mitreißender Mittelteil machten einen holprigen Start und ein etwas abstruses Ende nicht mehr wett. Ich hatte mir mehr von den beiden Protagonisten und ihrer Geschichte erhofft. Wenn Game of Thrones auf Feenwesen getroffen hätte, würde es das Setting ganz gut beschreiben. Mir war es stellenweise zu brutal und grausam für ein Jugendbuch.

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Veröffentlicht am 13.11.2020

Ganz schön abgedreht

Flo, der Flummi und das Schnack
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Die Zeitschrift NIDO räumt in jeder ihrer Ausgaben ein paar Seiten frei, in denen namhafte Vertreter der Kulturszene Geschichten für Kinder veröffentlichen können. Diese wurden nun in einem Sammelband ...

Die Zeitschrift NIDO räumt in jeder ihrer Ausgaben ein paar Seiten frei, in denen namhafte Vertreter der Kulturszene Geschichten für Kinder veröffentlichen können. Diese wurden nun in einem Sammelband zusammengefasst, der Eltern bei der Bettgeh-Routine unterstützen kann.

Was ich ganz praktisch fand, ist, dass im Inhaltsverzeichnis die Angaben zu finden sind, für welche Altersgruppe die Geschichte geeignet ist und wie lange das Vorlesen in etwa dauern wird. So kann man sich im Vorfeld gut auf die jeweilige Geschichte bzw. Bedürfnis des Kindes einstellen.

Jede der 31 märchenhaften Erzählungen beginnt mit einer Illustration von Martina Liebig. Diese sind farbenfroh und fantasievoll und geben den Kern der Geschichte wieder.

Es sind nicht nur SchriftstellerInnen, die eine Geschichte beitragen, allerdings sagten mir nur deren Namen etwas. Unter ihnen ist beispielsweise Julie Zeh, Alexa Henning von Lange, Alina Bronsky oder Wladimier Kaminer.

Ich habe mir ein paar Geschichten herausgepickt, die ich gelesen habe und muss wirklich sagen, dass die AutorInnen eine ziemlich abgedrehte Fantasie haben, wenn sie Geschichten für Kinder schreiben. Ein Junge, der zum König aller Äpfel wird und dem sämtliche Apfelbäume der Welt gehören, fällt einem so etwas in der Obstabteilung des Supermarktes oder beim Fallobstaufsammeln ein? Oder namenlose Neunlinge, die im wilden Westen Sheriff spielen.

Ich bin mir sicher Kinder werden diese Geschichten lieben, aber als Erwachsene frage ich mich, was die Köpfe hinter den Geschichten da geritten hat...

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Veröffentlicht am 13.11.2020

Für Bücherwürmer

Wonderlands
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"Wonderlands" taucht ein in die fantastischen Welt von J.K. Rowling, Tolkien, King und Kafka. Herausgegeben wurde die fantastische Reise durch die Literatur von Laura Miller.
Auf über 300 Seiten sammeln ...

"Wonderlands" taucht ein in die fantastischen Welt von J.K. Rowling, Tolkien, King und Kafka. Herausgegeben wurde die fantastische Reise durch die Literatur von Laura Miller.
Auf über 300 Seiten sammeln sich Essays über ältere und neuere Klassiker, die sich mit den Weltenentwürfen großer Romane und Reihen befassen. Aufgelockert wird dies mit großflächigen und vierfarbigen Covern, Bildern und Fotografien.

Beim Durchblättern macht es einfach Spaß zu entdecken, wie die Seiten aufgemacht sind. Viele der vorgestellten Romane kannte ich bisher noch nicht, blieb aber aufgrund des ansprechenden Layouts hängen und sah mir deren "Wonderlands" an.

Die zeitliche Spannweite der vorgestellten literarischen Erzählungen ist groß. Von v. Chr. über Mittelalter-Epen, der frühen Neuzeit bis hin zu modernen Klassikern wie Harry Potter oder Panem. Das macht das Sachbuch wirklich vielfältig und spannend für alle, die an Literatur interessiert sind.

Genauer habe ich mir u.a. das Essay zu Franz Kafkas "Das Schloss" angesehen. Das Romanfragment quälte mich, um ehrlich zu sein, während meines Germanistikstudiums ein Semester lang. Die Interpretation der Handlung fand ich gelungen, war jedoch überrascht, wie viel vom Inhalt des Werkes einfach nacherzählt wurde.

Etwas weniger drastisch war es bei dem Essay zu Harry Potter, bei dem wirklich mehr auf die Besonderheiten des Zaubereruniversums eingegangen wurde.

Margaret Atwoods "Report der Magd" war mir bisher nur von den Ausschnitten der Serienverfilmung bekannt und machte mich wegen des Gesehenen neugierig. Im Essay hatte ich das Gefühl, dass der Weltenentwurf der Dystopie nur so weit angekratzt wurde, dass es mich noch neugieriger machte, ohne das gesamte Buch nach zu erzählen.

Die Länge der einzelnen Texte schwankt von 2 bis 4 Seiten und ist somit eine gute Kost für zwischendurch.

Mich konnte Laura Millers "Wonderlands" abholen und machte mich definitiv neugierig auf andere Genres und ältere Werke. Gerade in Hinblick auf Weihnachten ist das Buch ein toller Geschenktipp für Bücherwürmer!

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