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Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein Thriller, der mit einer düsteren, intensiven Prämisse startet, und eine spannende Grundidee verfolgt

The Return of Ellie Black
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Inhalt:
Die 17-jährige Ellie verschwindet spurlos auf dem Heimweg von einer Party. Zwei Jahre später taucht sie plötzlich wieder auf – verstört, schweigsam und mit Narben, die weit über das Sichtbare hinausgehen. ...

Inhalt:
Die 17-jährige Ellie verschwindet spurlos auf dem Heimweg von einer Party. Zwei Jahre später taucht sie plötzlich wieder auf – verstört, schweigsam und mit Narben, die weit über das Sichtbare hinausgehen. Detective Chelsey Calhoun übernimmt den Fall, der sie nicht nur beruflich, sondern auch persönlich berührt: Auch ihre Schwester verschwand einst im Teenageralter. Während Chelsey versucht, das Schweigen von Ellie zu durchdringen, stoßen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander – und mit ihnen Abgründe, die kaum zu ertragen sind.

Meinung:
Als ich erfahren habe, dass Emiko Jean, deren „Tokyo Ever After“-Reihe ich gelesen und als charmant, jugendlich und leicht empfunden habe, nun einen Thriller geschrieben hat, bin ich instinktiv davon ausgegangen, dass sich dieser Thriller um einen Jugendthriller handeln muss. Die Protagonistin ist schließlich 17 Jahre alt, das Setting rund um eine Highschool-Party wirkt vertraut – und dann kam der Schock. Die Gewalt, die Brutalität, die düsteren Themen: Das ist ganz klar kein Jugendbuch, sondern ein Thriller für Erwachsene. Dass es keine Altersempfehlung gibt, hat mich zunächst irritiert, rückblickend lässt sich daraus wohl ein „ab 18 Jahren“ ableiten. Der Einstieg war für mich entsprechend holprig. Besonders der Schreibstil hat mich überrascht – leider nicht positiv. Wo „Tokyo Ever After“ leichtfüßig und eingängig war, wirkte „The Return of Ellie Black“ sprachlich streckenweise unfertig und verwirrend. Viele Sätze ergaben schlicht keinen Sinn, es gab seltsame Formulierungen, Logikfehler, teils fehlerhafte Namen („Sergeant Abbotts“ statt „Abbott“), und besonders irritierend war für mich die Therapieszene, in der plötzlich der Name der Polizistin auftauchte, obwohl eigentlich die Therapeutin sprach. Ich dachte zunächst, ich hätte etwas überlesen, aber nein – es war ein Fehler in der Übersetzung. Und das war leider kein Einzelfall. Solche Schlampigkeiten reißen mich komplett aus der Atmosphäre und mindern das Lesevergnügen spürbar. Hinzu kam etwas, das ich so nicht erwartet hätte: „The Return of Ellie Black“ hat mich inhaltlich stark an Bücher erinnert, die ich bereits gelesen habe – zu stark. Ich bin ein großer Fan von Holly Jackson und ihrer „A Good Girl’s Guide to Murder“-Reihe. Besonders „The Reappearance of Rachel Price“ kam mir beim Lesen immer wieder in den Sinn. Die Struktur – vermisstes Mädchen kehrt nach Jahren zurück, Ermittlungen mit persönlichem Bezug, verschachtelte Enthüllungen, Rückblenden in Tagebuchform – all das hat mich mehrfach denken lassen: „Das kenne ich doch.“ Natürlich dürfen sich Themen überschneiden, aber in diesem Fall wirkten die Parallelen fast schon unangenehm offensichtlich. Dazu kam, dass „The Return of Ellie Black“ in meinen Augen weniger clever konstruiert ist als Holly Jacksons Werke. Die Geschichte selbst, besonders die Szenen aus Ellies Sicht, hatte definitiv emotionale Wucht. Die Darstellung ihres Traumas war stellenweise bedrückend, und man merkt, dass Emiko Jean die Innenwelten junger Frauen authentisch beschreiben kann. Aber das ändert nichts daran, dass das Erzähltempo teilweise schleppend war, der Spannungsbogen holprig verlief und das Finale zu überladen wirkte. Warum etwa das rote Bandana bei einem der Täter – aber nicht beim anderen? Sollte es ein Symbol sein oder einfach ein Stilmittel? Oder hatte es schlicht keine Bedeutung? Solche Ungereimtheiten, auch im Motiv des Täters, ließen mich am Ende eher enttäuscht zurück. Unterm Strich wirkte das Buch auf mich, als wollte es sehr viel gleichzeitig sein: psychologisches Porträt, emotionaler Roman, düsterer Thriller mit gesellschaftskritischen Tönen. Vieles davon ist gut gemeint, aber nicht alles ist gut gelungen.

Fazit:
„The Return of Ellie Black“ von Emiko Jean ist ein Thriller, der mit einer düsteren, intensiven Prämisse startet, und eine spannende Grundidee verfolgt. Leider wird diese durch einen sprachlich holprigen Stil, Übersetzungsfehler und ein überinszeniertes Finale getrübt. Wer Emiko Jean aus dem Jugendbuchbereich kennt, wird überrascht sein – nicht nur vom Genre, sondern auch vom deutlich erwachseneren und härteren Ton. Trotz allem gelingt es dem Buch, emotionale Tiefe und verstörende Spannung zu transportieren. Von mr gibt es 3,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 09.10.2025

Zwischen Anziehung und Abgrund liegt manchmal nur ein einziger Kuss…

Hamptons Prestige - Sparks & Scandals
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Inhalt:
June freut sich auf entspannte Semesterferien mit ihrer besten Freundin in den Hamptons, doch als sie im exklusiven Luxusclub der High Society ankommt, wird schnell klar, dass dieser Sommer alles ...

Inhalt:
June freut sich auf entspannte Semesterferien mit ihrer besten Freundin in den Hamptons, doch als sie im exklusiven Luxusclub der High Society ankommt, wird schnell klar, dass dieser Sommer alles andere als gewöhnlich wird. Zwischen Partys, Intrigen und reichlich Glamour trifft sie auf Cameron, den charmanten Mitarbeiter des Clubs, der ihr sofort den Kopf verdreht. Gleichzeitig gerät sie mit Weston, dem verschlossenen Bruder ihrer Freundin, immer wieder aneinander – bis auch zwischen ihnen unerwartet die Funken sprühen. Während June versucht, ihren Platz in dieser glitzernden Welt zu finden, merkt sie schnell: In den Hamptons hat jeder ein Geheimnis…

Meinung:
Ich bin mit eher gemischten Erwartungen an dieses Buch herangegangen, denn auf der einen Seite lockte das sommerliche Setting in den Hamptons, auf der anderen Seite wusste ich, dass mich ein klassisches Love-Triangle erwartet, mit dem ich persönlich oft meine Schwierigkeiten habe. Und was soll ich sagen? Es wurde genau das, was ich befürchtet, aber auch ein kleines bisschen gehofft hatte: Drama, Glamour, Gossip – mit ein paar Längen und einigen Lichtblicken. Zunächst einmal: Das Setting hat mich sofort abgeholt. Die Autorin versteht es wirklich gut, sommerliche Bilder entstehen zu lassen. Ich konnte das Meer beinahe riechen und den Sand unter den Füßen spüren. Die Kulisse war lebendig und detailreich beschrieben – gerade die luxuriöse Welt des „Hamptons Prestige“-Clubs hatte für mich einen gewissen Reiz, der mich trotz inhaltlicher Schwächen bei der Stange gehalten hat. Der Einstieg in die Story war angenehm leicht, auch durch den locker-flockigen Schreibstil. Allerdings hatte ich schnell das Gefühl, dass sich viele Phrasen und Formulierungen wiederholten – insbesondere bestimmte Gesten oder Sätze traten so oft auf, dass es irgendwann unfreiwillig komisch wurde. Auch die Dialoge zwischen June und Weston, die offenbar frech und charmant sein sollten, wirkten auf mich eher gezwungen als natürlich. Die Figuren selbst blieben für mich leider eher blass. Ich konnte weder mit June noch mit den beiden Love Interests wirklich mitfühlen. Ihre Gefühle schienen manchmal aus dem Nichts zu kommen, und ihre Entscheidungen wirkten oft impulsiv oder konstruiert, um Spannung zu erzeugen. Ich habe mich oft gefragt, warum genau Cameron und Weston so an June hängen – und umgekehrt. Eine tiefere emotionale Verbindung blieb für mich aus. Dazu kommt, dass einige Nebenfiguren – wie Ashlyn, Junes beste Freundin – zwar Potenzial hatten, aber oberflächlich behandelt wurden. Gerade in ihrer Beziehung zu June hätte ich mir mehr echte Nähe und Wärme gewünscht. Was mich aber trotz dieser Kritikpunkte zum Weiterlesen gebracht hat, war das Gefühl, dass unter der Oberfläche doch etwas passiert. Geheimnisse werden angedeutet, Twists bahnen sich an – und auch wenn vieles davon noch im Verborgenen bleibt, war die Neugier groß genug, um am Ball zu bleiben. Das letzte Drittel hat dann nochmal ordentlich Tempo aufgenommen, auch wenn ich finde, dass der Cliffhanger fast ein bisschen zu kalkuliert daherkommt. Man spürt sehr deutlich, dass hier unbedingt Spannung für Band 2 erzeugt werden sollte. Letztlich war das Buch für mich eine typische “Sommerlektüre mit schönen Vibes, aber wenig Tiefe“-Erfahrung. Es liest sich weg, unterhält durchaus, hinterlässt aber nicht allzu viele Spuren. Gerade in der Figurenzeichnung und in der emotionalen Tiefe hätte ich mir mehr gewünscht.

Fazit:
„Hamptons Prestige – Sparks & Scandals“ von Maren Vivien Haase bietet ein unterhaltsames Setting mit jeder Menge Glamour, Sommervibes und dramatischen Verwicklungen. Der Auftakt zur „The Hamptons“-Reihe liest sich leicht und kurzweilig, bleibt jedoch hinter seinem Potenzial zurück. Wer Lust auf ein bisschen Gossip-Girl-Flair und ein klassisches Love-Triangle hat, wird hier gut bedient – sollte aber kein allzu ausgefeiltes Drama erwarten. Von mir gibt es lieb gemeinte 3,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein berührendes, emotionales und absolut stimmiges Finale der „Windy City“-Reihe

Rewind It Back
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Inhalt:
Hallie beginnt ein Praktikum als Innenarchitektin in Chicago und trifft dort auf niemand Geringeren als ihren Ex-Freund Rio, der mittlerweile Eishockeyprofi und Stadtheld ist. Sechs Jahre liegen ...

Inhalt:
Hallie beginnt ein Praktikum als Innenarchitektin in Chicago und trifft dort auf niemand Geringeren als ihren Ex-Freund Rio, der mittlerweile Eishockeyprofi und Stadtheld ist. Sechs Jahre liegen zwischen ihrer ersten Liebe und dieser unerwarteten Begegnung. Doch ausgerechnet sein Haus soll sie umgestalten. Was als professionelles Projekt beginnt, wird schnell zu einer emotionalen Zeitreise: zu Mixtapes, ersten Küssen, alten Wunden und der Frage, ob man das Herz überhaupt je vollständig verliert … oder ob wahre Liebe nie ganz vergeht.

Meinung:
Ich wusste, dass mich das Finale der „Windy City“-Reihe emotional treffen würde, aber dieser 5. Band hat mich nicht nur getroffen, sondern komplett umgehauen. Diese Geschichte ist keine typische Sports Romance mit ein bisschen Knistern am Spielfeldrand. Sie ist ein tiefes, gefühlvolles Zurückblicken auf eine Liebe, die nie wirklich verschwunden war – nur verschüttet unter Schmerz, Missverständnissen und der Zeit. Schon auf den ersten Seiten habe ich gemerkt, dass Liz Tomforde hier nicht nur „eine weitere Liebesgeschichte“ erzählt, sondern eine, die auf allen Ebenen funktioniert: emotional, menschlich, leise, laut und vor allem ehrlich. Hallie ist eine dieser Protagonistinnen, bei der man sofort das Gefühl hat, man hätte sie schon seit Jahren in seinem Leben. Ihre Leidenschaft für Design, ihre tiefe Verletzlichkeit, ihre Playlist-Mentalität – all das hat sie für mich greifbar gemacht. Und dann ist da Rio. Rio, der Typ, den wir seit Band 1 kennen. Der immer im Hintergrund charmant gewirkt hat, aber nie wirklich greifbar war. Dieses Buch ist seine Bühne, und was für eine Performance er abliefert! Er ist nicht nur der Sunnyboy, sondern auch einer der verletzlichsten, loyalsten und tiefgründigsten Charaktere der ganzen Reihe. Es war, als hätte er all die Jahre nur auf Hallie gewartet – und auf seine Chance, es diesmal richtig zu machen. Was mich besonders berührt hat, war die Struktur des Buches, denn die Rückblenden waren keine nostalgischen Einschübe, sondern ein lebendiger Teil der Gegenwart. Sie haben mir das Gefühl gegeben, diese beiden nicht nur jetzt zu begleiten, sondern sie richtig zu kennen – mit allem, was sie geprägt hat. Von ersten Berührungen bis zu schmerzhaften Trennungen. Ich habe oft innegehalten, weil Sätze oder Szenen so viel in mir ausgelöst haben: Freude, Wehmut, Wut, Hoffnung. Und dann diese Nebenfiguren! Die Freundesgruppe ist und bleibt das Rückgrat dieser Reihe. Es fühlt sich an wie Heimkommen, wenn alle wieder auftauchen – vertraut, laut, lustig und einfach unersetzlich. Die Clique ist nicht nur Beiwerk, sondern echte „Found Family“ – sie rahmt die Geschichte von Hallie und Rio perfekt ein. Auch thematisch hat Liz Tomforde eine Menge Tiefe eingebaut, denn es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um familiäre Erwartungen, um das Loslassen von Schuld, um Selbstverwirklichung und um Heilung. Besonders gut gefallen hat mir auch, wie Musik als Symbol für Erinnerungen und Emotionen eingesetzt wurde. Die Mixtapes waren so viel mehr als nur ein niedliches Detail. Sie waren ein Herzstück.

Fazit:
Mit „Rewind It Back“ gelingt Liz Tomforde ein berührendes, emotionales und absolut stimmiges Finale ihrer „Windy City“-Reihe. Die Geschichte von Hallie und Rio ist eine Liebeserklärung an erste Lieben, zweite Chancen und die Kraft von Erinnerungen. Die Balance zwischen Humor, Herzschmerz und Hoffnung ist meisterhaft. Wer Sports Romance mit Tiefgang sucht, wird hier nicht nur fündig, sondern reich beschenkt. Von mir gibt es verdiente 5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 09.10.2025

Winterzauber, Weihnachtstraditionen und verbotenes Herzklopfen…

My December Darling
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Inhalt:
Catalina kehrt für die Hochzeit ihrer Schwester mit ihrem Ex-Freund in ihre Heimatstadt Lake Wisteria zurück. Als Trauzeugin will sie Stärke zeigen, doch ihr emotionaler Balanceakt wird durch Luke ...

Inhalt:
Catalina kehrt für die Hochzeit ihrer Schwester mit ihrem Ex-Freund in ihre Heimatstadt Lake Wisteria zurück. Als Trauzeugin will sie Stärke zeigen, doch ihr emotionaler Balanceakt wird durch Luke Darling, den attraktiven Trauzeugen und besten Freund des Bräutigams, erheblich erschwert. Während Luke beharrlich versucht, Catalinas Eismauer zu durchbrechen, kämpft sie gegen ihre wachsenden Gefühle an. Es ist kompliziert, denn schließlich will sie nach der Hochzeit sowieso wieder verschwinden. Doch Lake Wisteria, Luke und die leisen Winterabende hinterlassen Spuren in ihrem Herzen.

Meinung:
Ich hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit durch – nicht, weil es so kurz ist, sondern weil es mich von Anfang an mit einem charmanten Schreibstil und einer sehr angenehmen Atmosphäre eingefangen hat. Catalina war mir direkt sympathisch. Ihr innerer Konflikt, ihre Verletzlichkeit und die stille Stärke, mit der sie sich der Situation stellt, waren nachvollziehbar und haben sie für mich greifbar gemacht. Luke ist der Inbegriff des „Golden Retriever Boyfriends“: offen, warmherzig, loyal. Die Dynamik zwischen den beiden hat funktioniert, vor allem in den ruhigeren, detailreichen Szenen (LEGO bauen <3). Was mich wirklich überrascht hat: Trotz aller Erwartungshaltung durch Titel und Cover, ist dieser Roman keine klassische Weihnachtsromance. Weihnachtsstimmung? Eher ein zarter Hauch davon. Die Geschichte spielt zwar im Dezember, aber von Plätzchenbacken und Lichterglanz fehlt fast jede Spur. Stattdessen liegt der Fokus auf leisen Tönen, auf Annäherung, Vergangenheit, emotionalen Wunden – und genau das hat mir gefallen. Allerdings, und das ist der Knackpunkt: Der letzte Teil des Buches hat mich enttäuscht. Bis dahin war alles auf einem richtig guten Weg: tolle Charakterentwicklung, charmante Dialoge, cozy Stimmung. Doch das Ende fühlte sich plötzlich gehetzt an, als müsste man schnell zum Punkt kommen. Es fehlte die Tiefe und das emotionale Ausatmen, das so eine Geschichte verdient. Aus einem möglichen Highlight wurde für mich dadurch nur ein „sehr gutes Buch“. Ärgerlich? Ja, ein bisschen. Aber der Rest wiegt das glücklicherweise weitgehend auf.

Fazit:
„My December Darling“ von Lauren Asher ist eine herzerwärmende, winterliche Romance mit sympathischen Figuren, einem angenehmen Schreibstil und einer stimmungsvollen Kleinstadtkulisse. Wer auf ein typisches Weihnachtsbuch hofft, wird hier eher enttäuscht. Wer sich aber auf eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte einlässt, wird belohnt. Leider verliert die Story zum Ende hin an Tiefe, weshalb ich einen Stern abziehe und deshalb 4 von 5 Sternchen vergebe.

Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein zauberhaftes Winterbuch, das mit viel Gefühl, sympathischen Figuren und einer traumhaft verschneiten Kulisse punktet

Herzglitzern und Mistelzweige
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Inhalt:
Lins Leben ist im Moment ziemlich durcheinander. Ihre Beziehung ist zerbrochen, ihre Ausbildungsstelle steht plötzlich vor dem Aus und ihr bester Freund Jona lebt seit einiger Zeit nicht mehr in ...

Inhalt:
Lins Leben ist im Moment ziemlich durcheinander. Ihre Beziehung ist zerbrochen, ihre Ausbildungsstelle steht plötzlich vor dem Aus und ihr bester Freund Jona lebt seit einiger Zeit nicht mehr in ihrer Nähe. Da kommt seine Einladung nach Schweden wie gerufen. In einem kleinen Bed & Breakfast, das seiner Mutter gehört, hofft Lin auf eine Pause vom Chaos, auf verschneite Landschaften, Polarlichter und gemütliche Filmabende mit Jona. Doch die Realität ist weniger romantisch. Jona wirkt abwesend, steckt voller Sorgen und hat kaum Zeit für Lin. Und dann ist da noch dieses Gefühl, das sich langsam zwischen ihnen aufbaut, obwohl sie sich jahrelang nur als beste Freunde gesehen haben.

Meinung:
Was für ein liebevolles Winterbuch. Beim Lesen des Romans hatte ich fast das Gefühl, selbst durch knirschenden Schnee zu stapfen, in dampfende Teetassen zu pusten und den Duft von Zimtschnecken in der Nase zu haben. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht und gemütlich, fast wie ein Kurzurlaub in einer Schneekugel. Besonders berührt haben mich Lin und Jona, die beide mit Unsicherheiten und inneren Konflikten ringen. Ihre Gefühle füreinander sind von Anfang an spürbar, aber statt lauter Liebesgesten gibt es viele kleine, stille Momente, die diese Geschichte so besonders machen. Es geht ums Hinhören, ums Verstehen und darum, den Mut zu finden, etwas zu riskieren, das vielleicht alles verändern könnte. Lin wirkt dabei herrlich nahbar. Sie kämpft mit ihrem Selbstwertgefühl und weiß nicht so recht, wohin mit sich, was nach dem Schulabschluss nicht ungewöhnlich ist. Ihre Gedanken wirken ehrlich, manchmal auch etwas verloren, aber immer nachvollziehbar. Und Jona? Der ist ein Ruhepol, sanft und aufmerksam, manchmal überfordert, aber immer aufrichtig. Ihre Verbindung ist spürbar tief, geprägt von vielen gemeinsamen Erinnerungen, aber auch unausgesprochenen Gefühlen. Neben den beiden Hauptfiguren gibt es eine ganze Reihe von Nebencharakteren, die mit ihrer Herzlichkeit und Eigenwilligkeit viel zur Stimmung beitragen. Besonders Emmi, Lins kleine Schwester, sorgt mit ihrer direkten Art immer wieder für frischen Wind. Auch das Bed & Breakfast, die schwedischen Bräuche und die kleinen Ausflüge tragen zur Tiefe der Geschichte bei. Zwar ist der Verlauf der Handlung vorhersehbar, aber das hat mich kein bisschen gestört. Im Gegenteil – es ist genau diese Art von Geschichte, bei der man weiß, was kommt, und sich trotzdem auf jedes Kapitel freut.

Fazit:
„Herzglitzern und Mistelzweige“ von Corinna Wieja ist ein zauberhaftes Winterbuch, das mit viel Gefühl, sympathischen Figuren und einer traumhaft verschneiten Kulisse punktet. Die leise, aber kraftvolle Friends-to-Lovers-Geschichte überzeugt durch Nähe, Wärme und charmante Details. Wer Lust auf eine romantische Auszeit in Schweden hat, wird hier fündig. Von mir gibt es 4 von 5 Schneeflöckchen.

Lieblingszitat:
„Ich mag dich, weil du mir das Gefühl gibst, ein Superheld zu sein.“ (S. 302)